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Full text of "Medina vor dem Islam; Muhammads Gemeindeordnung von Medina; seine schreiben ..."

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SKIZZEN UND VORARBEITEN. 



VON 



J. WELIHAUSEN. 



VIERTES HEFT. 



1. MEDINA VOR DEM ISLAM. 

2. MUHAMMADS GEMEINDEORDNUNG VON MEDINA. 

3. SEINE SCHREIBEN, UND DIE GESANDTSCHAFTEN AN IHN. 




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BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER. 
1889. 




SKIZZEN UND VORARBEITEN. 



VON 



J. WELLHAUSEN. 



VIERTES HEFT. 



1. MEDINA VOR DEM ISLAM. 

2. MUHAMMADS GEMEINDEORDNUNG VON MEDINA. 

3. SEINE SCHREIBEN, UND DIE GESANDTSCHAFTEN AN IHN. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER. 

1889. 






V 




H^ii- 






MEDINA VOR DEM ISLAM. 



Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. lY. 



Medina*), oder wie der alte Name lautet Jathrib, liegt in 
einer wasserreichen Ebene des nördlichen Nagd, nahe an dem 
Randgebirge, durch welches das Nagd von dem Küstenstrich am 
Roten Meere geschieden wird. Die Ebene stösst im Westen und 
im Osten an unfruchtbare Steinfelder, die auf arabisch Harra oder 
Läba heissen; in einem oft wiederholten Ausspruch bestimmt 
Muhammad das Weichbild von Medina, das er für unverletzlich 
erklären will, als das Zwischengebiet zwischen den beiden Läba's, 
d. h. zwischen der westlichen und der östlichen Harra'''). Die Harra 
läuft jedoch weder im Westen noch im Osten ununterbrochen 
weiter, anbaufähige Strecken ragen hinein, und namentlich im 
Osten wird gewöhnlich nur von einzelnen besonderen und beson- 



^) Medina war die Wiege der muslimischen Tradition, und wir haben über 
die Vorgeschichte der Stadt verhältnismässig reiche und genaue Nachrichten. 
Sie finden sich zusammengestellt im dritten Kapitel Samhudi's (fol. 36 sqq. in 
dem von mir benutzten cod. Monac. 381 Aumer), welches wol gedruckt zu 
werden verdiente. Ein Auszug aus dem Arabischen des Samhudi ist Wösten- 
feld's Geschichte der Stadt Medina, Göttingen 1860 (Band IX der Abhandlungen 
der Gott. Gesellsch. der Wissenschaften). — Der Name alMadina findet sich 
schon im Quran, z. B. Sur. 33, 60. Statt Jathrib kommt auch die Form Athrib 
vor, namentlich in der Nisba. Jathrippa bei Steph. Byzant., darnach Lathrippa 
bei Ptol. zu verbessern. Taiba ziemlich häufig in der geistlichen Sprache des 
Hadith; vgl. BAthir II 261,4. IV 101, 18. Auch Täba, Boch. I 243. III 76. Ich 
citire Bochari nach den Bänden und Seiten der unvokalisirten Bulaqer Ausgabe 
von 1289. 

2) Die Läba (nicht Lava, sondern Basalt) ist schwarz (BAthir I 498, 10 
vgl. II 440, 7), doch findet sich dazwischen Uo-u »yb = jjox^t j'j=^ '^J^ 
(Samh. fol. 45b). Doughty, Travels in Arabia Deserta, I 422. II 71.74. 

1* 



4 Medina vor dem Islam. 

ders benannten Harrafeldern geredet *). Im Norden und Süden 
bilden Vorsprünge des westlichen Randgebirges die Grenzmarken 
der Ebene, der IJhud und der 'Air, dieser viel weiter von Medina 
entfernt als jener. Die Abdachung geht nach Norden; alle Wasser 
fliessen nach Norden, vereinigen sich unterhalb der Stadt und neh- 
men dann erst, im Vadi Idam, die westliche Richtung zum Meere ^). 
Im Westen ist der Vadi 'Aqiq, im Osten der Vadi Qanät; in der 
Mitte durchschneiden zwei Wasserläufe die angebaute Ebene, der 
östlichere Mahzür, der von Osten her den Mudhainib aufnimmt, 
und der westlichere Buthän, mit dem von Westen her der Ranünä 
sich verbindet. Der südliche Teil der Ebene heisst das Oberland 
('Alija), der nördliche die Niederung (Säfila); doch wird der Name 
Alija gewöhnlich nui* auf den oberen Lauf des Buthan und beson- 
ders des Mahzur angewandt*). Der Höhenunterschied zwischen der 
Alija und der Safila ist übrigens nicht bedeutend. Die Vadi's 
fliessen nur nach Regen*), aber sie bewirken, dass das Grund- 
wasser hoch steht und Brunnen leicht angelegt werden können. 

Ähnlich wie Chaibar und andere Kulturstätten in den Oasen 
des nordwestlichen Arabiens war Medina ein Komplex von Ge- 
höften, Dörfern und festen Häusern, die bald näher bald weiter 
von einander entfernt zwischen Palmgruppen, Gärten und Saat- 
feldern zerstreut lagen; mehr ein Synoecismus als eine Stadt ^). 
Die geschlossenste Ansiedlung war schon zur Zeit Muhammads da, 
wo jetzt die eigentliche Stadt liegt; der Name Jathrib haftete aber 
ursprünglich nicht an ' dieser, sondern an einer weiter nördlich 
gelegenen Niederlassung am Zusammenfluss der Wasserwege bei 
Zaghäba^. Die Hauptbewohner der Oase zur Zeit Muhammads 
waren die Ans und die Chazrag, zusammengefasst die Banu Qaila, 
oder, mit dem muslimischen Namen, die An^är. Ungleich den 
Quraisch von Mekka standen sie nicht in bewusstem verwandt- 



1) Vgl. Doughty I 382 sq. II 92. 

2) Irrig Doughty I 145. 

3) nicht auch z. B. auf Qubä. 

*) Es ist ein Ereignis und ein Fest, wenn der *Aqiq fliesst. Dann eilt 
Alt und Jung hinaus, veranstaltet allerlei Lustbarkeiten, lässt die Füsse in 
das Wasser hangen u. s. w. 

5) Vgl. Doughty II 337. 339. 

^) westlich vom Grabe Hamza's, s. Wüstenfeld, Medina p. 37. Ich setze 
Burckhardts Plan voraus. 



Medina vor dem Islam. 5 

schaftlichem Zusammenhange mit den benachbarten Araberstämmen, 
wiewol der Name Qaila auf eine gewisse Beziehung zu den Qudäa, 
den alten Bewohnern des nordwestlichen Arabiens, schliessen lässt *). 
Sondern sie wollten aus dem Süden gekommen sein, und rechneten 
sich zu der weitverbreiteten Gruppe der Azd. Besonderes Gewicht 
legten sie auf ihre Verwandtschaft mit den Ghassan, dem herr- 
schenden Stamme der Qudäa, der aber bei den Qudäa eingewan- 
dert war und dem Blute nach nicht zu ihnen, sondern zu den Azd 
gehörte. Es gab Geschlechter der Banu Qaila, die unter den Azd 
'Uman oder unter den Ghassan wohnten, andrerseits Geschlechter 
von Ghassan und von Gafna, die in Medina wohnten^). 

Die Chazrag sassen da, wo jetzt ^) die eigentliche Stadt und 



*) Nach der einen Genealogie wird Qaila (südarabisch = Fürstin, wie 
Sara?) auf Gafna, das Konigsgeschlecht der Ghassan, zurückgeführt, nach 
der anderen wahrscheinlicheren aber auf Kahil b. 'üdhra b. SaM Hudhaim von 
Qudäa (Agh. II 176, 15 sq. S^mh. fol. 41b). Qaila ist die Mutter der An^är; der 
Vater heisst Haritha b. Tha'labu b. Amr b. Amir. Nach diesem Vater nennen 
sie sich indessen nie, während dagegen sehr oft nach Qaila. 

2) Dass Muhammad in Medina blutsfremd ist, wird BH. 995, 17 so ausge- 
drückt: er ist nicht von Muräd und nicht von Madhhig, d. i. nicht von Azd. 
Sehr auffallend tritt das Gemeinschaftsgefühl der An^är mit den Azd hervor 
in den Erzählungen Agh. XIV 121, 21 sqq. 124, 16 sqq. 127, 2 sqq., aus der Zeit 
Muavija's. Dem unbeschadet wollen freilich die An^är nicht mit dem allge- 
meinen Namen Azd, sondern mit dem besonderen An^är genannt sein, wie 
Agh. XIV 125, 6 sqq. zeigt, wo sie sich als An^är bei Muavija melden und 
den Bescheid erhalten, die Amr b. Amir (d. i. der Name der ausgewanderten 
Azd) möchten eintreten, auf diesen Bescheid hin aber alle draussen bleiben. 

Früher und stärker als ihren allgemeinen Zusammenhang mit den Azd 
betonen die An^är den besonderen mit den zu Azd gehörigen Ghassan in 
Syrien und mit deren Königsgeschlechte (BH. 529, 19 sq. 936,12. 938,6). Sie 
nennen sich selber Ghassan (BH. 659,4. Jaq. 1670,12. Agh. 11165,27 vgl. 
übrigens BA. III 203, 7 sq.), und heissen auch bei anderen so (Nöldeke DMZ 
1886 p. 178 n. 4. BH. 519, 4. Ham. 443, 5. Agh. XIV 124, 22). Dann werden 
aber doch wieder einzelne in Medina wohnhafte Geschlechter, als zu Ghassan 
gehörig, von den Banu Qaila unterschieden; worüber demnächst mehr. Sie 
sollen, nach den Traditionsgelehrten, von Syrien zurückgewandert sein. 

Als ursprünglich medinische Geschlechter, die zu den Azd 'ümän oder 
auch zu den Ghassan ausgewandert und unter ihnen heimisch geworden sind, 
werden genannt die Ka*b b. alChazrag b. alHarith b. alChazrag in Syrien, 
und die Amir b. Amr b. Malik b. Aus sowie die alSäib b. Qatan b. Auf b. al- 
Chazrag in Uman; s. Wüstenfeld a. 0. p. 32 sq. 40. Vgl. noch Tab. II 416. 

^ und schon zur Zeit Muhammads (BH. 675 sq.). 



6 Medina vor dem Islam. 

die Vorstädte liegen, im Süden und Westen noch darüber hinaus. 
Die Araber nannten alle An^är Chazrag und begriflfen auch die 
Aus mit unter dem Namen (BH. 296,7. 8); die Chazrag waren der 
zahlreichere und mächtigere Stamm. Die hervorragendste Gruppe 
unter ihnen scheinen, wenigstens zur Zeit Muhammads, die Naggär 
gewesen zu sein, die eigentlich Taim^ alLät hiessen ^). Ihr Quartier 
war die jetzige eigentliche Stadt, dort Hess Muhammad sich nieder 
und baute die Moschee. Ihnen zunächst benachbart waren die 
Sä'ida, südlich und südwestlich von ihnen. Peripherischer wohnten 
die ausgedehnten Banu Guscham um die Naggar und die Säida 
herum, die Bajäda (Zuraiq, Habib) im Süden, die Salima im 
Westen, am 'Aqiq herunter. Die 'Auf (Sälim) bildeten den äusser- 
sten Ausläufer der Chazrag nach Süden; an ihren östlichen Zweig, 
die Balhublä, schlössen sich noch weiter nach Osten die Harith an. 
Diese Angaben über die Lage der Gebiete der einzelnen Gruppen 
gegen einander haben indessen nur ungefähre Geltung. Die Ge- 
biete waren nämlich nicht immer flächenweise abgegrenzt, sondern 
sie gingen vielfach kraus durch einander. Daher erklärt sich das 
Schwanken der Tradition; z. B. über den Weg, den Muhammad, 
bei seinem Einzüge in Medina, von Qubä nach dem Quartier der 
Naggär genommen haben solP). 

Östlich und südlich um die Chazrag herum, in einem weiten 
Bogen, wohnten die Aus. Im Nordosten, in der Nähe der durch 
die Schlacht gegen die Syrer berühmten östlichen Harra bis nörd- 
lich zum Uhud und südlich zum Baqi' alGharqad, sassen die Na- 
bit, d. h. die Haritha, die Abdalaschhal, und die Tzafar. Im Süd- 
osten, in der 'Alija mit den Quraitza und alNadir zusammen, sassen 
die Ausallah, di. h. die Chatma, Väil, Väqif, und Umajja b. Zaid ^). 



^) Als pars pro toto nicht bloss bei Hassan b. Thabit, der selber zu ihnen 
gehörte (BH. 455,3. 523,19), sondern auch sonst (520, 10. 18 sq. 612,13. 620, 
6.18. 621,13. 635,8. 728,16). Naggar bedeutet Zimmermann; man darf aber 
daraus ja keine Schlüsse ziehen. Es gab in Medina keinen Zimmermann von 
Profession, wenn nicht zufällig ein Sklave dorthin verschlagen wurde, der das 
Handwerk gelernt hatte (Boch. 11 72). Der Name Taim alLät ist gemeiniglich 
korrigirt in Taim alLäh (Agh. IV 3, 2 sq.). 

2) BH. 335. Wüstenfeld a. 0. p. 58. * 

3) Die Ausallah hiessen eigentlich Ausmanät (Agh. XV 163, 7. 20. BAthir 
I 507, 16). Ohne Zweifel ist der Name dieser Gruppe selbein mit dem Namen 
des Stammes, denn Aus muss einen Gottesnamen im Genitiv hinter sich haben. 
Zur Unterscheidung lässt man bei dem Stammesnamen den Genitiv weg und 



Medina vor dem Islam. 7 

Ihr Zasammenhang mit den Nabit war durch das Vorragen der 
chazragitischen Banu 'IHärith einigermassen unterbrochen. Nach 
Südwesten zu schlössen sich an die Ausallah die Amr b. Auf, 
deren Hauptniederlassung das Dorf Qubä war. 

2. 

Wie gesagt, erinnerten sich die Aus und die Chazrag, in Me- 
dina eingewandert zu sein. Vor ihnen waren die Juden dort die 
herrschende Bevölkerung gewesen, die damals überhaupt mehrere 
der bedeutendsten Oasen des nordwestlichen Arabiens, wie Chaibar, 
Fadak, Taimä, inne hatten*). Nach der Überlieferung haben die 
arabischen Einwanderer nicht Gewalt gegen die Juden gebraucht, 
um sie zur gänzlichen oder teilweisen Räumung ihres Besitzes zu 
zwingen, sondern sich zunächst friedlich unter ihnen niedergelassen 
und als Beisassen bei ihnen Aufnahme gefunden, in einem Ver- 
hältnis wenn auch sehr loser politischer Abhängigkeit. Erst später 
wandte sich das Blatt, so dass die Araber die Herren und die 
Juden die Beisassen wurden. Das Verdienst an dieser Wendung 
wird dem Malik b. al'Aglän, von den Banu *Auf b. alChazrag, zu- 
geschrieben. Malik ist eine aus der Sumairfehde bekannte histo- 
rische Persönlichkeit; da er der Zeitgenosse, wenn auch der ältere, 
des Thabit b. alMundhir und anderer bis in die Zeit des Islams 
hineinreichender Medinenser gewesen ist, so fällt sein Floruit früh- 
stens in die Mitte des sechsten Jahrhunderts'). Er soll den Juden- 
könig Fitjaun, als dieser das ihm zustehende ins primae noctis an 
seiner Schwester ausüben wollte, getötet und darnach die Macht 
der Juden mit Hilfe eines Tubba' d. i. eines Königs von Jaman, 
zu dem er flüchtete, gebrochen haben ^). 



sagt alAus, und zwar gegen die Regel mit dem Artikel, der bei diesen Ab- 
kürzungen sonst immer fehlt, weil sie ja Status constnicti sind. In dem 
Staatsvertrage BH. 341 sqq. heissen übrigens auch die Ausallah immer nur 
alAus. 

^) Auch dort sollen sich stammverwandte Mitwanderer der Banu Qaila bei 
den Juden niedergelassen haben; Wüstenfeld a. 0. p. 32. Nach Sprenger III 
431 gehörte alles Ackerland der Bali den zwischen ihnen enclavirten Juden. 

^ Mehr davon in den Beilagen. Vgl. p. 29 n. 2. 

^ Nach Fitjaun nannte sich ein' jüdisches Geschlecht, welches BH. 351, 
17 (vgl, 379, 9) in eine Reihe mit Quraitza, alNadir, und Qainuqä' gestellt wird. 
Statt Fitjaun kommt natürlich auch Fitaun vor, von J. Derenbourg, wie 
mir de Goeje mitteilt, als 1^^© gedeutet, was in der Benennung alKähinän 



8 Medina Yor dem Islam. 

Dass ein Tubba' wirklich einmal einen Zug gemacht hat, auf 
dem er auch mit Medina in Berührung gekommen ist, ist durch 
zwei alte Verse über allen Zweifel bezeugt. Der berühmte alHarith 
b. Tzälim, in der zweiten Hälfte des sechsten Jährhunderts, sagt 
(Agh. X 20,10): „ich traute euch zu, ihr Banu 'Udas, als ich bei 
euch einkehrte, ihr wäret ebenso wie die Leute von Jathrib, die 
dem Tubba', als er mit seinen Truppen zu ihnen kam, die beiden 
Männer von Jah^ub nicht auslieferten." Und der Medinenser Abu 
'Afak, ein eifriger Gegner des Islam, spricht seine Verwunderung 
darüber, dass seine Landsleute sich von einem hergelaufenen Manne 
wie Muhammad das Regiment aus den Händen nehmen lassen, fol- 
gendermassen aus: „wenn ihr die Herrschaft und das Königtum 
anerkenntet, so hättet ihr ja dem Tubba' Folge leisten können" — 
statt gegen ihn zu kämpfen. Der Chronologie wegen kann nun 
allerdings dieser Tubba', wenn er gleichzeitig mit' Mälik b. al'Aglän 
und Uhaiha b. alGuläh gelebt hat, keiner von den alten himjari- 
schen Königen gewesen sein, wie die muslimischen Gelehrten an- 
nehmen. Es liegt aber keine Schwierigkeit in der Annahme, dass 
der alte Titel der himjarischen Könige in der populären Redeweise 
übertragen wurde auf den abessinischen Vicekönig. Wir wissen 
auch anderweit nur von einem abessinischen Vicekönig, dass er 
einen Zug von Jaman in das nördlichere Arabien unternommen 
hat, nämlich von Abu Jaksum, dem Herrn des Elefanten. Schon 
Nöldeke hat erwiesen, dass das eigentliche Ziel des Abu Jaksum 
nicht, wie die mekkanische Sage meint, die Ka'ba war, sondern 
viel weiter im Norden lag'). Die medinische Sage lässt Mekka 
überhaupt nicht auf dem Heimwege, sondern nur auf dem Rück- 
wege des Tubba' bedroht werden^). 



für die Geschlechter Quraitza und alNadir eine Analogie hätte. Nach einer 
anderen Angabe soll ein Ghassanide seinen medinischen Stammgenossen gegen 
die Juden zu hilfe gekommen sein; indessen der Tubba* scheint besser be- 
zeugt (BH. 14, 15 sqq. BQutaiba 310. Agh. II 176,18), und der Ursprung jener 
anderen Angabe erklärt sich leicht. 

») Nöldeke, Tabari p. 204 sq. Vgl. Labid (ed. Huber) 26,3. 

^ Für die Identität der medinischen Tradition über den Tubba* und der 
anderweitigen über Abu Jaksum kann noch angeführt werden, dass hier wie 
dort, freilich in sehr verschiedener Weise, von dem Verhalten der Hudhail 
bei dieser Gelegenheit die Rede ist. Nach der medinischen Tradition haben 
die Hudhail den Tubba' auf die Ka'ba gehetzt (BH. 15. Kamil 289, 2). Von 
Abu Jaksum aber wird in der Einleitung zu Hudh. 56 folgendermassen be- 



Medina vor dem Islam. 9 

Natürlich ist damit, dass der Tubba' wirklich mit Medina zu 
tun gehabt hat, keineswegs bewiesen, dass mit seiner Hilfe die 
Anpär die Juden unterdrückt haben. Feindliche Gesinnung gegen 
die Juden ist allerdings einem Abessinier sehr wol zuzutrauen, 
während sie bei einem Himjariten unwahrscheinlich wäre. Aber 
die angeführten Verse des Abu 'Afak und alHarith sagen deutlich, 
dass die Bewohner Medina's insgesamt von dem Tubba' bedroht 
gewesen seien und sich seiner erwehrt haben. Das selbe berichtet 



richtet. „Abu Jaksum, der König der Abessinier, zog mit den Seinen in 
feindlicher Absicht gegen die Ka*ba, und von jedem Stamme der Araber, den 
sie berührten, nahmen sie Leute gefangen. Als sie aber nach alMughammas, 
in der Nähe des heiligen Gebietes von Mekka kamen, hemmte Gott den Ele- 
fanten und sandte Vogel in Schwärmen gegen sie. Da flohen manche von 
den Konigen Jamans, von Kinda und Himjar und den Abessiniern, in die 
Berge der Hudhail und wurden dort getötet und gefangen genommen. Abu 
Jaksum aber kehrte nach Jaman zurück durch das Gebiet der Banu Kinäna, 
und von jeder Qabile, durch die er kam, nahm er Geiseln, um sich ihrer zu 
versichern. Darauf hielten sich die Banu Kinäna, als er nach Jaman zurück- 
gekehrt war, an die Hudhail und sagten: ziehet aus mit euren Gefangenen von 
Kinda und Himjar und den Abessiniern. So zogen sie denn mit den Ge- 
fangenen aus, Ma'qil b. Chuvailid von den Banu Sahm, und Ghäfil b. ^achr 
von den Banu Quraim, bis sie mit ihnen zu Abu Jaksum kamen und für sie 
die gefangenen Kinaniten lösten und die (vaman) Gefangenen von der Be- 
völkerung des Nagd, 'welche die Abessinier auf dem Hinwege, als sie gegen 
das heilige Gebiet zogen, fortgeschleppt hatten. Ibn Hajja aber, ein Vetter 
Ma*qils hielt einen Gefangenen, der in seiner Gewalt war, fest und wollte ihn 
nicht an Ma'qil übergeben — der Gefangene war nämlich ein vornehmer 
Mann von den Jamaniern und er gedachte Lösegeld für ihn einzunehmen — , 
und er drohte deswegen Ma'qil mit dem Schwerte." Also die Hudhail wer- 
den von den Kinäna genötigt, die Jamanier, die ihnen in die Hände gefallen 
sind, auszutauschen gegen die kinanischen Geiseln, welche die Jamanier mit- 
geschleppt haben; und der Hudhailit Ma'qil zieht zu diesem Zweck an den 
Hof des Abu Jaksum. Dieser Bericht weicht von dem medinischen sehr stark 
ab, er wird jedoch durch die Verse, denen er als Einleitung vorausgeschickt 
ist, nicht bestätigt. Da hält Ma^qil seinen Stammgenossen vor, wie er sich 
für sie aufgeopfert habe, und sagt unter anderem : „und von schwarzen, kraus- 
harigen, stiernackigen (Männern), vor deren gleichen einem graut, deren An- 
marsch die Häupter grau macht und die alle Speerwerfer und Pfeilschützen 
zugleich sind, habe ich eure Söhne zurückgebracht, ohne dass einer 
von euch mich begleitete (56,6 — 8)." Nöldeke (a. 0. p. 218) hat die Verse 
misverstanden und den Widerspruch gegen die Einleitung nicht bemerkt. Zu 
dem Casus absolutus v, 6 wird die Rektion durch minhumu v. 8 nachge- 
bracht. Vgl. noch BH. 34, 13. 



10 Medina vor dem Islam. 

auch die prosaische Haupterzählung über das Ereignis, die bei Ibn 
Ishäq, bei alKalbi, und bei Abu Ubaida ziemlich gleich lautet*). 
Man könnte damit jene andere Angabe ^) nur auf die Weise reimen, 
dass die Juden damals noch die Herren in Medina waren'), dass 
sie durch den Schlag, der zwar nicht allein gegen sie, sondern 
gegen ganz Medina gerichtet war, tatsächlich doch am meisten ge- 
troffen und so geschwächt wurden, dass sie den Vorrang vor den 
gewiss schon damals weit zahlreicheren arabischen Beisassen nicht 
mehr behaupten konnten; und für diese Kombination könnte man 
sich vielleicht auf den Bericht des Ibn Qutaiba berufen. Selbst- 
verständlich hat dann Malik b. alAglan nicht den Tubba' gegen 
die Juden herbeigerufen, sondern er hat nur ihre ungünstige 
Situation nach dem Abzüge des Tubba* zu gunsten seines Volkes 
ausgenutzt. 

„Die Juden wurden nun — so heisst es Agh. XIX 97, 24 sqq. — 
ohnmächtig und kleinmütig, und hatten grosse Furcht. Und wenn 
einer von den Aus oder den Chazrag einen Juden durch eine Be- 
leidigung in Zorn brachte, so wandte derselbe sich nicht an seine 
Mitjuden, sondern an seine arabischen Schutzherren, in deren Mitte 
er wohnte und sagte: wir sind eure Schützlinge und Beisassen. 
Und so nahmen alle jüdischen Familien ihre Zuflucht zu einem 
Geschlecht von den Aus oder den Chazrag und suchten bei ihnen 
Schutz." Die Juden behielten ihre Religion, verloren aber ihre 
politische Konsistenz und ihren zusammenhängenden Landbesitz. 
Einzelne Ortschaften, welche bisher ausschliesslich von Juden be- 
wohnt gewesen waren, scheinen seitdem mehr und mehr verfallen 
zu sein, z. B. das alte eigentliche Jathrib im Norden, und Zuhra 
im Osten der jetzigen Stadt. Die Qainuqä* behielten zwar ihre 
alten geschlossenen Sitze zwischen den Ausallah und dei^ Chazrag, 
wo der Buthan in die Stadt eintritt, in der Nähe des grossen 
Marktes; sie hatten aber keinen Landbesitz*). Stellenweise wohnten 
auch sonst die Juden dicht bei einander, hielten unter sich zu- 
sammen und lehnten sich an die arabischen Geschlechter nur an. 



1) BH.lSsqq. Agh. XIII 119,28— 122,27. Wüstenfeld a. 0. p. 35sq. 

2) BH. 14, 15 sqq. BQutaiba 310. Agh. II 176,18. Wustenfeld a. 0. p.34sq. 
2) so dass z. B. auch das Lob der mutigen Treue in den Versen des Harith 

auf die Juden bezogen werden müsste. 

*). Vaqidi p. 93 n. 3. Ehe Muhammad den grossen Markt einrichtete, war 
der Markt der Qainuqä', der etwas weiter östlich lag, der Markt von Medina. 



Medina vor dem Islam. 11 

Im Allgemeinen scheinen sie sich aber in einzelnen Familien unter 
den Aus und den Chazrag zerstreut und aufgelöst zu haben. Zwi- 
schen der blossen Anlehnung, eines ganzen Familienverbandes an 
einen anderen, und^der völligen Einordnung einer einzelnen Fa- 
milie in ein fremdes Geschlecht unterscheidet die arabische Sprache 
nicht. In der Sache besteht natürlich ein Unterschied, und er 
kommt auch formell dadurch zum Ausdruck, dass diejenigen jüdi- 
schen Sippen, die beim Übertritt in die Gemeinschaft der Araber 
einigermassen geschlossen blieben, ihre alten Gentilnamen beibe- 
hielten, wie die Banu Qainuqä und die Bann Fitjaun (BH. 379,9) 
oder ThaUaba b. Fitjaun, während hingegen die übrigen Juden poli- 
tisch nur noch den Namen des arabischen Geschlechtes zu tragen 
pflegten, dem sie sich angeschlossen hatten, z. B. die Juden der 
Banu Zuraiq, die Juden der Bariu Haritha (BH. 351 vgl. 341 sqq. 
Boch. III 13). Der Schutzgenosse verliert nemlich seinen eigenen 
Namen und wird nach seinem Schutzherrn genannt (Vaq. 217, 
6 sqq.). 

Wenn indessen die Erzählung über Malik b. alAglan angibt, 
es seien damals alle Juden zu Beisassen der Aus und der Chazrag 
herabgedrückt, so ist das ein Irrtum*). Zwei mächtige jüdische 
Geschlechter, die den fruchtbarsten Teil der Oase inne hatten, be- 
hielten ihren Landbesitz und ihre Autonomie unverkürzt. Es waren 
die Nadir und die Quraitza (zusammen Banu Darih genannt), die 
im Gebiet der Aus in der Alija wohnten, östlich von den Amr b. 
Auf und südlich von den Chatma, dem Kern der Ausallah. Sie 
traten erst kurz vor der Ankunft Muhammads in Medina in ein 
politisches Verhältnis zu den Aus, jedoch offenbar auf grund 
völliger Gleichberechtigung, zum Zweck der Bekämpfung gemein- 
samer Feinde. Bis dahin waren sie völlig selbständig und für sich 
geblieben. Die medinischen Gelehrten meinen, die Nadir und die 
Quraitza seien eine ganz andere später eingewanderte Schicht ge- 
wesen, als die übrigen Juden von Medina. Der Unterschied war 
aber in der Hauptsache ein politischer, und er erklärt sich am 
einfachsten auf die angegebene Weise. 

3, 
Ausser den Juden gab es in Medina auch noch Araber, die 
nicht zu den Aus und den Chazrag gehörten, sondern schon vor 

») Vgl. Agh. II 169, 15. 



12 Medina vor dem Islam. 

ihnen da gewesen waren. Es werden aufgezählt: die Banu 'IHar- 
niän von Jaman, die Banu Marthad und die Banu Naif von Balij, 
die Banu Mu'ävija von Sulaim ^), die Banu 'ISchatba von Ghassan 
(Agh. XIX 95, 13 sq.). Dazu kommen noch die Banu Ghu^aina 
von Balij (Wüstenfeld a. 0. p. 41), die Banu 'IGadhma und die 
Banu Näghi^a von Jaman (a. 0. p. 29. 31. 43), die Banu Tha'laba 
und die Banu Za'ura (Agh, XV 162, 16), die Gafna und alSchutaiba 
(BH. 343, 5 sqq.) von Ghassan '). 

Diese arabischen Geschlechter standen „in Gemeinschaft mit 
den Juden" (Agh. XIX 95, 13) und wurden zugleich mit diesen 
den Banu Qaila unterworfen. Noch in der Schlacht bei Buath 
nahmen sie Partei für die Sache der Juden (Agh. XV 162, 15. 
BAthir I 510, 21). Samhudi führt mehrere von ihnen in dem 
Verzeichnis der Juden auf (Wüstenfeld a. 0. p. 29 sqq.); in dem 
Staatsvertrage, den Muhammad zwischen den An^är und den Juden 
von Medina schloss (BH. 342 sqq.), bilden die Gafna und alSchu- 
taiba, wol auch die Tha'laba, einen Anhang (Bitäna) zu den Juden. 
Die Mu'avija, die Näghi^a, die Tha'Iaba, die Za'ura werden mit- 
unter einfach als Juden angesehen; bei den beiden letztgenannten 
Geschlechtern ist das sogar die Regel. Die Zaidallät und die Zuhra 
scheinen konstant für Juden zu gelten, obwol die heidnischen Na- 
men für arabischen Ursprung sprechen; wirklich jüdische Ge- 
schlechter würden sich doch wol nicht nach der Zuhra, der ara- 
bischen Venus, und erst recht nicht nach der Lät genannt haben. 

Man sieht, die Grenze schwankt. Manche arabische Ge- 
schlechter, die bei den Juden wohnten, wurden mehr oder weniger 



Der Aussprache der Namen Harm an und Naif bin ich nicht sicher. 
Es gab mehrere Muävija, unter den Amr b. Auf, unter den Ausallah, unter 
den Naggär (letztere = Gadila). Ob die Muävija von Sulaim mit einer von 
diesen drei Sippen zusammenhangen, weiss ich nicht. 

2) Schatba und Schutaiba ist das selbe. An der Richtigkeit der Form ist 
nicht zu zweifeln; ein Schreibfehler ist Schatzijja (Agh. XIX 95, 15. Wüsten- 
feld a. 0. p. 50). Schatba und Tha'laba stammen von Gafna; vgl. Nöldeke, 
die Ghassanidi sehen Fürsten (Berlin 1887) p. 62. — Ausser diesen seit alters 
in Medina heimischen Geschlechtern gab es dort natürlich auch arabische Bei- 
sassen jüngerer Herkunft, die erst nach der Niederlassung der Banu QailgJ ge- 
kommen waren; das sind aber gewöhnlich einzelne Familien, namentlich von 
Balij. Uralte ausgestorbene Geschlechter mythischen oder halbmythischen 
Wesens werden bei Wüstenfeld a. 0. p. 26 aufgezählt. Bemerkenswert ist 
darunter der Name Matar-il, der mit Matar wechselt. 



Medina vor dem Islam. 13 

judaisirt, manche jüdische Geschlechter Haren arabischen Ursprungs. 
Die Juden machten gern Proselyten, Samuel b. Adija war Ghassa- 
nit^), Ka'b b. alAschraf wenigstens von Vaters seite Täit; nach 
Bakri p. 21 waren einige der Balij in der Gegend von Talma zum 
Judentume übergetreten^). Bei Jaqubi II 49. 52 heisst es sogar, 
dass auch die Nadir und die Quraitza nicht jüdischen Blutes ge- 
v^esen, sondern von Gudhäm, einem unter den Qudäa wohnhaften 
Stamme, hergekommen seien ^). Wenn das richtig wäre, wie Nöl- 
deke meint, so hätte es in Medina überhaupt keine wirklichen 
Juden gegeben, wenigstens keine jüdischen Geschlechter. Aber das 
ist unwahrscheinlich und widerspricht der gesamten übrigen Tra- 
dition sowie der Anschauung des Quräns. Was sich aus den sehr 
eingehenden Angaben der anderweitigen Tradition ergibt, ist viel 
wahrscheinlicher,^ dass nämlich ein original -jüdischer Stock dage- 
wesen ist, dem sich arabische Geschlechter angeschlossen haben, 
und dass zu diesem Stocke namentlich die Nadir und die Quraitza 
gehört haben, die manchmal als pars pro toto stehen. 

Es besteht zwar eine grosse Ähnlichkeit der arabischen Juden 
mit den richtigen Arabern; sie zeigt sich am meisten in den Na- 
men der jüdischen Familien und Geschlechter und in der Organi- 
sation des Gemeinschaftsverbandes, der in den Namen zum Aus- 
druck kommt*). Aber neben der Ähnlichkeit, die sich aus der 
bekannten Anpassungsfähigkeit der Juden erklären lässt, besteht 
doch auch ein Unterschied, der nicht bloss auf der Religion be- 
ruhte. Schon in der Sprache machte er sich bemerklich. Die Ju- 
den redeten unter sich ein Kauderwelsch, welches die Araber nicht 
ohne weiteres verstanden. Sie werden hebräische Worte beige- 
mischt haben; die hebräische Schriftgelehrsamkeit, einerlei wie be- 



1) Vgl. Wüstenfeld Tabellen 12,24. 

2) Nöldeke DMZ 1887 p. 720 sq. Nöldeke verweist noch auf die jüdische 
Propaganda in Jaman, in Abessinien, und bei den Chazaren. Vgl. Sur. 2, 73: 
minhum ummijjüna. 

^ Jaqubi ist zwar über die Verhältnisse des alten Medina schlecht unter- 
richtet; indessen verdient eine einzelne positive Notiz jedenfalls sorgfältige 
Prüfung. 

*) Ein umfassender Stammbaum der Juden ist allerdings nie entworfen, 
nicht allein weil das Interesse, sondern auch weil die Möglichkeit fehlte. Einige 
genealogische Ansätze finden sich, z. ß. bei den Nadir und Quraitza-, aber da 
hat man wol systematisirende Fiktion vor sich. 



14 Medina vor dem Islam. 

schaffen, blühte in ihren Spulen *). Weit mehr als in der Sprache 
tritt der Unterschied in der ältereii und höheren Kultur der Juden 
hervor. Im Acker- und Gartenbau waren sie die Lehrmeister der 
Araber; von ihnen gingen die Schlösser, die Saatfelder, die Palmen- 
pflanzungen auf die Araber über; noch zur Zeit Muhammads waren 
sie, wie es scheint, besser mit Gerät ausgerüstet und eifriger in 
der Arbeit als die Mediner'). Von Handwerken betrieben sie, echt 
jüdisch, vorzugsweise die Goldschmiedekunst; die Qainuqä waren 
eine Zunft von Goldschmieden *), des jüdischen Goldschmieds von 
Fadak Töchterlein heiratete den König von Hira. Dass sie auch 
handelten, namentlich mit Wein, Korn und Datteln an die Be- 
duinen, wird öfters berichtet; sie standen in dem Rufe, dass ihnen 
der Schacher und der Wucher im Blute lagen. Wer Geld, Waffen, 
Juwelen, Hochzeitsschmuck leihen wollte, lieh es von den Juden; 
sie hatten von Allem aufgespeicherte Vorräte. Sie zehrten, geistig 
und leiblich, von altem Erwerb; ihnen gegenüber waren die Araber 
arme Schlucker, die in jeder Hinsicht von der Hand in den Mund 
lebten. Die Araber beneideten sie wegen ihres Reichtums, sie 
staunten sie an als Leute des Buchs, als Erben des Ertrags einer 
langen Geschichte, sie kamen sich ihnen gegenüber wie unerfahrene 
Neulinge vor. Aber sie sahen sie doch nicht für voll an; sie 
fühlten sich befremdet durch ihr unarabisches Benehmen. Fast 
überall wo Juden vorkommen, wird ihr auffälliges Wesen und Ge- 
bahren bemerkt: ihre Spott- und Disputirsucht, ihr Schreien und 
Zetern, ihr Mangel an Gemeinsinn und Unterordnung, ihre Vor- 
liebe für heimliche Künste, Gift, Zauber, Fluch, ihre Abneigung 
gegen offenes Dreinschlagen, ihr Bangen vor der Gefahr, und bei 



^) Abdallah b. Atiq verstand jüdisch zu kaudem Q^j) und benutzte das 
bei der Ermordung des Abu Räfi^ um sich einzuschleichen (Vaq. 170). Zahl- 
reiche Rabbiner werden aufgeführt bei BH. 351 sqq. Viele jüdische Wörter 
sind in die Sprache des Islam aufgenommen, schon von Muhammad selber, 
dann namentlich von Ibn Abbas und seinen Nachfolgern, Merkwürdig y^r\ 
Boch. I 17. IV 47. 182. 

2) Vaq. 192: man lieh von den Quraitza Schaufeln, Picken und Körbe 
(Doughty II 97); p. 267: des Morgens früh wollten die Juden von Chaibar 
mit Schaufeln, Hacken und Körben an ihre Arbeit gehen; p. 198: jeder Jude 
pflegte immer ein Beil mit sich zu führen (gewiss nicht die Schaufel Deut. 
23, 14). 

3) Ihr Name weist vielleicht auf ihr Gewerbe hin. 



Medina vor dem Islam. 15 

alle dem ihr eigensinniges Festhalten an ihrem Glauben*). Das 
Befremdende lag offenbar nicht bloss in der Religion der Juden; 
den arabischen Christen, die eben nur durch ihre Religion sich 
von den übrigen Arabern unterschieden, werden nie ähnliche Vor- 
würfe gemacht, ihr Benehmen gibt überhaupt keinen Anlass zu 
Bemerkungen. Die arabischen Christen waren eben mindestens so 
sehr Araber wie Christen; als das arabische Nationalbewusstsein 
durch den Islam erwachte, wurden auch sie binnen kurzem mit 
fortgerissen. Von den Juden, speziell von denen in Medina, hören 
wir, dass ihre Messiashoffnung eine araberfeindliche Tendenz ge- 
habt habe. Sie fühlten sich gar nicht als Araber. Diejenigen, die 
unter den Aus und Chazrag wohnten und politisch sich ihnen an- 
geschlossen hatten, grösstenteils arabischer Herkunft, traten 
allerdings der muslimischen Gemeinde bei und verschwanden nach 
und nach im Islam, wenngleich sie nicht gezwungen wurden ihren 
Glauben aufzugeben. Aber die kompakteren Judenschaften, in Me- 
dina so gut wie in Chaibar und Vadilqura, Hessen sich eher hin- 
richten und austreiben, als dass sie Muslime und Araber geworden 
wären. Bei den Nadir und den Quraitza scheint auch der Name 
alKähinän darauf hinzuweisen, dass sie aus echtem jüdischen Ge- 
blüte waren. Wenn Jaqubi angibt, sie seien von Gudham, so 
könnte man mit dem gleichen Rechte sagen, die Chajäbira ge- 
hörten zu Ghatafan (Vaq. 265). Vgl. Agh. VII 101, 19. 

4. 
Durch die Juden, die unter ihnen wohnten, durch die christ- 
lichen Araberstämme, die ihnen benachbart und zum teil verwandt 
waren, wurden die Anpär mit der monotheistischen Religion be- 
kannt und für den Islam präparirt. Mit wunderbarer Schnellig- 
keit verbreitete sich der Islam bei ihnen; noch ehe der Prophet 
selber kam, waren sie schon fast alle für seine Lehre gewonnen. 
Wenn er bei ihnen Widerstand fand, so war es kein religiöser, 
sondern ein politischer; sie weinten um die alte Freiheit, nicht 



^) Vgl, die Erzählungen über die Austreibung der Qainuqä und der Na- 
dir, über den Grabenkrieg und die Hinrichtung der Quraitza, über die Er- 
oberung von Chaibar etc. Ferner Sure 2,96, Urva (ed. Nöldeke) 13,1 und 
Agh. XIX 97,22: „Die Juden wehren sich mit ihrem Verfluchen, wie die Esel 
mit ihrem Hamspritzen; was kümmert es mich, dass sie fluchen, da doch die Ge- 
schicke Demütigung über sie bringen." Eigentümlich ist der Vorwurf Sur. 2,90. 



16 Medina vor dem Islam. 

um die alten Götter. Die .waren ihnen offenbar längst ganz gleich- 
giltig, weit gleichgiltiger z. B. als den Quraisch*). Einzelne von 
ihnen hatten schon vor dem Islam dem Götzendienst entsagt. Sie 
nahmen dann aber weder das Judentum noch das Christentum an, 
sondern eine Art Abstractum von beiden, ohne Form und ohne her- 
vortretende Schärfe gegen die angestammte Religion, welche letz- 
tere mit dem Namen und Begriffe Allah auch einen Beitrag zu der 
neutralen Mischung lieferte. Die praktische Hauptsache war, dass 
diese Hanifen, wie man sie zu nennen pflegt, sich überhaupt re- 
ligiöse Gedanken machten und sich Mühe gaben in das richtige 
Verhältnis zur Gottheit zu kommen; damit waren sie über das 
Heidentum hinaus, wo die Religion angeerbt und selbstverständlich 
ist, nicht Sache des Nachdenkens und des Gewissens. Es werden 
uns besonders zwei Namen genannt: Abu Qais b. Abi Anas von 
den chazragitischen Naggär (BH. 348 sqq.) und Abu Amir alRahib 
(d. h. der Ascet) von den ausitischen Ausallah. Der letztere nahm 
eine hervorragende Stellung unter den Seinen ein. Er war, zu- 
sammen mit Abu Qais b. alAslat, der Führer der Ausallah in der 
Schlacht von Buäth und verschwägert mit Ibn Ubaij, dem vor- 
nehmsten Manne der Chazrag. Hernach verliess er Medina und 
ging nach Mekka, aus Eifersucht und Hass gegen Muhammad. Von 
der selben Stimmung gegen den Propheten war auch der andere 
Führer der Ausallah beseelt, Abu Qais b. alAslat *); diese beiden 
werden es schuld haben, dass die Ausallah der neuen Ordnung der 
Dinge in Medina am längsten widerstrebten. Es ist sonderbar, 



^) BH. 303 sq. 335. Die Hauptgottheit der Mediner war Manät, nach der 
die Aus (= Aus Manät) sich nannten. Die Hau{>tgruppe der Chazrag, die 
Naggär, nannte sich nach der Lät, Taim alLät. 

2) Von ihm werden folgende Verse angeführt, bei BH. 293, Jaq. II 110: 
„0 Herr der Menschen, Dinge sind eingetreten, deren Schweres verwickelt ist 
mit Leichtem. Herr der Menschen, wenn wir irre gehen, so leite uns gnädig 
zum guten Wege. Wäre nicht unser Herr, so wären wir Juden, die Religion 
der Juden ist keine mystische; und wäre nicht unser Herr, so wären wir 
Christen wie die Mönche auf dem Gebirge Galiläas. Aber uns ist nun einmal 
die hanifische Religion anerschaffen, von je her; wir treiben die Opfertiere 
(zur Opferstätte), die folgsam sich schleppen, in Decken, welche die Schultern 
bloss lassen.'' Sind die Verse unecht, so reichen sie doch hin zu beweisen, 
dass Abu Qais für einen Hanif galt. Der neu eingetretene Zustand, der ein 
doppeltes Gesicht hat, ist der Islam. Die hanifische Religion konnte allerdings 
hier die heidnische Religion bedeuten. 



Medina vor dem Islam. 17 

dass auch Umajja b. Abi 'l^alt, der Hanif von Täif, nichts von 
Muhammad wissen wollte; es ist aber doch erklärlich, dass grade 
solche Männer, die noch vor Muhammad oder doch unabhängig 
von ihm zum „Glauben" gekommen waren, sein Propheten tum 
nicht anerkennen mochten. Von Mekka aus setzte Abu Amir 
seine Einwirkung auf die Ausallah fort. Er glaubte ihrer sicher 
zu sein, als er im Heere der Quraisch den ühudfeldzug mitmachte; 
aber die Erwartung, dass sie auf seine AuiForderung sofort Mu- 
hammad verlassen und zu ihm übergehen würden, täuschte ihn. 
Trotzdem war es mit seinem Einfluss in Medina nicht aus ^). Noch 
zur Zeit des Feldzuges von Tabuk waren seine heimlichen An- 
hänger, die sich allerdings hinter der Maske des Islams verbargen, 
unter den Ausallah und den benachbarten Amr b. Auf ziemlich 
zahlreich; sie wollten damals bekanntlich eine Moschee für ihn 
bauen und waren nahe daran, die Autorisation Muhammads dafür 
zu erlangen, natürlich unter falschem Verwände. Es scheint, dass 
damals Abu Amir wieder in Medina wohnte. Aber zuletzt soll er 
in der Fremde gestorben sein. Die Tatsache, dass es eine hani- 
fische Gemeinde in Medina gab, die nur scheinbar dem Islam sich 
fügte, ist interessant. 



In einem alten Verse werden die Medinenser schimpfender 
weise „Nabatäer von Jathrib" genannt (Agh. XIII 120,6). Sie 
führten kein freies Leben wie die richtigen Araber, sondern waren 
an die Scholle gebunden, zogen vorzugsweise Datteln, daneben 
Gerste und allerhand Gemüse. Aber obgleich Bauern hatten sie 
doch durchaus die Ge^ghlechtsverfassung der nomadischen Araber 
beibehalten. Die lokalen Verbände waren zugleich Blutsverbände, 
daher die Ortsnamen sehr häufig Geschlechtsnamen ^). Die kleinste 

') Vaqidi (p. 190) nennt Abu Amir mit unter den Männern von Ausallah, 
die zusammen mit einigen vornehmen Juden das Bündnis der Quraisch mit 
den Ghatafan und den Sulaim und den Grabenfeldzug gegen Medina betrieben 
und zu stände brachten. Bei BH. 391 steht freilich Abu Araraar statt Abu 
Amir; in der alten Orthographie wurde Amir und Aramar Übereins geschrie- 
ben. Die Nachricht Vaq. 161, Abu Amir habe sich vom Ilanifentum abgewandt, 
ist falsch. 

^ Zuhra ist ursprünglich kein Dorf, sondern ein Geschlecht. „Banu 
Ubaid" wird im Hadith sehr oft als Ortsbezeichnung gebraucht: auch die an- 

Wellhauseu, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 2 



18 Medina 'vor dem Islam. 

politische Einheit war die Dar. Das Wort wird öfters sehr irre- 
führend mit Haus wiedergegeben, es bedeutet stets einen Komplex 
zusammengehöriger Wohnungen. Es ist Gehöft und Sippe zugleich. 
Die Dar umfasst Palmenpflanzungen und Gärten, welche wol Ge- 
samteigentum der Sippe waren*). Es gab aber auch andere Pflan- 
zungen, die weiter entfernt von den Wohnungen der Besitzer in 
besonderen Umzäunungen lagen (häit, hadiqa). Diese für sich 
belegenen Palmgärten heissen mal und sind Privatbesitz'). 

In der Dar hat jede Einzelfamilie (ahl bait) ihr besonderes 
Haus oder richtiger ihre Hütte. Denn es sind elende Lehmbauten, 
an denen nur das Holz Wert hat; man bricht sie ab, lädt die 
Balken auf Kamele und baut sie anderswo wieder auf (Vaq. 164. 
BH. 653). Die Einzelfamilie ist der Sippe vollkommen unterge- 
ordnet. Das Gehöft der Sippe ist unantastbar und heilig für die 
Stammgenossen; bei inneren Fehden der Geschlechter hat die Ver- 
folgung ein Ende, sobald die Flüchtigen in ihre Dar gelangen'). 



deren Geschlechtsnamen dienen so. Als später die Geschlechter verschwanden, 
erhielten sich ihre Namen für die Quartiere und Strassen, wo sie einst ge- 
wohnt hatten (z. B. alHarith). Umgekehrt sind Gentilnamen wie Ga'ädira, Qa- 
väqila wahrscheinlich von Ortsnamen abgeleitet (Samhudi fol. 46 b. 47»). 

^) Mit dar ziemlich gleichbedeutend scheint ma'qil zu sein (Agh. II177, 
12. XV 162,19). Die Deutung „Palmen« (Agh. II 177,13) will bloss die Koor- 
dination daruhu vauia'qiluhu rechtfertigen und unterscheidet zu diesem 
Zweck dar als die Wohnungen und ma*qil als die Pflanzungen des Gehöftes. 
Mail lernt daraus nur, dass beides im Gehöft vereinigt ist. — Ob dar ur- 
sprünglich den Wohnort oder die zusammenlebenden Menschen bezeichnet, 
lässt sich schwer entscheiden. 

2) Vgl. die Beschreibung der gegenwärtigen Verhältnisse in den Vor- 
städten bei Burckhardt, Reisen in Arabien (Weimar 1830) p. 495. ,Der 
grössere Teil der Vorstädte besteht aus grossen Höfen, mit niederen Woh- 
nungen, die rings um dieselben im Erdgeseboss angebracht und von einander 
durch Gärten und Pflanzungen getrennt sind. Diese heissen hosch (pl. hi- 
schän) und sind von den unteren Klassen der Stadt, den Beduinen, welche 
sich hier ansiedelten, und allen den Ackertreibenden bewohnt. Jedes Hosch 
zählt etwa 30 — 40 Familien; so bilden sie ebenso viele kleine Dörfer, welche 
zu Zeiten einer wankenden Regierung unter sich in verzweifelte Fehden ver- 
wickelt waren. Das Vieh wird mitten im Hof gehalten; in jedem derselben 
ist ein grosser Brunnen; der einzige Eingang wird regelmässig nachts ge- 
schlossen." 

3) Auch in Mekka ist das Gehöft heilig BH. 803,19. 20. Vgl. BH. 815, 8 sq. 
BAthir 11428,10. IIl 199. 209. 242 sq. 303. 319. 322. 



Medina vor dem Islam. 19 

Die Gehöfte sind zwar irgendwie abgeschlossen, aber sie sind nicht 
befestigt. Es gibt indessen feste Häuser in grosser Anzahl, in denen 
man Weib und Kind, Hab und Gut birgt, wenn sie innerhalb der 
Dar nicht sicher sind. Sie heissen ütm, liegen der Regel nach 
nicht innerhalb der Dar und sind für gewöhnlich unbewohnt; sie 
gehören zum teil den Geschlechtern, zum teil befinden sie sich im 
Privatbesitz^). Es gibt auch Hallen (saqifa), auf freien Plätzen, 
die zu Zusammenkünften benutzt zu werden pflegen; aber nur 
wenige ^). 

Mehrere Sippen bilden ein Geschlecht, mehrere Geschlechter 
eine Gruppe, mehrere Gruppen einen Stamm. Auch bei den 
höheren Stufen geht örtliche und verwandtschaftliche Zusammen- 
gehörigkeit parallel. Stämme nenne ich die Aus und die Chazrag; 
Gmppen z. B. der Aus die Amr b. Auf, die Ausallah, und die 
Nabit; Geschlechter z. B. der Nabit die Haritha, die Abdalaschhal, 
und die Tzafar. Die arabische Terminologie ist in diesem Punkte 
keineswegs fest ausgebildet. Die Grösse der in gegliederter Subor- 
dination zusammengefassten Einheiten schwankt auf jeder Stufe; es 
gibt kein Mass und keine Zahl für den annähernd notwendigen 
Umfang einer Gruppe oder eines Geschlechtes. Die Spaltung, die 
Filiation, kann eventuell noch weiter gehen — eventuell kann sie 
auch früher aufhören. Grosse Geschlechter zerfallen in Teilge- 
schlechter und dann erst in Sippen, ein kleines Geschlecht dagegen 
umfasst vielleicht nur eine einzige Dar. Der Fall ist häufig, dass 
aller Saft in einen Ast schiesst und die gleichstufigen Zweige des 
Stammes wie abgestorben sind. 

Von Ämtern und städtischer Verfassung, von Obrigkeit und 
höherer Gewalt, die ihre Hand über dem Ganzen hielt und das 
Recht erzwingen konnte, war in Medina keine Rede. Die Autorität 
die vorhanden war beruhte auf Pietät, oder auf freier Anerkennung 
der Überlegenheit eines Mannes durch die öffentliche Meinung. Das 
politische Schwergewicht lag in den kleinsten Verbänden, die ein- 
zige wirklich ganz feste Einheit war die Dar. Da gilt ein Wille 
und keine Zwietracht kommt auf, sogar der Besitz ist zum grossen 
teil gemeinschaftlich. Auch das Geschlecht hält noch Friede und 
Gemeinschaft unter seinen Angehörigen aufrecht. Weit loser ist 



*) Ebenso war die Befestigungsart von Chaibar (Vaq. 2G7 sqq.). 
'^) Ausser der Halle der Siiida kenne ich nur eine Halle der Suräqa. 

2* 



20 Medina vor dem Islam. 

schon der Verband der Gruppe, die dazu gehörigen Geschlechter 
haben sehr wenige gemeinsame Angelegenheiten ^). Es gibt z. B. 
kein Gericht über der Gruppe; sobald Personen aus verwandten 
Geschlechtern in Streit geraten, fangen internationale Verhandlungen 
an. Je höher hinauf, desto machtloser werden die Autoritäten, 
wenn überhaupt welche da sind. Das Ansehen eines Geschlechts- 
hauptes verbreitet sich zwar häufig über die Gruppe; die Aner- 
kennung, durch die er zunächst in der öiFentlichen Meinung seines 
eigenen Geschlechtes zu seiner Ehrenstellung prädestinirt worden 
ist, kann über weitere Kreise ausgreifen; sicher ist er aber immer 
nur seiner nächsten Sippen. Nur bei ausserordentlichen Gelegen- 
heiten kommt es vor, dass sich verschiedene Gruppen der Führung 
eines einzigen Mannes unterwerfen, dessen Einfluss dann auch nach 
gehobener Gefahr nachwirkt. Wenn die Sage von Königen in Me- 
dina redet, so sind solche Männer gemeint; denn dass es wirkliche 
Könige nicht gegeben hat, ergibt sich, abgesehen von allem an- 
deren, aus dem schon oben angeführten gegen die Autorität des 
Propheten gerichteten Verse des Abu Afak: hättet ihr die Herr- 
schaft und das Königtum anerkennen wollen, so hättet ihr nicht 
gegen den Tubba zu kämpfen brauchen. 

Unter solchen Umständen hängt alles ab von der Kraft, Ein- 
sicht und Aufopferungsfähigkeit der Geschlechtshäupter. Wenn 
diese Gemeinsinn haben, so lässt sich auch ohne eigentliche poli- 
tische Organisation leben, wie das Beispiel Mekka's zeigt, wo die 
Geschlechter ebenfalls autonom und keinem Zwange einer höheren 
Einheit unterworfen waren. In Mekka hatte man jedoch zweierlei 
vor Medina voraus, das Heiligtum und den Handel. Der Handel, 
der durch das vielbesuchte Heiligtum angeregt und beschützt wurde, 
war in Mekka wie überall die Vorschule der Politik. Er bewirkte 
eine gewisse Fernsicht und, da er associativ betreten wurde, eine 
gewisse Solidarität des Interesses, ausserdem ein Zutrauen zu der 
anerkannten Überlegenheit der grossen Kaufleute, in deren Hand 
die Leitung eines Unternehmens gelegt werden musste, wenn auch 
viele andere dabei eingesetzt hatten (Sur. 106). Diesen grossen 
Kaufleuten fiel nun die politische Führung gleichfalls zu, da der 



Nach Muhammads Gemeindeordnung hat allerdings die Gruppe für das 
Wergeid aufzukommen, während die Zahlung des Lösegelds Sache der Sippe 
oder des Geschlechtes ist (BH. 341). 



Medina vor dem Islam. 21 

Handel die gemeinsame Hauptangelegenheit der Stadt war. For- 
mell gab es auch in Mekka keine städtischen Behörden — nur be- 
deutungslose Ehrenämter — , tatsächlich herrschte eine Oligarchie. 
Die angesehensten Männer der verschiedenen Geschlechter hielten 
zusammen, und wenn ihnen auch keine Gewaltmittel zu Gebote 
standen, so ersieht man doch aus der Geschichte Muhammads, 
welchen moralischen Druck sie ausüben konnten auf Elemente, die 
der Gemeinschaft widerstrebten. 

Die Medinenser aber waren Ackerbürger, und der Landbau, 
in kleinem Stil, unter notdürftigen Verhältnissen, ist der politischen 
Entwicklung lange nicht so günstig wie der Handel. Die Quartiere, 
in denen sie sich angesiedelt hatten, lagen zerstreut über eine weite 
Fläche, sie konnten für lauter selbständige Orte gelten. Der Zwang 
des Zusammenwohnens war noch nicht gross genug, um seine heil- 
same Wirkung auszuüben; bei geringfügigem Anlass verliess ein 
Geschlecht sein altes Quartier und siedelte sich an einer anderen 
Stelle an, wenngleich immer innerhalb des Tales zwischen den 
beiden Harra. Anbaufähiges Land gab es dort noch genügt),, und 
die Hütten, in denen man wohnte, waren ebenso leicht aufgebaut 
wie abgerissen. Das Nomadentum scheint den alten Medinensern 
noch etwas in den Gliedern gesteckt zu haben. Aber die politischen 
Vorteile des Nomadentums hatten sie eingebüsst. Bei einem Be- 
duinenstamm führt die Auflösung in lauter autonome Gruppen nicht 
so leicht zu Kollisionen; die verwandten Gruppen, über einen wei- 
ten Raum zerstreut, können sich mit Leichtigkeit ausweichen; das 
Bedürfnis einer ordnenden Macht im Innern macht sich nicht so 
sehr geltend. Auf engem Räume dagegen treten die Schattenseiten 
der blossen Geschlechterkoordination, des Mangels an jeder Obrig- 
keit, ganz anders hervor; bei Bauern, die wirklichen, bestimmt 
begrenzten und wertvollen Besitz haben, ist die Anarchie viel ge- 
fährlicher. Ausserdem ist ein Beduinenstamm, der sich bei der 
Weide zerstreut, doch auf der Wanderung gezwungen sich wieder 
zu vereinigen; der Stamm wird dann ein Heer unter der Führung 
eines Befehlshabers. Diese regelmässig wiederkehrende Gelegenheit 
eines das Ganze zusammenfassenden Zwanges fiel in Medina fort; 



^) Die Gegend am Vadi Aqiq wurde erst unter den ümmajiden gründ- 
lich kultivirt, unter denen überhaupt der Anbau des anbaufähigen Landes in 
Arabien sehr grosse Fortschritte machte. 



22 Medina vor dem Islam. 

die Ansiedlung zerstreute den Stamm dauernd in Gehöfte, deren 
Insassen nie in einem Lager sich zusammenfanden und nie sich 
insgesamt einem einzigen Führer unterordneten^). Da nun auch 
überhaupt der Landbau das Bedürfnis nicht nahelegt, sich zusammen 
zu tun und gemeinschaftlich zu handeln, nicht so wie der Handel 
geeignet ist, den Gemeinsinn und die -Gewohnheit weitausschauen- 
der Erwägung der Folgen zu wecken, so war es um die politische 
Ordnung in Medina sehr schlecht bestellt. Ein Einvernehmen der 
Geschlechtshäupter, wie in Mßdina, existirte nicht; sie traten sehr 
selten vor den Riss, sondern waren meist bemüht ihn zu erweitern. 
Die Vorgeschichte Medina's besteht aus lauter inneren Kämpfen, 
die sich anfangs innerhalb gewisser Grenzen halten, zuletzt aber 
übergehen in einen die ganze Stadt zerreissenden Bruderkrieg der 
Aus und der Chazrag, welcher den Bewohnern am Ende die Un- 
möglichkeit der Anarchie so deutlich zu Gemüte führt, dass sie 
mit Freuden die Herrschaft eines Fremden sich gefallen lassen. 

6. 

Reibungen entstanden natürlich am leichtesten zwischen Nach- 
baren. Nichts häufiger als Zank und Streit zwischen Geschlechtern, 
die zu der selben Gruppe gehören; mit dem Ergebnis, dass der ge- 
kränkte Teil oder auch derjenige der den Frieden gestört hat aus- 
wandert und sich neue Sitze sucht. Die Überlieferung erzählt von 
diesen inneren Fehden vorzugsweise unter dem Gesichtspunkt der 
Secessionen, die sie in allen Fällen annimmt, wo blutsverwandte 
Geschlechter nicht bei einander wohnen. Sie statuirt einen ur- 
sprünglichen Gesamtsitz der Gruppe und berichtet, durch welchen 
Anlass dieser oder jener Teil von da fortgezogen (chrg) sei. Der 
Anlass ist manchmal Erbstreit, der dann eben geschlichtet wird 
durch Abtretung von Landbesitz und damit notgedrungen verbun- 
dener Secession seitens des schwächeren Teils. Aber auch als Sühne 
für Mord und Todschlag kommt häufig Landabtretung und Aus- 
wanderung seitens des schuldigen Geschlechts vor. Daran dass in 
den Erzählungen über solche Vorgänge die Kollectiva ganz wie Per- 
sonen behandelt werden, ist man aus der Bibel gewöhnt. 

Die zu den Chazrag gehörige zahlreiche Gruppe der Guscham 
zerfiel in zwei Hauptabteilungen, die Salima und Abdharitha. 



^) Ober die zerstreuende Wirkung der Ansiedlung auf ein eroberndes Heer 
vgl. Skizzen I 19. 



Medina vor dem Islam. 23 

Unter den Salima hatten die Ubaid im Vergleich zu ihrer Zahl 
eine zu grosse Flur, ihre Nachbaren, die Haräm, beanspruchten 
einen Teil davon 0. Darüber griffen die übaid zu den Waffen und 
wiesen die Haräm erfolgreich ab. Aber die Gesamtheit der Salima 
legte sich zu gunsten der Haram ins Mittel und zwang die Ubaid, 
ihnen einen Teil ihres Besitzes abzugeben^). In dieser Geschichte 
scheint die Vorschiebung des Gebiets der Salima nach Norden schon 
vorausgesetzt zu werden; dass dieselben jedenfalls schon vor der 
Higra bei der Nordecke von Medina an die Nabit stiessen, geht 
aus dem Berichte über den Tag von alRaU hervor. 

Bei den Abdharitha fanden ähnliche Vorgänge statt. Sie zer- 
fielen in die Unterabteilungen ßajäda, Zuraiq, Habib. Die Habib 
standen ursprünglich in näherer Beziehung zu den Zuraiq, gerieten 
dann aber in Feindschaft mit ihnen und verbündeten sich gegen 
sie mit den Bajäda. Die Zuraiq, der Übermacht weichend, ver- 
liessen ihr altes Quartier im Gebiete der Bajäda') und bauten sich 
in der Nähe an; die wenigen, die unter den Bajäda zurückblieben, 
wanderten noch vor dem Islam nach Syrien aus. Die Habib 
setzten trotzdem die Fehde fort, bis die ausgewanderten Zuraiq 
ihnen zur Komposition sogar einen Teil ihres neuen Quartiers ab- 
traten. Dahin siedelten nun einige Sippen der Habib über, ohne 
jedoch trotz diesem Wohnungswechsel ihren politischen Zusammen- 
hang mit den Bajäda aufzugeben. Erst als sie nach einer Weile 
eine Blutschuld gegen die Zuraiq auf sich geladen hatten, mussten 
sie sich zur Sühne dazu verstehen, sich von den Bajäda los zu 
sagen und mit den Zuraiq zu verbünden, ausserdem auch einen 
Teil ihres Besitzes den Zuraiq zurück zu geben*). 

In der Genealogie, so zu sagen auf dem Papiere, stehen den 
Abdharitha mehrere andere Abteilungen der Guscham (Malik b. 



^) Die Haräm werden repräsentirt durrch Ama, die Ubaid durch (Jachr. 

^ Wüstenfeld a. 0. p. 42. 43. Statt „Ama Hess ihn im Besitz der Grund- 
stücke die er ihm hatte abnehmen wollen" muss es heissen: „er nahm ihm 
die Grundstücke ab, die er ihm hatte abnehmen wollen". 

^) D. h. da wo zur Zeit des Erzählers ausschliesslich die Bajäda wohnten, 
wo aber ehedem auch die Zuraiq gewohnt hatten. 

*) Wüstenfeld a. 0. p. 44 sq. : leider ist dessen auszügliche Wiedergabe 
der Erzählung bei Samhudi hier wiederum gar nicht frei von Versehen, die 
so störend sind, dass sie das Verständnis des Zusammenhanges unmöglich 
machen. 



24 Medina vor dem Islam. 

Ghaflb) gleichstufig zur seite, die aber in historischer Zeit wenig 
mehr zu bedeuten hatten oder nur noch Namen waren, wie Ghu- 
dära, Lain, Agza'. Die Lain und Agza', heisst es, wohnten einst 
zusammen im Gebiete der Bajäda, gerieten aber mit einander in 
Streit um ein Erbe, d. h. um Landbesitz, und da sie ilm nicht 
schlichten konnten, forderten sie sich zu einem Massenduell her- 
aus, das in einem Garten der Bajäda („dem Garten des Todes") 
ausgefochten wurde: mit dem Erfolg, dass von den Agza' kein 
einziger, von den Lain nur zwei übrig blieben, die aber auch ohne 
Nachkommen verstarben. Kurz sie rieben sich einander auf und 
gingen, als Verbände, zu gründe. Vorher schon waren die Ghu- 
dara, wegen einer Blutfehde mit den Lain oder mit den Agza', in 
welcher die Bajäda Partei gegen sie nahmen, nach Qubä ausge- 
wandert und hatten sich dort an die Amr b. Auf angeschlossen, 
Chazragiten an Ausiten. Kurz vor dem Islam jedoch wanderten 
sie, wegen eines Streites, wieder zurück ; aber nicht zu den Bajäda, 
sondern zu denZuraiq'). Die Bajäda behaupteten also schliesslich 
allein das Gebiet, welches ursprünglich die sämtlichen Abdharitha 
oder vielmehr die sämtlichen Malik b. Ghadb besessen hatten; sie 
wuchsen ihren Brüdern völlig über den Kopf^). 

Von den übrigen Gruppen der Chazrag hören wir nichts ähn- 
liches; sie scheinen sich besser vertragen zu haben als die Guscham. 
Viel ärger jedenfalls waren die inneren Streitigkeiten und die dar- 
aus entstehenden Secessionen bei den Aus; daran liegt gewiss mit 
die Schuld, dass sie an Zahl und Macht herunterkamen und 
schliesslich nur mit grosser Mühe ihre Selbständigkeit gegenüber 
den Chazrag behaupten konnten. 

Die Aus hatten einst ebenso wie die Chazrag fünf Gruppen 
gebildet: alNabit, Amr b. Auf, Guscham, Murra-Ga'ädira, Mar'al- 
qais. In historischer Zeit gab es aber nur noch drei Gruppen: 
alNabit, Amr b. Auf, Ausallah. Die Ausallah waren zusammen- 
gefiUleno Trümmer der Guscham, Murra-Ga'ädira, und Mar'alqais; 
darum führten sie wol auch den Gemeinnamen des Stammes, al- 
Aus, Ausallah, Ausmanät. Sie hatten vier Geschlechter; die Chatma 
ontspraohon den Guscham, die Umajja und Väil den Murra-Ga'ädira, 

') Sie wurden zu den Zuraiq gerechnet. Ms Mahdi im Jahre 160 befahl, 
sie in die Matrikel der Bajäda einzutragen. Merkwürdige praktische Wirkung 
der Genealogfie! 

^ Wüstenfeld a. 0. p. 45 sq. 



Medina vor dem Islam. ' 25 

die Väqif den Mar'alqais ^). Einige Sippen der Mar'alqais jedoch, 
namentlich die Salm, hatten sich den Tha'laba von Amr b. Auf ^ 
angeschlossen, welche in der Mitte zwischen Ausallah und Amr b. 
Auf wohnten und eine Art Übergang zwischen den beiden Gruppen 
bildeten. Natürlich ist es bei dieser Zertrümmerung und Neubil- 
dung nicht ohne gewaltige innere Kämpfe abgegangen. Wir haben 
indessen nur noch über die Auflösung der Mar'alqais (alBurak) 
eine dunkle Kunde. Vaqif und alSalm, so heisst es, die Söhne 
des Mar'alqais, gerieten in Streit; Vaqif schlug dem Salm in das 
Auge und dieser schwur, nicht bei ihm wohnen bleiben zu wollen ; 
er begab sich zu den Amr b. Auf und seine Nachkommen wurden 
zu diesen gerechnet^). 

Umgekehrt trat ein Teil der Amr b. Auf über in das Gebiet, 
das einst den Mar'alqais gehört haben mochte, zwischen den spä- 
teren Ausallah und den Tzafar*). Es waren die Mu'avija b. Malik 
b. Auf, denen der bekannte Hätib angehörte. Sie scheinen sich 
mehr zu ihren Nachbaren, den Ausallah, als zu den Amr b. Auf 
gehalten zu haben: freilich war die Grenze zwischen diesen beiden 
Gruppen überhaupt etwas fliessend. Eine andere Auswanderung 
von den Amr b. Auf ging nach Westen. Die Gahgaba b. Kulfa 
mussten in folge von Mord und Todschlag, mit Darangabe ihres 
Landbesitzes als Sühne, aus Qubä weichen; sie siedelten sich west- 
lich davon in al'A^ba an und wurden dadurch die nächsten Nach- 
baren der Qaväqil von Auf b. alChazrag^). 

Die Chatma waren das Hauptgeschlecht, so dass gelegentlich auch ein 
Vaqifit Ghatmit genannt wird (BII. 178). 

'^ nicht zu verwechseln mit den judaisirten Tha*laba von Ghassän. In 
dem Verzeichnis der Badrkämpfer werden indessen diQ Ghanm b. alSalm b. 
Mar'alqais als eigenes Geschlecht angesehen und den ThaUaba beigeordnet. 

3) Wüstenfeld a. 0. p. 39. Vgl. auch Wüstenfelds Tabellen 13,22. 14,15 
unter Amrulqeis. 

*) In das selbe Gebiet, östlich von den Qainuqa und dem Baqi' alGharqad, 
drangen auch die chazragitischen Härith vor, deren zerstreute Ansiedlungen 
bis zur östlichen Harra reichten (alSunh). 

^) W^üstenfeld a. 0. p. 38 sq. Bei Samhudi fol. 45 b findet sich aus islami- 
scher Zeit folgendes freundnachbarliche Gespräch zwischen einem Gahgabiten 
und einem Mann von Qubä. „Weisst du, warum wir uns in aPA^ba ange- 
siedelt haben?" Nein. „Weil wir in der heidnischen Zeit einen von euch ge- 
tötet haben." Ich wollte, ihr hättet noch einen von uns getötet und wohntet 
dann jenseit des Air. (Der Berg *Air war die äusserste Grenze des Gebiets 
von Medina im Süden.) 



26 Medina vor dem Islam. 

Junger, bis nahe in die Zeit des Islams hinabreichend, sind 
die Fehden zwischen den drei Geschlechtern der Nabit, den Haritba, 
Abdalaschhal und Tzafar, die fast zur vollständigen Auflösung der 
Gruppe führten. Die Abdalaschhal, verbündet mit den Tzafar, fingen 
einen Streit mit den nördlich von ihnen wohnenden Häritha an, 
wahrscheinlich um ihnen Land abzunehmen. Die Haritha wehrten 
sie aber ab und erschlugen ihren Anführer, Simäk b. Räfi'. Die 
Abdalaschhal mussten ihrerseits ihr Gebiet räumen; geführt von 
Hudair, dem Sohne des erschlagenen Simäk, gingen sie zu einem 
befreundeten Beduinenstamm, den Sulaim'). Von diesen unter- 
stützt erneuerten sie dann den Kampf gegen die Haritha mit 
besserem Erfolge. Die Haritha wurden eingeschlossen, mussten 
sich ergeben und verdankten es nur dem Dazwischentreten der 
übrigen Aus, dass sie freien Abzug erhielten. Sie wanderten aus 
nach Chaibar, kehrten aber ebenfalls bald zurück, wahrscheinlich 
unterstützt von den Chazrag, auf deren Seite wir sie seitdem fin- 
den, obwol sie Ausiten waren ^). Das Blatt wandte sich nun wie- 
der gänzlich; die Abdalaschhal und die Tzafar, bedrängt durch die 
Chazrag, konnten sich nicht halten und mussten zeitweilig ihr Ge- 
biet räumen. Davon später. 

In der Genealogie spiegeln sich diese inneren Bewegungen ab. 
Die Genealogie gruppirt nach dem Princip der Verwandtschaft, 
aber die Ergebnisse, welche durch Störungen des Verwandtschafts- 
princips zu stände gekommen sind, die neuen Verbindungen, die 
durch Auflösung alter sich gebildet haben, werden sofort auch 
unter dem Bilde der Verwandtschaft dargestellt, weil alle Zusam- 
mengehörigkeit als Blutszusammengehörigkeit aufgefasst wird. Auf 
diese Weise findet sich Altes und Neues, Vergangenheit und Ge- 
genwart, friedlich, gleichsam auf einer Ebene, neben einander; die 



bezeugt durch die Verse des Sulaimiten Chufäf b. Nadba (Agh. XV 
165, 26 sqq.). 

2) Wüstenfeld a. 0. p. 37 sq., Vaqidi '299 n. 1. Dass die Haritha nur mit 
fremder Unterstützung zurückkehren konnten, versteht sich, und dass sie diese 
Unterstützung bei den Chazrag fanden, erhellt aus dem weiteren Verlauf der 
Dinge, wovon später (§ 8). In dem letzten grossen Kampf der Aus gegen die 
Chazrag schlössen sich die Haritha von ihren Brüdern aus und stellten den 
Chazrag Bürgen, dass sie nicht wider sie streiten wollten (Agh. XV 163, 26 sqq.). 
— Auch später nahmen die Haritha eine perfide Sonderstellung in Medina ein. 
Sie Hessen die Syrer ein in der Schlacht auf der Harra, BAthir IV 99, 18. 



Medina vor dem Islam. 27 

vertrockneten Äste bleiben stehen neben den jungen, die ihnen 
den Saft geraubt haben und an ihrer Stelle emporgeschossen sind. 
Die Genealogie ist ebenso sehr Historie als Statistik, sie berück- 
sichtigt ebensowol die Verhältnisse, die früher einmal bestanden 
haben, als die, welche gegenwärtig bestehen. Eine alte Gruppe, 
die längst zersplittert ist, steht als Einheit irgendwo auf höchster 
Stufe; in Geschlechter verteilt an den verschiedensten Stellen in 
viel niedrigerer Stufe. Wir haben das an dem Beispiel der Mar'al- 
qais gesehen; es ist aber viel öfters der Fall, als sich nachweisen 
lässt, wie die überaus häufigen identischen Gentilnameu mindestens 
sehr wahrscheinlich machen. Je genauer, desto komplexer und ver- 
worrener ist die Genealogie, weil dann die historischen Verände- 
rungen die stabile Form der Übersicht am meisten erschweren. Die 
der Anpär ist die genaueste von allen die wir haben, sie trägt am 
meisten historischen Charakter ^) ; eben darum ist sie auch die ver- 
wickeltste und widerspruchsvollste. Man kann sie ohne historischen 
Kommentar nicht verstehen; leider ist uns ein solcher nur sehr 
unvollständig überliefert. 



Von den häuslichen Streitigkeiten innerhalb des selben Stam- 
mes und der selben Gruppe wird der Kampf zwischen den beiden 
Stämmen der Aus und der Chazrag, der erst mit der Ankunft 
Muhammads in Medina endete, als ein wirklicher Krieg unter- 
schieden. Er soll hundert oder hundertundzwanzig Jahre gewährt 
haben. Wenn er indessen mit der Sumairfehde angefangen hat, so 
hat er nur halb so lange gedauert, da eine ganze Anzahl von Zeit- 
genossen des Malik b. alAglan und des Uhaiha b. alGuläh noch bis 
in den Islam hineinreichen^). Dazu kommt, dass der Tubba, der 



^) Die Ausallah werden von der Genealogie kaum anerkannt, und ebenso 
sind ihr gar manche andere sehr aktuelle Verbände gewissermassen noch nicht 
legitim genug. 

2) Amr b. Mar'alqais, der Grossvater des Ibn Raväha, Thabit b. alMundhir, 
der Vater Hassans, die beide in der Sumairfehde, die als Anfang des grossen 
Krieges betrachtet wird, Schiedsrichter waren (Agh. II 177, 16), Suvaid b. al- 
Qämit, der kurz vor der Higra ermordet wurde, Ka'b b. *A9im und sein Bru- 
der Amr (BH. 312) — um von Alidjalil b. Amr und Alqama b. *ülätha zu 
schweigen, deren Nennung offenbar auf Willkür und völliger Unkenntnis der 
Chronologie beruht (Agh. II 166, 30 sq.). Darauf, dass die Frau des Uhaiha b. 



28 Medina vor dem Islam. 

zur Zeit des Malik und des ühaiha Medina mit Heeresmacht über- 
zog, nicht vor der Mitte des sechsten Jahrhunderts angesetzt wer- 
den kann, wie wir früher gesehen haben. 

Die Tradition lässt den grossen Zwist in der Zeit ausbrechen, 
wo überhaupt ihre geschichtliche Erinnerung beginnt ^). Man kann 
aber sicher annehmen, dass vor diesem Termin das Verhältnis zwi- 
schen den Aus und den Chazrag schon genau ebenso gewesen ist 
wie nachher. So gut wie innerausitische und innerchazragitische 
Fehden, hat es seit je auch Fehden ausitischer gegen chazragitische 
Geschlechter gegeben; dazwischen besteht zunächst kein wesent- 
licher Unterschied. Mit der Sumairfehde, die allerdings sehr lange 
gedauert zu haben scheint, tritt nichts neues ein und ändert sich 
nichts. Auch diese und die folgenden Fehden sind partiell, wer- 
den nicht zwischen Gesamt-Aus und Gesamt-Chazrag geführt, son- 
dern zwischen jedesmal verschiedenen kleineren Parteien aus dem 
einen und dem anderen Stamme. Sie haben auch keine Kon- 
tinuität, sondern entstehen jedesmal aus neuen Anlässen^). Be- 
sonders gefährlich ist die Neigung, sich an Schutzfreunden und 
Gästen zu vergreifen. Es wird immer als eine Art Herausforderung 
angesehen, wenn ein mächtiger Mann einem Fremden durch seine 
blosse Erklärung Rechte verleihen will, die sonst nur die Geburt 
und die Verwaudschaft verleiht. In Kreisen, die ihm nicht unter- 
geben sind, fühlt man sich dann gereizt, gegen dergleichen An- 
sprüche mit der Tat zu protestiren und dem Fremden seine recht- 
liche Stellung in Medina dadurch klar zu machen, dass man ihn 
mishandelt oder tot schlägt. Um so eifersüchtiger aber tritt für 
ihn der Schutzherr ein, denn seine eigene Ehre ist auf dem Spiele, 
er fühlt sich persönlicher beleidigt durch den Frevel gegen einen 
von ihm eingeführten Fremdling als durch den Frevel gegen einen 

alGulah die Mutter des Abdalmuttalib gewesen sei (Agh. XIII 124,8) gebe ich 
gar nichts — Salma kann jede heissen. 

^) Anhaltspunkte der Überlieferung sind die Verse der sehr zahlreichen 
Dichter von ßu'äth, die auch auf die früheren Kämpfe Bezug nahmen: Qais 
b. alChatira, Hassan b. Thäbit, Übaid b. Näqid, Ibn Fushum, Ibn Raväha. Vgl. 
über die Popularität der Lieder von Bu'äth noch zur Zeit des Islams Boch. I 
22b. II 126.274. III 9,20. 

2) Für Beweise und Beispiele verweise ich auf die Texte in den Beilagen. 
Es werden bald mehr, bald weniger (wahrscheinlich immer viel zu wenig) 
Fehden aufgezählt, und auch die Reihenfolge ist verschieden. Vgl. Jaqubi II 
36 sq. BAthir I 492 sqq. Wüstenfeld a. 0. p. 50. 



Medina vor dem Islam. 29 

Geschlechtsverwandten, wodurch das ganze Geschlecht ebenso be- 
troffen wird wie er selber. Eine andere Gelegenheit, die leicht zu 
Konflikten führt, ist die Verheiratung einer Frau in ein fremdes 
Geschlecht, wenn sie im Herzen dabei auf seiteu ihrer Blutsver- 
wandten bleibt. Ähnlich gibt das Durcheinandergehen der Grund- 
stücke von Angehörigen verschiedener Stämme erklärlichen Anlass 
zu Reibungen. Ein Tzafarit geht über das Besitztum eines Nagga- 
riten, um zu seinem eigenen zu gelangen; der Naggarit wird böse 
und will es nicht leiden, da schlägt jener ihn tot. Das Ende vom 
Streit der Einzelnen, wenn Blut dabei geflossen ist, ist gewöhnlich 
eine Fehde zwischen den betreffenden Geschlechtern. Diese hält 
sich aber, wie das Duell, innerhalb bestimmter Grenzen, sie findet 
ihre Schranke an dem Bewusstsein der verwandtschaftlichen Zu- 
sammengehörigkeit aller Geschlechter der Banu Qaila. Wenn er 
zuvor angesagt ist und wenn gewisse Grundsätze gegenseitiger 
Schonung dabei respektirt werden, so gilt der häusliche Krieg für 
loyal und in der Ordnung; rücksichtslos darf er aber nicht geführt 
werden, das würde Bruch der Verwandtschaft sein, das schlimmste 
aller Verbrechen. „Kämpft gegen eure Brüder wie sonst, so dass 
ihr von ihnen ablasst, wenn sie den Rücken wenden, und sie von 
euch ablassen, wenn ihr in das nächste Haus eintretet" — rät 
Ibn Ubaij vor der Schlacht von Bu'äth. Der Feind darf nicht in 
seine Gehöfte hinein verfolgt werden und seine Palmen dürfen 
nicht abgehauen und verbrannt werden — das ist der wichtigste 
Artikel des häuslichen Kriegsrechts. Es kommt vor, dass sobald 
die gekränkte Partei so viel Blut vergossen hat, wie sie zu fordern 
hat, sie sich zur Flucht wendet. In den meisten Fällen wird nach 
einem blutigen Zusammentreffen sofort wieder Friede geschlossen, 
dadurch dass die Blutrechnung aufgestellt und beglichen wird. Die 
Partei, die nur drei Tote hat, muss der, die fünf Tote hat, das 
Wergeid für •zwei Männer in Kamelen herauszahlen. Während die 
innerchazragitischen und die innerausitischen Fehden sehr oft mit 
LandabtretuDgen und Secessionen seitens des unterliegenden Teiles 
endigen, ist das bezeichnender weise bei den Fehden zwischen Chaz- 
ragiten und Ausiten nicht der FalP). 

Die Komposition kommt gewöhnlich zu stände durch Vermitt- 



') mit Ausnahme des letzten Krieges zwischen den Aus und Chazrag, wo 
auch das Stammgebiet nicht mehr intakt gelassen wird. 



30 Medina vor dem Islam. 

lung eines unparteiischen Geschlechtes, welches zuweilen selbst, 
wenigstens teilweise, die Zahlung der Sühne auf sich nimmt. Hier- 
durch wird es besonders deutlich, dass der Riss nicht durch das 
Ganze geht. Die Überlieferung ist immer geneigt sich allgemein 
auszudrücken, sie redet gleich von den Aus und den Chazrag, wo 
es sich in Wirklichkeit nur etwa um die Gahgaba und die Qaväqil 
handelt, sie ernennt für alle Katzbalgereien immer die selben be- 
rühmten Anführer gleichsam als Generalissimi, sie überschätzt bei 
weitem die innere Solidarität jedes der beiden Stämme. Man muss 
sich an die Einzelangaben halten und darnach messen. Übrigens 
ist das richtige Urteil über den Umfang und die Bedeutung dieser 
Scharmützel auch in der Tradition nicht ganz unvertreten. Z. B. 
wird Agh. XV 163, 30 sq. gesagt, dass nur bei Bu'äth die beiden 
Stämme insgesamt beteiligt gewesen seien, vorher aber nie bei ir- 
gend einem der Tage. Übertrieben ist jedoch die spöttische Ge- 
ringschätzung dieser Tage in der Äusserung des Zubair "b. Bakkär 
(Agh. II 162, 16): es seien gar keine wirklichen Gefechte gewesen, 
sondern man habe sich nur mit Steinen geworfen und mit Stöcken 
geprügelt — etwa so wie nach Agh. VIII 109. XIV 162 später in 
Mekka. 

8. 

Bei alle dem aber lag die Gefahr doch immer nahe, dass der 
Brand weitere Kreise ergriff, dass sich die Feindseligkeiten speicher- 
ten und eine allgemeine Spannung zwischen den ohnehin auf ein- 
ander eifersüchtigen Bruderstämmen erwuchs. Eine solche allge- 
meine Spannung trat ein im Anfange des siebenten Jahrhunderts, 
und sie endete mit einer grossen Explosion in der öfters erwähnten 
Schlacht von Bu'äth, kurze Zeit vor der Higra. 

Der Schlacht von Bu'äth waren längere Kämpfe voraufge- 
gangen, die zu einer gänzlichen Demütigung der Aus durch die 
weit zahlreicheren und durch innere Zwiste weniger geschwächten 
Chazrag geführt hatten. Die Tradition berichtet über diese Kämpfe 
unter dem Titel des Hätibkrieges. Hatib war ein vornehmer Mann 
von den Mu'ävija b. Malik b. Auf, die dem Blute nach zu den 
Amr b. Auf gehörten, aber zwischen den Ausallah und den Tzafar 
wohnten, in der Nähe der chazragitischen Harith und der jüdischen 
Qainuqä'. Er hatte einen Beduinen zu Besuch bei sich; der be- 
kam, als er sich auf dem Markte der Qainuqä* zeigte, eine Ohrfeige 



Medina Tor dem Islam. 31 

von einem Juden, den der Harithit Ibn Fushum dazu angestiftet 
hatte. Hatib, der sclinell herbeigerufen wurde, spaltete dem Juden 
den Schädel, Ibn Fushum verfolgte ihn, konnte ihn aber nicht 
fassen bevor er in seine Wohnung eingetreten war, und erschlug 
nun statt seiner einen anderen Mann von Mu'ävija, der ihm in 
den Wurf kam, zur Rache für den getöteten Juden ^). Die nächste 
Folge war ein wütendes Gefecht der betreffenden Geschlechter an 
der Dammbröcke über den Mahzür, im Gebiete der Harith; und 
da keine Sühne geschlossen wurde, schlössen sich daran mehrere 
andere „Tage" an, an denen sich immer weitere Kreise beteiligten. 
Die Erbitterung nahm zu und griff um sich, sie machte sich nicht 
bloss in brandschürenden Versen der Poeten, sondern auch in treu- 
losen Meuchelmorden Luft. 

Die Tradition führt den Kriegszustand, der schon vor der 
Schlacht von Bu'ath Medina in zwei Lager teilte, einzig auf die 
Hatibfehde zurück. Da scheint indessen wieder einmal eine falsche 
Generalisirung vorzuliegen. An der Hatibfehde war doch nur ein 
Teil der Chazrag, nämlich die Harith, die Bajäda und die Bal- 
hubla, und ein Teil der Aus, nämlich die Ausallah, die Mu'ävija 
b. Malik b. Auf und vielleicht einige Tzafar, beteiligt. So weit die 
Kampfstätten sich bestimmen lassen, liegen sie im Gebiete oder im 
Zwischengebiete dieser benachbarten Gruppen. Die Hauptführer 
sind Ibn Ubaij (Balhubla), Amr b. alNu'män (Bajäda), und Abu 
Qais b. alAslat (Ausallah), abgesehen von Hatib (Mu'ävija) und 
Ibn Fushum (alHärith). Selbständig daneben und gleichzeitig war 
an einer anderen Stelle der Streit ausgebrochen. Die Abdalaschhal 
(unter Hudair b. Simäk) und in zweiter Linie die Tzafar wurden 
auf das äusserste bedrängt von den Chazrag, ohne Zweifel von den 
ihnen benachbarten, nämlich den Naggär und den Salima. Der 
wahrscheinliche Anlass zu dieser Fehde ist bereits erwähnt wor- 
den. Es wird der innere Zwist zwischen den Geschlechtern der 
Nabit, zwischen Abdalaschhal- Tzafar und Haritha, gewesen sein, 
welcher den Chazrag Gelegenheit zum Eingreifen gegeben hat. 
Über den Kampf selber sind wir beinah gar nicht unterrichtet, 
sondern nur über seinen Ausgang, der für die Abdalaschhal und 
Tzafar höchst unglücklich war. 



') Daraus begreift sich, dass die Qainuqä in dem folgenden grossen Kriege 
auf Seiten der Chazrag stehen (Vaq. 92). 



32 Medina vor dem Islam. 

Wenn nun aber auch das Feuer eigentlich zwei Herde hatte, 
so schlugen doch wahrscheinlich die Flammen bald zu einem Brande 
zusammen. Nach der Schlacht von Mu*abbis und Mudarris, die 
imHatibkriege geliefert wurde, verfolgten die Salima die fliehen- 
den Abdalaschhal in ihre Quartiere und verwüsteten dieselben 
(Agh. XV 164, 21 sqq.). Die kriegführenden Parteien grenzten un- 
mittelbar an einander, die Kriegsschauplätze gingen in einander 
über, auf einer ununterbrochenen von Nord nach Süd laufenden 
Linie, welche die Ostgrenze der Chazrag gegen die Nabit und die 
Ausallah bildete. Vielleicht ist das Drängen der Chazrag nach 
Osten zu, in das fruchtbare Gebiet ihrer ausitischen Nachbaren, 
nicht bloss die Folge ganz zufälliger Anlässe gewesen. Wenig be- 
teiligt erscheinen die Amr b. Auf in Qubä auf selten der Aus, die 
Säida und die Qaväqila auf selten der Chazrag. 

Die Aus unterlagen überall in diesen Kämpfen; doch war der 
Ausgang nicht ganz gleich für die Ausallah und für die Nabit. Die 
Ausallah schlössen Frieden unter erniedrigenden Bedingungen, sie 
wurden zu Landabtretung gezwungen und beinah in die Stellung 
von Beisassen herabgedriickt ^). Die Nabit dagegen — d. h. die 
Abdalaschhal und die Tzafar, denn die Haritha standen auf selten 
der Chazrag — waren zu stolz sich den Siegern zu fügen und 
Hessen sich lieber aus ihrem Gebiete austreiben. Nach der einen 
Auffassung wollten sie sich mit Kind und Kegel in Mekka nieder- 
lassen, als Beisassen der Quraisch — aber diese gewährten ihnen 
keine Aufnahme *). Nach der anderen Auffassung schickten sie nur 
eine aus wenigen Abgeordneten bestehende Gesandtschaft zu den 
Quraisch, um ihren Beistand gegen die Chazrag zu gewinnen; je- 
doch ohne Erfolgt). Ich wage keine Entscheidung zu fällen. Aus 
dem ausführlichen und zuverlässigen Bericht über die Schlacht von 



Agh. XV 163,4. BAthir I 507,16. 509,7 sqq. Sarah, fol. 51a. 

'^) Diese Auffassung bildet die Voraussetzung zu der Rede des Abu Gahl 
BAthir I 508, 2 sqq. Sarah, fol. 5U. Vgl. Agh. II 163, 30 sq. 

3) So BH. 285,12; Jaqubi II 37,7. Ebenso BAthir 507,25sqq., im W^ider- 
spruch zu 508, 2 sqq. Das arabische Wort hilf ist zweideutig und kann sowol 
auf ein vorübergehendes Bündnis zu einera bestiraraten Zweck als auf eine 
dauernde Anschliessung von Beisassen an ein blutfrerades Volk angewandt 
werden. Dazu komrat, dass wenn dem ausgewanderten Geschlechte die dauernde 
Niederlassung in Mekka verstattet wurde, darin auch tatsächlich eine Art Partei- 
nahrae der Quraisch gegen die Chazrag enthalten war. 



Medina vor dem Islam. 33 

Bu'äth geht nur das mit Gewissheit hervor, dass die Nabit, mit 
Ausnahme der Haritha, ihre alten Sitze in Medina hatten räumen 
müssen; wohin sie gegangen waren, wird nicht gesagt^). Man wird 
übrigens gut tun, auch hier die Grenze zwischen dem Geschicke 
der Ausallah und dem der Nabit nicht zu scharf zu ziehen, son- 
dern lieber auf beiden Seiten ein stillschweigendes a potiori hin- 
zuzudenken. Manche Nabit mochten in Medina zurückbleiben, 
manche Ausallah dagegen auswandern. 

So war die Situation vor Bu^äth. Kein Wunder, dass die Aus 
sie unerträglich fanden. Zu der allgemeinen Demütigung kam noch 
die Austreibung der Nabit, zu dem Druck kam der Stachel hinzu. 
Sie beschlossen eine letzte Anstrengung zu machen, um die Über- 
macht der Chazrag zu brechen. Bevor sie losschlugen, suchten sie 
die Nadir und Quraitza, die hinter den Ausallah wohnten, auf ihre 
Seite zu ziehen. Die Juden weigerten sich anfangs und stellten 
den Chazrag, die Wind von stattgehabten Unterhandlungen be- 
kommen hatten, oder vielmehr einigen den Ausallah zunächst be- 
nachbarten Geschlechtern der Chazrag, besonders den Bajäda und 
den Balhubla, vierzig Geiseln als Bürgschaft für ihr Wolverhalten. 
Den Bajäda wäre indessen eine Fehde mit den Juden, deren frucht- 
bare Besitzungen sie reizten, höchst gelegen gekommen^). Sie 



') Agh. XV 163,4. 162,11. 165,4. Ganz irrig ist also jedenfalls die An- 
gabe bei BAthir 507, 25 sqq., dass die Nabit nur heimlich aus Medina hätten 
entweichen können, unter dem Vorwande der ümra; im Gegenteil sie mussten 
heraus. Der Irrtum entstammt wiederum aus der Anwendung der allgemeinen 
Namen für spezielle Gruppen und Geschlechter. Am schädlichsten hat diese 
üble Gewohnheit gewirkt in der Erzählung bei Samh. fol. 51» = Wüstenfeld 
p. 50 sqq. Die Abdalaschhal und Tzafar werden da mit den übrigen Aus zu- 
sammengeworfen, und der Zug der Haritha nach Chaibar wird konfundirt mit 
der weit späteren Auswanderung der übrigen Nabit. Es wird so dargestellt, 
als wären die sämtlichen Aus nach Mekka gezogen, bei der Rückkehr aber 
nicht gleich alle wieder nach Medina gegangen, sondern die Nabit (Samhudi 
korrigirt: die Haritha) erst nach Chaibar. Dadurch wird mit dem zeitlichen 
auch der ursächliche Zusammenhang der Begebenheiten vollkommen zerrüttet. 
Man konnte sich wol nicht vorstellen, dass die Haritha von ihren eigenen 
Brüdern gezwungen waren, zuerst nach Chaibar auszuwandern und dann, um 
ihrer Existenz willen, sich den Chazrag anzuschliessen; vgl. auch Vaqidi 299 
n. 1. Vollends verdreht und töricht ist der Bericht Jaqubis (II 37). 

2) „Amr b. alNu'män sagte zu seinen Leuten, den Bajäda: euer Vater hat 
euch einen schlechten Sitz angewiesen, halb Salzkruste (Doughty Jf. 76) halb 
Wüste; bei Gott, kein Wasser soll mein Haupt berühren, bis ich euch die 

Wellhanseu, Skizzen und Vorarbeiten. lY. 3 



34 Medina vor dem Islam. 

Hessen sich auch jetzt nicht davon abhalten, die Fehde zu erklären, 
indem sie die in ihren Händen befindlichen Geiseln töteten. Dar- 
auf schlössen nun die Juden sofort das Bündnis mit den Aus, und 
gewährten den heimatlosen Nabit Aufnahme bei sich ^). Man rüstete 
sich von beiden Seiten auf einen letzten entscheidenden Kampf; 
die Vorbereitungen dauerten vierzig Tage oder zwei Monate. Ganz 
Medina nahm Partei; die nicht zu den Banu Qaila gehörigen Bei- 
sassen, z. B. die Thalaba und die Za'ura von Ghassan, traten meist 
auf Seite der Aus. Die befreundeten Beduinenstämme der Nach- 
barschaft wurden beschickt und kamen herbei, die Aschga' und Gu- 
haina halfen den Chazrag, die Muzaina den Aus. 

Die Chazrag schritten endlich zum Angriff. Denn Bu*ath, wo 
der Zusammenstoss erfolgte, lag im Gebiete der Nadir. Als Führer 
der Chazrag werden genannt Amr b. alNu'män von Bajäda und 
Amr b. alGuläh von Salima; Ibn Ubaij, von den Balhubla, rückte 
zwar mit aus, beteiligte sich aber nicht aktiv am Kampf, sondern 
blieb in der Nachhut^). Die Führer der Aus waren vor allem 
Hudair b. Simäk von Abdalaschhal, dann Abu Qais b. alAslat und 
Abu Amir alRahib von Ausallah. Die Juden wurden befehligt von 
dem Quraitziten Ka'b b. Asad, die Muzaina von ihrem Häuptling 
Muqarrin b. 'Aidh, dem Vater der in den grossen Kriegen des Islam 
teilweise so berühmt gewordenen zehn Söhnen Muqarrins^), Der 
Kampf war den Aus anfangs ungünstig, sie begannen zu fliehen, 
aber Hudair b. Simak hielt stand und entriss den Chazrag den 
Sieg. Er bezahlte seinen Heldenmut mit dem Leben, aber auch 
Amr b. alNu'män fiel, der hervorragendste Führer der Chazrag. 
Nachdem die Schlacht aus war, begann die Verfolgung und das 
Gefecht zerstreute sich in den Quartieren der Chazrag, wo die Ge- 
höfte verwüstet und die Burgen belagert wurden. Die Hauptepisode 
in diesem zweiten Teil des Krieges war der Kampf vor Muzähim, 
der Burg des Ibn Ubaij. 

Sitze der Nadir und Quraitza verschaffe, an süssem Wasser und bei herrlichen 
Palmen. Darauf entbot er den Juden: uberlasst uns eure Wohnsitze ; wo nicht, 
so töten wir eure Geiseln." 

^) Die Nabit fanden jedoch nicht ausschliesslich bei den Juden, sondern 
zum teil auch bei Geschlechtern von Ausallah Unterkunft, vgl. Agh. XV 165,4. 

'^ angeblich aus Gewissensskrupeln. Aber auch im Islam wiederholte er 
des öfteren die Praxis, dass er zwar mit ausrückte, aber nicht mit kämpfte. 
Er war der richtige Munäfiq. 

3) BAthir II 298,18. 



Medina vor dem Islam. 35 

Damit waren die Chazrag in ihre Grenzen zurückgewiesen, uod 
die Nabit konnten ihre alten Sitze wieder einnehmen. Das Gleich- 
gewicht war wieder hergestellt; beide Parteien waren «erschüttert 
und kraftlos. Zu einem Friedensschluss aber kam es nicht; es 
wurde keine Blutrechnung aufgestellt und keine Sühne bezahlt. 
Es blieb beim Alten ; der latente Kriegszustand, der vor der Schlacht 
von Bu'ath geherrscht hatte, herrschte auch nachher. Wie dieser 
Zustand beschaffen war, mögen ein paar Beispiele veranschaulichen. 
Als der alte Suvaid b. ('amit von einem Gelage bei den Abdal- 
aschhal schwer betrunken zu seiner Wohnung bei den Amr b. 
Auf heimkehrte, lief ihm der Ghazragit Mugaddhar mit gezücktem 
Schwerte nach und erschlug ihn, um Rache an den Aus zu neh- 
men. Ebenso wurde der Dichter Qais b. alChatim, von Tzafar, 
von einigen Chazragiten meuchleriscli getötet, als er auf dem Wege 
nach seinem Gute in alSchaut an der Burg der Banu Haritha vor- 
beikam. Am bezeichnendsten ist es vielleicht, dass, als Muhammad 
in Qubä angekommen war, sein Hauptanhänger, As*ad b. Zurära 
von alNaggar, es nicht wagte sich dort blicken zu lassen und erst 
als der Prophet seine Verwunderung darüber aussprach, im Dunkeln 
verkleidet zu ihm kara^). Diese Beispiele, aus denen die uner- 
trägliche Unsicherheit, die in Medina herrschte, erhellt, gehören 
zum teil der Zeit vor Bu'ath, zum teil der Zeit nach Bu^ath an. 
Nach Bu*ath war der Zustand wahrscheinlich noch schlimmer, 
einerseits durch die Steigerung des Bluthasses, andererseits durch 
den Umstand, dass die älteren Sajjids vielfach gefallen und junge 
Männer an ihre Stelle getreten waren, die weniger Autorität 
hatten und vielleicht auch weniger Neigung, die Leidenschaften 
zu bändigen und Gewalttaten zu verhindern. Man konnte nicht 
mehr ohne Lebensgefahr von seiner Wohnung nach seinem Garten 
gehen. 

Dabei war doch das Gemeingefühl zwischen den Bruderstäm- 
men nicht erloschen. Selbst in der Hitze des Gefechtes verleugnete 
es sich nicht. Die Aus benahmen sich nach der Schlacht von 
Bu'ath ganz anders gegen die flüchtigen Chazrag wie die Juden 
und die Muzaina; sie Hessen keineswegs alle Rücksicht fahren und 
zogen z. B. den Erschlagenen nicht den Raub aus. Besonders von 
den Sajjids werden manche Beispiele festgehaltener Pietät gegen die 

Vaq. 140. Agh. II lG3,18sqq. VV^üstenfeld a. 0. p. 56. 

3* 



36 Medina vor dem Islam. 

feindlichen Verwandten erzählt^). Um so unerträglicher mussten 
die bestehenden Verhältnisse grade für die Edelsten sein. Aber nir- 
gend fand sich innerhalb Medinas die Kraft, die ihnen ein Ende 
hätte machen können. Die ersehnte und dringend notwendige Hilfe 
kam von aussen, von einer neutralen Seite, die über der gegen- 
seitigen Eifersucht der Aus und der Chazrag stand ^). Der mör- 
derische Bruderzwist hatte Muhammad und den Muhägira die Wege 
bereitet. 



Beilagen. 



1. Die Fehde um Snmair. 

a. Abu Minhäl 'ütaiba b. Minhai (Agh. II 166,28—167,19. 
169,14—170,14). 

Ein Ghatafanit von den Banu Thalaba b. Sa'd b. Dhubjän 
sandte ein Pferd und. ein Feierkleid nach Jathrib, durch einen 
Ghatafaniten, dem er auftrug, beides dem vornehmsten Manne von 
Jathrib zu übergeben. Andere sagen, Abdjalil b. Amr von Thaqif 
sei der Absender gewesen, noch andere nennen Alqama b. Ulätha. 
Der Bote kam mit den Geschenken au, begab sich auf den Markt 
der Qainuqa^) und sagte was ihm aufgetragen war. Da sprang 
ein Mann von Ghatafan zu ihm hin, Ka*b alTha'labi mit Namen, 
welcher unter dem Schutze des Chazragiten Malik b. alAglan stand, 
und sprach; Malik b. alAglan ist der vornehmste Mann von Jathrib. 



*) Z. B. nahm alBarä b. MaVür von Salima das Gehöft vertriebener Ausi- 
ten unter seinen Schutz (Wüstenfeld a. 0. 51). 

2) Dass kurz vor der Ankunft Muhammads Ibn übaij davor gewesen sei 
zum Könige über beide Stämme gekrönt zu werden, ist, trotz dem unleugbar 
vorhandenen Bedürfnisse nach einem Könige, nicht zu glauben. Denn es war 
in jener Zeit dem Propheten nicht einmal möglich, einen Vorleser aus den 
An^är zu wählen; wenn es ein Ausit geworden wäre, so hätten ihn die Chaz- 
rag, wenn ein Ghazragit, so hätten ihn die Aus nicht anerkannt. 

^) Das war der Ilauptmarkt von Medina, ehe Muhammad den neuen ein- 
richtete, der übrigens ziemlich dicht dabei lag. Vgl. Vaq. 92. BA. I 503. 



Medina vor dem Islam. 37 

Ein anderer aber trat auf und sprach: nein, Uhaiha b. alGuläh 
(von Aus) ist der vornehmste Mann von Jathrib^). Der Bote nun 
nahm das an, was der Thalabit, der Schutzfreund Maliks, sagte, 
und übergab die Geschenke dem Malik. Da sprach Ka'b alTha'labi: 
habe ich es euch nicht gesagt, mein Schutzherr sei der Vornehmste 
und Beste von euch! Das ärgerte einen Mann von den Amr b. 
Auf (von Aus), namens Sumair, und er lauerte dem Thalabiten 
auf und tötete ihn. Als Malik das erfuhr, entbot er den Amr b. 
Auf: ihr habt einen von uns getötet, gebt uns den Mörder heraus! 
Sie aber schickten seinen Boten von einem zum anderen; die Banu 
Zaid sagten, die Banu Gahgaba hätten ihn getötet, und die Banu 
Gahgaba sagten, die Banu Zaid hätten ihn getötet. Endlich liessen 
sie dem Malik sagen: auf dem Markte, wo euer Mann getötet wor- 
den ist, sind viele Menschen gewesen, und man weiss nicht, wer 
ihn getötet hat. Malik aber hatte den Leuten auf dem Markte ge- 
boten sich zu zerstreuen, da waren nur Sumair und Ka'b noch 
dort geblieben ^). Er teilte nun den Amr b. Auf seine Kunde mit 
und sagte: kein anderer als Sumair hat ihn getötet, also übergebt 
ihn mir, dass ich ihn töte. Sie liessen ihm sagen: es steht dir 
nicht zu, Sumair ohne Beweis zu töten ^). Und die Boten gingen 
immer hin und her zwischen ihnen; Malik forderte die Auslieferung 
Sumaira, und die Amr b. Auf wollten ihn nicht ausliefern. Da sie 
sich aber scheuten Fehde mit Malik anzufangen, so boten sie ihm 
Sühngeld und er nahm es an. Sie wollten aber nur das Sühngeld 
eines Eidgenossen^) zahlen, nämlich die Hälfte des vollen Sühn- 
geldes. Darüber wurde Malik zornig und erklärte, er wolle das 
volle Sübngeld haben oder Sumair töten. Die Amr b. Auf liessen 

') Malik von den Qaväqila (Auf b. alChazrag) und Uhaiha von den Gahgaba 
(Ämr b. Auf b. alÄus) wohnten nahe bei einander im Südwesten von Medina, 
in arAv*ba. Vgl. p. 25 und Wüstenfelds Medina p. 38. 40 sq. 

2) Der Mörder und der Ermordete; es scheint ein Aberglaube zu gründe 
zu liegen. Der Satz unterbricht die Erzählung und kann nur plusquamper- 
fektisch verstanden werden, obgleich im Arabischen das Plusquamperfektum 
nicht steht. 

^) Also nach geführtem Beweise dürfte er ihn töten? Der Beweis setzt 
ein Gericht voraus, wenn auch nur ein frei vereinbartes Schiedsgericht. Aber 
schwerlich wurde im alten Medina solch ein Fall vor Gericht gebracht und der 
überwiesene Mörder ausgeliefert. 

*) Gegensatz des Blutsverwandten. Der ermordete Ka'b war eigentlich 
Ghatafanit und nur durch Wahl Angehöriger von Medina. 



38 Medina vor dem Islam. 

sich darauf nicht ein, machten ihm aber den Vorschlag, dass Amr 
b. Mar'alqais von den Banu 'lHarith b. alChazrag, der Grossvater 
des Abdallah b. Ravaha, zwischen ihnen Schiedsrichter sein sollte. 
Er ging darauf ein, sie gingen zusammen zu ihm, und er entschied 
gegen Malik dahin, dass ihm für seinen Eidgenossen nur das Sühn- 
geld eines Eidgenossen gebühre. Malik gab sich jedoch damit nicht 
zufrieden, sondern kündigte den Amr b. Auf Fehde an^.). Er bot 
die Qabileu der Chazrag zu seiner Hilfe auf, aber die Banu 'IHarith 
weigerten sich ihm beizustehen, weil er den Spruch ihres Ge- 
schlechtsgeuossen , des Amr b. Mar'alqais, nicht anerkannt hatte. 
Malik erwähnt in einem Liede, worin er die Banu 'INaggär an- 
spornt ihm zu helfen, wie die Banu 'IHarith ihn im Stiche Hessen 
und wie dagegen die Amr b. Auf sich des Sumair mit Eifer an- 
nahmen. 

Folgen die Verse Maliks (in denen er sich aber nicht über die Harith, 
sondern über sein eigenes Geschlecht, d. i. die Qaväqila, beklagt, dass sie sich 
ihm versagen 167, 26; vgl. über das Verhalten der Naggär p. 39 n. 5), und die 
Gegenverse Dirhams b. Zaid b. Dubai*a, des Bruders von Sumair, lang, inhalts- 
leer, und ohne Zweifel unecht. Dirham weist die Zumutung, einen (erschla- 
genen) Knecht über den herkömmlichen Satz (Sunna) zu bezahlen, zurück 
(168,6), aber den Namen des BetrefiFenden nennt er Bugair, nicht Ka'b 168, 
13: „Bugair ist ein Knecht, also nimm das Geld, denn was recht ist, wird 
bezahlt für ihn und zugestanden." Zuletzt werden noch Verse des Qais b. 
alChatim und Gegenverse des Hassan b. Thäbit angeschlossen, die freilich den 
hier in Rede stehenden Begebenheiten nicht gleichzeitig sind, indessen doch 
Beziehungen darauf enthalten können. 

Da sandte Malik b. alAglan an die Banu Amr b. Auf und 
kündigte ihnen Fehde an und bestimmte ihnen einen Tag für das 
Treffen und gebot den Seinen sich zu rüsten. Und die beiden 
Stämme sammelten sich und einer brachte den anderen herzu ^). 
Die Juden standen in Eidgenossenschaft mit den Qabilen der Aus 
und der Chazrag; nur die Quraitza und alNadir hatten sich mit 
niemand in ein solches Verhältnis eingelassen, bis diese Zusammen- 
rottung geschah. Da bewarben sich sowol die Aus als die Chazrag 
um sie, und sie sagten den Aus zu und gingen eine Eidgenossen- 
schaft mit ihnen ein, nämlich mit den Ausallah d. i. Chatma, Vaqif, 

Hier (167,20) schneidet der wahre Faden der Erzählung ab, er wird 
erst 169,14 wieder aufgenommen und zwar mit Wiederholung der Worte: 
darauf kündigte M. den Amr b. Auf Fehde an. 

^ 169,15 vgl. 177,4. XV 162,30. 



Medina vor dem Islam. 39 

Umajja, und Väil*). Darauf rückte Malik mit seinen Chazragiten 
an, und die Aus mit ihren Eidgenossen von Quraitza und alNadir 
rückten auch an, und sie trafen auf einander auf dem Felde zwi- 
schen dem Quartier der Banu Sälim und Qubä^); es war das erste 
mal, dass sie feindlich zusammentrafen. Sie kämpften heftig, 
trennten sich aber ohne dass eine Partei einen Vorteil über die 
andere erlangt hätte. Dann kämpften sie ein anderes mal bei 
dem Schloss der Qainuqä, bis die Nacht sie trennte; diesmal trugen 
die Aus den Sieg über die Chazrag davon. 

Folgen (nicht gleichzeitige) Verse des Qais b. alChatim, worin er die Amr 
b. Auf preist, dass sie die auf sie gesetzten Erwartungen nicht getäuscht haben. 

Und die Aus und die Chazrag blieben zwanzig Jahre lang in 
Fehde wegen Sumair; sie überfielen sich gegenseitig^) diese Jahre 
und hatten einige (Schlacht-) Tage und (Wahl-) Stätten, die aber 
vergessen sind. Als nun die Aus sahen, dass das Unheil sich in 
die Länge zog und dass Malik nicht ablassen würde, sagte zu ihnen 
Suvaid b. Cämit*) alAusi, welcher der Vollkommene hiess, weil er 
dichtete, tapfer war, schreiben, schwimmen und schiessen konnte: 
ihr meine Leute, stellt diesen Mann zufrieden wiegen seines Eid- 
genossen und verharrt nicht in der Fehde gegen eure Brüder 
— denn tötet ihr euch unter einander, so wird ein dritter nach 
euch trachten — und schliesst Frieden, selbst wenn ihr euch 
lästige Bedingungen auflegen lassen müsstet. Die Aus schickten 
nun zu Malik und schlugen ihm Thäbit b. alMundhir b. Haräm, 
den Vater Hassans b. Thabit, als Schiedsrichter zwischen sich und 
ihm vor, und er war damit einverstanden. Sie gingen nun zu 
Thabit b. alMundhir, der bei dem Brunnen Sumaiha wohnte, und 
sagten, sie hätten ihn zum Schiedsrichter gewählt^). Er erklärte 
aber, er hätte keine Lust, und da sie ihn nach dem Grunde fragten, 
sagte er: ich fürchte, dass ihr meinen Spruch zurückweist, wie ihr 
den Spruch des Amr b. Mar'alqais zurückgewiesen habt. Sie ver- 
sprachen, das nicht tun zu wollen; er aber sagte: ich richte nicht 
zwischen euch, wenn ihr euch nicht eidlich verpflichtet, dass ihr 
euch bei meinem Spruche beruhigen und euch dem fügen wollt, 



^) In Wahrheit geschah dies erst vor der Schlacht von Bu'äth. 

2) Vgl. p. 41 n. 1. 3) jata^ävarüna 169,28. *) von Amr b. Auf. 

^) Thabit gehörte nicht zu den Aus, sondern zu den Chazrag, und zwar 
zu den Naggär, die also völlig unparteiisch und neutral geblieben sind; vgl. 
167,22. Zu Sumaiha s. 177,16 und Jaqut. 



40 Medina vor dem Islam. 

was ich entscheide. Da verpflichteten sie sich ihm eidlich, und er 
entschied, dass für den Eidgenossen Maliks die Sühne des Voll- 
bürtigen zu zahlen sei, dann aber die Gewohnheit (Sun na) wieder 
sein sollte wie sie gewesen, in Bezug auf die Sühne des Vollbür- 
tigen und des Eidgenossen, und dass eine Verlustliste der Gefallenen 
aufgestellt und denen, die mehr verloren hätten, für den Cberschuss 
von der anderen Partei die Sühne gezahlt werden sollte. Damit 
war Malik zufrieden und die Aus fügten sich auch, und sie gingen 
aus einander mit dem Abmachen, dass die Banu 'INaggar') die 
Hälfte der Sühne für Maliks Schutzfreund bezahlen sollten, als 
Beitrag zur Unterstützung ihrer Brüder. So waren die Amr b. Auf 
der Ansicht, dass sie nicht mehr" bezahlt hätten als was ihnen ob- 
lag, und Malik, dass er erreicht hätte was er verlangte und dass 
für seinen Schutzfreund die Sühne des Vollbürtigen bezahlt wäre. 
Nach einer anderen Angabe war der Schiedsrichter nicht Thabit, 
sondern dessen Vater alMundhir^). 

b. Ishäq aIMau9ili von Abu Abdallah alJazidi und anderen 
Gev^ährsmännem (Agh. II 176,13 — 177,18)3). 

Die Aus und die Ghazrag waren angesehene und wehrhafte 
Leute, und sie waren Brüder, von Vaters und Mutters seite. Ihr 
Vater war Haritha b. ThaUaba b. Amr b. Amir, « und ihre Mutter 
Qaila bint Gafna b. Utba b. Amr, oder nach den Qudäa; Qaila bint 
Kahil b. Udhra b. Sa'd b. Zaid b. Sud b. Aslum b. Ilhaf b. Qudäa. 
Der erste Kampf zwischen ihnen entbrannte über einen Schutz- 
freund des Malik b. alAglan, welchen Sumair b. Jazid b. Malik, von 
den Aus und zwar von den Amr b. Auf, tötete. Malik war der 
Fürst beider Stämme zu seiner Zeit, und er ist der, welcher den 
Tubba nach Medina zu ziehen veranlasst und den Fitjaun, den 
Herrn von Zuhra, getötet und die Juden den beiden Stämmen 
unterwürfig gemacht hatte; in folge dessen genoss er Ruhm und 
Ansehen über sie. Die Sühne des Schutzfreundes, d. i. des Eid- 



D. i. das Geschlecht des Schiedsrichters, das also auch in einem solchen 
Falle solidarisch hinter ihm steht. 

2) Diese Angabe ist falsch, wegen des Verses 177,16. 

2) Dieser Bericht stimmt mit dem vorigen überein, nicht allein in den 
Sachen, sondern auch in besonderen Ausdrücken, z. B. salima sich fügen. 
Vgl. 169,15 mit 177,4, 169,20 mit 176,26, 169,22 mit 177,5, 170,8sqq. mit 
176,20.29. 177,7.9.11. 



Medina vor dem Islam. 41 

genosseu betrug bei ihnen fünf, die des Vollbiirtigen zehn Kamele. 
Malik entbot nun den Amr b. Auf: schickt mir Sumair, dass ich 
ihn töte für meinen Schutzfreund, denn ich möchte nicht, dass 
sich Fehde zwischen uns festsetzte. Sie Hessen ihm sagen: wir 
wollen dich für deinen Schutzfreund entschädigen, nimm die Sühn- 
zahlung von uns an, denn du weisst, dass für einen Schutzfreund 
kein Vollbürtiger getötet wird. Er antwortete: ich will dann aber 
für meinen Schutzfreund keine geringere Sühne als die des Voll- 
bürtigen haben. Sie wollten aber nur die Sühne des Schutzfreun- 
des geben, und Malik, da er das sah, sammelte seine Chazragiten 
— denn er fand Gehorsam bei ihnen — und hiess sie sich rüsten 
zum Kriege. Als die Aus das erfuhren, bereiteten auch sie sich 
vor und rüsteten sich und wollten lieber sterben als sich schmählich 
fügen. Dann zogen sie einander entgegen und trafen zusammen 
in alCufaina, zwischen dem Gebiet der Banu Salim und Qubä, dem 
Dorfe der Amr b. Auf). Und sie kämpften hart, bis eine Partei 
über die andere Vorteile erlangte. Da rief ein Ausit: o Malik, 
wir beschwören dich bei Gott und bei der Verwandtschaft — 
Maliks Mutter war eine Frau von den Amr b. Auf — , setz zwischen 
uns und dir einen Schiedsrichter aus deinem Volke ein, und wozu 
er uns verurteilt, dem wollen wir uns fügen. Bei dem Worte 
scheute Malik zurück und willigte ein, und sie wählten Amr b. 
Mar'alqais, von den alHarith b. alChazrag, und die anderen waren 
damit zufrieden. Er verpflichtete sie eidlich (seinen Spruch anzu- 
erkennen), und fiillte dann folgendes Urteil: wenn Sumair einen 
Vollbürtigen der Chazrag getötet hat, 'so ist er für ihn wieder zu 
töten, oder, wenn sie Sühnzahlung annehmen, so gebührt ihnen 
das Sühngeld des Vollbürtigen; wenn er aber einen Schutzfreund 
getötet hat, so gebührt ihnen die Sühne für einen Schutzfreund 
ohne Abzug, und mehr als die Hälfte der (vollen) Sühne wird für 
einen Schutzfreund nicht gegeben; und für die Verluste, die ihr 



^) D. b. auf der Grenze der beiden Parteien, der Amr b. Auf, denen Su- 
mair, und der Salim, denen Malik angehörte. Bei Samh. fol. 46b findet sich 
ein Ort (Jafna, der oberhalb, d.h. südlich von den zu Salim gehörigen Bal- 
hubla lag. Malik gehörte allerdings zu den Qaväqila von Salim, welche am 
Ende der westlichen Harra sassen (so ist Wustenfeld p. 40 unten zu korrigiren), 
nicht zu den weiter östlich wohnenden Balhubla. Aber trotzdem kann (^ufaina 
= (J^afna sein; denn der nächste Kampf fand im Gebiete der Qainuqä statt, 
das nahe bei dem der Balhubla lag. Vgl. Jaqubi II 36 g). 



42 Medina vor dem Islam. 

uns in diesem Kriege zugefügt habt, müsst ihr volle Sühne an uns 
zahlen, und für die Verluste, die wir euch zugefügt haben, müssen 
wir volle Sühne an euch zahlen. Darüber zürnte Malik und be- 
schloss sein Erachten zurückzuweisen und sprach: ich nehme diese 
Entscheidung nicht an. Und er befahl den Seinen zu kämpfen. 
Und die Leute sammelten sich, dann trafen sie zusammen in 
alFa^l, bei den Schlössern der Qainuqä, und kämpften hart. Darauf 
forderten sie einander auf Friede zu schliessen und machten Thabit 
b. Haräm b. alMundhir, den Vater Hassans, zum Schiedsrichter. 
Der entschied, es solle für den Schutzfreund Maliks die Sühne des 
Vollbürtigen gegeben werden, dann aber für beide Parteien wie- 
der der herkömmliche Satz bei der Sühne des Vollbürtigen und 
des Schutzfreundes eintreten. Damit war Malik zufrieden und die 
anderen fügten sich. Thabit wollte, da er Schiedsrichter gewor- 
den war, den Brand löschen und die Zerzausung schlichten, und 
er bezahlte fünf Kamele aus (der Herde) seiner eigenen Qabile, 
da die Aus nicht mehr als fünf geben wollten. Damit stellte er 
beide Teile zufrieden, und sie vertrugen sich mit Eid und Schwur, 
dass niemand getötet werden solle in seiner Dar oder in seinem 
Ma'qiP); wenn aber jemand ausserhalb seiner Dar oder seines 
Ma'qil erschlagen würde, so solle keinerlei Anspruch auf Sühne ^) 
für ihn bestehen. Darauf sahen sie nach den Toten und welche 
Partei mehr erschlagen hatte. Die Aus hatten drei mehr erschlagen 
als die Chazrag und bezahlten die Sühne dafür, und so vertrugen 
sie sich. 

2. Uhaiha b. alGuläh. 

Bericht des Ibn Ishaq von Ajjub b. Abdalrahman 
(Agh. XIII 123,18—125,12)3). 

Ein Mann von den Banu Mazin b. alNaggär, namens Ka'b 
b. Amr, heiratete eine Frau von den Banu Salim b. Auf. Er be- 



') Über Dar und Ma*qil s. oben p. 18 n. 1. 

'-) Keine Dija und kein *Aql. Dass zwischen Dija (Wergeid) und *Aql 
(zur Zahlung angebundene Kamele) ein sachlicher Unterschied bestände, ist 
mir nicht bewusst. Im Übrigen beruht diese Bestimmung auf Misverständnis. 
Die Fehde darf nicht in das Gehöft getragen werden, die Feinde dürfen nicht 
in das Gehöft dringen; die Sühne aber wird für jeden Erschlagenen bezahlt, 
mag er gefallen sein wo er will. 

3) Für ^t 123,19 ist nach 124,10 ^t zu lesen. Ajjub b. Abdalrahman 



Medina vor dem Islam. 43 

suchte sie öfters '), dabei lauerten ihm einmal einige von den Banu 
(lahgaba*^) in einem Hinterhalte auf und schlugen ihn fast tot, bis 
die Qavaqil hinzukamen und ihn retteten. Als das sein Bruder 
'A^im b. Amr^) hörte, rückte er aus und mit ihm die Banu 'INaggar, 
•und (von der anderen Seite) rückte Uhaiha b. alGuläh aus mit den 
Amr b. Auf, und sie trafen zusammen in alRuhäba und kämpften 
hart. Uhaiha tötete damals einen Bruder A^ims, Abu Vahvaha; 
er erlegte ihn unter seinen Genossen, als sie flohen. A^im ver- 
folgte nun den Uhaiha, bis er zu den Häusern kam, und er erreichte . 
ihn bei dem Tor seines Gehöftes und warf nach ihm*) mit der 
Lanze. Uhaiha aber schloss das Tor und die Lanze fuhr in die 
Tür. Da kehrte A^im um und wartete einige Tage, darauf suchte 
er Uhaiha nachts auf, um ihn zu töten, in seinem Gehöfte. Aber 
Uhaiha erfuhr es, man sagte ihm: A^im hat sich gestern gezeigt 
bei alDahjän und alTbäba. Nämlich al'Ibaba war ein Landgut 
Uhaihas und alDahjän sein Schloss; er war damals der Fürst der 
Aus; er war ein Geldmacher und Geizhals, der Wuchergeschäfte in 
Medina betrieb, bis er fast all ihre Güter in seiner Hand hatte; 
und er hatte neunundneunzig Kamele, die er sämtlich zur Be- 
wässerung des Landes gebrauchte; und er besass in alGurf Palmen 
(a^vär), an denen er selten vorüberkam, ohne genau nach ihnen 
zu sehen. Und er hatte zwei Schlösser, eines unter seinem Volke, 
alMustatzill, das ist das worin er sich im Kriege mit dem Tubba 
verschloss; das andere alDahjän in aFA^ba auf seinem Landgute 
aVIbäba: das baute er mit schwarzen Steinen, darauf setzte er 
einen Turm*) weiss wie Silber, darauf noch einen anderen, den 
ein Reiter eine Tagereise weit sehen konnte. Die Schlösser waren 



ist auch bei BH. 692, 12 Gewährsmann des Ihn Ishaq für alte medinische Fa- 
miliengeschichte (Salma). 

^) Die Frau ist also bei den Ihrigen, der Mann bei den Seinigen wohnen 
geblieben. Der Fall ist anders als der bei Lane (Account II eh. 14 init.) er- 
wähnte, der noch heute Yorkommt, dass der Mann zu seinen Schwiegereltern 
übersiedelt. 

*) Die (chazragitischen) Salim b. Auf, und zwar die Qavaqil, wohnten dicht 
bei den (ausitischen) Gahgaba. 

3) Ka'b scheint der Vater der bekannten muslimischen Heroine Nusaiba 
zu sein, 'A^irn der Vater ihres Gatten, des Zaid b. *A9im BH. 312. — Über 
alRuhäba s. Wüstenfeld Medina p. 44. 

*) XVII 47, 14. 

^) nabra. 



44 Medina Tor dem Islam. 

Trutz und Wehr der Mediner und ihre Festungen, worin sie sich 
schützten vor ihrem Feinde. Man sagt, als er es fertig gehabt 
habe, sei er mit seinem Knechte hinaufgestiegen und habe gesagt: 
ich habe eine feste Burg gebaut, wie sie nie ein Araber sicherer 
und schöner gebaut hat; ich weiss aber einen Stein darin, wenn 
der herausgerissen wird, stürzt das Ganze ein. Da sagte der Knecht: 
ich weks ihn auch. Er sprach: so zeig ihn mir, mein Sohn! Er 
antwortete: der da ist es, und drehte seinen Kopf dorthin. Als 
nun Uhaiha merkte, dass er ihn kannte, stürzte er ihn oben vom 
Schlosse herab, und er fiel auf seinen Kopf und starb. Er tötete 
ihn aber nur deshalb, weil er wollte, dass niemand den Stein 
wusste*). Folgende Verse hat er auf den Bau gedichtet: ich habe 
Dahi') gebaut nach Mustatzill; ich habe es gebaut auf meinen Be- 
sitz in A^ba, zum Schutz gegen das was im Gefolge der verhängen- 
den Mächte kommt, indem ich einen Angriff von Leutchen zu 
Kamel oder zu Fuss fürchte. Am Abend pflegte Uhaiha gegen- 
über seinem Schlosse alDahjan zu sitzen ; er Hess dann seine Hunde 
los zu seinem Schutze, damit sie unbekannte Ankömmlinge an- 
bellten ; aus Furcht, dass ein Feind über ihn käme und einen un- 
bewachten Augenblick von ihm sich zu nutz machen könnte. Bei 
einer solchen Gelegenheit suchte A^im ihn auf um ihn für seinen 
Bruder zu töten ; er hatte Datteln mitgenommen, und als die Hunde 
ihn anbellten, warf er ihnen die Datteln hin, da hielten sie an. 
Als Uhaiha aber hörte, dass sie still geworden waren, wurde er 
argwöhnisch, stand auf und ging in sein Schloss. A^im schoss 
nach ihm mit einem Pfeil, aber die Tür schützte ihn und der 
Pfeil drang in die Tür. Als Uhaiha den Pfeil einschlagen hörte, 
machte er Lärm unter den Seinen, aber A^im machte sich fort 
und entkam zu seinem Volke. Darauf sammelte Uhaiha die Seinen 
gegen die Banu INaggär, in der Absicht sie heimlich zu überfallen, 
und er traf mit seinen Leuten Abrede deswegen. Er hatte aber 
ein Weib von den Naggar zur Frau, Salma bint Amr b. Zaid 
b. Labid b. Chidäsch von den 'Adij b. alNaggar, die Mutter seines 
Sohnes Amr b. Uhaiha; sie heiratete nach ihm den Häschim und 
wurde die Mutter Abdalmuttalibs. Sie war eine vornehme Frau, 
welche nur unter der Bedingung heiratete, dass sie volle Freiheit 

^) Alte, immer wiederkehrende Geschichte. 

'-) D. i. alDahjän. Die Form Dähi ist gewählt, weil sie die zu Mustatzill 
im Gegensatz stehende Bedeutung des Etymons besser erkennen lässt. 



Medina vor dem Islam. 45 

über sich selbst behielt und den Mann verlassen konnte, wenn ihr 
etwas an ihm misfiel. 

Ibn Ishaq sagt, Ajjub b. Abdalrahmau, einer von der Sippe 
der Salma, habe ihm gesagt, ein Älter unter ihnen habe ihm er- 
zählt, wie folgt *). Als Uhaiha den Überfall gegen die Verwandten 
der Salma vorhatte, nahm sie ihr kaum entwöhntes Söhnchen 
Amr b. Uhaiha das mit in der Burg war, band ihn einen Faden 
um, zog den an und Hess nicht los, bis das Kind Schmerz empfand, 
und so weinte es die ganze Nacht, während sie es trug. Uhaiha 
verbrachte die Nacht auch wachend; er sagte: was hat das Kind 
nur? sie antwortete: ich weiss es nicht. Erst als die Nacht aus- 
ging, löste sie den Faden, den sie wie man sagt um die Spitze 
des Penis gebunden hatte; da schlief das Kind ein. Darauf klagt 
sie über Kopfweh; Uhaiha meinte, das komme von dem Nacht- 
w^achen, machte ihr immerfort Umschläge und sagte: es ist nichts 
schlimmes. Erst als die Nacht fast vorüber war, sagte sie: geh 
und schlaf, es geht mir besser, der Schmerz ist fort. Das tat sie 
alles nur, damit ihm der Kopf schwer würde und er wegen des 
langen Wachens um so fester schliefe. Als er schlief, stand sie 
auf, nahm ein starkes Seil und befestigte es an der Burg. Sie 
Hess sich daran herab, machte sich auf zu ihrem Volke, warnte sie 
Urnd berichtete ihnen, was er und seine Leute beschlossen hätten. 
Da sahen sich die Naggar vor, rüsteten und sammelten sich; und 
da Uhaiha sie so wol vorbereitet fand, kehrte er nach kurzem 
Kampfe zurück. Er hatte seine Frau vermisst, als er morgens auf- 
stand, und da er die Feinde auf den Angriff gefasst fand, sagte 
er: das ist das Werk der Salma, sie hat mich getäuscht und er- 
reicht was sie woHte. Salma hiess hernach bei den Ihrigen 
alMutadalHja (= die Frau, die sich am Seile herabgelassen hat)'). 

3. Der Tag von alSarrära (BAthir I 497) '). 

Einer von den Harith b. Chazrag hatte einen von den Amr 
b. Auf erschlagen, darauf fielen die Banu Amr heimlich über den 

') Der Isnad ist hief kein anderer als zu Anfang. Da er wiederholt wird, 
so scheint inzwischen ein Stück eingeschoben zu sein, das nicht aus dieser 
Quelle stammt. Doch ist das nicht grade notwendig. 

^ Anders BAthir I 496, 10. Ein anderes Beispiel der Auflösung einer 
Ehe zwischen chazrag. und aus. Gatten siehe Agh. II 165, 5 sqq. 

=0 Vgl. BA. 1503, 11 sqq. 



46 Medina vor dem Islam. 

Mörder her und töteten ihn. Dessen Angehörige aber forschten 
nach und bekamen heraus, wie er getötet wurde. Da rösteten sie 
sich zum Kampfe und schickten zu den Amr b. Auf um ihnen 
Krieg anzusagen. Und sie trafen sich in alSarrära, der Führer der 
Aus war Hudair b. Simäk und der der Chazrag Abdallah b. Ubaij 
b. Salul. Und sie kämpften hart und hielten neun Tage gegen 
einander aus, darauf kehrten die Aus in ihre Wohnungen zurück. 
Folgen Verse Hassans und Gegenverse des Qais b. alChatim, in denen 
aber nichts steht. Zuletzt werden noch Verse des übaid b. Näqid angeführt, 
worin es heisst, dass Abu IHubäb (d. i. Ibn Ubaij) am Tage von alSarrära um 
sein Leben geflohen sei und seinen Panzer weggeworfen habe. Dadurch wird 
wenigstens bestätigt, dass er an diesem Kampfe überhaupt teil genommen hat; 
dagegen dass er der Anführer der Ch'azrag, und Hudair der Anführer der Aus 
gewesen sei, ist gewiss nicht richtig, da es sich gar nicht um einen Kampf 
der Aus und der Chazrag, sondern der Amr und der Harith handelt, denen 
allerdings ein paar Nachbaren helfen mochten. Ober alSarrära s. Wüstenfeld, 
Medina p. 44. 154. 

4. Fehde um alHu^ain h. alAslat (BAthir I 499). 

Darauf war eine Fehde zwischen den Väil b. Zaid von Ausallah 
und den Mazin b. alNaggär von alChazrag, aus folgender Veranlassung. 
Der Väilit alHu^ain b. alAslat geriet in Streit mit einem Manu von 
Mazin und schlug ihn tot. Dann kehrte er um zu den Seinen, 
aber einige Maziniten verfolgten ihn und töteten ihn. Als das sein 
Bruder Abu Qais b. alAslat erfuhr, sammelte er sein Volk und 
liess die Banu Mazin wissen, er sei in Fehde mit ihnen. Darauf 
schickten sie sich an zu kämpfen, und keiner von den alAus und 
alChazrag blieb dahinten. Sie gerieten hart an einander, und 
manche fielen auf beiden Seiten. Abu Qais tötete diejenigen die 
seinen Bruder getötet hatten: darauf flohen die Aus. Vahvah 
b. alAslat tadelte seinen Bruder Abu Qais und sprach: er flieht 
immer vor den Chazrag, worauf dieser in einigen mitgeteilten Versen 
antwortete. 

Sobald Abu Qais die Mörder seines Bruders getötet hat, wird der Kampf 
von ihm und den Seinen aufgegeben. Von einem allgemeinen Kampf der Aus 
gegen die Chazrag kann auch hier nicht die Rede sein. Vgl. BII. 178, 8 sqq. 

5. Fehde wegen des Tzafariten RaM' (BAthir I 499). 
Darauf war eine Fehde zwischen den Tzafar von alAus und 
den Malik b. alNaggar von alChazrag, aus folgender Veranlassung. 

') BA. I 505,4. 



Medina vor dem Islam. 47 

Der Tzafarit Rabi' ging über das Grundstück eines Mannes von 
al Naggar nach seiner eigenen Besitzung, der Naggarit aber wehrte 
es ihm, so gerieten sie in Streit und Rabi' schlug ihn tot^). Darauf 
sammelten sich die Parteien von beiden Seiten und es kam zu 
einem höchst erbitterten Kampfe; die Banu Malik b. alNaggar 
flohen. 

Folgen inhaltslose Verse des Qais b. alChatim und Gegenverse Hassans. 
Es wird darin einmal der Tag von alRabi* erwähnt (500,7), aber damit ist 
ein anderes Ereignis gemeint, als unsere Fehde wegen Rabi'; vgl. BAthir 
I 504. 

6. Kampf bei dem Schlosse Färi^ (BAthir I 500). 

Dieser Kampf hatte folgende Veranlassung. Ein Mann von 
alNaggär erschlug einen Jüngling von Balij, der seinen Oheim in 
Medina zu besuchen kam, einen Beisassen des Mu'ädh b. Nu'män, 
des Vaters von Sa'd b. Mu'adh. Darauf entbot Mu'adh den Banu 
'INaggar: zahlt mir die Sühne für meinen Schützling oder gebt 
mir den Mörder heraus, dass ich mit ihm nach Gutdünken verfahre. 
Aber sie wollten es nicht tun. 

Da sagte einer von den Abdalaschhal (dem Geschlechte des 
Mu'adh): bei Gott, wenn ihr es nicht tut, so geben wir uns nur 
mit dem Blute des Amir b. alAtnäba zufrieden. Verse des Amir 
und Gegenverse des Juden' alRabi' b. Abi IHuqaiq. 

Dies ist ein den Zusammenhang unterbrechender Einschub,^ der nur als 
Haken dient, um die historisch völlig irrelevanten Verse anzuhängen. Über 
Ihn alAtnäba vgl. Agh. X 29, 30 sqq. 

Als nun Mu'adh sah, dass die Naggär sich weigerten die Sühne 
zu zahlen oder ihm den Mörder auszuliefern, schickte er sich an 
zum Kriege und bereitete sich vor mit den Seinen. Und es kam 
zu einem heftigen Kampfe bei Färi', dem Schlosse Hassans b. Thabit. 
Und die Fehde hörte nicht eher auf, als bis 'Amir b. alAtnäba die 
Zahlung des Sühngeldes auf sich nahm. Darnach kam ihi- Ver- 
hältnis zu einander wieder in Ordnung und wurde so gut wie nur 
je zuvor. 

Von den Versen, die nun folgen, sagt der Erzähler selber, dass er sie 
nur ihrer Schönheit v^egen angeführt habe, obwol sie gar keine Beziehung auf 
das in Rede stehende Ereignis enthielten. Sie bestehen, wie gewöhnlich, nur 
aus Variationen der üblichen poetischen loci communes. 



1) Vgl. BH. 559 sqq. 



48 Medina vor dem Islam. 



7. Die Hatibfehde. 



a. Der Kampf bei der Dammbrücke der Banu 'IHarith 
(BAthir 1 503. BH. 182). 

Zu dem Ausiten Hatib b. Qais, einem vornehmen Herrn von 
Umajja b. Zaid b. Malik b. Auf'), kam ein Mann von den Banu 
Tlia'laba b. Sa*d b. Dhubjän und stieg bei ihm ab. Eines Tages 
ging derselbe auf den Markt der Qainuqä', da sah ihn Jazid 
b. alHarith, der gewöhnlich nach seiner Mutter Ibn Fushum genannt 
wurde, von den Banu 'IHarith b. alChazrag. Er versprach einem 
Juden seinen Überwurf, wenn er den Tha'labiten ohrfeigte; der 
Jude nahm den Überwurf und gab jenem einen Backenstreich, 
dessen Klatschen alle Leute auf dem Markte hörten. Da rief der 
Tha'labit: o Hatib, dein Gast ist geohrfeigt und geschändet worden. 
Hatib, davon benachrichtigt, kam an und fragte ihn, wer ihn geohr- 
feigt habe. Er wies auf den Juden, da spaltete Hatib demselben 
den Schädel mit dem Schwerte. Als Ibn Fushum nun davon 
Kunde bekam, lief er hinter Hatib her, ohne ihn indessen zu er- 
reichen, bevor er in die Wohnung der Seinigen eingetreten war. 
Er traf aber auf einen Mann von den Banu Mu*ävija, den tötete 
er. Nun entbrannte die Fehde zwischen den Aus und den Chazrag, 
und sie sammelten sich und kamen zu häuf und gerieten an ein- 
ander bei der Dammbrücke der Banu 'IHarith. Der Führer der 
Chazrag war damals Amr b. alNu'män von Bajäda, der Führer der 
Aus war Hudair b. Simäk von Abdalaschhal. Das Gerücht von 
den inneren Kriegen der Bewohner von Medina war schon zu den 
umwohnenden Arabern gedrungen, Ujaina b. Hi^n und Chijär 
b. Malik von Fazära machten sich auf und kamen nach Medina 
und redeten mit den Aus und den Chazrag um Friede zu stiften 
und verpflichtete sich, die Zahlung aller Sühnansprüche, welche 
von beiden Seiten gestellt würden, auf sich zu nehmen; aber jene 



') Nach BH. 182 uud Wüstenfeld a. 0. p. 39 gehörte Hatib vielmehr zu 
den Umajja b. Muävija b. Malik b. Auf, die zwar auch, wie die Umajja b. Zaid, 
zu den Amr b. Auf gehörten, aber von ihnen ausgewandert waren und zwi- 
schen den Ausallah und den Tzafar wohnten (Wüstenfeld a. O«). Dass dies 
richtig ist, beweist der Kriegsschauplatz und auch der Umstand, dass Ibn 
Fushum zur Rache einen Mann von Muävija tötet. Neben den Umajja b. 
Zaid b. Malik gibt es auch noch die Umajja b. Zaid b. Qais, eines der vier 
Geschlechter der Ausallah; auch zu ihnen gehören gewisse Muävija. 



Medina vor dem Islam. 49 

wollten nicht. Es kam zum Kampfe bei der Brücke, Ujaina und 
Ghijär standen dabei und waren Zeugen einer solchen Erbitterung, 
dass sie daran verzweifelten Friede zwischen den Parteien zu stif- 
ten. Der Sieg fiel den Chazrag zu. Dieser Tag ist der berühm- 
teste, es kam darauf aber noch zu mehreren anderen Treffen, die 
alle mit zu der Hatibfehde gerechnet werden (BA. I 503). 

Hatib b. alHarith b. Qais b. Haischa b. alHarith b. Umajja 
b. Mu'avija b. Malik b. Auf b. Amr b. Auf b. Malik b. alAus hatte 
einen Juden getötet, der im Schutzverhältnis zu den Chazrag stand. 
Jazid b. alHarith b. Qais b. Malik b. Ahmar b. Haritha b. Tha'laba 
b. Ka'b b. al Chazrag b. alHarith b. alChazrag, welcher nach seiner 
Mutter, einer Frau von alQain b. Gasr, Ibn Fushum genannt wurde, 
zog nun mit einigen der Banu 'IHarith gegen ihn aus und sie 
töteten ihn. Da entstand Fehde zwischen den Aus und den Chaz- 
rag, und sie kämpften hart, und die Chazrag gewannen den Sieg 
über die Aus. Damals wurde Suvaid b. ^'amit getötet, durch 
alMugaddhar b. Dhijäd von Bali (BH. 182 '). 

b. Der Tag von alRabi' (BAthir I 504). 

Darauf, nach dem Kampf bei der Brücke, gerieten die An^är 
an einander bei alRabi', einem Garten in der Gegend von alSafh^), 
und sie kämpften heftig, beinah bis zur Vernichtung. Die Aus 
flohen und die Chazrag verfolgten sie, bis sie in ihre Gehöfte ge- 
langten. Sonst war es Sitte gewesen, wenn die eine Partei floh 
und in ihre Gehöfte eintrat, dass dann die andere sie nicht weiter 
verfolgte. Als nun die Aus von den Chazrag bis in ihre Gehöfte 
verfolgt waren, baten sie um Frieden; aber die Naggär, von den 
Chazrag, weigerten sich darauf einzugehen. Die Aus aber brachten 
ihre Weiber und Kinder in den Schlössern in Sicherheit, darauf 
Hessen die Chazrag von ihnen ab. Verse des (^'achr b. Salman 
alBajädi an Suvaid b. (^)amit und an Abu Qais b. al Asiat, und 
Gegenverse des Suvaid b. ^'amit. 

^ Vgl. Vaqidi 140 und besonders BAthir I 504, 19. 20. 23. 

^) Vgl. Agh. II 164, 11 sq. — darnach siegten an diesem Tage die Aus. 
Die Gegend von alSafh ist mir unbekannt; am Kampfe dort sind nach BA. I 
604, 19 sq. die Bajäda und die Amr b. Auf, nach Agh. 11 164,12 wol auch die 
Tzafar beteiligt gewesen. 

Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 4 



50 Medina vor dem Islam. 

c. Der Tag von alBaqi' und von alGhars (BAthir I 505). 

Darauf trafen die Aus und die Chazrag in Baqi* alGharqad 
zusammen und kämpften hart, und diesmal siegten die Aus. Verse 
des Ausiten 'Ubaid b. Näqid '), und Gegenverse des Harithiten Abd- 
allah b. Raväha. 

Der Führer der Aus in der Hätibfehde war damals Abu Qais 
b. alAslat alVäili. Der übernahm die Sorge für ihren Krieg und 
mied den Wein und magerte ab und veränderte sich so, dass seine 
Frau, als er eines Tages zu ihr kam, ihn für fremd hielt und erst 
an seiner Rede erkannte. Darauf bezügliche Verse von ihm^). 
Dann aber versammelte Abu Qais die Aus und sprach zu ihnen: 
immer wenn ich der Hauptmann gewesen bin, sind (meine Leute) 
geschlagen worden; wählt euch zum Hauptmann wen ihr wollt')! 
Da machten sie Hudair alKatäib alAschhali zu ihrem Hauptmann 
und er verwaltete ihre Angelegenheiten in ihren Kriegen. 

Und die Aus und die Chazrag trafen zusammen an einem 
Orte namens alGhars *), die Aus siegten. Darauf fingen sie Frie> 
dens Verhandlungen an und vertrugen sich dahin, dass die Toten 
gerechnet und für den Überschuss die Sühne gezahlt werden sollte. 
Die Aus hatten drei Tote mehr und die Chazrag stellten (für die 
Sühne, die sie nicht gleich bezahlen konnten) drei Jünglinge als 
Geiseln. Die Aus aber übten Verrat und töteten die Jünglinge. 

d. Der Tag von alHadäiq (BAthir I 50) s). 

Als die Aus die Jünglinge getötet hatten, sammelten die Chaz- 
rag ihr Heer, und der Zusammenstoss erfolgte in alHadäiq. Führer 
der Chazrag war Abdallah b. Ubaij, Führer der Aus Abu Qais 
b. alAslat. Und sie kämpften heftig, so dass sie sich beinah ver- 
nichteten. Dieser Tag wurde der Fagärtag (und zwar der erste) 
genannt, wegen des an den Geiseln verübten Verrates. Qais 



BA. I 498, 18. 

2) Agh. XV 161, 11 sqq. 

^) Dies ist hier verfrüht; es geschah erst bei Buath Agh. XV 163, 16 sq. 

*) Wüstenfeld a. 0. p. 149 sq. 

^) BA. I 513,7. 11. Vaq. 92. 213 (aber nicht in den entsprechenden Stellen 
BH. 546. 686) wird dieser Tag erwähnt, ebenso Agh. II 162,12 der Tag von 
Hadiqa (im Singular). Die Lage „der Gärten" oder „des Gartens" ist unbe- 
kannt. Der Fagärkrieg (Fagär = schändliche Handlungsweise) ist sonst der 
Name des bekannten Krieges zwischen den Quraisch und den Haväzin. 



Medina vor dem Islam. 51 

b. alChatim war in einem ihm gehörigen Garten gewesen; als er 
heimkam, fand er die Seinen ausgerückt zum Kampf; da Hess er 
sich nicht Zeit sich vollständig zu waffnen, sondern nahm nur sein 
Schwert und schloss sich an. Er gelangte damals zu hohen Ehren 
und legte schöne Proben seiner Tapferkeit ab. Er wurde auch 
schwer verwundet und musste längere Zeit daran kuriren, wobei 
ihm verordnet wurde sich des Wassers zu enthalten. Mit Bezug 
darauf sagt Abdallah b. Ravaha: wir trafen dich in den Fagärtagen 
und du durftest lange kein Wasser anrühren, wer auch trank, du 
trankest nicht. 

e. Der Tag von Mu'abbis und Mudarris (BAthir I 507). 

Darauf stiessen sie auf einander bei Mu'abbis und Mudarris — 
das waren zwei Mauern — , die Chazrag standen hinter Mudarris 
und die Aus hinter Mu'abbis. Einige Tage blieben sie im heftigen 
Kampfe, dann flohen die Aus, bis sie in ihre Häuser und Burgen 
eintraten ; es war eine schimpfliche Flucht, wie sie sonst nicht vor- 
gekommen war. Darauf schlössen die Amr b. Auf und die Aus- 
manät (== Ausallah) einen Waffenstillstand mit den Chazrag. Nur 
die Abdalaschhal und die Tzafar und noch einige andere von den 
Aus weigerten sich beizutreten und sagten; wir wollen uns nicht 
vertragen, bis wir unsere Rache an den Chazrag erlangt haben. 
Die Chazrag aber setzten ihnen mit Beleidigungen und Überfällen 
so zu, dass sie aus Medina auszuwandern beschlossen. Die Banu 
Salima machten einen Überfall auf ein Besitztum der Abdalaschhal 
namens alRaU; jene verteidigten es gegen sie, dabei wurde Sad 
b. Mu'ädh alAschhali schwer verwundet *). Die Banu Salima trugen 
ihn zu (ihren Hauptmann) Amr b. alGamüh, der nahm ihn in 
Schutz und nahm auch alRa'l in Schutz gegen das Verbrennen und 
Abhauen der Bäume; das vergalt ihm Sa*d in der Schlacht von 
Bu'ath. 

Darauf gingen die Aus') nach Mekka, um mit den Quraisch 
ein Bündniss gegen die Chazrag zu schliessen. Sie taten so als 
wollten sie die Umra begehen, denn dann trat einem kein Wider- 
sacher in den Weg, wenn man Palmrippen') an seinem Hause 



*) Das geschah am Tage yon Muabbis und Mudarris, s. Agh. XV 164, 21 sqq. 
^ nämlich diejenigen, die dem Waffenstillstände nicht beigetreten waren 
(507,20); das sind aber nur die Abdalaschhal und Tzafar. 
3) Agh. IV 48, 15. 



52 Medina vor dem Islam. 

aufhängte. In Mekka angekommen, schlössen sie das Bündnis mit 
den Quraisch. Abu Gahl war nicht dabei gewesen; als er heim- 
kehrte, wollte er nichts davon wissen und sprach zu den Quraisch: 
kennt ihr den alten Spruch nicht: wehe den Hausleuten ob des 
Ankömmlings? sie sind zahlreich und kräftig und fast immer ver- 
drängen die Zugewanderten die alten Bewohner und gewinnen die 
Oberhand über sie. Sie sagten: wie sollen wir uns denn von der 
Eidgenossenschaft mit ihnen losmachen? Er sprach: ich will sie 
euch schon vom Halse schaffen. Darauf ging er zu den Aus und 
sagte : ihr habt Eidgenossenschaft gemacht mit meinem Volk, wäh- 
rend ich abwesend war; ich bin gekommen um auch meinerseits 
mit euch Eidgenossenschaft zu machen. Ich muss euch aber etwas 
sagen, wonach ihr noch freie Hand habt zu tun was ihr wollt. 
Wir pflegen unsere Mägde ^) auf unsere Märkte zu bringen, und 
jeder darf immer sich eine Magd langen und ihr auf den Hintern 
klopfen. Wenn ihr nun zufrieden seid, dass eure Weiber ebenso 
tun wie unsere Weiber, so wollen wir Eidgenossenschaft mit euch 
machen; wenn aber nicht, so geht uns unseren Eid zurück. Das 
wollten nun die Aus nicht zugestehn; denn die An^är insgesamt 
waren höchst eifersüchtig auf ihre Weiber ^). 

Folgen inhaltlose Verse Hassans; diese Poesie ist selten lebendig und aus 
einer bestimmten Gelegenheit geboren. — Als Zweck des Zuges der Aus (rich- 
tiger der Nabit) findet sich hier zuerst angegeben, dass sie mit den Quraisch 
ein Bündnis gegen die Chazrag zu schliessen wünschten, hernach aber, dass 
sie sich dauernd, als Ahlaf, in Mekka niederlassen wollten. Über diesen Wider- 
spruch vgl. oben p. 32 Anmerk. 3. 

8. Der Tag von Bu'äth. 

a. BAthir I 509. 

Die Aus hatten die Quraitza und alNadir zu einem Bündnis 
gegen die Chazrag zu bewegen gesucht. Auf die Kunde davon 
sandten die Chazrag an die Juden und kündigten ihnen den Krieg 
an. Sie aber sagten, sie hätten nicht die Absicht (sich mit den 
Aus zu verbünden), und die Chazrag nahmen von ihnen als Pfand 
der Treue Geiseln, vierzig Jünglinge von den Quraitza und al Nadir. 



*) bemerkenswerter Ausdruck für „Weiber". 

'^ Nach Boch. II 58, 18 waren die An9ar im Gegenteil ganz unter der Herr- 
schaft ihrer Frauen. 



Medina vor dem Islam. 53 

Darauf begab es sich, dass Jazid b. Fushum im Rausch ein Lied 
sang, worin er unter anderem sagte: 

„Auf, an die Ahläf, da ihre Stärke dünne geworden ist, und 
da sie Gudhmäns verfallenes Gut wieder in stand gesetzt haben. 
Wenn einer von ihnen schlecht bebaut, so erregen wir gegen sie 
einen Verstümmler (Bestrafer) von den Banu TAir. Die VoU- 
bürtigen von ihnen, die sind ausgewandert, und was die Juden be- 
trifft, so haben wir ein gutes Geschäft gemacht, wir haben von 
den Juden wegen ihrer treulosen Gesinnung eine Schar (von Jüng- 
lingen) in Händen, die bei uns als Pfänder sind; und sie geben 
klein bei, wegen der Geiseln die bei uns in unserer Haft sind, und 
stellen sich freundlich, da sie von uns schwere Schläge befürchten. 
Das kommt daher, dass wir, wenn wir auf unseren Feind treffen, 
überall Hiebe austeilen, die den Stolz zu Boden gestreckt hinter- 
lassen". 

Als die Quraitza und alNadir seine Worte hörten, gerieten sie 
in Zorn; und Ka'b b. Asad sagte: wir sind, wie er gesagt hat, 
wenn wir nicht zum Angriff schreiten! und er verbündete sich mit 
den Aus gegen die Chazrag. Auf die Kunde davon töteten die 
Chazrag die Geiseln, und Hessen nur einige wenige laufen, darunter 
Sulaim b. Asad alQuratzi, den Grossvater des Muhammad b. Ka'b. 

Die Verse des Ibn Fushum sind einmal ausnahmsweise aktuell, in folge 
dessen freilich sogleich zum teil unverständlich. Klar ist was über die Juden 
gesagt wird; es bestätigt einfach das auch sonst Überlieferte. Ausser den 
Juden ist die Rede von 1) den Beisassen (Ahläf) 2) den Voll hurtigen. Die 
Vollbürtigen sind ausgewandert, die Beisassen sind geblieben, haben aber ihr 
Land (mindestens zum teil) nicht mehr als freies Eigentum, sondern müssen 
es zu nutzen der Chazrag bebauen, die darüber wachen, dass sie es ordentlich 
machen, und eventuell mit empfindlichen Strafen vorgehen. Die beiden jetzt 
geschiedenen Klassen bilden zusammen ursprünglich ein Ganzes; die Beisassen 
sind Beisassen der gemeinten Vollbürtigen, und die Vollbürtigen gehören zu 
den in Rede stehenden Beisassen (minhumu 509,11). Offenbar gehören auch 
die Juden, d. i. die Nadir und die Quraitza, mit zu der selben Gruppe, als 
drittes Element. Damach scheint die gemeinte Gruppe die der Ausallah zu 
sein; die Ausallah lagen auch dem Dichter, einem Harithiten, am nächsten. 
Nach den sonstigen Nachrichten waren es zwar hauptsächlich die Nabit, die 
sich zur Auswanderung entschlossen hatten: aber immerhin mögen sich ihnen 
auch diejenigen von den Ausallah angeschlossen haben, die es verschmähten 
sich den siegreichen und übermütigen Chazrag zu fügen. Bei der sehr lockeren 
Komposition der Ausallah ist es am Ende auch gar nicht anzunehmen, dass 
der Dichter die genealogische Grenze zwischen ihnen und ihren stammver- 
wandten Nachbaren streng inne hält. „Das verfallene Gut von Gudhmän" 



54 Medina vor dem Islam. 

scheint im Gebiet der Tzafar gelegen zu haben, welche nordlich an die Aus- 
allah grenzten. Wir wissen aus Versen des Tzafariten Qais b. alChatim (Jaq. 
11 43,21), dass um dieses Gut ein heisser Kampf stattgefunden hat; Qais re- 
noramirt damit, dass die Chazrag es nicht hätten gewinnen können: er scheint 
zu früh frohlockt zu haben, und vielleicht grade in Antwort auf seine Verse 
nimmt Ibn Fushum speziell auf Gudhmän Bezug. Wir wissen ferner, dass 
Gudhmän eine Weile in den Händen von Beisassen war, nämlich von den 
ghassanischen Bann 'ISchatba (Wüstenfeld a. 0. p. 50). — Beachtung verdient, 
dass nach unseren Versen die Aus den Chazrag Landbesitz, in grösstem Um- 
fange, haben abtreten müssen, um Friede zu erhalten. Bei den innerausitischen 
Fehden ist diese Art der Sühne sehr gewöhnlich; in den früheren Scharmützeln 
der Aus und Chazrag scheint sie aber nicht vorgekommen zu sein. 

b. Ibn Ishaq bei Tabari^), mit Ergänzungen aus dem Berichte 
des Ibn alKalbi (Agh. XV 161,1$ — 166,3). 

Die Aus hatten in den inneren Fehden die Quraitza und 
alNadir um Hilfe gebeten. Die Chazrag erfuhren das und Hessen 
den Juden sagen: Wie uns zu Ohren gekommen ist, haben die Aus 
euch um Hilfe gegen uns gebeten. Es ist uns nicht unmöglich, 
ebenso viel Mann als ihr seid und mehr von den Arabern zur 
Hilfe aufzubieten. Wenn wir nun euch besiegen, so kommt ihr in 
schlimme Lage; wenn ihr aber siegt, so ruhen wir nicht Rache zu 
suchen und ihr kommt auch dann in schlimme Lage, und von 
unsertwegen wird euch etwas zu schaffen machen, dessen ihr jetzt 
ledig seid — es ist euch besser, dass ihr von uns absteht und 
uns den Kampf mit unseren Brüdern allein ausfechten lasst. Als 
sie das hörten, sahen sie ein, dass es richtig wäre, und sie erwider- 
ten den Chazrag; es ist so, wie euch zu Ohren gekommen ist, die 
Aus haben unseren Beistand nachgesucht, aber wir werden ihnen 
nimmermehr beistehen. Da sagten ihnen die, Chazrag: wenn dem 
so ist, so sendet uns Geiseln, die in unserer Hand seien. Da 
sandten sie vierzig ihrer Knaben, welche die Chazrag auf ihre 
Familien verteilten. Das dauerte eine Weile so, dann sagte Ami* 
b. alNu'män alBajädi zu seinen Leuten, den Bajäda: Amir^) hat 
euch eine schlechte Stelle als Sitz angewiesen, halb Salzkruste halb 
Wüste; bei Gott, kein W^asser soll mein Haupt berühren, bis ich 
euch die Sitze der Quraitza und alNadir verschaffe, am süssesten 
Wasser und bei den herrlichsten Palmen. Darauf entbot er ihnen: 



^) vielleicht im Qurankommentar; denn in den Annalen wird über die 
Schlacht Yon Bu'ath geschwiegen. 
2) = Bajäda, der Stammvater. 



Medina Tor dem Islam. 55 

entweder ihr überlasst uns eure Wohnungen, dass wir sie be- 
wohnen, oder wir töten eure Geiseln. Sie dachten schon daran 
ilire Quartiere zu verlassen, da sagte zu ihnen Ka*b b. Asad 
alQuratzi: ihr Leute, verteidigt eure Quartiere und lasst ihn die 
Geiseln töten, denn wahrlich es braucht jeder nur einmal eine 
Nacht seiner Frau beizuwohnen, so wird ihm ein Knabe geboren so 
gut wie einer der zum Pfände gegebenen Knaben. Da einigten sie 
sich zu diesem Entschluss und liessen Amr sagen: wir übergeben 
euch unsere Quartiere nicht, nehmt Rücksicht auf das was ihr uns 
gelobt habt in betreff unsrer Geiseln und haltet es uns! Nun fiel 
Amr b. alNu'man über die Geiseln her, er und wer ihm gehorchte 
von den Chazrag, und sie töteten sie ^). Abdallah b. Ubaij jedoch, 
ein besonnener Herr, wollte nicht und sagte: das ist Treubruch 
und Schuld und Frevel; dazu helfe ich nicht, noch einer meiner 
Leute, die mir gehorchen. Unter den bei ihm befindlichen Geiseln 
war Sulaiman b. Asad alQuratzi, der Grossvater des (muslimischen 
Theologen) Muhammad b. Ka*b, den Hess er frei; und andere Chaz- 
ragiten gaben auch einige los, und (diese befreiten Geiseln) ge- 
langten wieder zu ihren Familien. Die Aus und die Chazrag 
hatten ein Geplänkel am Tage des Geiselmordes, es war aber un- 
bedeutend. Die Quraitza und alNadir sammelten sich nun zu 
Ka'b b. Asad, einem der Banu Amr von Quraitza, und verabrede- 
ten sich, den Aus gegen die Chazrag beizustehen; Ka*b gab den 
Aus davon Nachricht. Darauf beschlossen sie^), dass je eine Fa- 
milie der Nabit bei je einer Familie der Quraitza und alNadir Auf- 
nahme finden solle. Die Nabit siedelten also in ihr,e Wohnungen 
über*). Sie (die Juden) schickten nämlich zu den Nabit und Messen 
sie zu sich kommen und gelobten ihnen, sie wollten sie nicht aus- 
liefern, sondern mit ihnen kämpfen bis auf den letzten Mann; 
darauf kamen die Nabit zu ihnen und nahmen Wohnung bei den 
Quraitza und alNadir in deren Häusern. Dann liessen sie den 
übrigen Aus sagen, sie wollten Krieg anfangen und auf ihrer Seite 
stehen gegen die Chazrag, und die Aus erklärten sich einverstan- 
den. Da vereinigte sich ihr Rath und ihre Sache wurde fest und 
sie betrieben ihren Krieg mit Ernst. Und einige Geschlechter von 



^) Dieser Akt heisst bei BA. I 509 der zweite Fagärtag. 
^ *alaihi 162,11 scheint gestrichen werden zu müssen. 
^) Dieser Satz ist ein vorangeschicktes Summarium; das Folgende ist 
parallel und erzählt den Hergang im Einzelnen noch einmal. 



56 Medina vor dem Islam. 

den Bewohnern Medinas') traten ihrer Gemeinschaft bei, darunter 
die Banu Thalaba von Ghassan und die Banu Za'üra, ebenfalls von 
Ghassan. Als das die Chazrag hörten, sammelten sie sich, dann 
zogen sie aus, unter ihnen Amr b. Nu*män von Bajäda und Amr 
b. Gamuh von Salima, und kamen zu Abdallah b. übaij und sagten 
zu ihm: wie du gehört hast, haben sich die Aus mit den Quraitza 
und alNadir geeinigt zum Kriege gegen uns, und wir beabsichtigen 
sie zu bekämpfen, und wenn wir sie schlagen, so soll keinen seine 
Burg und seine Zuflucht schützen, bis niemand von ihnen übrig 
bleibt. Nachdem sie mit ihrer Rede zu Ende waren, trat Abdallah 
b. Ubaij auf und sprach: das ist ein Frevel von euch gegen euer 
Volk und ein Bruch der Verwandtschaft, bei Gott, ich möchte nicht, 
dass eine Schar von Heuschrecken ^). Es ist zu mir ge- 
drungen, dass sie sagen: diese unsere Verwandten wehren uns zu 
leben ^), werden sie uns auch wehren zu sterben? Es sind Leute, 
die nicht ablassen werden, bis sie euch insgesamt zu gründe rich- 
ten; und ich fürchte, sie werden im Kampf gegen euch den Sieg 
erhalten, weil ihr gegen sie gefrevelt habt. Kämpft vielmehr gegen 
eure Verwandten wie ehedem, so dass ihr von ihnen ablasst, wenn 
sie den Rücken wenden, und sie von euch ablassen, wenn ihr in 
das nächste Haus eintretet. Da sagte Amr b. alNu'man zu ihm: 
deine Lunge bläht sich auf*), o Abu 'IHarith, seit du Kunde hast 
von dem Bündnis der Aus mit den Quraitza und alNadir. Ab- 
dallah erwiderte: ich werde nie mit euch am Kampfe teilnehmen, 
noch einer von denen die mir folgen; und es ist mir als blickte 
ich auf dich als Leiche, getragen von vier Mann, in einen Mantel 
gehüllt. Einige Chazragiten, unter ihnen auch Amr b. alGamuh, 
schlössen sich dem Abdallah b. Ubaij an; die übrigen vereinigten 
sich dahin, dass sie Amr b. alNu'man alBajadi zu ihi'em Haupte 
machten und ihm ihre Kriegsangelegenheit übertrugen. Vierzig 
Tage lang vergingen nun den Aus und den Chazrag darüber, dass 
sie sich zum Kriege rüsteten und einer den anderen herzubrachten ^) 



1) BAthir I 510,21: jüdische Qabilen; s. p. 14. 

2) Text nicht zu verstehen, offenbar unvollständig und verderbt. 

2) Beziehung darauf dass die Nabit aus ihren Sitzen und Gärten vertrie- 
ben waren. 

*) D. i. dein Mut entsinkt dir, Vaqidi p. 52 n. 2. Vgl. Agh. IV 156, 13. 
BAthir IV 258, 19. 

5) 11169,15. 177,4. 



Medina vor dem Islam. 57 

und ihre Eidgenossen von den Qabilen der Araber beschickten. Die 
Chazrag schickten zu den Guhaina und den Aschga*, Thabit b. Qais 
b. Schammäs war der Bote an die Aschga', und sie sagten ihm zu 
und kamen, und auch die Guhaina kamen. Die Aus schickten zu 
den Muzaina. Und Hudair alKatäib^), von Abdalaschhal, ging zu 
Abu Qais b. alAslat und forderte ihn auf die Ausallah (= Aus- 
manät) zu versammeln, und Abu Qais versammelte sie ihm. Nun 
trat Hudair auf, auf seinen Bogen gestützt, angetan mit einem 
gestreiften Gewand, welches die Scham durchsehen Hess, und er 
feuerte sie an zu nachdrücklichem Ernste in ihrem Kriege und er- 
innerte an das was die Chazrag ihnen angetan hätten, an die Aus- 
treibung der Nabit und die Demütigung der übrigen in Medina 
zurückgebliebenen Aus. Er hielt eine lange Rede, und so oft er 
darauf zu sprechen kam, was die Chazrag ihnen angetan und wie 
sie sie mishandelt hätten, wurde er erregt und warm, und seine 
Hoden schrumpften ein bis sie verschwanden; wenn aber dann (die 
Zuhörer) sich gegen ihn äusserten wie er gern wollte, so Hessen 
sich die Hoden wieder herab bis sie wurden wie gewöhnlich. Die 
Ausallah sagten ihm nach seinem Wunsche Hilfe und Beistand und 
nachdrücklichen Ernst im Kriege zu. 

Hischam (Ibn alKalbi) sagt. Die Aus versammelten sich da- 
mals zu Hudair an einem Orte namens alHajät^) und Hessen den 
Rat umgehen und sagten dann: besiegen wir die Chazrag, so wollen 
wir keinen von ihnen verschonen, und wir wollen nicht in der 
Weise den Kampf mit ihnen führen wie wir es früher taten ^). Da 
sagte Hudair: ihr Aus, ihr heisst aus keinem anderen Grunde Aus, 
als weil ihr reichliche Gaben gebt*); und er fügte im Ragaz hinzu: 
o mein Volk, ihr seid zum Ziel der Angriffe geworden von Leuten, 
die die Besten getötet haben und bald eure Wohnungen von Grund 
aus zerstören werden. Hischam sagt weiter. Als sie in alHajät 
bei einander waren, warfen sie Datteln vor sich hin und begannen 
zu essen. Hudair sass dabei, in einer Burda, die er als einziges 
Kleidungsstück umgeschlagen hatte, ohne mit zu essen oder auch 



^) Diese Benennung des Hudair b. Simäk stammt aus dem Verse 165,31. 
Katiba sind durchaus nicht bloss Reiterschareu. 

^ am oberen Buthän, im Gebiet der Ausallah oder der Juden. 

3) Lies ^i für fj. Vgl. 162, 19. 24. 

*) 163,11. In ganz anderem Sinn 165,2, 



58 Medina Tor dem Islam. 

nur nach einer Dattel die Hand auszustrecken, vor Zorn und 
innerem Grimme. Und er sagte: meine Leute, bindet die Fahne 
dem Abu Qais b. alAslat! Abu Qais sprach: ich nehme das nicht 
an, denn jedesmal, wenn ich im Kriege der Hauptmann war, sind 
wir geschlagen worden und haben Unglück gehabt durch meine 
Hauptmannschaft. Da sahen sie auf Hudair, wie er nicht mit ass 
und versunken war in die Kriegsangelegenheit, die sie beschäftigte; 
und seine Hoden guckten unter der Burda heraus, und wenn es 
ihm vorkam, sie wären lässig und wollten nicht einer für den an- 
deren einstehen, so zogen sich die Hoden zusammen vor Grimm 
und Ärger, wenn er aber wie er wünschte Ernst und Bereitschaft 
zum Kriege bei ihnen fand, wurden sie wieder wie sonst ^). 

Die Ausmanät sagten ihm also zu und waren eifrig zu helfen 
und beizustehen, und auch die Muzaina kamen an bei den Aus. 
Nun gingen Hudair und Abu Amir alRahib b. ^aifi zu Abu Qais 
b. alAslat und sagten: die Muzaina sind zu uns gekommen und 
von den Bewohnern Jathribs *) eine Menge, gegen welche die Chaz- 
rag nicht aufkommen können; was meinst du, sollen wir ihnen 
den Garaus machen, wenn wir siegen, oder sie verschonen? Abu 
Qais antwortet: sie verschonen. Abu Amir sprach: ich wünschte 
bei Gott, an ihrer Stelle wären heulende Füchse'). Abu Qais 
sagte: tötet sie, bis sie um Quartier bitten*). Sie stritten sich 
über diesen Punkt; Hudair aber schwur, er wolle keinen Wein 
trinken, ehe er nicht gesiegt und Muzähim, die Burg des Ibn Ubaij, 
zerstört habe ^). Zwei Monate ^) vergingen über den Vorbereitungen 
und Rüstungen, dann erfolgte der Zusammenstoss in Bu*ath. Von 
den Aus hielten sich die Banu Haritha b. alHarith zurück; sie 
hatten den Chazrag sagen lassen, sie wollten nicht wider sie 
kämpfen, und ihnen auf ihr Verlangen zwölf Geiseln gestellt. 



^) Es fehlt der Abschluss, dass sie ihn wegen seines so augenfällig wahr- 
nehmbaren Eifers zum Hauptmann machten. Nach dieser aus dem Bericht des 
Ibn alKalbi eingeschobenen Variante wird der Hauptfaden von 163,7 her wie- 
der aufgenommen. 

2) z. B. ThaUaba und Za'ura 162, 15. 

^ d. h. in ihren verödeten Quartieren (Isa. 34, 13 sq. 13,22). Anders 164, 17. 

*) !p!j^ \ylyÄJ, Zwei Wörter oder eins? Vielleicht birran birran? 

s) Varianten 164,25. 165,13. 

6) 162,29: vierzig Tage. 



Medina vor dem Islam. 59 

darunter Chudaig Abu Räfi' b. Chudaig^). Buäth gehörte zu den 
Besitzungen der Quraitza; es ist ein Saatfeld dort, welches Qaura 
heisst*). Wegen der Schlacht heisst es Bu'äth alHarb. Die beiden 
Stämme kamen alle Mann zu häuf und nur namenlose Leute 
blieben zurück; nie vorher waren sie in einer Schlacht die sie 
sich lieferten vollzählig zusammen gewesen. Als nun die Aus die 
Chazrag sahen, kamen sie ihnen übermächtig vor, und sie sprachen 
zu Hudair: o Abu üsaid, verhindere einen Zusammenstoss und 
lass erst die noch ausgebliebenen Eidgenossen von Muzaina holen. 
Er aber warf seinen Bogen aus der Hand und sagte: sollen wir 
auf Muzaina warten, während die Feinde mich anblicken und ich 
sie anblicke? eher sterben! Darauf stürmte er an und sie stürmten 
mit, und sie kämpften heftig. Und die Aus flohen, als sie den 
Biss des Eisens spürten, und wandten sich hinauf zur Harra von 
Qaura, bei aPüraid, in der Richtung des Weges nach Nagd. Die 
Chazrag aber schrien ihnen zum Schimpfe nach: wohin geht die 
Flucht? in Nagd herrscht teure Zeit! Als Hudair sie hörte, durch- 
bohrte er seine Lende mit der Lanzenspitze, stieg ab und rief: 
weh '), bei Gott, ich weiche nicht von der Stelle, bis ich getötet 
werde; wenn ihr mich im stich lassen wollt, ihr Ausiten, so tut 
es. Da zogen sie sich zu ihm heran, und es traten vor ihn hin, 
wie er da lag, zwei Jünglinge von den Abdalaschhal, Mahmud und 
Labid, die Söhne Chalifa's b. Tha'laba, die damals jung verheiratet 
waren und noch ihre beiden Locken hatten*), und hoben an im 
Ragaz: was für zwei Königsjungen seht ihr in uns im Kriege, 
wenn seine Mühle sich dreht mit uns und die Menschen uns eine 
Stelle bereiten^)! Und sie kämpften bis sie. fielen. Es kam aber 
ein Pfeil gepflogen und traf Amr b. alNu'man, das Haupt der 
Chazrag, und tötete ihn, ohne dass man wusste wer ihn geschossen 
hatte; die Banu Quraitza behaupteten allerdings, einer von den 
Ihrigen, Abu Lubäba, habe ihn getötet. Während Abdallah 



^) Sie waren mit den übrigen Nabit verfeindet; s. p. 28. 

2) Qaura vokalisirt Wüstenfeld. Dass der Vokal der ersten Silbe lang ist, 
geht aus dem Verse 165,25 hervor. 

3) 164,6 Lftc 5^, BAthir I 511,6 Jc4^ Jl»^ Lac !^. Diese Beziehung 
auf das durchbohrte Bein Hudairs scheint mir Tiftelei. 

4) qxäj!^^' \^ für jjiJaj !^J 164,8 Monac. 469. Vgl. Skizzen III 119, 
^) 164, 10 = uns (durch ihre Flucht) Raum lassen? 



60 Medina vor dem Islam. 

b. Ubaij auf seinem Maultiere in der Nähe von Bu'ath auf- und 
abritt, tauchte Amr b. alNu'man vor seinem Blicke auf, wie er tot 
in einem Mantel von vier Männern in seine Wohnung getragen 
wurde. Er fragte, wer der Tote sei, und nachdem er es erfahren, 
sagte er: koste die Verderblichkeit des Bruches der Verwandten- 
pflicht! Die Chazrag flohen nun und die Aus hieben drein unter 
sie, als ein Ruf erscholl: ihr Ausiten, gebt Quartier und vernichtet 
eure Brüder nicht; denn ihr Jammern ist doch mehr als das 
Jammern von Füchsen! Da Hessen die Aus ab und enthielten 
sich die Rüstungen der Gefallenen auszuziehen, nachdem sie ein 
Blutbad angerichtet hatten; nur die Quraitza und alNadir zogen 
die Rüstungen aus. Und die Aus trugen Hudair, wegen seiner 
Wunden, und während sie ihn umgaben, sprachen sie im Ragaz 
und sagten ; eine Schar, deren Zierde ihr Herr ist, kein Alter darin 
bricht zusammen und kein Junger. 

Die Aus aber^) begannen den Chazrag ihre Palmen und Woh- 
nungen niederzubrennen. Da zog Sa'd b. Mu*ädh alAschhali aus 
und stellte sich vor das Tor der Banu Salima'^) und nahm sie und 
ihre Besitzungen unter seinen Schutz, zum Danke für ihr Verhalten 
gegen ihn am Tage von alRaT, wo die Chazrag über die Aus ge- 
siegt hatten, am Tage von Mu'abbis und Mudarris. Damals wurde 
Sad b. Mu'ädh verwundet zu Amr b. alGamüh getragen, der 
schenkte ihm das Leben und schützte ihn und seinen Bruder vor 
dem Abhauen und Verbrennen (ihrer Palmen), am Tage von Ra'l, 
der für die Aus ungünstig ablief. Dafür vergalt ihm Sad mit 
Gleichem am Tage von Bu'ath. 

Ka'b b. Asad alQuratzi schwur, er wolle Abdallah b. Ubaij 
demütigen und sein Haupt scheren unter (Abdallahs Burg) Muzä- 
him. Er rief ihm zu: komm herab, du Feind Gottes! Abdallah 
sagte zu ihm: ich beschwöre dich bei Gott und dabei, dass ich 



^) Von hier beginnt ein Geröll, mit vielen Varianten. Es ist der zweite 
Teil des Kampfes; die Verfolgung der Besiegten bis in ihre Gehöfte und die 
teilweise Belagerung ihrer Burgen, namentlich der Burg Muzähim des Ibn 
Ubaij = harb Muzähim Agh. XVI 17,15—31. Jaq. IV 519,2. 

2) Der Ausdruck ist sonderbar. Die Banu Salima hatten mehrere Gehöfte 
und jedes Gehöft hatte doch sein eigenes Tor. Amr b. alGamuh gehörte zu 
den Ilaräm von Salima, welche im Nordwesten von Medina an die Abdalaschhal 
grenzten. Vielleicht liegt wiederum eine irreführende Generalisirung vor: Sa- 
lima statt Haräm. 



Medina vor dem Islam. 61 

nicht teil genommen habe am Kampfe gegen euch. Er erkundigte 
sich, und da er fand, dass es wahr sei, liess er von ihm ab. 

Öie Aus beschlossen, Muzahim, das Schloss Abdallahs b. übaij, 
zu zerstören, und Hudair schwur es niederaureissen. Es wurden 
ihm indessen Vorstellungen gemacht, und er befahl, sie sollten es 
sachte angehen lassen; sie schlugen also nur ein Loch in die Wand. 

Der Jude alZabir liess damals den Thabit b. Qais b. Schammäs, 
von den Banu IHarith b. alChazrag, laufen; das ist die Woltat, welche 
ihm Thabit im Islam vergalt, bei der Hinrichtung der Quraitza^). 

Nach der Flucht gingen Hudair alKatäib ^) und Abu Amir zu 
Abu Qais b. alAslat, und Hudair sprach zu ihm: o Abu Qais, 
wenn du meinst, dass wir die Chazrag, Burg für Burg, und Gehöft 
für Gehöft, angreifen, tötend und zerstörend, so dass wir keinen 
verschonen, (so wollen wir es tun). Abu Qais sagte: das wollen 
wir nicht tun. Da zürnte Hudair und sprach: ihr seid aus keinem 
anderen Grunde Aus genannt als weil ihr die Sache aus der Hand 
schenkt^); hätten die Chazrag über uns gewonnen, so würden sie 
uns nichts erlassen haben. Darauf kehrte er zurück zu den Aus 
und befahl ihnen heimzukehren in ihre Wohnungen. 

Hudair war damals schwer verwundet, Kulail b. ^aifi b, Ab- 
dalaschhal nahm ihn mit in seine Wohnung bei den Umajja 
b. Zaid^), ^^d nach einigen Tagen starb er dort an seiner Wunde. 
Sein Grab ist noch heute bei den Umajja b. Zaid zu sehen. 

Es war aber ein blinder Jude von den Banu Quraitza jenes 
Tages in einer von ihren Burgen^), und er sagte zu seiner Tochter: 
geh hinauf oben auf die Burg und schau wie es geht. Sie stieg 
hinauf und sagte: ich höre wie der Lärm sich erhebt oberhalb von 
Qaura, und ich höre rufen: schlagt drein, ihr Chazrag! Es sprach: 
dann steht die Sache schlecht für die Aus, was liegt noch am 
Leben! Darauf fragte er wieder: was hörst du? Sie sagte: ich 
höre einige rufen: heran ihr Aus! und andere; heran ihr Chazrag! 



») BH. 691sq. 

^ als wäre er unverwundet und könnte gehen. Vgl. schon 163, 21 sqq. 

^ 165, 2. Die Redensart muss hier notwendig ganz anders verstanden 
werden als 163,11. Die Sache = die Frucht des Sieges. 

*) Die Abdalaschhal wohnten damals als Gäste bei den Juden und den 
Ausallab. Umajja b. Zaid = U. b. Z. b. Qais. 

^) wohin zur Zeit der Gefahr die Kriegsuntüchtigen geflüchtet wurden. 
Vgl. BH. 680. Vaq. 134. 



62 Medina vor dem Islam. 

Er sprach: nun ist der Kampf heiss geworden. Er wartete eine 
Weile, dann sagte er: steig hinauf und höre! Sie sagte: ich höre 
Leute sagen: wir sind die Banu Cachra, die Leute von alRa'l. Er 
sprach: das sind die Banu Abdalaschhal, bei Gott, die Aus siegen, 
^'achra bint Murra b. Tzafar ist nämlich die Mutter der Banu Ab- 
dalaschhal. Da sprang er vor Freude auf gegen die Tür zu, schlug da- 
bei mit dem Kopfe gegen den steinernen Pfosten '), und fiel tot hin. 

Abu Amir hatte geschworen, er wollte seine Lanze auf den 
Grund des Schlosses Abdallahs b. Ubaij, Muzahim, einpflanzen; 
und eine Schar von den Aus zogen aus und umzingelten das 
Schloss. Abu Amir hatte aber Gamila, die Tochter des Ibn Ubaij, 
zur Frau, die Mutter seines Sohnes Hantzala alGhasil *). Abdallah 
erschien nun vor ihm oben auf seinem Schlosse und sagte: ich bin, 
bei Gott, nicht einverstanden gewesen mit diesem Kriege, und ihr 
wisst selber, dass ich ihn nicht gewollt habe, also lasst ab von 
mir! Abu Amir aber antwortete: nein, bei Gott, ich lasse nicht 
ab, bis ich meine Fahne auf dem Grunde deines Schlosses auf- 
pflanze. Als das Hantzala sah, sprach er zu ihnen: mein Vater 
liebt mich zärtlich, stellt mich aus vor seinen Augen und sprecht: 
bei Gott, wenn du nicht umkehrst, so werfen wir sein Haupt dir 
herab! Das taten sie denn auch, darauf steckte er seine Lanze in 
den Grund des Schlosses, um seines Eides willen, und kehrte dann 
um von ihnen. Darauf spielt Qais b. alChatim an in dem Verse: 
wir überfielen mit ihr (=,unserer Schar) die Schlösser um Muzahim, 
die Spitzen unserer Helme glitzerten wie die Sterne. 

Abu Qais hatte jenes Tages den Muchallad b. al^'ämit alSäidi, 
den Vater Maslama's, gefangen genommen. Einige von den Seinen, 
von Muzaina, und von den Juden sammelten sich und sagten: 
töte ihn; aber er wollte nicht, sondern Hess ihn laufen und sprach 
die Verse: ich habe Muchallad gebunden und ihn verschont, und 
bei Gott ist der Lohn meiner guten Taten; die Muzaina standen 
dabei und die Juden von Qaura und die Meinigen — allen diesen 
hielt ich das Gegengewicht. 



2) BH. 567 sq. Nach Vaqidi p. 128 sq. war Gamila vielmehr die Frau 
Hantzala's, die er aber erst unmittelbar vor der Schlacht am Uhud heiratete. 
Merkwürdig, dass Hantzala offenbar im Hause seiner Mutter (oder seiner Frau) 
lebt, und nicht bei seinem Vater. 



Medina vor dem Islam. 63 

Chufäf b. Nadba dichtete auf den Tod seines Freundes und 
Kumpans, Hudair alKatäib: wenn die Geschicke vor einem Scheu 
einflössenden Manne auswichen, so würden sie sich vor Hudair 
gescheut haben, am Tage als er (seine Burg) Väqim zuschloss; er 
kreiste um dieselbe, bis als die Nacht ihn bedeckte, er einkehrte 
in eine behagliche Wohnung darin. Ferner sagte er folgende 
Trauerverse. „Eine Kunde kam mir und ich erklärte sie für Lüge, 
es wurde gesagt: dein Freund liegt unter der Erde. Auge, weine 
um Hudair der Freigebigkeit, Hudair der Heerschaaren und der 
Sitzung ^). An manchem Tage, wo die Hitze des Eifers gross war, 
so dass die Henkel der Seelen abrissen, hast du, zwischen SaF und 
alAghras^), in Eisen gehüllt die Hitze ausgehalten. Jetzt hat dich 
der Tag der Schlacht hinweggerafft, absr deine Kleider rein gelassen, 
unbefleckt" 0- 

c. Haraasa p. 442. 

Der Muzainit Guvaij kam an den Aus und den Chazrag vor- 
bei, als sie eben kämpften. Die Aus waren Eidgenossen der Mu- 
zaina, so nahm der Muzanit teil am Kampfe auf selten seiner Eid- 
genossen, und er wurde zu Tode verwundet. Da ging Thabit 
b. alMundhir, der Vater des Dichters Hassan, an ihm vorüber 
und sagte: was hat dich in diese Lage gebracht! dein Volk kann 
dich nicht schützen. Guvaij aber erhub, in den letzten Zügen, 
sein Haupt zu ihm und sagte : ich gebe Gott das Versprechen , es 
sollen von^ euch fünfzig getötet werden, darunter kein Einäugiger 
und kein Lahmer*). Diese Aeusserung verbreitete sich, bis sie nach 
Amq im Lande der Muzaina drang, und sie gerieten in Erregung 



') ebenso tüchtig im Kampfe wie im Rate. 

^ Nord- und Südgrenze der Sitze der Nabit. 

^) Ober Chufäf s. den längeren Artikel Agh. XVI 139 sqq. Dort heisst er 
Chufäf b. Am r (XIII 139,23 b. Umair); Nadba war der Name seiner Mutter 
(Kamil 569, 9). Vgl. p. 26 n. 1. Die ersten Verse Chufäfs sind für uns nicht 
durchsichtig, sie widersprechen ausserdem der vorangegangenen Erzähjung, wie 
es scheint. Vaqim, die Burg Hudairs, lag in dem eigentlichen Gebiet der 
Abdalaschhal; aber zur Zeit der Schlacht von Bu'ath hatten die Abdalaschhal, 
von den Chazrag gefährdet, ihre Heimat abermals geräumt und bei den Juden 
und den Ausallah Unterkunft gefunden. Hudair starb im Gehöft der ümajja 
b. Zaid, und da wurde noch in späterer Zeit sein Grab gezeigt. 

*) 2. Sam. 5,6. 8. Zur Sache vgl. Skizzen III p. 125; sie wird bezeugt durch 
die Verse des Ka'b b. Zuhair Ham. 441 sq. 



64 Medina vor dem Islam. 

wegen des Wortes des Thabit, und zogen gegen die Chazrag um 
das Blut Guvaijs zu rächen. Als Thabit davon hörte, sprach er: 
Muzaina ist aus *Amq gekommen, um uns zu scheuchen; flieh, 
Muzaina, mit Dochten im Hintern^)! Die Muzaina stiessen nun 
mit ihnen zusammen bei Bu'ath und mordeten unter ihnen was 
sie konnten und nahmen Thabit b. alMundhir gefangen. Und 
Muqarrin b. 'Aidh, ihr Hauptmann, schwur, er wolle ihn nur los- 
geben gegen einen schwarzen Bock ohne Hörner. Die Anpar zürn- 
ten darüber imd sagten: das tun wir nie und nimmer; aber Thabit 
sagte: da sie nicht anders wollen, so nehmt euren Bruder (mich) 
und gebt ihnen ihren Bruder (den Bock). Als sie nun sahen, dass 
sie mussten, kamen sie mit einem schwarzen Bocke ohne Hörner, 
und Muqarrin nahm ihn auf dem Markte von Uqätz in Empfang, 
vor versammelter Menge. Darauf schlachtete er ihn und Hess 
Thabit los. Die Muzaina zogen nun heim; als sie nahe bei ihrem 
Lande waren, kam Muqarrins Frau ihm entgegen und sagte: du 
hast einem Geschäfte vorgestanden, und ich möchte wol wissen, 
wie du dabei verfahren bist. Da hub Muqarrin an: „Warum hast 
du nicht gefragt, da du doch zungenfertig genug bist — und auch 
wer schwerer Zunge ist, muss fragen, um von der Unwissenheit 
geheilt zu werden — warum hast du nicht gefragt, wie ich mit 
focht bei Bu'ath, als die Ghassan^) heran marschirten mit schnei- 
digen Schwertern und Lanzen, und wie ich Thabit würgte in einem 
Kampfe, wo kühner Mut dem Manne ersehnt ist. Dann habe ich 
ihn um einen pechschwarzen (Bock) ohne Hörner verkauft, in 
Uqätz, indem er öffentlich ausgestellt war und der helle Tag ganz 
Uqatz zusammen brachte. Ich fand keinen anderen Lösepreis für ihn, 
und das ist auch sonst immer der Lösepreis für sie (die Chazrag) 
gewesen. Ich bin ein Mann, der Scham besitzt, und meine Natur ist, 
Edelsinn und Vermeiden des Schändlichen; ich gehöre zu Leuten, 
unter denen hengstgleiche Fürsten sind und Löwen des Dickichts, 
wenn die Schlacht brennt und ihre Schürer einhertoben in den Pan- 
zern, wenn sie brennt wie ein aus Ghadaholz entzündeter Brand". 

^) angeblich s. v. a. verwundet im Hintern. Wahrscheinlich derber und 
ganz eigentlich zu verstehen: vulpis fuga ölet. 

2) d. i. die Aus und die Chazrag. Zu dem Anfang des Liedes (warum 
hast du nicht gefragt) passt die vorher angegebene Veranlassung wie die Faust 
auf das Auge. 



MÜHA1MAD8 GEMEINDEOEDMNG 
VON MEDINA. 



Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 



Unser geschichtliches Interesse deckt sich gewöhnlich nicht 
mit dem der Quellen; eben deshalb ist Forschung von nöten. Die 
Tradition über die Geschichte Muhammads in Medina nennt sich 
Maghazi, d. h. Feldzüge; der Gründung und der inneren Entwick- 
lung des Gemeinwesens wendet sie ihre Aufmerksamkeit nicht zu. 
Wir müssen auf Umwegen dem Ziele näher zu kommen suchen. 
Nur ein wichtiges Dokument, welches uns directen und authen- 
tischen Aufschluss gibt, wird uns ausnahmsweise bei BH. 341 sqq. 
mitgeteilt; es ist die aus der ersten Zeit nach der Flucht stam- 
mende Gemeindeordnung, die für die Muhägira, die An^ar, und die 
Juden zu Medina gelten soll. Wir werden gut tun davon auszu- 
gehen, um Boden unter den Füssen zu haben. Ich gebe zunächst 
den verdeutschten Text, in Paragraphen, denen ich Noten zur 
Rechtfertigung und Erläuterung der Übersetzung hinzufüge, wo es 
nötig oder nützlich scheint*) 

1. 

§ 1. Urkunde von Muhammad dem Nabi, zwischen den Gläu- 
bigen und den Muslimen von Quraisch und Jathrib, und denen die 
ihnen folgen und sich ihnen anschliessen und mit ihnen kämpfen. 

§ 2. Sie bilden eine einzige Gemeinde, gegenüber den 
Menschen. 

§ 3. Die Emigranten von Quraisch bleiben wie sind, zahlen 
gemeinsam für sich das Sühngeld und lösen selber ihre Gefangenen. 
Die Mitwirkung der (übrigen) Gläubigen dabei ist Sache der Freund- 
lichkeit und Billigkeit. 



^) Sprenger, Leben und Lehre Moh. III 20 sqq., Krehl, Leben Muh. I 
142 sqq., Ranke, Weltgeschichte V 75 sq., A. Müller, Islam I 95 sqq. 

5* 



68 Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 

Der zweite Satz des Paragraphen ist von Sprenger richtig verstanden. 
Im ersten Satz lässt sich *ala rib'atihim nicht lokal auffassen; denn die 
Emigranten hatten in Medina kein gemeinsames Quartier abgesondert für sich, 
sondern sie wohnten zerstreut unter den An^är. Es kann nur heissen: sie 
sollen für sich bleiben, ebenso wie jedes Geschlecht der An^är für sich bleibt 
(§3 sqq.), unbeschadet der Einheit der Gemeinde (§ 1). 

§ 3 — 10. Die Banu Auf, alHarith, Sä'ida, Guscham, alNaggär *) 
und die Banu Amr b. Auf, alNabit, alAus *) bleiben je für sich, 
zahlen für sich das frühere Sühngeld, und jeder Verband löst seine 
Gefangenen. Die Mitwirkung der (übrigen) Gläubigen dabei ist 
Sache der Freundlichkeit und Billigkeit. Denn die Gläubigen lassen 
keinen Belasteten im stich, sondern unterstützen ihn freundwillig 
bei der Aufbringung des Lösegeldes und des Sühngeldes. 

Unter den Banu lAus ist in dieser Gemeindeordnung die Gruppe der 
Ausallah verstanden. — Unter dem früheren Sühngeld versteht Sprenger das 
in der vergangenen heidnischen Zeit verschuldete Sühngeld. Aber auch der 
Islam schaffte das Sühngeld nicht ab, und Krehl hat Recht zu übersetzen: sie 
zahlen das Sühngeld wie früher. Was ich mit Verband übersetzt habe, ist 
eine Unterabteilung der Gruppe, welche vielleicht der Dar oder auch dem 
Geschlechte entspricht 3). Also während für das Sühngeld die ganze Gruppe 
aufkommt, wird das Lösegeld nur von dem nächstbeteiligten Verwandtenkreise 
aufgebracht. Bei den Emigranten (§ 2) findet sich dieser Unterschied nicht; 
sie bildeten damals nur erst ein kleines Häuflein, welches nicht noch Unter- 
abteilungen zuliess. 

§ 12. Kein Gläubiger darf mit dem Beisassen eines anderen 
Gläubigen, ihm zuwider, eine Eidgenossenschaft eingehen. 

Schon wegen dünahu (so dass er sich dazwischen drängt, l^^Pi 'py) ist 
hälafa mit unpunktirtem ersten Radikal zu lesen, aber auch aus dem sach- 
lichen Grunde, weil es sich hier darum handelt festzustellen, welche alten 
Sonderrechte und -pflichten bestehen bleiben, trotz der neuen allumfassenden 
Einheit und Gemeinschaft der Theokratie. 

§ 13. Die Gläubigen, die Frommen, stehen wider den, der 
frevelt unter ihnen, oder einen Akt der Gewalt oder des Truges 
begeht, oder Feindschaft oder Unheil zwischen den Gläubigen stiftet; 
sie stehen mit vereinten Kräften insgesamt wider ihn, wäre er auch 
der Sohn eines von ihnen. 

Das prägnante 'alä ist von Sprenger und Krahl misverstanden, obwol es 
zum Schluss deutlich erklärt wird; vgl. §21. Für dasi'a ist hier eine allge- 



^) Das sind die fünf Gruppen der Chazrag. 

2) Das sind die drei Gruppen der Aus. 

3) Vgl. p. 18sq. 



Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 69 

gemeine Bedeutung notwendig; ich habe es mit Akt übersetzt. Dagegen steht 
ithm hier überall in einem besonderen Sinn, entgegengesetzt der Gewalt und 
der Lauterkeit (s. besonders das Verbum § 37); ich habe es demgemäss mit 
Trug übersetzt. Vgl. Ihn Sa*d § 32 im Anfang. 

§ 14. Kein Gläubiger darf einen Gläubigen töten wegen eines 
Ungläubigen, noch einem Ungläubigen beistehen gegen einen 
Gläubigen. 

§ 15. Die Schutzgemeinschaft Gottes ist eine einzige und all- 
gemeine; die Schutzgewähr des Geringsten verpflichtet alle. Die 
Gläubigen sind sich gegenseitig zu Schutz verpflichtet gegen die 
Menschen. 

Zum Begriff der dhimma vgl. Agh. VI 20,31: alles was du ausgibst, fafi 
dhimmati, geht auf meine Rechnung. Die dhimmat Allah (Schutzgemein- 
schaft Gottes) ist eine solidarische Einheit, in der Allah für jeden, und folge- 
recht jeder für den anderen eintritt. 

§ 16. Die Juden, die uns folgen, bekommen Hilfe und Bei- 
stand; es geschieht ihnen kein Unrecht und ihre Feinde werden 
nicht unterstützt. 

Der Paragraph steht nicht mit unrecht an dieser Stelle (statt bei § 24 sq[q.) ; 
denn er wendet sich nicht an die Juden, sondern an die Mediner, denen er 
Verpflichtungen gegen die Juden auferlegt. 

§ 17. Der Friede der Gläubigen ist ein einziger und allge- 
meiner; kein Gläubiger kann für sich, mit Ausschluss eines anderen 
Gläubigen, Friede schliessen im Kampfe für Gottes Sache; sondern 
die Bedingungen müssen für alle gleich sein. 

§ 18. Bei jeder Truppe, die mit uns zu Felde zieht, lässt 
einer den andern wechseln. 

Nämlich im Reiten, wenn nicht jeder ein Reittier hat; s. das Verzeichnis 
der Leute, die bei Badr sich in je ein Kamel teilen mussten BH. 433. 

§ 19. Die Gläubigen sind einer des anderen Bluträcher in 
betreff ihres für Gottes Sache vergossenen Blutes. 

§ 20. Die Gläubigen, die Fronunen, folgen der besten und 
richtigsten Leitung. Kein Heide darf weder die Habe noch die 
Person eines Quraischiten in Schutz nehmen und nicht seinetwegen 
einem Gläubigen entgegentreten. 

Das Beste wäre, die Mediner wären alle gläubig; leider gibt es aber noch 
Heiden unter ihnen. Diese werden nun nicht aus ihren Geschlechtem und aus 
der Gemeinde exkommunicirt, sondern bleiben darin und behalten ihre Rechte. 
Aber das Recht der Igära, das ihnen übrigens nicht genommen wird, dürfen 
sie nicht ausüben in bezug auf die Quraisch, die erklärten Feinde Gottes und 
der Gemeinde. 



70 Mahammads GemeiDdeordnung von Medioa. 

§ 21. Wenn jemand einen Gläubigen mordet und überfuhrt 
wird, so findet Talio statt, es sei denn, dass sich der Anwalt des 
Getöteten (mit Sühngeld) zufrieden gibt. Die samtlichen Gläubigen 
müssen wider den Mörder stehen, sie dürfen nicht anders als gegen 
ihn Partei nehmen. 

„Ohne genügende Ursache" (Sprenger, Krehl) heisst 'an bajjina nicht, 
sondern: erwiesener Massen. 

§ 22. Kein Gläubiger, der den Inhalt dieser Schrift anerkennt 
und an Gott und den jüngsten Tag glaubt, darf einem Störenfried 
beistehen oder Zuflucht gewähren; sonst trifft ihn der Fluch Gottes 
und sein Zorn am Tage der Auferstehung, wo kein Geld oder Er- 
satz von ihm angenommen wird. 

Muhdith heisst im Arabischen nicht „Neuerer" (Krehl), sondern es hat 
schlimmeren Sinn: wer Anstoss gibt, Skandal macht, das Wasser aufrührt; 
durch Verletzung von Anstand, Sitte und Recht, durch Frevel und eigen- 
mächtiges Gebahren. 

§ 23. Wenn ihr über irgend eine Sache im Streit seid, so 
muss sie vor Gott und vor Muhammad gebracht werden. 

§24 = §38. 

§ 25 — 31. Die Juden der Bann 'Auf, alNaggär, alHärith, 
Sä'ida, Guscham, ebenso die der Banu lAus und Thalaba behalten 
zwar ihre Religion, bilden aber Eine Gemeinde mit den Gläubigen, 
sowol sie selber als ihre Beisassen; ausgenommen wer Gewalt oder 
Trug begeht: ein solcher aber stürzt sich selbst und seine Familie 
in das Unglück. 

Merkwürdig ist, dass zwar die Juden der Chazrag samtlich, von den Ju- 
den der Aus aber nur die der Ausallah und der südwestlich an sie grenzenden 
ThaMaba b. Amr b. Auf genannt werden. Vgl. § 46. 

§ 32. Die Gafna, eine zu den Tha'laba gehörige Familie, stehen 
diesen selber gleich. 

§. 33. Den Banu ISchutaiba kommt das selbe zu, wie den 
Juden der Banu 'Auf. Lauterkeit steht vor Trug. 

Der letzte Satz, von Sprenger und Krehl ungenau übersetzt, scheint unter 
der Hülle der sehr allgemeinen Wahrheit, dass Lauterkeit vor Trug schütze 
oder Trug hindere, einen sanften Ausdruck des Mistrauens zu enthalten. 

§ 34. Die Beisassen der Thalaba stehen ihnen selber gleich. 

Vgl. p. 12 sq. Es ist in §32 — 35 von Arabern die Rede, welche aber 
nicht zu den Aus und Chazrag gehören, sondern zu den Juden in engerer 
Beziehung stehen; eben darum wird von ihnen an dieser Stelle, im Anhange 
zu den Juden, gehandelt. Unter den Tha'laba § 32. 34 ist also das jüdische 



Muhammads Gemeindeordmmg von Medina. 71 

(judaisirte) Geschlecht der Tha'laba zu verstehen. Die Schutaiba (sonst Schatba) 
sind nach § 33 Beisassen der Juden, die unter den chazragitischen Banu Auf 
wohnen. Über die Zusammengehörigkeit von Gafna, Tha'laba, Schatba s. die 
Note p. 12. Auffallend ist die Trennung von § 32 und § 34; denn die Gafna 
sind ja auch Beisassen der Tha'laba. Auffallend ist ferner in § 32 die er- 
klärende Angabe batn min tha*laba, die wie eine Glosse aussieht und doch 
nicht als solche betrachtet werden kann, da sonst kaanfusihim seine Be- 
ziehung und damit der ganze Satz seine Selbständigkeit verlöre. 

§ 35. Die Freundschaft der Juden steht ihnen selber gleich. 

Sprenger setzt bitäna = mala' und übersetzt „der Geheime Rat der 
Juden**. Er wundert sich freilich selber, dass dem Superlativ erst nachträg- 
lich die Eigenschaften des Positivs ausdrücklich eingeräumt werden. Man wird 
sich für die Bedeutung von Bitäna zunächst an Sur. 3, 114 halten müssen; 
darnach sind es Leute, die eigentlich der Gemeinde fremd und nur durch 
Freundschaft und Wahl ihr zugehörig sind. Dazu stimmt BH. 519,4, wo den 
Emigranten vorgeworfen wird, dass sie mit ihren Verwandten, den Quraisch, 
gebrochen und die Ghassän (= Mediner) sich zur Bitäna gewählt haben. Des- 
gleichen Agh. XVII 56,22: Jazid I. erlaubt seinem Statthalter übaidallah b. 
Zijäd nicht, den Jamanier Ibn Mufarrigh zu töten, und zwar aus Rücksicht 
auf seine syrischen Jamanier, die er seine Soldaten und seine Bitäna nennt 
— sie sind ihm stammfremd, aber er stützt sich auf ihre Freundschaft. Also 
ist in § 35 grade wie in § 32 — 34 von NichtJuden die Rede, die sich aber zu 
den Juden halten. Vielleicht ist das Wort zu einem halben Eigennamen für 
eine ganz bestimmte Gruppe von Familien geworden, die durch ihr Verhältnis 
zu den Juden eine Sonderstellung einnahmen. Ein staatsrechtlicher Begriff» 
wie Maväli, scheint Bitäna nicht zu sein. 

§ 36, Es darf keiner von ihnen zu Felde ziehen ohne Er- 
laubnis Muhammads. Es soll freilich niemand verhindert werden 
eine Wunde zu rächen, doch wer mutwillig den Frieden bricht, 
tut es auf kosten seiner Person und seiner Familie; es sei denn, 
dass ihm Unrecht geschah, denn Gott wacht über die billigste 
Ausführung dieser Schrift. 

Der Sinn des letzten Satzes (§ 42. 47) ist nicht ganz sicher. 

§ 37. Die Juden bezahlen ihre Ausgaben und die Muslime 
bezahlen ihre Ausgaben; sie leisten sich aber gegenseitige Hilfe 
gegen jeden, der die Genossen dieser Schrift bekriegt, und es 
herrscht zwischen ihnen ehrliche Freundschaft. Lauterkeit steht vor 
Trug, und keiner pflegt seinen Eidgenossen treulos zu behandeln. 

§ 38. Die Juden sollen zu den Kriegskosten beisteuern mit 
den Gläubigen, so lange dieselben im Kriege sind. 

Der Paragraph hat den selben Wortlaut wie § 24, er steht an dieser 
Stelle besser. 



72 Muhammads Geroeindeordnung von Medina. 

§ 39. Das Tal von Jathrib ist heilig für die Genossen dieser 
Schrift. 

Für das Adjecfiv haräm wird man vielleicht das Substantiv haram her- 
stellen dürfen, da die alte Schrift kein langes a schreibt und also beide Le- 
sungen offen lässt. 

§ 40. Der Beisasse ist gleichberechtigt, so lange er nicht 
schädigt noch trügt. 

§ 41. Eine Frau wird nicht als Beisassin aufgenommen, ausser 
mit Erlaubnis ihrer Familie. 

§ 42. Wenn zwischen den Genossen dieser Schrift etwas vor- 
kommt oder ein Zank entsteht, woraus Unheil zu befürchten ist, 
so soll die Sache vor Gott und Muhammad gebracht werden. Gott 
wacht über die frommste und billigste Ausführung dieser Schrift. 

§ 43. Die Quraischiten dürfen nicht in Schutz genommen 
werden, noch wer ihnen beisteht. 

§ 44. Man ist verpflichtet zu gegenseitigem Beistand gegen 
die welche Jathrib angreifen. 

§ 45. Wenn sie (die Juden von den Gläubigen) zu Frieden 
aufgefordert werden, dass sie ihn schliessen und annehmen sollen, 
so sollen sie es tun; und wenn sie die Gläubigen zu Ähnlichem 
auffordern, so haben diese ihnen gegenüber die gleiche Pflicht, aus- 
genommen den Krieg wegen der Religion. Jeder hat sein Teil, das 
ihm zunächst obliegt. 

Der Paragraph ist etwas dunkel. Soll der Krieg mit jedem beliebigen 
Feinde, den entweder die Juden oder die Gläubigen führen, aufhören, sobald 
die Juden von den Gläubigen oder die Gläubigen von den Juden aufgefordert 
werden, Friede zu schliessen? Darauf würden sich die Gläubigen doch wol 
nicht einlassen. Oder ist die Rede von Streitigkeiten der Juden und Gläu- 
bigen unter einander, die beigelegt werden sollen, sobald eine Partei den An- 
trag stellt? Offener Krieg ist zwar zwischen „den Genossen dieser Schrift* 
nicht möglich, aber das Wort p^ulh bedeutet auch nicht grade Friede im 
engeren Sinn, sondern gutes freundliches Verhältnis überhaupt. Nimmt 
man jedoch diese Bedeutung hier an, so wäre § 45 auch nur eine nachträg- 
liche Abschwächung von § 42. — Die Deutung, die Sprenger und Krehl dem 
letzten Satze geben („jeder einzelne ist verpflichtet die Lasten seiner Partei 
zu tragen") ist unmöglich; insän kann nicht zu hum in hi^^atuhum in 
Gegensatz gestellt werden. Vgl. noch Ibn Sa'd § 27. 39. 40. 

§ 46. Die Juden der Aus, ihre Beisassen und sie selber, 
haben die gleiche Stellung wie die Genossen dieser Schrift, bei 
reinster Lo-uterkeit von den Genossen dieser Schrift. Lauterkeit 
steht vor Trug. 



Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 73 

Sprenger übersetzt: vorausgesetzt reinste Lauterkeit gegen die Genossen 
dieser Schrift; das Umgekehrte steht da: von, nicht gegen. Der Paragraph 
ist ohne Zweifel ein Nachtrag und deshalb an das Ende gestellt, während sonst 
von den Juden und Judengenossen in § 25 — 35 gehandelt wird. Von den 
„Genossen dieser Schrift* können die Juden der Aus nebst ihren (dieser Ju- 
den) Beisassen nur .dann so wie hier 'unterschieden werden, wenn sie nicht 
von vornherein zu ihnen gehörten, wie die anderen Juden in § 25 — 35, son- 
dern erst nachgehens hinzu kamen. Wer sind nun die Juden der Aus? Nicht 
die der Ausallah, denn die sind schon § 25 — 31 aufgeführt. Auch werden die 
Ausallah sonst Banu 'lAus genannt, nicht aber so wie hier einfach alAus. 
Es ist zu §25 — 31 darauf aufmerksam gemacht, dass dort auffalliger weise 
zwar sämtliche Juden der Chazrag in den Bund aufgenommen werden, von 
den Juden der Aus jedoch nur die der Ausallah und der Tha'laba b. Amr b. 
Auf. Es gab aber auch unter den übrigen ausitischen Geschlechtern Juden; 
die Juden der Banu Haritha z. B. werden öfters erwähnt (Agh. XIX 95, 12. 
BH. 352. Boch. III 13. Vaq. 97). Hier werden nun diese vorhin ausgelassenen 
Juden nachgeholt; unter alAus ist der ganze Stamm zu verstehen. 

§ 47. Wer sich etwas zuzieht, zieht es sich selber zu. Gott 
wacht über die ehrlichste und billigste Ausführung dieser Schrift. 
Diese Urkunde schützt keinen, der oifen oder geheim Unrecht be- 
geht. Wer zu Felde zieht, geniesst Sicherheit, und wer zu Haus 
bleibt, geniesst Sicherheit in der Medina, ausgenommen wer oifen 
oder geheim Unrecht begeht. Gott ist der Schutzherr dessen, der 
redlich und fromm ist, und Muhammad der Bote Gottes. 

2. 

Vaqidi gibt den Wortlaut der Urkunde nicht, aber er erwähnt 
den Inhalt an mehreren Stellen^). 

„Als der Bote Gottes in Medina ankam, traten die sämt- 
lichen Juden mit ihm in Vertrag, und er schrieb zwischen sich 
und ihnen eine Schrift, darin Hess er jede Judenschaft zusammen 
mit ihren Eidgenossen*), und statuirte Frieden zwischen sich und 
ihnen, legte ihnen aber gewisse Bedingungen auf ^), unter anderem, 
dass sie seinen Feinden nicht beistehen dürften. Nach Badr änderte 
sich jedoch das Verhältnis". 

„Als der Bote Gottes nach Medina kam, war die Bevölkerung 
gemischt. Ein Teil waren die Muslime, welche das Bekenntnis des 

^) Vaq. ed. Kremer p. 177. 184 sq. Vaq. deutsch von Wellhausen p. 92. 
95. 196. 

2)]von den An^är. 

^ Zu scharata ist schurütan hinzuzufügen. 



74 Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 

Islams vereinigte, darunter Leute, welche Rüstungen und Burgen 
besassen; ein TeiP) waren Eidgenossen der beiden Stämme der 
Aus und der Chazrag. Der Bote Gottes wollte, bei seiner Ankunft 
in Medina, Friede und Ordnung zwischen allen diesen Elementen 
herstellen und mit allen einen Friedensvertrag schliessen; es kam 
vor, dass der Sohn Muslim und der Vater Heide war. Die Heiden 
und die Juden beleidigten den Boten Gottes und die Seinigen zwar 
sehr, aber Gott befahl ihm, Geduld zu haben und ihnen zu ver- 
zeihen. Gegen Ibn Aschraf riss ihm aber die Geduld." 

„Der Bote Gottes machte bei seiner Ankunft mit den Quraitza 
und alNadir und mit den übrigen Juden in Medina einen Vertrag, 
dass sie nicht mit ihm und nicht wider ihn wären, oder nach an- 
derer Auifassung, dass sie ihm Hilfe leisteten gegen diejenigen, die 
ihn angriffen, und dass sie in ihren alten Sitzen'), unter den Aus 
und den Chazrag, wohnen bleiben sollten". 

Die Stellen sind wertvoll für die Deutung des Zweckes des 
Vertrages, zu der wir nunmehr übergehen wollen. Medina wird 
darin als eine einheitliche ümma verfasst (§ 2), und es wird ge- 
sagt, in wie weit die alten Verhältnisse durch die neue Verfassung 
geändert und nicht geändert werden. Umma bedeutet nicht Ver- 
wandtschaftsverband, sondern Gemeinde schlechthin. Gewöhnlich 
ist es die Religionsgemeinde, nicht erst seit dem Islam, sondern 
schon vorher (Nabigha 17, 21). Auch in unserer Urkunde hat 
Umma einen religiösen Beigeschmack. Sie ist die Schutzgemein- 
schaft Allahs. Allah waltet über ihr und in seinem Namen Mu- 
hammad (§ 15. 47). Der Glaube ist das Band, die Gläubigen sind 
die Träger der Einheit. Sie sind die Hauptverpflichteten und die 
Hauptberechtigten in der Gemeinde. 

Gleichwol gehören nicht bloss die Gläubigen dazu, sondern 
auch alle die ihnen folgen und sich ihnen anschliessen und mit 
ihnen kämpfen (§ 1), d. h. alle Bewohner von Medina. Die Umma 
umfasst ein rundes räumliches Gebiet; ganz Medina ist eine Stätte 
unverletzlichen Friedens für die Genossen der Schrift^). Unter 
den An^är gibt es noch Heiden, sie werden nicht ausgeschlossen 



^) Die Juden und die nicht zu den Banu Qaila gehörigen Geschlechter, 
welche mit den Juden von alters her zusammen hielten. 

2) ma*äqil vgl. p. 20 n. 1. 

3) d. h. für die Einheimischen; es soll damit nur gesagt werden, dass es 
kein Asyl für flüchtige Verbrecher sein solle. 



Muhammads Gemeindeordmmg von Medina. 75 

(§ 20). Atich die Juden und die mit ihnen von alters her verbun- 
denen Reste einer älteren arabischen Bevölkerung der Stadt werden 
aufgenommen, als Beisassen der An^är, unter denen sie wohnen. 
Sprenger (III p. 23 n. 2) meint zwar, es sei nicht die Rede von 
geborenen Juden, sondern von Mitgliedern ausitischer und chazra- 
gitischer Geschlechter, die das Judentum angenommen hätten^). 
Indessen haben unsere Juden, denen fast die ganze zweite Hälfte 
der Schrift gewidmet ist, viel zu viel Autonomie und Konsistenz; 
es ist überhaupt nur von Judenschaften, nicht von einzelnen Juden 
die Rede. Zum Judentume übergetretene Ausiten oder Chazragiten 
wären gar nicht besonders erwähnt, sondern einfach mit ihren Ge- 
schlechtern gegangen, aus denen sie ja durch den Uebertritt nicht 
ausschieden. Sie hätten keine Bitäna und keine Eidgenossen sol- 
cher Art, wie die Gafna und die Schutaiba, haben, nicht auf eigene 
Hand Krieg führen können oder auch sich fern halten, wenn ihr 
Geschlecht Krieg führte. Sie wären überhaupt keine politische 
Grösse gewesen, mit ihnen hätte kein Vertrag geschlossen werden 
können. Wenn die Juden in § 25 — 31 nicht mit ihren eigenen 
Namen, sondern nach den Geschlechtern der An^är, unter denen 
sie wohnten, genannt werden — worauf wahrscheinlich Sprenger 
seine Ansicht stützt — , so sollen sie dadurch als deren Beisassen 
charakterlsirt werden; ihr altes Verhältnis zu den An^är wird in 
die Umma herübergenommen. Richtig unterscheidet Vaqidi in dem 
vorislamischen Medina eine herrschende Bevölkerung, die An^är, 
und Beisassen, die aus jüdischen und judaisirten Sippen bestehen. 
Richtig sagt er, dass Muhammad bei seiner Ankunft die Absicht 
hatte, alle diese Elemente zu vereinigen, dass er die sämtlichen 
Juden in ihren alten Verbindungen mit den- Aus und denChazrag 
beliess, und dass er auch die Nadir und Quraitza nicht ausschloss. 
An dem Beitritte der letzteren Judenschaften könnte man noch 
am ehesten zweifeln, weil sie ziemlich selbständig waren und nur 
in lockerer Beziehung zu den Aus standen. Aber die Juden der 
Banu 'lAus und Tha*laba (§ 25 — 31) können kaum andere sein 
als die Nadir und die Quraitza, die zwischen den Ausallah nnd 
den Tha'laba b. Amr b. Auf wohnten. Dass das gute Verhältnis 
zu ihnen nicht lange vorhielt, kann nicht als Einwand dagegen 
vorgebracht werden, dass es anfangs bestand, dass wenigstens dem 



^) Ich bezweifle, dass es solche in irgend nennenswerter Zahl gegeben hat. 



76 Muhammads GiemeiiideordnuQg you Medina. 

Propheten anfangs daran lag, es zu stände zu bringen. *Die Juden 
gehörten natürlich nicht so eng zur Umma wie die Quraisch und 
die An^är; der Grad der Zugehörigkeit konnte verschieden sein, 
ein Analogen des altarabischen Unterschiedes von Vollbärtigen und 
Beisassen bestehen bleiben. 

Gleichbedeutend damit, dass die Umma auch Heiden und Juden 
umfasst, ist es, dass sie überhaupt nicht aus Individuen, sondern 
aus Geschlechtern besteht. Konsequent hätte Muhammad die Gläu- 
bigen ihrer Verwandtschaft entnehmen und die Atome neu organi- 
siren müssen. Das tut er nicht; er sagt ausdrücklich, dass die 
Geschlechter — auch die Muhägira zählen als selbständiges Ge- 
schlecht — bleiben sollen wie sie sind, und als solche in die Umma 
eintreten sollen. Er nimmt die alte Organisation ruhig in das neue 
Ganze herüber; der Gedanke der Möglichkeit einer nicht von Natur 
gegebenen, sondern gemachten Gemeinschaftsgliederung ist ihm 
vielleicht überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Er benutzt die 
Geschlechter als Cadres seiner neuen Gemeinde, er belässt auch die 
Geschlechtshäupter in ihrer alten Stellung und ersetzt sie nicht 
durch von ihm ernannte Beamte. Er konnte nicht anders verfahren, 
wenn er Friede und Ordnung in Medina stiften und das ganze Ge- 
biet der Stadt zu einem Haram machen wollte. Hätte er nur die 
Gläubigen um sich gesammelt, so wäre ein neuer eigenartiger Ver- 
band zu den alten hinzugetreten, und Zank und Fehde hätten kein 
Ende genommen. Indem er sie innerhalb ihrer Geschlechter beliess, 
wurden sie nicht nur der Kitt, der die Geschlechter vereinigte, 
sondern auch der Sauerteig, der mit der Zeit das Ganze durch- 
säuerte. Die Umma war zunächst eine ziemlich lose politische 
Einheit; da aber die Muslime die Seele der Einheit waren, so 
konnte es nicht fehlen, dass die politische Einheit dahin strebte, 
Einheit des Glaubens zu werden und sich dadurch gewaltig zu ver- 
festigen. Man muss dabei die Natur des arabischen Geschlechts in 
Anschlag bringen; der Einzelne verpflichtet alle, und davon haben 
immer die Aktiven den Vorteil. Die Aktiven waren die Gläubigen, 
sie rissen durch ihren auf der Religion beruhenden Gemeinsinn die 
Partikularisten mit sich fort. Je mehr der Glaube wuchs, desto 
mehr überschattete die Umma die Geschlechter. 

Wo beginnt nun, nach dem Wortlaut der neuen Gemeinde- 
ordnung, die Umma einzugreifen und wie begrenzt sie die Befug- 
nisse und Obliegenheiten der Geschlechter? Vorbehalten bleiben 



Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 77 

den Geschlechtern ^), in Ermangelung einer Staatskasse, namentlich 
die Ausgaben, die nicht der Einzelne zu bestreiten hat, das Zahlen 
der Blutschuld und die Lösung der Gefangenen '). Die Rache wird 
der Familie zwar nicht ganz, aber doch zum teil entzogen, wie 
wir demnächst sehen werden. In bezug auf die Klientel bleibt es 
beim Alten. Keiner darf dem anderen seinen Klienten abwendig 
machen (§ 12). Sogar die Igära, das Recht der Schutzgewähr, 
wird nicht auf das Ganze übertragen; vielmehr darf jeder Einzelne 
einen fremden Mann in Schutz nehmen, eine fremde Frau aller- 
dings nur mit Erlaubnis ihrer Vei-wandten (§ 15. 41). Nur für 
einen Angehörigen der Quraisch, der erkläi-ten Feinde der Gemeinde, 
gilt die Igära unter keinen Umständen (§ 20. 43). 

Daran geben muss das Geschlecht das Fehderecht. Vor allem 
gegen innen, d. h. gegen die übrigen Geschlechter von Medina; 
denn der erste Zweck der Umma ist der, den Kampf im Innern 
zu verhüten, und die etwa vorkommenden Streitigkeiten auf fried- 
lichem Wege zum Austrage zu bringen. „Wenn ihr über irgend 
eine Sache im Streite seid, so muss sie vor Gott und vor Mu- 
hammad gebracht werden" (§ 23. 42). Ist aber der innere Friede 
durch Gewalt und Frevel gebrochen, so hat nicht bloss der Belei" 
digte oder dessen Geschlecht, sondern die Gesamtheit, und insbe- 
sondere auch die Verwandtschaft des Verbrechers, die Pflicht, 
gegen ihn mit vereinten Kräften einzuschreiten und ihn, wenigstens 
in dem Hauptfalle, dass er Blut vergossen hat, dem Bluträcher aus- 
zuliefern, dem es dann frei steht, Blut um Blut zu vergiessen oder 
Sühngeld zu nehmen (§ 12. 21. 22). Also die Vollstreckung der 
Rache verbleibt der Familie. Nur die Verfolgung und Sistirung 
des Verbrechers ist Pflicht der Gesamtheit; von einer Strafgewalt 
der Gesamtheit oder ihres Vertreters ist nicht die Rede. Die in 
§22 angedrohte Strafe ist eine geistliche: der Fluch Gottes und 
sein Zorn am Tage der Auferstehung. Gleichwol geschieht hier 
ein sehr bedeutender Schritt, um die Rache von der Familie auf 
den Staat zu übertragen und sie dadurch zur Strafe zu machen. 
Er genügt, um die innere Fehde zu beseitigen. Innerhalb Medinas 

. ^) Ich mache hier keinen unterschied zwischen Gruppe, Geschlecht, und 
Sippe. Vgl. jedoch zu § 3—11. 

2) Vgl. den Namen al'Aqila für denjenigen grosseren Verwandtschafts- 
verband, dem die Aufbringung der Sühne (Aql) oblag. Die Empfiin^er da- 
gegen sind nur die nächsten Erben. 



78 Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 

herrscht Landfriede, allgemein und ohne Ausnahme. Es gibt 
nicht so viel Schutzgenossenschaften als es Geschlechter gibt, 
über die hinaus dann der Schutz nicht reicht, sondern es gibt 
nur einen und allgemeinen Schutz, einen und allgemeinen Frieden, 
den der Gemeinde (§ 15). Daraus folgt, dass die Schutzgewähr, 
die jeder einzelne auszuüben auch fernerhin berechtigt ist, nicht 
bloss das Geschlecht desselben, sondern die Gesamtheit verpflichtet 

(§ 15). 

Der andere Zweck der ümma ist, die Geschlechter zur Ab- 
wehr äusserer Feinde zu vereinigen. Die Gläubigen sind sich gegen- 
seitig zu Schutz verpflichtet gegen die Menschen (§1. 2. 15. 44). 
Die Gläubigen sind, im legitimen Kriege, einer des anderen Blut- 
rächer (§ 19). Also nicht der Bruder für den Bruder hat gegen 
die Feinde die Rachepflicht, nicht das Blut für das Blut, sondern 
der Gläubige für den Gläubigen. Mit anderen Worten die Blut- 
rache, die im Innern nur beschränkt wird, wird gegen aussen auf- 
gehoben, und damit gewinnt der legitime Krieg einen ganz anderen 
Charakter: Er wird dem Begriffe der Blutrache, mit dem er früher 
zusammenfiel, entzogen; er wird militärisch. Wie der Krieg, so 
ist auch der Friede der Gläubigen allgemein; kein Gläubiger kann 
für sich, mit Ausnahme eines anderen Gläubigen, Frieden schliessen, 
sondern die Bedingungen müssen für alle gleich sein (§ 1 7) ^). 

Was die Judenschaften zu Medina betrifft, die als Beisassen 
in einem etwas anderen Verhältnis zu der ümma stehen als die 
Muhägira und die Banu Qaila, so verwalten sie ebenfalls ihre 
eigenen Angelegenheiten wie früher, behalten auch, ihre Klientel 
und das Recht der Igära, welches sie nur nicht gegen die Quraisch 
ausüben dürfen. Zu gunsten der ümma aber wird ihre Selbst- 
herrlichkeit ähnlich beschränkt wie die der arabischen Geschlechter. 
Die Fehde gegen die Genossen der Schrift ist ihnen verboten, sie 
müssen Urteil nehmen vor Muhammad*). Sie müssen ferner Bei- 
stand leisten gegen die, welche Jathrib angreifen, und Geld bei- 
tragen zu solchen Kriegen der Gläubigen, an denen sie sich nicht 
aktiv zu beteiligen brauchen (§ 37. 38. 44). Das Fehderecht gegen 



^) Darin liegt die Korrektur der Igära des Einzelnen. 

2) Sie brauchen natürlich nicht all ihre Sachen vor ihn zu bringen; häus- 
licher Streit, der nicht zur Fehde führt, kann auch innerhalb des Hauses ent- 
schieden werden; von einer gänzlichen Aufhebung der Gerichtsbarkeit der 
Judenschaften ist keine Rede. Gegen A. Müller, der Islam I p. 96. 



Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 79 

aussen verlieren sie nicht gänzlich^); doch dürfen sie nicht zu 
Felde ziehen ohne Erlaubnis Muhammads, ausgenommen bei ganz 
untergeordneten AfFairen (§ 36). 

Ob man darnach schliessen kann, dass auch die arabischen 
Geschlechter das Fehderecht gegen aussen nicht ganz eingebüsst 
haben, stehe dahin. Wichtiger ist eine andere Frage. Die Juden 
haben sich nicht aktiv an den Kriegen der Gläubigen, an dem 
Kriege in Sachen Gottes, zu beteiligen, es sei denn, dass es sich 
um Abwehr eines Angriffes auf Medina handelt. Werden nun auch 
die heidnischen Geschlechtsangehörigen der Muslime vom Kriege 
der Gläubigen ausgeschlossen? Eine solche Bestimmung fehlt; es 
werden überhaupt gar keine Unterschiede der Pflichten und Rechte 
unter den Angehörigen der Aus und Chazrag gemacht. Die Gläu- 
bigen treten von § 12 an für die vorher aufgezählten sämtlichen 
Gruppen der Banu Qaila nebst den Quraisch so ein als wäre der 
Teil das Ganze. Man hat zu bedenken, dass sie nach altarabischen 
Begriffen von den Ihrigen nicht im stich gelassen werden konnten, 
wenn sie vorgingen. Sonst hätten sie aus ihrem Blutsverbande 
ausgestossen werden müssen, und dazu waren sie offenbar zu mäch- 
tig und zu zahlreich. Es bleibt trotzdem unklar, was der Krieg 
in Sachen Gottes ist und wer ihn zu führen hat. Wenn es nur 
der Defensivkrieg gegen die Quraisch wäre — was man zunächst 
anzunehmen geneigt sein könnte — , so mussten selbst die Juden 
sich daran beteiligen; nach dem Grundsatz, dass zur Abwehr feind- 
licher Angriffe alle Genossen der Schrift zusammenstehen müssen. 
Andererseits hören wir, dass zum Mitmachen einer Expedition gegen 
die Quraisch Muhammad vor der Schlacht von Badr nicht einmal 
die gläubigen An^är für verpflichtet hielt. 

Es sind wenige, politisch freilich sehr wichtige Punkte, die in 
der Gemeindeordnung zur Sprache kommen, und auch diese werden 
nicht sehr klar behandelt: es wird immer wieder an die Loyalität 
des Verständnisses appellirt. Diese Unvollständigkeit und Unklar- 
heit ist ein praktischer Vorteil für den stärkeren Teil, dem die 
authentische Interpretation zusteht. Ich meine jedoch nicht, dass 
die Urkunde mit Absicht zweideutig redigirt worden sei. Sie ist 

^) Die Einschränkung, die sie sich gefallen lassen mussten, war auch in 
diesem Punkte nicht so gross wie A. Müller a. 0. meint. Ohne Zweifel aber 
wurde der Verlust reichlich eingebracht durch den Gewinn: Sicherheit gegen 
innen und aussen. 



80 Muhammads Gemeindeordnung von Medina. 

im Stil der Zeit, so gut man es konnte, aufgesetzt, und in der 
Absicht, den noch nicht für den Islam gewonnenen Elementen nach 
Möglichkeit entgegen zu kommen. 

Sie stammt sicher aus dem Anfange der medinischen Periode, 
wohin Ibn Ishaq und Vaqidi sie setzen. Muhammad tritt darin 
sehr bescheiden auf. Er gibt die Verordnung nicht in der Form 
eines göttlichen Diktates, welches hernach Qurän wird: das ist sehr 
merkwürdig. Er greift so wenig wie möglich ein und ändert die 
alten Verhältnisse nur so weit als es unumgänglich notwendig war, 
um ein in sich befriedetes und gegen aussen zusammengeschlossenes 
Gemeinwesen zu gründen: Er belässt die Heiden innerhalb ihrer 
als gläubig angenommenen Geschlechter. Er belässt die Juden als 
Beisassen der An^är innerhalb der Umma. Und zwar ohne dass 
er erwartet, sie würden zum Islam übertreten. Bei seiner Ankunft 
in Medina hatte er das erwartet; in der allerersten Zeit nach der 
Flucht kann also die Gemeindeordnung nicht entstanden sein; sie 
verrät sogar schon ein gewisses Mistrauen gegen die Juden. Aber 
sie ist jedenfalls vor der Schlacht von Badr verfasst; denn nachher 
führte Muhammad eine ganz andere Sprache, gegen jedermann, und 
besonders gegen die Juden*). 

Die Echtheit des Schriftstückes wurde bisher vorausgesetzt. 
Sie ist von niemand bestritten und lässt sich nicht bestreiten. Ein 
Fälscher hätte den Erwartungen einer späteren Zeit entsprochen. 
Keinem guten Muslim der Umajjiden- oder gar der Abbasidenzeit 
wäre es eingefallen, die Umma über die Gemeinschaft des Glaubens 
hinausreichen zu lassen^); keiner hätte den Hass gegen die Quraisch, 
als die eigeiitlichen Ilauptfeinde Gottes, so hervorgekehrt; keiner 
hätte *den Gedanken einer Ordnung des Gemeinwesens zu Medina 
durch den Propheten gefasst, in welcher er von seiner göttlichen Voll- 
macht so wenig ausdrücklichen Gebrauch macht ^). Nicht weniger 
wie der Inhalt spricht die Form für die Echtheit. Die Kürze und 
die mangelhafte Durchsichtigkeit der Sätze ist für Zeitgenossen be- 
rechnet, die schon Andeutungen verstehen; man fühlt sich mitten 

^) Vaq. p. 93 sq. ed. Kremer p. 181. 

2) z. B. BH. 296 sq. ist die Meinung, dass sofort mit der Ankunft des 
Propheten die Bande der An^är mit den Juden zerrissen seien. 

^ Hiemit sind zugleich die Gründe genannt, warum der Wortlaut der 
Gemeindeordnung nur von dem einzigen Ibn Ishaq mitgeteilt wird, der frei- 
lich alle anderen Überlieferer aufwiegt und überwiegt. 



Muhammads Gemeindeordnung von Medina. gl 

in die Voraussetzungen der damaligen Gegenwart iiineia versetzt. 
Muhammad heisst Muhammad oder Muhammad der Nabi, nur zum 
Schlüsse einmal Muhammad der Bote Gottes; die Muslime heissen 
die Gläubigen wie im Qurän. Manche eigentümliche Ausdrücke finden 
sich \ man empfängt im Ganzen den Eindruck alter bechtsspcache, 
nur einzelne angehängte Phrasen tragen das muslimische Gepräge. 
Auffallend ist nur, wie wenig nach dem Siege von Badr der 
Vertrag in den Beziehui;igen Muhammads gegen die Juden zjir 
Geltung kommt. Er ist so unwirksam, dass man an seinem Be- 
stehen irre wird. Ein oder zweimal wird zwar berichtet, dass 
allerhand Unverschämtheiten der Juden ungestraft blieben, weil 
sie Sqhutzgenossen waren — das war aber wol noch vor der Schlacht 
von Badr^). Im Übrigen denke man an die Vertreibung der 
Qainuqä und der Nadir, an die Ermordung des Ibn alAschraf, 
des Ibn Sunaina, und des Abu Räfi*. Einmal soll Muhammad so- 
gar den Muslimen geboten haben, jeden Juden, der ihnen in die 
Hiinde falle, niederzumachen^). Statt der Friedensgemeinschaft 
herrscht versteckte oder offene Feindschaft. Trotz allen einzelnen 
feindseligen Akten aber bleibt für diejenigen Juden, die nicht un- 
mittelbar dadurch betroffen worden sind, daä Vertrags Verhältnis 
einfach fortbestehen, obwol es auch für sie hernach nicht die ge- 
ringste Wirkung hat. Nach der Vertreibung der Qainuqä geht 
Muhammad zu den Nadir, um von ihnen, als guten Freunden, 
einen Beitrag zur Bezahlung eines Sühngeldes zu erbitten. Er ent- 
fernt sich aber plötzlich, weil er zu erkennen glaubt, dass sie Ver- 
rat gegen ihn im Schilde führen, und auf grund ihres angeblich 
vorgehabten Treubruches erklärt er ihnen dann den Krieg und 
treibt sie aus. Die Quraitza ficht das nicht an, sie bleiben im 
Bunde, bis sie auch daran kommen ihn zu brechen und zur Strafe 
dafür alle Männer von ihnen hingerichtet werden. 



2) BH. 388, 17. Vaq. ed. Kremer 309, 12 sq. 

^ BH. 553. Vaq. p. 98. Vaqidi lässt darnach allerc^ngs das alte Verhält- 
nis alsbald wieder hergestellt werden durch einen schriftlichen Vertrag, den 
die eingeschüchterten Juden unter der Palme im Hofe der Ramla bint alUarith 
mit Muhammad abgeschlossen hätten. — Vgl. noch Vaq. 106: die Juden, die 
mit M. bei Uhud kämpfen wollen, werden von ihm fortgeschickt; Vaq. 124 
(BH. 354): es wäre die Pflicht der Juden gewesen, bei Uhud mit zu kämpfen, 
obgleich es Sabbat war. 

Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. IV. G 



g2 Muhammads Gemeindeodrnung von Medina. 

Dass das Verhältniss Muhammads zu den Juden durch seinen 
Vertrag mit ihnen tatsächlich so wenig genirt erscheint, erklärt 
die Tradition, wie man sieht, sehr einfach. Jede feindselige Hand- 
lung des Propheten gegen sie ist nach ihr hervorgerufen und ge- 
rechtfertigt durch eine begangene oder befürchtete Heimtücke der 
Juden, wobei sie freilich nicht die Absicht haben den Vertrag offen 
zu brechen^). Zu dieser Auffassung gibt Muhammad selber im 
Quran authentische Anleitung (Sur. 8, 57—- 60). ^Die schlimmsten 
Wesen vor Gott sind die Undankbaren, die nicht glauben; die- 
jenigen von ihnen '), mit denen du einen Vertrag eingegangen bist, 
den sie dann bei jeder Gelegenheit brechen. Also wenn du sie 
durch Krieg in deine Gewalt bekommst, so schrecke durch sie die 
anderen^), damit sie vielleicht sich warnen lassen, und wenn du 
von ihnen Untreue befürchtest, so kündige ihnen den Frieden, denn 
Gott liebt die Treulosen nicht". Wir werden die Perfidie vielmehr 
auf Seiten Muhammads erblicken. Er war froh über jeden Anlass, 
der ihm das Recht zn geben schien die Juden zu ächten, und er 
machte einen, wenn er keinen fand. Indessen bleibt mir doch ein 
Zweifel, ob überhaupt ein schriftlicher Vertrag bestand, den beide 
Teile in Händen hatten. Die Juden berufen sich nie auf ihren 
Schein. Die Quraitza beliaupten, es bestehe kein Bund zwischen 
ihnen und Muhammad (BH. 675). Ihr Haupt, Ka'b b. Asad, zer- 
reisst nicht ein Schriftstück, sondern einen Schuhriemen, um seinen 
Bruch mit den Medinensern symbolisch zu bekräftigen (Vaq. 197). 
Auf jeden Fall kann es keinen Gesamtvertrag mit den Juden, son- 
dern nur Spezial vertrage mit ihren einzelnen Verbänden gegeben 
haben. Denn die Judenschaften bildeten keine politische Gemein- 
schaft unter sich, sondern eine jede hielt zusammen mit einem 
benaclybarten arabischen Geschlechte. Wie es mir vorkommt, hat 
Muhammad weiter nichts getan, als dass er die bestehenden Ver- 



') Vgl. den Verß Hassans BH. 712,12. 

^ Das sind die medinischen Juden. 

•) Die Tradition versteht: nachdem du die Qainuqä in die Gewalt be- 
kommen hast, so statuire an ihnen ein Beispiel, wodurch sich die anderen 
Judenschaften warnen lassen. Ungefähr wird das der Sinn sein; doch können 
zu den Qainuqä auch noch die Nadir und selbst die Quraitza hinzugefügt wer- 
den; denn es blieben nach ihnen noch immer manche Juden in Medina übrig 
(Vaq. 264). Der Grundsatz ist gewiss erst aufgestellt, nachdem er bereits 
praktisch erprobt war. 



Muhammads Gemeindeorgnung \on Medina. 83 

bindungen der einzelnen Judenschaften mit den einzelnen Ge- 
schlechtern oder Gruppen der An^är unangetastet gelassen und in 
die Umma übernommen hat. Sein Verhältnis zu den Juden war 
kein direktes, sondern ging über die An^är. Es sind immer in 
erster Linie die An^är, welche Verpflichtungen gegen die Juden 
haben und für sie einstehen; Muhammads Verpflichtung gegen sie 
ist daraus erst abgeleitet und nur die Rücksicht auf die An^är 
bewegt ihn, sie nicht einfach als vogelfrei zu behandeln. Dass 
auch ein nicht stipulirtes, sondern auf Nachbarschaft und Gewohn- 
heit beruhendes Verhältnis 'alid und dhimma genannt wird, ist 
bekannt. Diese Ausdrücke enthalten an sich nichts, was auf Ab- 
machung, geschweige auf schriftliche Abmachung hindeutet. 

Indessen bezweifle ich darum doch nicht die Authentie der 
von Ibn Ishaq uns mitgeteilten Gemeindeordnung von Medina. Sie 
enthält aber keinen Vertrag mit den Juden, sondern nur eine 
weniger ihnen als den An^är gegebene Bestätigung ihrer alten Ver- 
hältnisse, unter gewissen durch die Lage der Dinge notwendig be- 
dingten Beschränkungen. Sie ist überhaupt keine wirkliche und 
eigentliche Vereinbarung. Es fehlt der notwendige Eingang einer 
solchen, z, B. die Anfangsformel bismika allahumma. Es wird 
auch nichts berichtet über Verhandlungen, die dem Abschluss vor- 
hergingen, und über eine Zusammenkunft der Parteien, worin der 
Abschluss, durch allseitige feierliche Verpflichtung, vollzogen wurde. 
Das Schriftstück schneit bei Ibn Ishaq vom Himmel herunter; über 
den Process, durch den es zu stände gekommen, herrscht tiefstes 
Schweigen. Es ist ein einfacher Erlass Muhammads, worin er die 
Ordnung des Gemeinwesens, wie sie sich seit seiner Ankunft in 
Medina praktisch schon entwickelt hat, kodificirt. Es ist kein Ge- 
setz — das hätte von den Parteien vereinbart und beschworen 
werden müssen ; sondern nur eine öffentliche Darlegung der Haupt- 
artikel des geltenden Staatsrechtes der Umma. Von seinem histo- 
rischen Werte verliert es natürlich dadurch gar nichts. 



IBN 8A'D, 



DIE SCHREIBEN MUHAMMADS UND DIE GESANDTSCHAFTEN 

AN IHN. 



Die noch nicht veröffentlichte iSira des Ibn Sad, die den 
Tabaqat voraufgeht, kommt im allgemeinen neben der des Ibn 
Ishaq und neben den Maghazi des Vaqidi nicht ia Betracht. Aber 
sie enthält zwei Kapitel, deren Inhalt in anderen älteren Werken 
sich nicht so bei einander findet: über die Schreiben (Kutub) des 
Propheten, und über die Besuche (Vifädät) der Araber, die er 
empfing. Diese beiden Kapitel hängen eng zusammen. In der 
Regel kommen die Araber zu dem Zwecke nach Mediua, um über 
ihre Aufnahme in das muslimische Gemeinwesen zu verhandeln, 
und die Urkunden, die M. ihnen ausstellt, enthalten die Bedin- 
gungen, unter denen diese Aufnahme erfolgt. Sehr vielfach kehrt 
darum der gleiche Stoff hier und dort wieder; die Schreiben M,'s 
und die Deputationen der Araber an ihn lassen sich nicht trennen. 

Was Ibn Sa*d in dieser Beziehung zusammengestellt hat, ist 
allerdings durchaus nicht lückenlos. T^amentlich lässt er allerlei 
Hergehöriges aus, was uns bei Ibn Ishaq erhalten ist, z. B. das 
Schi'eiben, welches M. dem Amr b. Hazm mitgab (BH. 961 sq. 
vgl. § 18), das Schreiben an die Hamdan (BH. 963 sq. vgl. § 124), 
den Besuch Garüds am Hofe von Medina (BH. 944 sq. vgl. § 98). 
Ohne Zweifel hat er Ibn Ishaq gelesen, vielleicht wollte er allge- 
mein Bekanntes nicht wiederholen. Anderes mag ihm entgangen 
sein, z. B. das Schreiben an Thumäma b. Uthäl (BH. 971), und 
die Deputation von Abdalqaisiten , von welcher Boch. I 12. 18 
die Rede ist. Unangenehmer noch als dergleichen Lücken sind 
die starken Verkürzungen, die er sich erlaubt, wie ein Vergleich 
der Parallelen an manchen Punkten erkennen lässt. Aber wenn- 
gleich dadurch der Wert des Dargebotenen einigermassen geschmä- 
lert wird, so wird er doch keineswegs aufgehoben. Man gewinnt 



88 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

hier doch eine viel vollständigere und genauere Vorstellung von 
dem Hergange bei der „Bekehrung der Araber'* als aus Ibn Hischam 
oder aus Tabari. Sprenger hat dafür ein Auge gehabt und in der 
zweiten Hälfte des dritten Bandes seiner Geschichte Muhammads 
den ganzen Stoff der in Rede stehenden zwei Kapitel ausführlich 
mitgeteilt, mit hinzugefügten Ergänzungen aus der T^äba und an- 
deren späteren Werken. Seinen geschichtlichen Sinn hat er da- 
durch wieder einmal bewährt, aber eioe Ausgabe und genaue Über- 
setzung nicht überflüssig gemacht. 

Ibn Sa'd hat beinah ausschliesslich drei seiner Vorgänger be- 
nutzt oder richtiger ausgeschrieben, den Vaqidi (Muhammad b. Umar 
alAslaipi), den Ibn alKalbi (Hischam b. Muhammad b. alSäib), und 
den Madäini (Ali b. Muhammad alQuraschi). Den Ibn Ishaq citirt 
er nie; .nach dem Beispiel seines Herrn und Meisters, des Vaqidi, 
scheint er ihn grundsätzlich tot zu schweigen. Das erste Kapitel, 
über die Boten und Schreibeij des Propheten, ist fast ganz dem 
Vs^qidi entlehnt, ausgenommen nur § 10.^ § 48—56. Auch die Zu- 
sammenstellung des Stoffes, die hier sehr unordentlich und prin- 
ciplos ist, rührt wol von Vaqidi her; denn Vaqidi hat den zu- 
samni.enfassenden Isnad (vor § 1) .vorangestellt, worauf sich später 
daß qälü am Anfange der Paragraphen zurück bezieht^). Für das 
zwpite Kapitel, über die Besuche oder die Deputationen der Araber, 
ist eine Abhandlung des Madaini zu gründe gelegt. Wie vor § 1 
Vaqidi eine Zusammenfassung seiner Autoritäten gibt, so tut es in 
§91 Madäipi, und mit Rücksicht darauf heisst es dann später 
qä,lü. , Die aus anderen Quellen geschöpften Nachrichten werden 
als Unterbrechungen empfunden, upd nachdem sie mitgeteilt sind, 
wjrd. der Hauptfaden, wieder aufgenommen mit der Bemerkung: 
jet'4 kehrt die .Erzählung zurück zu Ali b. Muhammad. Indessen 
ist Madaini , für das zweite Kapitel lange nicht so ausschliesslich 
benutzt^ wie Vaqidi für das erste. Im Gegenteil tritt der Aufzug 
aus Madaini, sogar erheblich zurück gegen die Einschläge aus Va- 
qidi. und aus Ibn alKalbi. Die durch ihr Detail interessantesten 
Beiträge stamme^ von Ibn alKalbi. Ihn charakterisirt auch hier 
der objective Sinn für die heidnischen Antiquitäten und für die 
einst verehrten Götter. Er citirt mit Vorliebe Verse zur Bestäti- 



^.) Schon vor Vaqidi gab es Schriften über diesen Gegenstand, vgl. 
BH. 972, 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 89 

gung seiner Traditionen, er kümmert sich mehr wie die anderen 
Ulli das Nationale der handelnden Personen und verfolgt gelegent- 
lich iiir Schicksal über die Zeit ihrer Bekehrung zum Islam hinaus: 
drei von denen, denen der Prophet eine Fahne band, trugen ihre 
Fahne in der Schlacht bei ('iffin im Heere Muavijas, einer trug 
sie bei Qadisijja im Kampfe gegen die Perser^). 

Bei den Schreiben des Propheten erhebt sich die Frage, ob 
sie echt sind. Der Inhalt wird zuweilen überhaupt nicht angegeben, 
sehr oft wird er nicht im Wortlaut, mit Bismillah am Anfange, 
mitgeteilt, sondern nur in einem allerdings genauen Referat, wel- 
ches auch die Form und die Ausdrücke des Originals beizube- 
halten beflissen ist. Nur in wenigen Fällen gibt der Berichter- 
statter an, dass er die Urkunde selber gesehen und kopirt habe, 
oder wenigstens, dass sie noch im Besitze der Familie existire; 
einige male wird auch gesagt, auf was für Stoff sie geschrieben sei 
oder geschrieben gewesen sei"). lii den meisten Fällen weiss man 
nicht, ob die Urkunden noch vorhanden waren als man anfing sie 
zu sammeln; die Angaben über ihren Inhalt sind ein relata referre, 
sie stützen sich nicht auf Autopsie, sondern auf die Zeugenkette 
des Isnad, als unterschieden sie sich nicht von der gewöhnlichen 
Traditionsmasse. Am nördlichen Rand der arabischen Wüste vom 
mittelländischen bis zum persischen Meere, wohin sich sehr bald 
der Schwerpunkt des Islams verlegte, namentlich im Iraq und 
dessen beiden Hauptstädten, war eine gedrängte Übersicht, eine 
w^ahre Musterkarte all der kleinen Geschlechter und Stämme zu 
finden, deren ursprüngliche Sitze über die ganze grosse arabische 
Halbinsel zerstreut lagen. Die Hadithgelehrten brauchten nicht 
nach Sarat und Jaman zu gehen um von den Tugib, Bäriq, Ghä- 
mid, Gu'fi, Qanän u. s. w. Nachrichten über ihre Bekehrung zum 
Islam und ihre Beziehungen zu Muhammad einzusammeln; das 
konnten sie in Kufa und Ba^ra bequemer haben. Den Inhalt der 



^) Es wäre nicht wenig zu wünschen, dass das — soweit bis jetzt be- 
kannt — einzige erhaltene Buch des Ibn alKalbi, die im Besitze des Britischen 
Museums befindliche Genealogie (Gamhara?), herausgegeben würde. Sie könnte 
vielleicht die Grundlage für das Studium der Geschichte der alten Araber wer- 
den. Ich habe leider versäumt, sie mir anzusehen, als ich im Jahre 1880 im 
Britischen Museum arbeitete. 

2) Vgl. § 48. 73. 75. 142. — Leder § 48. 52 (vom Stiefel Alis, Wüstenfeld 
Register p. 441), Palmstengel § 60. 



90 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Schreiben, womit sie von dem Propheten beehrt waren, und auch 
die eigentumlichen Provinzialismen, die darin vorkommen, konnten 
die Adressaten wissen und überliefern, selbst wenn sie die Doku- 
mente, die als Rechtstitel für Landbesitz nur in ihrer alten Heimat 
von Wert waren, nicht in Händen hatten und auch keine Abschrift 
davon besassen. 

Mit diplomatischer Treue sind also die Schreiben Muhammads 
in der Regel nicht wiedergegeben. Für ihre Echtheit würde aber 
die sorgfältigste Abschrift nach Autopsie keine bessere Bürgschaft 
bieten als die oberflächlichste Wiedergabe ihres Inhalts nach blossem 
Hörensagen; man könnte sogar meinen, es sei leichter, Urkunden 
zu fälschen als Tradition zu falschen. Wir haben den genauen 
Wortlaut des Schenkungsbriefes an die Dariten, wir wissen, dass 
er von ihnen im Jahre 1097 den Behörden vorgezeigt, dass er end- 
lich vom Chalifen alMustangid (1160 — 1170) erworben und der 
Hofbibliothek einverleibt worden ist. Trotzdem unterliegt seine 
Echtheit den schwersten Bedenken^). Hätten wir die Originale 
selber, so würde eine paläogräphische Prüfung möglich und viel- 
leicht massgebend sein; so aber sind wir lediglich auf innere In- 
dizien angewiesen, nicht minder bei den nach Abschrift des Origi- 
nals, als bei den nach Überlieferung mitgeteilten Schreiben. 

Erdichtet ist ohne Zweifel der Brief an den Bischof Dughätir 
(§ 43). Erdichtet sind auch zwar nicht die Botschaften aber die 
Briefe an den Kaiser, den Kisra, die Ghassaniden, den Negus und 
den Muqauqis. Im allgemeinen jedoch hat man keinen Grund an 
der Echtheit der Schreiben zu zweifeln. Sie sind grösstenteils an 
unbedeutende entlegene Geschlechter, an unbekannte und wenig 
interessante Personen gerichtet. Sie sind sehr ungleich verteilt, 
sie häufen sich auf Abteilungen der Abdalqais, der Azd Umän und 
Schanua, der Harith b. Ka*b, der Madhhig und der Tajji, während 



Wüstenfelds Register p. 441 sq. M. gibt den Dariten eine Anweisung 
auf Hebron und Aenon, bevor Palästina und Syrien von den Muslimen erobert 
war. Es ist allerdings richtig, dass während der Impuls zur Eroberung des 
Iraq von den Beduinen, besonders von Bakr und Tamim, ausgegangen ist, die 
Eroberung Syriens auf die Initiative Muhammads selber zurückgeht. Aber 
trotzdem ist es unglaublich, dass syrische Beduinen sich im voraus eine An- 
weisung auf Land in partibus infidelium von M. haben ausstellen lassen: so 
festen Glauben in eventum hatte er wahrscheinlich selber nicht, geschweige 
dass er ihn in Ismael gefunden hätte. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 91 

manche grosse und berühmte Stämme beinah oder ganz leer aus- 
gehen. Sie entsprechen nicht den Vorstellungen der Späteren, so- 
fern sie uns Muhammad nicht als rigorosen Propheten, sondern als 
opportunistischen Politiker zeigen, der die Stellung derer die zum 
Islam übertreten nicht nach allgemeinen und gleichen Principien, 
sondern nach unter sich ziemlich verschiedenen SpezialVerträgen 
regelt und je nach Personen und Umständen mehr oder weniger 
verlangt, mehr oder weniger bietet. Die nicht wenigen Neu- 
bekehrten gewährte Vergünstigung, dass ihnen nicht der Zehnte 
abgefordert werden solle, erschien sehr bald ganz unerhört und 
wurde dahin interpretirt, dass ihnen der Zehnte nicht mehr als 
einmal im Jahre abzunehmen sei. Die den christlichen Bewohnern 
der Stadt Nagran ausgestellte Urkunde bereitete der Politik des 
Chalifen Umar die grösste Unbequemlichkeit; er fand ein Mittel 
sie für nicht mehr bindend zu erklären, bestätigte aber eben damit 
ihre Echtheit. Ich will nicht läugnen, dass, abgesehen von den 
bereits genannten Fälschungen, auch noch einige andere mit unter- 
laufen'), aber es sind wenige und sie hindern den historischen 
Gebrauch des Ganzen nicht. Der juristische Wert einer Landan- 
weisung fällt dahin, wenn sie gefälscht ist; der historische Wert 
wird weit weniger betroffen, wenn nur die Fälschung nach echten 
Mustern gearbeitet ist: und dafür sprechen vielerwärts die recht- 
lichen Termini und die Lokalausdi'ücke. 

Den Inhalt der Kutub und der Vifädat habe ich zwar in den 
vorhergehenden Bemerkungen schon vielfach berührt, halte es jedoch 
für der Mühe wert, noch einmal ausführlicher darauf zurückzu- 
kommen. Vfd bedeutet „zu Hofe gehen", um seine Aufwartung 
zu machen, Geschenke zu erhalten, Gefangene zu lösen (§ 103), 



') Daraus, dass Madfu das eine mal an Salima b. Malik, das andere mal 
an alAbbas b. Mirdas verliehen wird, ebenso Schaväq sowol an Haräm b. Abd- 
auf als auch an alZubair b. alAvväm (§ 34. 36), ergibt sich nicht notwendig 
ein Verdacht gegen die Echtheit der betreffenden Briefe. Sicher gefälscht ist 
das von Ibn Abbas citirte Schreiben des Propheten an Thumäma b. Uthäl 
ßA. IV 168. Aber dieses Schreiben führt Ibn Sa'd nicht mit auf, und so mag 
er auch andere Schreiben ausgelassen haben, weil sie ihm nicht zuverlässig 
schienen. Dass auf diesem Gebiete später viel gefälscht wurde, namentlich 
auch von den Ahl alDhimma, und nicht bloss auf den Namen Muhammads, 
sondern auch der ältesten Chalifen, ist gewiss. Vgl. z. B. bei Barhebraeus 
Chron. Eccles. (ed. Abbeloos et Lamy) I 358 ein Schreiben Alis an das Kloster 
von Gubba. 



92 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

um zu sondiren, zu verhandeln, anzuknüpfen und zu huldigen. 
Immer liegt darin eine Ehrerbietung gegen den Maufud 'alaihi, und 
gewöhnlich hat der Vafd keinen privaten, sondern öffentlichen 
Charakter*): er besteht aus den Abgeordneten eines Volkes, aus 
den Fürsten und Ältesten, die für die Ihrigen unterhandeln. Und 
so sind auch die Schreiben des Propheten in den wenigsten Fällen 
Privatschreiben; sie sind gewöhnlich an Fürsten und Stämme 
adressirt, die darin entweder zum Islam aufgefordert werden oder 
— und das ist der weitaus häufigere Fall — nach bereits erfolgtem 
Übertritt zum Islam über ihre nunmehrigen Rechte und Pflichten 
eine durch Zeugen beglaubigte Urkunde bekommen. Zuweilen 
sind es auch Instructionen^) an die Beamten Muhammads, die 
er als seine Residenten an die Höfe der Vasallen sendete, ohne 
dass dadurch für den Inhalt ein wesentlicher Unterschied ent- 
steht. 

Einige von den Urkunden sind schon vor dem Siege des 
Islams ausgestellt, wo es sich dann öfters nur um politischen, nicht 
auch um religiösen Anschluss an die Geme'nde von Medina handelt. 
Die meisten jedoch stammen aus der Zeit nach dem Siege, wo die 
Annahme der Religion Vorbedingung zum Anschluss an das Ge- 
meinwesen des Islams war. Unter dem Drang der Umstände, auch 
wol auf drohende Aufforderung, erscheinen die verschiedenen Depu- 
tationen in Gala vor dem Propheten, wenn er, etwa mit einem 
Palmstengel an dem noch die obersten Wedel sitzen in der Hand, 
in der Moschee von Medina „den Leuten sitzt", machen ihm ihre 
Aufwartung, bringen ihr Gewerbe vor und leisten gewöhnlich so- 
fort die Huldigung, obwol es auch vorkommt, dass erst längere 
Verhandlungen vorhergehen. Sie werden ehrenvoll aufgenommen, 
und wenn sie keinen besonderen Gastfreund haben, in einem öffent- 
lichen Hospiz, der Dar Ramla bint alHarith untergebracht und da- 
selbst verpflegt'). Sie verweilen einige Tage, um zu verhandeln, 
zu fragen und die Elemente des Islams zu lernen, dann werden 
sie verabschiedet, mit einem Geldgeschenk, das ihnen durch Bilal 



^) Freilich lässt sich das bei den alten Arabern nicht gut trennen. 

2) *ahd = Anstellungspatent. 

^) Sie bekamen manchmal Brot und Fleisch, manchmal Brot und Milch, 
manchmal Brot und Butter, manchmal Datteln § 101 — das war in Medina 
eine sehr üppige Verpflegung BH, 459 sq. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 93 

gereicht wird^), und in der Regel, wie es scheint, mit einer Ur- 
kunde, die zwar das Resultat von Verhandlungen ist, formell aber 
durchaus nicht als Vertrags Urkunde erscheint, sondern als ein von 
Muhammad gegebener Erlass. 

Die allgemeine Vorbedingung für die Aufnahme in den Staat 
von Medina ist, seit dem Fath und der Baräa, die Anerkennung 
Allahs und seines Boten, sowie der scharäi*, faräid und hudüd^) 
des Islam, für deren Erfüllung manchmal Zeugen gefordert wer- 
den^). Die fünf Hauptgebote werden an die Spitze gestellt. Sie 
werden aber durch Kitäb und Sunna ergänzt, und in vieler 
Hinsicht ist besondere und persönliche Unterweisung von nöten. 
Die allgemeine Untersagung des Wuchers genügt nicht: „wer die 
Saat auf dem Halme verkauft, treibt Wucher" (§ 71). Die Mit- 
glieder des Vafd richten allerlei Fragen an Muhammad, über „Er- 
laubtes und Verbotenes", über den Heilzauber, über Getränke, über 
das Gastrecht (§ 114), über den Begriff des (iuten (§ 102 a. E.); 
es gereicht ihnen zum Lobe, wenn sie recht eindringlich und rück- 
sichtslos fragen (§ 84). Muhammad tadelt an ihnen allerlei, was 
ihm nicht gefällt, ihre kostbare Tracht, ihre Harflechten (BH. 961), 
ihre abergläubische Sitte, das Herz nicht zu essen; er fragt nach 
ihren Götzen und gebietet sie zu zerstören. In manchen Punkten 
bestätigt er jedoch auch alte gute Ortssitten und -rechte. 

Die Hauptsache ist nicht der religiöse, sondern der politische 
Beitritt zu der islamischen Theokratie. Darum heisst dieser Bei- 
tritt bai*a, Huldigung^). Darum sind die praktisch wichtigsten 



5 Unzen, 10 Unzen, I2V2 Unzen: meist im Dezimalsystem, nicht 12, 
sondern 12 72. 

^ Faräid wird speziell gesagt Yon Steuersätzen und Erbteilungen, hu- 
düd von Strafbestimmungen (hadd von der Trauer der Frau). Aber beides 
wird daneben auch allgemein gebraucht in dem selben Sinne wie scharäi*, 
z.B. faräid BH. 944,5. Tab. I 1723,9, hudüd Boch. II 62. 91 (die hudüd 
Gottes sind sein Hima, das man nicht übertreten darf). Alle drei Ausdrücke 
werden zusammengestellt wie D^üBlJ^lom D^pPin HlHOn. 

*) Nur Christen, Juden und Zoroastrier werden in den Untertanenverband 
aufgenommen, ohne ihre Religion aufgeben zu müssen; sie müssen aber den 
Schutz, den sie gemessen, teuer bezahlen und haben keinen aktiven Anteil 
am Staate. 

*) Bai'a ist eigentlich Vertraj? (daher auch Kaufgeschäft) und wird gleich- 
massig von dem gesagt, der die Huldigung annimmt, und von denen, die sie 
leisten. Der Handschlag verpflichtet als Eid beide Seiten. 



94 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Bedingungen, die Muhammad stellt, im gründe politischer Natur. 
Er fordert Freundwilligkeit und Treue, Beistand mit Rat und Tat 
namentlich für den Kriegsfall, Abscheidung von den heidnischen 
.Nachbaren und Geschlechtsgenossen und Befehdung derselben, da- 
gegen Niederschlagung aller Blutforderung (und aller Zinsforderung) 
den Muslimen gegenüber'). Er fordert vor allem Steuern und 
Abgaben, das sogenannte Almosen, den Fünften und ausserdem 
noch seinen persönlichen Sonderanteil von der Beute. Die alte 
aristokratische Geschlechts Verfassung lässt er zwar bestehen, be- 
stätigt auch in der Regel die im Besitz befindlichen Fürsten und 
Ältesten, die eben zu diesem Zweck vor ihm erscheinen, um ihre 
Stellung, zu sichern: wenn er sich nicht genötigt sieht zwischen 
zwei Prätendenten zu entscheiden oder einen neuen Häuptling ein- 
zusetzen, weil die bis dahin herrschende Familie dem Islam feind- 
lich gegenüber steht ^). Aber zur Aufsicht gibt er der einheimischen 
Aristokratie seine Beamten bei und schärft ein, dass man sie 
freundlich aufnehmen und ihnen strikten Gehorsam leisten solle. 
Diese Beamten sind da, um Qaran zu lehren, zu weisen was er- 
laubt und verboten ist, zu richten, und besonders auch um die 
Steuern einzusammeln und abzuliefern. 

Ich habe bereits in einem anderen Zusammenhange zu er- 
wähnen gehabt, dass die Bedingungen nicht gleich für alle sind. 
Für die Almosensteuer werden manchmal bestimmte Sätze vor- 
geschrieben, manchmal geschieht das nicht, und es wird zuweilen 
sogar ausdrücklich gesagt, sie solle nicht als Zehnten erhoben, 
sondern wie man verstehet muss der Freiwilligkeit überlassen 
werden'). Desgleichen wird gewöhnlich bestimmt oder voraus- 



*) Daher warten die Ruäs mit ihrem Beitritt zum Islam so lange, bis sie 
ihre Rache an einem muslimischen Nachbarstamme genommen haben (§ 86). 

^ Den Gottesdienst soll derjenige leiten, der am meisten Quran kann. 
Der Imam ist gewohnlich als solcher auch das politische Haupt. Indessen 
wenn nach § 120 ein sechsjähriger Knabe, weil er die meisten Quran verse auf- 
geschnappt hatte, Gebetsvorsteher wurde, so kann man sich unmöglich Tor- 
stellen, dass er damit auch Familien- oder Geschlechtshaupt geworden sei. 
Im Übrigen ist jener Grundsatz gewiss nicht in allen Fällen befolgt worden, 
sogar meistens ideal geblieben. 

^ Die tarifirte Almosensteuer heisst immer ^^daqa, daher auch der 
Steuereinnehmer Mu^addiq. Tabari I 1722 sagt, diese ^adaqa sei durch 
Sur. 9, 104 sq. eingeführt und demgemäss im Jahre 9 die Steuereinnehiper zu- 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften au ihn. 95 

gesetzt, dass die Almosensteuer nach Medina gebracht wird, zu- 
weilen aber gestattet, dass sie an dem Orte, wo sie aufgebracht 
ist, bleibt und unter die Armen verteilt wird (§ 8. 85). Damit 
hängt zusammen, dass einigen Stämmen garantirt wird, es solle 
ihrer einheimischen Aristokratie kein Beamter Muhammads, d. h. 
vor allem kein Steuereintreiber, zur seite gesetzt werden (§ 61. 89). 
Anderen wird dazu noch das Privilegium odiosum zu teil, dass sie 
die Steuer von benachbarten Stämmen erheben dürfen (§ 28. 101. 
120). Auch bei der Gizja, welche die geduldeten nichtmuslimischen 
Untertanen zu bezahlen haben, finden sich beträchtliche Unterschiede; 
sie wird nicht nach allgemeinen und gleichen Grundsätzen, sondern 
nach SpezialVerträgen geregelt. 

Der wichtigste Vorteil, den die Zugehörigkeit zum islamischen 
Gemeinwesen bringt, ist die Gewähr von Friede und Sicherheit, 
gegen aussen und im Innern. Die Sicherheit und der Rechtsschutz 
im Innern ist das nicht am wenigsten dringende Bedürfnis; es wird 
erzählt, dass die Azd Um an den Propheten um einen Mann baten 
der sie in Ordnung halten könnte und dass sogar die christlichen 
Nagranier sich einen Richter von ihm holten. Alte Gerechtsame 
werden bestätigt, zweifelhafte und angefochtene festgestellt, neue 
verliehen; und alle bekommen sie an der Macht des jungen und 
energischen Staat einen bis dahin nicht gekannten Rückhalt. Merk- 
würdig zahlreich sind namentlich die Verleihungen und Bestäti- 
gungen von Landbesitz. Vorher gab es offenbar keine schriftlichen 
und überhaupt keine sicheren Titel. Es gab schon privaten Grund- 
besitz (namentlich der Fürsten) und ein gewisses Gewohnheitsrecht 
darüber, z. B., dass wer ein Stück Land urbar mache, dadurch das 
Eigentum daran erwerbe, aber wo keine zwingende Macht hinter 
dem Rechte steht, da ist kein Recht im eigentlichen Sinne. Der 
Islam leitet in der arabischen Volkswirtschaft eine neue allerdings 
nicht lange anhaltende Entwicklung ein: die Landgüter schiessen 
wie Pilze aus dem Boden, und namentlich die ersten Umajjiden 
legen mit Vorliebe ihr Vermögen in arabischem Grundbesitz an. 
Bezeichnend ist, dass Muhammad das unbenutzt liegende herren- 
lose Land von Duma den Muslimen vorbehält. 

Nachdem einmal das Gemeinwesen von Medina fest gegründet 
war und sich durchgekämpft hatte gegen die Juden und die Mekkaner, 

erst ausgesandt. Jedoch ist die ^adaqa in Sur. 9, 104 sq. nicht anders wie 
überall im Quran ein freiwilliges Almosen. 



96 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften- an ihn. 

hatte es gewonnen Spiel gegenüber der Anarchie und der Zer- 
splitterung, die in Arabien herrschte. Die zerstreuten Elemente 
sc];iossen wir von selber an den Krystallisationspunkt an. Der 
Hergang war vielfach ähnlich, wie bei der gegenwärtigen Ausbrei- 
tung der Herrschaft der Familie Raschid über Nordarabien, nach 
Doughtys Beschreibung. Zuerst bekommen die nächsten Nachbareu 
das Übergewicht des Einem Willen gehorchenden Reiches zu fühlen, 
sie werden mürbe gemacht und schliessen sich an (§ 92). Dadurch 
werden sie aus Angegriffenen zu Angreifern; selber vollkommen 
gedeckt durch die Solidarität, die alle Muslimen verbindet, haben 
sie nun die Pflicht weiter zu geben, was ihnen angetan ist. Sobald 
sich Na^r b. Auf und ^-urad b. Abdallah bekehrt haben, machen 
sie den ihnen stammverwandten Bürgern von alTäif und Gurasch 
durch beständige, Räubereien und Überfälle das Leben so sauer, 
dass diese sich keinen anderen Rat w^issen als ebenfalls dem Islam 
beizutreten: dann haben sie Ruhe und Sicherheit. Von Koalition 
gegen Muhammad findet sich abgesehen vom Grabenkriege nur ein 
einziges Beispiel, das der Haväzin, die bei Hunain besiegt wurden. 
In der Regel hat er es nur mit den kleinsten Elementen der 
grossen Stammverbindungen zu tun, nicht mit den Tajji, sondern 
mit den Muavija, Guvain, Ma'n, Qurra u. s. w. Jedes Geschlecht 
handelt für sich, und eins sucht dem anderen zuvorzukommen, um 
die besten Bedingungen in Medina zu erlangen. Die Fürsten be- 
nutzen die Macht des neuen Reiches um ihre Stellung und beson- 
ders auch ihren Besitz zu sichern, und Muhammad versteht es die 
Hirten an sich zu fesseln, damit sie die Heerden ihm zuführen. 
Alles bekommt einen neuen Stempel der Legalisirung. Davon 
haben sqwoI diejenigen Gewinn, deren alte Rechte und Privilegien 
jetzt bestätigt und gefestigt werden, als auch die outlaws, welche 
ihre bürgerliche Stellung verloren haben. Denn das im Heidentum 
vergossene Blut wird niedergeschlagen, und die Gemeinschaft des 
Islam öfi'net sich auch denjenigen, welche von ihrer Blutsverwandt- 
schaft exkommunicirt sind. In einem Falle empfängt eine ganze 
Räuberbande, bestehend aus Geächteten und Knechten der ver- 
schiedensten Herkunft, durch die Aufnahme in den Islam Schutz 
und Recht und Ehre. 

Für das Detail verweise ich auf die Übersetzung der beiden 
Kapitel des Ibn Sa*d, die ich, nebst angehängten Noten, nunmehr 
folgen lasse. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 97 

Kap. 1. Die Schreiben und Boten Muhammads. 

AlVäqidi sagt: mir erzählte Ma'mar b. Raschid und Muhammad 
b. Abdallah von alZuhri von Ubaidallah b. Abdallah b. ütba von 
Ibn Abbas, desgleichen Abu Bakr b. Abdallah b. Abi Sabra von 
alMisvar b. Rifäa, desgleichen Abdalhamid b. Ga'far von seinem 
Vater, desgleichen Umar b. Sulaiman b. Abi Hathma von Abu Bakr 
b. Sulaiman b. Abi Hathma von seiner Grossmutter alSchifä, des- 
gleichen Abu Bakr b. Abdallah b. Abi Sabra von Muhammad 
b. Jusuf von alSäib b. Jazid von aPAlä b. alHadrami, desgleichen 
Mu*ädh b. Muhammad alAn^äri von Ga'far b. Amr b. Ga'far b. Amr 
b. Umajja alDamri von seiner Familie von Amr b. ümajja alDamri 
— diese verschiedenen Erzähler, Wenn man ihre Berichte aus ein- 
ander ergänzt, sagen: 

1 . Als Muhammad *) im Dhulhigga 6 von alHudaibija zurück- 
gekehrt war, sandte er Botschaft an die Könige um sie zum[ Islam 
aufzufordern und schrieb Briefe an sie. Da ihm aber gesagt wurde, 
dass die Könige keinen Brief läsen er sei denn versiegelt, so schaffte 
er sich damals einen silbernen Siegelring an, ohne Gemme ^), mit 
der dreizeiligen Aufschrift: Muhammad der Bote Gottes, und ver- 
siegelte damit die Briefe. Nun gingen sechs Männer an einem und 
dem selben Tage, im Muharram 7, ab, und jeder von ihnen konnte 
plötzlich in der Sprache des Volkes reden, zu welchem er gesandt 
war '). Als ersten Boten entsandte M. den Amr b. ümajja alDamri 
an den Nagäschi, mit zwei Briefen. In dem einen Brief forderte 
er ihn auf zum Islam und trug ihm den Quräu vor, der Nagäschi 
nahm ihn entgegen und legte ihn auf seine Augen und stieg herab 
vom Throne und setzte sich in Demut zu Boden. Darauf nahm 
er den Islam an und legte das Bekenntnis der Wahrheit ab und 
sprach: wenn ich könnte, so würde ich zu ihm kommen. Und er 
teilte M. schriftlich mit, dass er seiner Aufforderung entsprochen, 
ihn als Propheten anerkannt, und seinen Islam*) an Gott den 
Herrn der Welten dem Ga*far b. Abi Talib bekannt habe. In dem 



^) Ich setze in der Erzählung Muhammad für Bote Gottes oder Prophet 
und schreibe künftighin nur M. für Muhammad. 

'0 Wörtlich : dessen Schild zu ihm gehörte, d. h. auch aus Silber war, der 
keine eingesetzte Gemme hatte. Tab. II 79, 18. 

^ Weitläufiger wird über dies islamische Pfingstwunder gehandelt in § 10. 

*) d. i. Gehorsam. 

Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 7 



98 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

anderen Briefe gebot er ihm, dass er ihm die Umm Habiba, Tochter 
des Abu Sufjän verlobte, deren Mann Ubaidallah b. Gahsch alAsadi, 
mit dem sie die Auswanderung nach Habasch mitgemacht hatte, 
dort Christ geworden und gestorben war, und ferner, dass er die 
bei ihm befindlichen Muslime ihm zurücksende und für ihren 
Transport sorge. Der Nagaschi tat das; er verlobte ihm die ümm 
Habiba und bezahlte für ihn das Brautgeld mit 400 Dinaren; er 
Hess die Muslimen für die Reise ausstatten und mit Amr b. Umajja 
alDamri auf zwei Schiffen überfahren. Und er befahl eine Büchse 
von Elfenbein und legte die beiden Briefe M.'s darein und sprach: 
so lange diese beiden Schreiben unter i^nen sind, wird es den 
Abessiniem immer wohl ergehen*). 

2. An den Kaiser schickte M. den Dihja b. Chalifa alKalbi 
und gab ihm ein Schreiben mit, das er an den Obersten von Bostra 
abgeben sollte, damit dieser es dem Kaiser übergebe. Der Oberste 
von Bostra tibergab es in Emesa dem Kaiser, der damals barfuss 
von Konstantinopel nach Jerusalem ging, zur Erfüllung eines Ge- 
lübdes, welches er sich auferlegt hatte für den Fall, dass die 
Romäer über die Perser siegten. Er las das Schreiben, liess so- 
dann die Obersten der Romäer vor, in seinem Palast zu Emesa, 
und sprach: ihr Romäer, liegt euch daran, dass ihr Glück habet 
und das Richtige trefft und dass euer Reich euch fest bleibt und 
dass ihr dem Geheisse Jesu der Maria Sohn folget? Sie sagten: 
wie so, König? Er sprach: so müsst ihr diesem arabischen Pro- 
pheten folge leisten. Da stoben sie aus einander wie die wilden 
Esel und stiessen sich im Gedränge') und erhüben das Kreuz. 
Als Heraklius sie so sah, verzweifelte er an ihrer Bekehrung zum 
Islam und fürchtete für sein Leben und seine Herrschaft, und be- 
ruhigte sie und sagte: ich wollte euch nur auf die Probe stellen 
um zu sehen, wie fest ihr an eurer Religion hängt; nun habt ihr 
euch mir so gezeigt, wie ich es wünsche. Da fielen sie ihm zu 
Füssen ^). 



1) Vgl. BA. 144. 716 sqq. 781. Vaq. 303 sq. Sprenger III 262 und im allge- 
meinen BH. 971sq. BAthir II 161 sqq. Ober die Chronologie BH. 781: Amr 
kam mit den abessinischen Auswanderern an als M. in Chaibar war. Der Zug 
nach Chaibar fiel wahrscheinlich in den Anfang des Jahres 7, Sommer 628 A. D. 

^) Sie drängten sich aus der Tör zu kommen, aber die Tür war ver- 
schlossen. 

3; Sprenger III 265 sq. Vgl. Boch. I 3 sqq. II 130 sq., wo diese Geschichte 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 99 

3. An den Kisra schickte M. den Abdallah b. Hudhäfa alSahmi 
und gab ihm ein Schreiben mit. Ich übergab das Schreiben dem 
Kisra, erzählt Abdallah, und es wurde ihm vorgelesen; darauf nahm 
er es und zerriss es. Als M. das hörte, sprach er: o Gott, zerreiss 
sein Reich! Der Kisra aber schrieb an Bädhän, seinen Statthalter 
über Jaman; sende von dir aus zwei beherzte Leute an diesen 
Mann, der im Higäz ist, dass sie mir dann Kunde von ihm bringen. 
Badhan sandte seinen Hausmeier und einen anderen Mann und 
gab ihnen ein Schreiben mit, welches sie, in Medina angelangt, 
dem M. übergaben. M. lächelte, forderte sie zum Islam auf, wäh- 
rend ihnen das Blatt zitterte ^), und hiess sie morgen wiederkommen, 
um ihnen mitzuteilen, was er wolle. Am anderen Tage sprach er 
zu ihnen: meldet eurem Meister, dass mein Herr seinen Herrn, 
den Kisra, in dieser Nacht getötet hat, um die siebente Stunde — 
es war am Dinstag 10. Gumada I A. 7 — und dass ihn Gott in die 
Hand seines Sohnes Schiruja gegeben hat, der ihn getötet hat'). 
Sie kehrten mit dieser Meldung zurück zu Badhan, und er nahm 
den Islam an nebst den Abnä (den Nachkommen der Perser) in 
Jaman '). 

4. An den Muqauqis, den Herrn von Alexandrien, den Ober- 
sten der Kopten, schickte M. den Hätib b. Abi Baltaa und gab 
ihm ein Schreiben mit, und er überbrachte es dem Muqauqis. 
Dieser las es, äusserte seinen Dank, und tat es in eine Elfenbein- 



als ein Erlebnis des Abu Sufjan b. Harb (Vaqidi 329: A. S. b. alHarith vgl. 
Agh. XV58, 15) erzählt wird. Bei der Rückkehr vom Kaiser wurde Dihja in 
der Hisma (Doughty. an high and cragged piain country of sandstones, ex- 
tending from above Petra lo Tebük in Arabia) von einigen Gudhamiten über- 
fallen und ausgeraubt; in folge dessen sandte M. den Zaid zur Bestrafung der 
Gudham aus (BH. 975 sq. Vaq. 234 sq.). Der Zug des Zaid soll aber nach Va- 
qidi schon einige Monate vor Hudaibija stattgefunden haben, während die 
sechs Boten erst nach Hudaibija abgesandt wurden (§ 1). Den Feldzug|pach 
Chaibar machten Dihja mit (BH. 578. Vaq. 278 sq.). 

') Die fari9a ist das Blatt beim Pferde. Die arabische Redensart, vom 
Pferde auf den Menschen übertragen, findet sich^enau so im Plattdeutschen: 
ihm schüttert das Blatt. 

2) Nöldeke, Tabari p. 385 n. 5; vgl. p. 303 n. 1. 

3) Sprenger III 264. Nach Boch. III 76. IV 208 übergab Ibn Hudhäfa den 
Brief nicht dem Kisra selber, sondern dem Obersten von Bahrain. Nach 
B Athir II 232, 3 hat Badhan erst im Jahre 10 den Islam angenommen ; nach 
II 254, 21 sqq. ist er schon vor M. gestorben, jedenfalls als Muslim (III 98,23). 

7* 



100 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

büchse, die er versiegelt seinem Mädchen übergab. Dann schrieb 
er an M.: ich weiss, dass noch ein Prophet übrig ist, ich dachte 
aber, er würde in Syrien auftreten*, ich habe deinem Boten Ehre 
erwiesen und schicke dir zwei Mädchen, die bei den Kopten sehr 
hoch gestellt werden, und schenke dir einen Anzug und ein Maul- 
tier zum Reiten. Weiter schrieb er nichts und trat nicht zum 
Islam über. M. acceptirte das Geschenk, und nahm die beiden 
Mädchen, Maria die Mutter Ibrahims, und ihre SchwesteK Schirin, 
in Besitz und ebenso das weisse Maultier Duldul, das erste seiner 
Art in Arabien. Und er sprach: sein Reich will der Bösewicht 
für sich behalten, aber es hat keinen Bestand. Hatib sagte: er 
hat mich geehrt, indem er mir Gastfreundschaft erwies und mich 
nicht lange warten Hess an seiner Türe; ich habe mich nicht länger 
als fünf Tage bei ihm aufgehalten^). 

5. An alHarith b. Abi Schamir von Ghassän schickte M. den 
Sclmgä' b. Vahb alAsadi und gab ihm ein Schreiben mit. Ich 
traf ihn in der Ghuta von Damaskus, erzählte Schugä*, beschäftigt 
mit Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers, der damals von 
Emesa (über Damascus) nach Jerusalem reiste. Nachdem ich zwei 
oder drei Tage an seiner Türe gewartet hatte, sagte mir der Hägib, 
ein Romäer namens Mrj'), dem ich mich als Boten des Boten 
Gottes vorstellte, ich würde nicht eher an ihn kommen, als bis er. 
an dem und dem Tage erschiene. .Dann begann er mich nach 
dem Boten Gottes zu befragen und ich gab ihm eine Besciu'eibung 
seiner Person und dessen, wozu er auiforderte, so dass er ganz 
weich wurde und schliesslich von Tränen überwältigt sagte: ich 
habe das Evangelium gelesen und finde darin die Beschreibung 
dieses Mannes genau wieder, und ich glaube an ihn und erkenne 
ihn an; ich fürchte aber, dass alHarith mich töten würde. Und 
er bewies mir Ehre und sorgte für mich auf das beste. Als nun 
endjkich alHarith erschien und mit der Krone auf dem Haupte 



^) Sprenger III 265. Ibrahim soll im April 630 geboren und am 16. Juni 
631 gestorben sein (Tab. I 1686; Sprenger III 86). Letzteres Datum ist wol 
nach der Sonnenfinsternis berechnet, zu deren Zeit Ibrahim gestorben ist. In- 
dessen lässt sich von Ibrahim aus auf die Zeit der Anknüpfung mit dem Mu- 
qauqis doch nicht vfel schliessen. Vgl. DMZ 1863 p. 385 sqq. 

^ Vielleicht das syrische ^"^o (Mär); aus dem Titel oder der Anrede wäre 
dann ein Eigenname gemacht. Der Hagib ist der Vermittler der Audienzen, 
ein sehr einflussreicher Hofbeamter. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 101 

sich setzte, wurde ich vorgelassen und übergab ihm den Brief. Er 
las ihn, warf ihn weg und sagte: wer will mir mein Reich ent- 
ziehen! ich werde mich auf den Weg machen zu ihm und ihn er- 
reichen und wäre er auch in Jaman! her zu mir mit den Leuten! 
Und er fuhr fort Entscheidungen zu geben, dann stand er auf und 
befahl die Rosse zu beschuhen*). Darauf sagte er: melde deinem 
Meister was du siehst. Und er schrieb an den Kaiser einen Brief, 
worin er über mich und über sein Vorhaben berichtete. Der 
Kaiser aber schrieb- zurück: zieh nicht gegen ihn, lass ab von ihm 
und komm zu mir nach Jerusalem. Als ihm diese Antwort zuge- 
kommen war, berief er mich und sagte: wann willst du abreisen 
zu deinem Meister? Ich sagte: morgen. Da wies er mir hundert 
Unzen. Gold an. Und Mrj beschenkte mich und Hess mir die 
Reisekosten und einen Anzug geben und sprach: sag dem Boten 
Gottes von mir den heiligen Gruss! Bei dem Propheten angelangt 
erstattete ich ihm Bericht, da sagte er: dahin ist sein Reich! Und 
ich bestellte ihm den Gruss von Mrj und erzählte ihm was er ge- 
sagt hatte; da sagte er: er hat die Wahrheit gesagt. Und alHarith 
b. Abd Schamir starb im Jahre der Eroberung (von Mekka) ^). 

6. Parva b. Amr alGudhami war des Kaisers Statthalter über 
Amman in der Balqä. Ohne dass M. an ihn geschrieben hatte, 
bekehrte er sich zum Islam und teilte das dem M. schriftlich mit 
und brachte ihm Geschenke dar; sein Bote war Mas'ud b. Sa'd. 
M. las seinen Brief und nahm seine Geschenke an und schiieb ihm 



^) Das Beschuhen der Rosse ist eine Kriegsvorbereitung, die öfters grade 
von den Ghassaniden erwähnt wird. Vgl. Nah. 2, 4. Boch. II 58. Doch auch 
sonst BH. 708,20: vgl. alsarih almusajjar Hudh. 149 Urva b. alVard 3,26. 
Agh. XI 141,8. 

^ Sprenger III 263. Über die Anwendung des Namens alHarith b. Abi 
Schamir s. Nöldeke, die ghassanischen Fürsten p. 21sq. Wer hier darunter 
verstanden ist, lässt sich trotz der Angabe, er sei ^m Jahre 8 gestorben, kaum 
erraten. Es befremdet, dass M. drei mal einen Boten an einen ghassanischen 
Fürsten abgesandt haben soll, nämlich ausser unserem Schugä* au alHarith 
noch den Dihja an den Obersten von Bostra (§ 2) und den Harith b. 'ümair 
an den „Konig" von Bostra (Vaq. 309). Die zwei letzteren Botschaften fallen 
allerdings nicht zeitlich zusammen und scheinen durch die Folgen, die sich 
daran knüpfen, einigermassen beglaubigt zu werden. Denn wie die Mishand- 
lung des Dihja Anlass gibt zum Zuge Zaids nach der Hisma, so die Ent- 
hauptung des Harith zu der Sendung des selben Mannes nach der Balqa und 
und zur Schlacht von Muta (Vaq. 234. 309). 



102 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

ein Änt Wortsschreiben und gab dem Mas'ud I2V2 Unzen d. s. 
500 Dirham zum Abschied ^). 

7. An Haudha b. Ali von Hanifa schickte M. den Salit b. Ämr 
arAmiri und gab ihm ein Schreiben mit. Er empfing ihn freund- 
lich, las das Schreiben und schrieb zurück*): wie schön und treff- 
lich ist das, wozu du aufforderst; ich bin der Dichter und der 
Redner meines Volks') und die Araber haben hohe Achtung vor 
mir, also gib mir Anteil an der Leitung, so will ich dir folgen. 
Und er gab dem Salit ein Abschiedsgeld und schenkte ihm Zeuge, 
die in Hagar gewebt waren. Mit alle dem kam Salit bei M. an 
und erstattete Bericht. Er las das Schreiben und sprach: hätte er 
mich auch nur um eine Dattel breit Land ^) gebeten, so würde ich 
nicht einwilligen; er ist dahin und dahin ist, was in seiner Hand 
ist. Als er heimzog im Jahr der Eroberung Mekkas, kam Gabriel 
zu ihm und meldete ihm, Haudha sei gestorben^). 

8. Im Dhulqa'da 8 ®) schickte M. den Amr b. alA9 an Gaifar 
und Abd, die Söhne alGulunda's, von den Azd — der eigentliche 
König war Gaifar — und gab ihm ein versiegeltes Schreiben an 
sie mit. Als ich nach Umän kam, eraählte Amr, machte ich mich 
auf zu Abd, welcher der verständigere und zugänglichere von den 
beiden Brüdern war, und sagte: ich bin der Bote des Boten Gottes 
an "dich und deinen Bruder. Er sprach: mein Bruder hat den Vor- 
rang vor mir in Alter und Herrschaft, ich will dich aber bei ihm 
einführen, dass er dein Schreiben liest. Nachdem ich einige Tage 
an seiner Tür gewartet hatte, wurde ich zu ihm berufen, trat ein 
und übergab ihm das Schreiben versiegelt. Er erbrach es, las es 
zu Ende und reichte es seinem Bruder, der es ebenfalls las, wobei 



') Sprenger I 16. III 266. BH. 958. Vgl. § 53. 177. 

2) Die Redensart radda raddan düna raddin ist mir unbekannt; ich 
glaube aber nicht, dass sie viel mehr bedeutet als: vice versa. 

3) Chatib und Schä*ir sind eine Art profanen Ersatzes für die alten, 
damals herabgekommenen Kabine. 

*) sajäba wird am Rande des Lond. mit balaha erklärt = unreife Dattel. 
Der Ausdruck „eine Dattel Land" ist freilich sehr sonderbar. 

5) Sprenger III 266. 302. BH. 971 vgl. 996 sq. BA. II 165. Haudha war 
Christ, verfeindet mit den Tamim, sehr befreundet mit den Persern und Be- 
schützer ihrer Karavanen, seiner Zeit wol der mächtigste Mann in Mittelarabien. 
BA. 1 341. 465. Später heisst Thumäma b. Uthäl (Sprenger III 302) König der 
Hanifa. 

^) Hier ist ein neues Datum; die sechs Botschaften sind zu Ende. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 103 

mir jedoch schien, dass es grösseren Eindruck auf ihn machte als 
auf den anderen. Darauf bestellte mich Gaifar für den folgen- 
den Tag wieder und sagte mir dann: ich habe nachgedacht über 
das, wozu du mich aufforderst; ich wäre ja der grösste Schwäch- 
ling der Araber, wenn ich einem anderen Manne die Hen-schaft 
über das, was in meiner Hand ist, abträte. Ich antwortete: so 
reise ich morgen ab. Als er nun merkte, dass es Ernst war 
mit meiner Abreise, Hess er mich am anderen Tage kommen, 
und er und sein Bruder willigten ein, dem Islam beizutreten, und 
sie erkannten den Propheten an. Und sie Hessen mir freie Hand 
die Älmosensteuer einzutreiben und Recht zu sprechen in Streit- 
sachen, und sie unterstützten mich gegen Widerstrebende. Und 
ich nahm die Almosensteuer ein von den Reichen des Landes und 
teilte sie aus unter die Armen, und blieb dort beständig bis die 
Kunde vom Tode des Boten Gottes mir zukam*). 

9. Nach seiner Rückkunft von Gi'räna schickte M. aUAlä 
b. alHadrami an alMundhir b. Säva den Abdalqaisiten in Bahrain 
und schrieb an ihn einen Brief; und er antwortete schriftlich, dass 
er ihn anerkenne und dem Islam beitrete. „Und ich habe deinen 
Brief den Leuten von Hagar vorgelesen, manchen gefällt der Islam 
und sie haben Lust dazu und sind ihm beigetreten, andere wollen 
nichts davon wissen. Es sind auch Magusier und Juden in meinem 
Lande, darüber tu mir deinen Befehl kund". Darauf schrieb ihm 
M. zurück: „so lange du dich wol verhältst, werden wir dich 
nicht von deinem Amte absetzen; und wer in der magusischen 
oder jüdischen Religion verharrt, muss die Kopfsteuer bezahlen". 
M. schrieb auch an die Magusier von Hagar, indem er ihnen den 
Islam anbot; wenn sie aber nicht wollten, so würde die Kopfsteuer 
von ihnen genommen, und es dürften ihre Weiber (von den Musli- 
men) nicht zur Ehe genommen und ihre Schlachtungen nicht ge- 
gessen werden. — Mit al'Alä hatte M. den Abu Huraira geschickt 
und ihm denselben empfohlen. — Und al'Alä schrieb die gesetz- 
lich geforderten Beträge der Almosensteuer von Kamelen, Rindern, 



^) Sprenger III 382. BA. II 177. 208. 268. 285. Die Zeit der Sendung des 
Amr b. alA^ wird in den drei ersten aus BAthir citirten Stellen jedesmal ver- 
schieden angegeben: im Jahre 7, im Jahre 8, und im Jahre 10 der Higra. 
»Die Magusier waren die Bewohner des Landes, die Araber trieben sich um 
sie herum«, heisst es BA. II 208. Vgl. BA. IV 312,17. Tab. II 1949,7. III 77 sq. 



104 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Schafen, Früchten und Besitztümern auf, trug das Geschriebene 
öffentlich vor und nahm darauf die Steuer ein^). 

10. AlHaitham b, *Adi alTäi von Mugälid b. Said und Zakarija 
b. Abi Zäida von alSchu bi. M. schrieb zuerst wie die Quraisch 
Bismika 'llähumma bis zur Offenbarung von Sur. 11, 43. Darauf 
schrieb er Bismi 'llähi bis zur Offenbarung von Sur. 17, 110. 
Dann schrieb er Bismi 'llähi 'Irahmäni bis zur Offenbarung 
von Sur. 27, 30. Seitdem schrieb er Bismi 'llähi 'Irahmäni 
'Irahimi. — Der selbe alHaitham von Dalham b. Qälih und 
Abubakr alHudhali von Abdallah b. Buraida b. alHu^aib alAslami, 
ferner Muhammad b. Ishäq von Jazid b. Ruman und alZuhri, end- 
lich alHasan b. ümära von Firäs von alSchu'bi. M. sagte zu seinen 
Genossen: kommt morgen früh alle zu mir! Nachdem er wie ge- 
wöhnlich eine Zeit lang in seiner Betstätte lobpreisend und bittend 
sich aufgehalten hatte, wandte er sich zu ihnen, sandte die einen 
zu diesen, die anderen zu jenen, und sprach: bewahret die Treue 
zu Gott an seinen Knechten*), denn wer irgend etwas von den 
Angelegenheiten der Menschen anvertraut bekommt und ihnen dann 
nicht treu dient, dem verschliesst Gott das Paradies; ziehet hin 
und tut nicht wie die Boten Jesu des Sohnes der Maria, denn sie 
besuchten nur die Nahewohnenden und nicht die Fernwohnenden. 
Vom selbigen Tage konnten die Boten jeder in der Sprache des 
Volkes reden, zu dem er gesandt war. Als das dem M. erzählt 
wurde, sagte er: das ist die grösste Verpflichtung, die Allah in 
Sachen seiner Knechte*) ihnen auferlegt^). 

11. An die Jamanier erliess M. ein Schreiben, worin er ihnen 
die Satzungen des Islams und die gesetzlichen Beträge der Almosen- 
steuer von Vieh und Besitztümern mitteilte und ihnen seine Ge- 
nossen und seine Boten empfahl — seine Boten waren Mu'ädh 



1) Sprenger III 375 sqq. BA. II 165 (Jahr 6). 175 (Jahr 8). Mundhir starb 
bald nach Muhammad, nach seinem Tode brach der Aufstand in Bahrain los 
(BA. II 227. 268. 281). V^L § 41. 42. 57. 98. 

2) Die Knechte Gottes sind die Menschen insgemein. 

3) Dieses zweiteilige Zwischenstück ist nicht von Vaqidi überliefert und 
an sehr unpassender Stelle von Ibn Sa'd eingeschoben. Zu dem islamischen 
Pfingstwunder vgl. BH. 972, eine von Ibn Sa*d hier citirte Stelle. Wenn aber 
Ibn SaM sagt: „uns erzählte Ibn Ishaq von Jazid und alZuhri", so heisst es 
bei Ibn Ishaq selber: „mir erzählte Jazid, er habe ein Buch gefunden überM.'s 
Aussendung seiner Boten und dieses Buch dem Zuhri geschickt, der es aner- 
kannt habe". 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 105 

b. Gabal und Mälik b. Murära — und ihnen anzeigte , dass ihr 
Abgesandter bei ihm eingetroffen wäre und was derselbe von ihnen 
bestellt hätte *). Und M. schrieb an eine Anzahl mit Namen auf- 
geführter Männer von Jaman, unter anderen an alHarith b. Abd- 
kuläl und Schuraih b. Abdkuläl und Nu*aim b. Abdkuläl und 
Nu*män, den Fürsten von Dhu Jazan und Ma'äfir und Hamdän, 
und an Zur'a Dhu Ru*ain, der als einer der ersten von Himjar 
sich bekehrt hatte, und befahl ihnen, die Almosen- und die Kopf- 
steuer einzusammeln und sie an Mu*ädh und Mälik zu übergeben, 
und er empfahl ihnen die beiden. Mälik b. Murära war der Ab- 
gesandte der Jamanier an M. gewesen, durch den sie ihm ihren 
Beitritt zum Islam und ihre Unterwerfung erklärt hatte; M. schrieb 
an sie : Mälik b. Murära hat die Botschaft bestellt und das ihm 
anvertraute Geheimnis bewahrt^). — Ähnlich schrieb M. an die 
Banu Muävija von Kinda. — Und M. schrieb an die Banu Amr 
von Himjar, um sie zum Islam aufzufordern; in dem Schreiben 

stand: Und geschrieben hat es Chälid b. alSaid b. alÄ^. 

12. Und M. schrieb an Gabala b. alAiham, König der Ghassän, 
um ihn zum Islam aufzufordern. Er nahm den Islam an und be- 
nachrichtigte M. davon schriftlich und brachte ihm eine Ehrengabe 
dar. Er war Muslim bis in die Zeit Umars, da trat er einmal auf 
dem Markte von Damaskus einen Mann von Muzaina, der sprang 
auf und schlug ihm ins Gesicht. Der Muzainit wurde gepackt und 
vor Abu Ubaida gebracht. Sie sagten: dieser hat Gabala geohr- 
feigt. Er sagte: so ohrfeige der ihn wieder. „So soll er also 
nicht getötet werden?" Nein. „Auch nicht seine Hand abgehauen 
werden?" Nein, Gott hat nur befohlen, gleiches mit gleichem zu 
vergelten. Darauf sagte Gabala: meint ihr etwa, dass ich mein 
Gesicht dem Gesicht eines von 'Amq hergekommenen Ziegenbockes ') 
gleich setze? das ist eine schlechte Religion. Darauf fiel er zum 
Christentume ab und begab sich mit seiner Familie in das Land 
der Romäer. Als Umar dies hörte, war es ihm leid, und er sagte 



') Diese summarische Erzählung deckt sich mit der folgenden explicirten; 
beide haben den gleichen Schluss: der Abgesandte hat richtig bestellt (bal- 
lagha). 

2) Sprenger III 449 sqq. BA. II 221. Vgl. § 56. 143. 

') 'Amq, bei Medina, war der Hauptort der Muzaina. Ziegenbock ist ein 
gewöhnliches Schimpfwort; die Muzaina waren wol Besitzer von Ziegenherden. 
Vgl. Harn. 442. 



106 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

zu Hassan b. Thabit: weisst du wol, dass dein Freund Gabala 
abgefallen ist zum Christentum? Er fragte erschreckt: warum? 
Er antwortete: ein Mann von Muzaina hat ihm ins Gesicht ge- 
schlagen. Er sagte: das ist ihm recht geschehen. Da stand Umar 
auf und hieb ihn mit der Peitsche'). 

13. Und M. schickte den Garir b. Abdallah von Bagila an 
Dhu 'IKulä' b. Näkur b. Habib b. Malik b. Hassan b. Tubba' und 
an Dhu 'Amr, um sie zum Islam aufzufordern, und beide traten 
dem Islam bei und auch die Frau des Dhu IKulä', Duraiba, Toch- 
ter des Abraha b. al^abbäh. Garir war noch da, als M. starb; 
als Dhu Amr ihm die Nachricht mitteilte, kehrte er nach Medina 
zurück. — Und M. schrieb dem Ma*dikarib b. Abraha, er solle 
behalten, was ihm bei seinem Übertritt zum Islam vom Lande 
Chaulan gehört habe'). 

14. Und M. schi'ieb dem Bischof der Banu 'IHarith b. Ka'b 
und den Bischöfen von Nagrän und ihren Priestern und Mönchen: 
es solle ihnen für den Bestand ihrer Kirchen und ihrer Gottes- 
dienste und ihrer Möncherei der Schutz Gottes und seines Boten 
gewährt werden, es solle kein Bischof, kein Priester und kein 
Mönch gezwungen werden, seine bisherige Stellung oder Lebens- 
weise aufzugeben, es solle keines ihrer Rechte geändert, ihre bis- 
herige Gewalt und Herrschaft nicht angetastet werden, so lange 
sie sich treu bewiesen und wol verhielten in bezug auf die ihnen 
obliegenden Pflichten, unbelästigt durch Übergriffe und selber nicht 
übergreifend. Geschrieben hat es alMughira'). 



Sprenger III 263 sq. Nach anderen und wol besseren Nachrichten hat 
Gabala noch am Jarmuk gegen die Muslime gekämpft und ist dann erst auf 
ihre Seite übergetreten. Dass er auch den Islam angenommen habe, hält Nöl- 
deke für durchaus nicht sicher. Varianten der Ohrfeigengeschichte bei Nöldeke, 
Ghassanische Fürsten p. 46, und Agh. XIV 4,16— 5,9. 5,9—19. 

^ Sprenger III 450. 546. Von Dhu 'IKula als Parteigänger der Muslime 
ist in der Geschichte der Ridda öfter die Rede, später focht er für Muavija 
und fiel bei i^iffin. Er heisst unterschiedslos Dhu 'IKula und Ibn Dhi IKula. 
Sein Sohn Schurahbil fiel am Chäzir, als Führer der jamanischen Syrer. Das 
Geschlecht, AI Dhi 'IKula oder alKulä'ijjun (Tab. II 480, 9) wohnte in und um 
Emesa. Nach Boch. III 63 waren Dhu Amr und Dhu *lKula beim Tode M.s 
noch nicht zur Religion des Islams übergetreten. — Ma*dikarib b. Abraha 
steht wol in Beziehung zu Kuraib b. Abraha (Tab. II 786,10); Kuraib ist De- 
minutiv von Karib. 

3) Vgl. § 72. 144. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 107 

15. Und M. schrieb dem Rabi'a b. Dhi Marhab alHadrami und 
seinen Brüdern und Oheimen: es sollen ihnen ihre Besitztümer und 
ihre Palmen^) und ihre Knechte und Mägde und ihre Brunnen 
und ihre Bäume und ihre Wässer und ihre Bewässerungsanlagen 
und ihre Kräuter und ihre Scharga'pflanzen *) und alles Vermögen 
der Familie ühu Marhab bleiben; und alle verpfändeten Datteln 
und Sidrfrüchte und essbaren Kräuter eines Grundstückes sollen 
zu dem Pfände gerechnet werden, in welchem sie sind'); und nie- 
mand solle auf ihre nutzbaren Früchte einen Anspruch erheben, 
bei Strafe dass sich Gott und sein Bote von ihm lossagen; und 
allen Muslimen liege die Pflicht ob, der Familie Dhu Marhab bei- 
zustehen; und ihr Land solle frei sein von Bedrückung; und ihre 
Besitztümer und ihre Personen und der Fluss des Königsgartens 

(welcher zu den AI Qais herunterfloss) sollen *), und Bürge 

dafür sei Gott und sein Boten. Geschrieben hat es Muävija. 

16. Und M. schrieb denen von Hadas, die den Islam ange- 
nommen hatten: wer dem Islam beitrete und den Gottesdienst 
feiere und das Almosen entrichte und den Anteil Gottes und seines 
Boten (von der Beute) abgebe und von den Götzendienern*) sich 
scheide, der sei sicher, im Schutze Gottes und im Schutze Muham- 
mads; und wer von seiner Religion wieder zurücktrete, der verwirke 
den Schutz Gottes und Muhammads; und wer als Zeugen für seinen 
Islam einen Muslim beibringe, der sei sicher im Schutze Muhammads 
und gehöre zu den Muslimen. Geschrieben hat es Abdallah b. Zaid ®). 

17. Und M. schrieb dem Chalid b. Dimäd alAzdi': der Grund- 
besitz, den er bei seinem Übertritt zum Islam besessen habe, solle 
sein bleiben; unter der Bedingung, dass er an Gott allein glaube 
und bekenne, Muhammad sei sein Knecht und Bote, und dass er 



^) Lond.: Bienen. 

2) Scharga* ist eine Pflanze an den Mundungen der Flüsse, welche das 
Wasser staut (Randbemerkung des Lönd.). 

^ Der Sinn scheint zu sein, dass nicht der Eigentumef des Grundstückes, 
sondern der Inhaber des Pfandes die Steuer von den ihm verpfändeten Früchten 
entrichten soll. 

*) Dem Satze fehlt das Prädikat. Zäfir soll nach einer Randglosse der 
Eigenname des Königsgartens sein; es ist aber klar, dass es vielmehr einen 
Fluss bedeutet, wie zufar. 

^) besonders von den heidnischen Geschlechtsgenossen? 

6) Sprenger III 425. BH. 797. Jaq. II 221. Die Hadas gehören zu deu 
syrischen Lachm; der Name scheint ursprünglich Ortsname zu sein, 



108 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

das Gebet feiere und das Almosen entrichte und den Monat Rama- 
dan faste und den Hagg begehe und keinem Frevler oder Rebellen 
Aufnahme gewähre Uüd nicht schwanke, und dass er Gott und 
seinem Boten sich treu beweise, die Freunde Gottes liebe und die 
Feinde Gottes hasse; dagegen verpflichte sich Muhammad der Pro- 
phet, ihm sein Leben, sein Vermögen und seine Familie zu schützen, 
und verspreche dem Chalid alAzdi den Schutz Gottes und den 
Schutz Muhammads des Propheten, wenn er jene Bedingungen er- 
fülle. Geschrieben hat es XJbaij'). 

18. Und M. schrieb dem Amr b. Hazm*), als er ihn nach 
Jaman sandte, ein Patent, worin er ihm die Gesetze,' Bestimmungen 
und Vorschriften des Islam zu wissen tat. Geschrieben hat es 
Ubaij. 

19. Und M. schrieb dem Nu'aim b. Aus, dem Bruder Tamims 
alDäri: ihm und seinen Nachkommen solle Hibra und 'Ainun in 
Syrien gehören, ihr ganzes Gebiet') mit Berg und Tal und Wasser 
und Ackerland und Nabatäern') und Rindern, niemand solle ihnen 
diesen Besitz streitig machen und niemand sich unrechtmässiger- 
weise darin eindrängen; und wer ihnen Unrecht tue und etwas 
von ihnen sich aneigne, auf dem solle der tluch Gottes und der 
Engel und aller Menschen ruhen. Geschrieben hat es Ali*). 

20. Und M. schrieb dem Hu^ain b. Aus alAslami: er gebe 
ihm alFurghän und Dhät A'schäsch, niemand solle ihm das Recht 
darauf streitig machen. Geschrieben hat es Ali. 

21. Und M. schrieb den Banu Qurra b. Abdallah b. Abi Nagih 
von Nabhän: er gebe ihnen ganz Mutzallala, Erde und Wasser und 
Berg und Tal, zur Privatweide, um ihr Vieh dort zu weiden. Ge- 
schrieben hat es Muävija^). 



») Sprenger III 468 sq. 

2) Das merkwürdige Schreiben wird BH. 961 in extenso mitgeteilt. 

2) Qarja ist auch die Flur, wie im Syrischen; Dorf und Flur werden 
nicht unterschieden. An bat sind hörige Bauern, etwa so viel wie Fallähen. 

*) BH. 777. Vaqid. 287. Jaq. II 195, 18 sqq. Sprenger III 432 und besonders 
Wustenfelds Register p. 441 sq. Die alDar (für Abd alDar?) gehörten zu Lachm 
und waren Christen; Hibra ist Hebron (Hebrän statt Dairan Vaq. 287*), 
Ainun wol Aivwv = Q^iy (loa. 3,23. Gen. 38,21. los. 15,34). Also eine Land- 
verleihung in eventum. Vgl. § 127. 

5) Sprenger HI 371. Zum Hima vgl. § 121 und Doughty II 245: there 
are circuits of the common soil about the desert villages where no nomads 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 109 

22. Und M. schrieb den Banu 'IDibäb von den Banu 'IHarith 
b. Ka'b: er gebe ihnen Säriba und das dazu gehörige Räfi', nie- 
mand solle ihnen diesen Besitz streitig machen, solange sie das 
Gebet feierten und das Almosen entrichteten und Gotte und seinem 
Boten gehorchten und sich von den Götzendienern schieden. Ge- 
schrieben hat es alMughira. 

Und M. schrieb dem Jazid b. alTufail alHarithi: es solle ihm 
ganz alMadda gehören, niemand solle ihm diesen Besitz bestreiten, 
so lange er das Gebet feierte und das Almosen entrichtete und der 
Götzendiener feind wäre. Geschrieben hat es Guhaim b. alQalt. 

Und M. schrieb den Banu Qanän b. Tha'laba von den Banu 
'IHarith: es solle ihnen Mhs^) gehören und Sicherheit gewährt 
werden für ihre Besitztümer und ihre Personen. Geschrieben hat 
es alMughira. 

Und M. schrieb dem Abdjaguth b. Va*la alHarithi: was er bei 
seinem Übertritt zum Islam besessen habe, an Land und darauf 
befindlichen Sachen*), solle sein bleiben, so lange er das Gebet 
feiere und das Almosen entrichte und den Fünften der Kriegsbeute 
abgäbe; es solle kein Zehnten und kein Zusammentreiben der Vieh- 
herden statt finden^); und das solle ebenso gelten für diejenigen 
seines Volkes, welche ihm folgten. Geschrieben hat es alArqam 
b. Abi 'lArqam alMachzumi. 

Und M. schrieb den Banu Zijäd von alHarith: es solle ihnen 
Gamma und Adhnaba gehören und Sicherheit gewährt werden, so 
lange sie das Gebet feierten und das Almosen entrichteten und den 
Götzendienern feind wären. Geschrieben hat es Ali. 

Und M. schrieb dem Jazid b. alMuhaggal alHarithi: es solle 
ihnen Namira mit den Bewässerungsanlagen und Vadi 'IBahman 
inmitten (?) der sumpfigen JJiederung von Namira gehören, und 



may drive their cattle upon pain of being accused to the Emir: such township 
rights are called h'ma. 

') Name und Aussprache sind unsicher. 

2) In einem Scholion des Lond. werden die Sachen erklärt durch Pal- 
men, wol etwas zu eng, 

3) Vgl. § 28. 61 und über das Zusammentreiben der Herden an grossen 
Wasserstellen zum behuf der Besteuerung Doughty II 301 und öfter (gegen 
Sprenger III 362). „Die Viehherden sollen nicht verzehntet werden" wird in 
dem Scholion am Schluss des § 28 authentisch erklärt: sie sollen nicht mehr 
als einmal im Jahre verzehntet werden. 



110 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

er mit seinen Nachkommen solle seinem Volke, den Banu Malik, 
vorstehen, und es sollte ihnen kein Zehnten uüd kein Zusammen- 
treiben der Herden auferlegt werden. Geschrieben hat es alMughira 
b. Schu'ba. 

Und M. schrieb dem Qais b. alHu^ain b. Dhi 'IGhu^^a eine 
Sicherheitsgewähr für seine Vaterssöhne ^), die Banu IHarith, und 
für deren Eidgenossen, die Banu Nahd: dass sie im Schutze Gottes 
und im Schutze seines Boten stehen, und dass ihnen kein Zehnten 
und kein Zusammentreiben der Herden auferlegt werden solle, so 
lange sie das Gebet feierten und das Almosen entrichteten und sich 
von den Götzendienern schieden und Zeugen für ihren Islam 
stellten'), und dass den Muslimen ein Recht an ihre Besitztümer 
zustehen solle'). 

Und M. schrieb den Banu Qanän b. Jazid von alHarith: es 
solle ihnen Midhvad mit den Bewässerungsanlagen gehören, so lange 
sie das Gebet feierten und das Almosen entrichteten und sich von 
den Götzendienern schieden und . für die Sicherheit der Strasse 
sorgten und Zeugen für ihren Islam stellten'). 

Und M. schrieb dem 'A^im b. alHarith alHarithi: es solle ihm 
das zu Räkib gehörige Nagma(?) gehören, und niemand ihm diesen 
Besitz streitig machen. Geschrieben hat es alArqam*). 

23. Und M. schrieb den Banu Muävija b. Garval von Tajji: 
wer von ihnen dem Islam beitrete und das Gebet feiere und das 
Almosen entrichte und Gotte und seinem Boten gehorche und von 
der Beute den Fünften Gottes und den Anteil des Propheten gebe 
und von den Götzendienern sich scheide und für seinen Islam 
Zeugen stelle, der sei sicher durch die Sicherheitsgewähr Gottes 
und seines Boten; was bei ihrem Übertritt zum Islam in ihrem 
Besitz gewesen sei, solle ihnen verbleiben und der Weidestrich, 
den die am Morgen ausgetriebenen Schafe hinter sich haben, wenn 
sie nachts zu Hause kommen *). Geschrieben hat es alZubair 
b. al'Avväm. 



^) Vaterssöhne steht hier im Gegensatz zu Eidgenossen. Nach Wüsten- 
feld Reg. p. 231 ist alHu^ain selber Dhu UGhu^^a, ebenso nach BA. I 474, 14. 
II 223,18. Tab. 11919,10. 

2) vXg-iit wird erklärt in § 16. 

') Diese Bestimmung ist sihgulär, sofern das Recht nicht näher definirt wird. 

*) Sprenger III 510. 511 zum ganzen Paragraphen. Vgl. § 123. 

^) Ich glaube zwar, den Sinn der schwierigen Worte nach dem Scholion 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. Hl 

Und M. schrieb dem Amir b. alAsvad b. Amir b. Guvain von 
Tajji: ihm und seinem Volke Tajji solle verbleiben was bei ihrem 
Übertritt zum Islam in ihrem Besitze gewesen sei, an Ländern und 
Wässern, so lange sie das Gebet feierten und das Almosen ent- 
richteten und von den Götzendienern sich schieden. Geschrieben 
hat es alMughirä. 

Und M. schrieb den Banu« Guvain von Tajji: wer von ihnen 
an Gott glaube und das Gebet feiere und das Almosen entrichte 
und von den Götzendieneni sich scheide und Gotte und seinem 
Boten gehorche und von der Beute den Fünften Gottes und den 
Anteil des Propheten gebe und Zeugen für seinen Islam stelle, der 
habe die Sicherheitsgewähr Gottes und Muhammads b. Abdallah, 
und sie sollen ihr Land und ihre Wässer und den übrigen Besitz, 
in dem sie sich zur Zeit ihres Übertritts zum Islam befunden 
haben, behalten und den Weidestrich, den die am Morgen aus- 
getriebenen Schafe hinter sich haben, wenn sie nachts zu Hause 
kommen'). Geschrieben hat es alMughira. 

Und M. schrieb den Banu Ma'n von Tajji: es sollen ihnen 
ihre Länder und Wässer, in deren Besitze sie bei ihrem Übertritt 
zum Islam gewesen .seien, verbleiben, und der Weidestrich, den 
die am Morgen ausgetriebenen Schafe hinter sich haben, wenn sie 
nachts zu Hause kommen '), solange sie das Gebet feierten und das 
Almosen entrichteten und Gotte und seinem Boten gehorchten und 
von den Götzendienern sich schieden und für ihren Islam Zeugen 
stellten und für die Sicherheit der Strasse Sorge trügen. Geschrie- 
ben hat es alAlä, der zugleich Zeuge ist. 

24. Und M. schrieb. Im Namen des barmherzigen erbarmen- 
den Gottes, von Muhammad dem Propheten an die Banu Asad. 
Friede sei über euch. Ich preise euch Gott, ausser dem kein Gott 
ist. Übrigens sollt ihr euch fern halten von den Wässern und 
dem Lande Tajji's, denn ihre Wässer sind euch nicht (zu benutzen) 
erlaubt, und niemand darf in ihr Land hinein, ausser wen sie 



getroffen zu haben, stehe aber durchaus nicht dafür ein. Vorausgesetzt ist, 
dass der Kreis ein festes Centrum hat, dass die Herdenbesitzer eine feste 
Niederlassung haben, zu der die Schafe abends immer wieder zurückkommen. 
So weit die früh morgens ausgetriebenen Tiere, unter dieser Voraussetzung, 
bei Tage gehen können, gehört die Weide den betreffenden Bewohnern der 
Niederlassung. 

*) Siehe die vorige Note. 



112 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

hineinlassen; und wer Muhammads Befehle zuwiderhandelt, der ver- 
wirkt seinen Schutz, und Qudä'i b. Amr soll Vorsteher sein. Ge- 
schrieben hat es Chalid b. Sa'id '). 

25. Und M. schrieb ein Schreiben für Gunäda alAzdi und sein 
Volk und wer ihm folgte: so lange sie das Gebet feierten und das 
Almosen entrichteten und Gotte und seinem Boten gehorchten und 
von der Beute den Fünften Gottes -und den Anteil des Propheten 
abgäben und sich von den Götzendienern schieden, solle ihnen der 
Schutz Gottes und der Schutz Muhammads b. Abdallah gewährt 
sein. Geschrieben hat es Ubaij'). 

26. Und M. schrieb an die Sa'd Hudhaim von Qudäa und an 
die Gudhäm ein und das selbe Schreiben, um ihnen die gesetzliche 
Beträge der Almosensteuer kund zu tun. Und er befahl ihnen, 
sie sollten die Almosensteuer und den Fünften abliefern an seine 
beiden Abgesandten, Ubai und Anbasa — welcher Familie die 
beiden angehörten, ist nicht überliefert — oder an deren Beauf- 
tragte '). 

27. Und M. schrieb an die Banu Zur*a und die Banu Rab'a 
von Guhaina; dass sie für ihre Person und ihr Besitztum sicher 
sein und Hilfe haben sollten gegen jeden, der ihnen Unrecht täte 
oder sie befehdete, es sei denn wegen der Religion oder der Familie, 
und dass dies für ihre nicht ansässigen Stammesbrüder, wenn sie 
lauter und fromm wären, ebenso gelten sollte wie für ihre an- 
sässigen; und Gott ist der, bei dem man Beistand sucht*). 

28. Und M. schrieb den Banu Gu'ail von Bali: sie seien eine 
Abteilung von Quraisch und zwar von Abdmanäf, und haben gleiche 
Rechte und Pflichten wie diese, sie brauchen ihre Herden nicht 
zusammenzutreiben (zum behuf der Steuer) und nicht den Zehnten 
zu bezahlen, und sie sollen ihren Besitzstand, zur Zeit ihres Bei- 
trittes zum Islam, behalten, und es solle ihnen die Steuereintreibung 



^) Sprenger III 400. „Qudä'i b. Amr von den Banu 'üdhra war Statthalter 
über sie", heisst es am Schluss des Paragraphen. 

2) Sprenger III 468. ^) Sprenger III 430. 

*) Sprenger III 152. Die Ausnahme J^^t^ Q.JcXJt ^ 'ift findet sich noch 
§ 39. 40. Die Formulirung in § 39 stimmt überein mit § 45 der Gemeinde - 
Ordnung von Medlna (BH. 343, 18). Wie an jener Stelle mit Juden paktirt 
wird, so scheinen auch hier die Guhaina (§ 27), die Ghifär (§ 39) und die 
Damra (§40) als Nichtmuslime in den Vertrag mit M. zu treten. Die Trag- 
weite der Ausnahme klar zu begrenzen, ist kaum möglich. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 113 

von Na^r, Sa'd b. Bakr, Thumäla und Hudhail zustehen. Darauf 
hin huldigten dem Boten Gottes 'A^im b. Abi Qaifi und Amr b. Abi 
^'aifi und alA'gam b. Sufjan und Ali b. Sa*d; und Zeugen dabei 
waren alAbbas b. Abdalmuttalib und Ali b. Abi Talib und Uthman 
b. Affan und Abu SuQan b, Harb — lauter Abdmanafiten, weil die 
Banu Guail Eidgenossen der Abdmanäf waren*). 

29. Und M. schrieb den Aslam von Chuzä'a: denen von ihnen, 
die glaubten und den Gottesdienst feierten und das Almosen ent- 
richteten und hinsichtlich der Religion Gottes treue Gesinnung be- 
wiesen, solle Beistand geleistet werden gegen jeden, der sie mit 
Unrecht anfalle; und ihnen liege ob, dem Propheten beizustehen, 
wenn er sie aufbiete; ihre nicht ansässigen Stammbrüder sollen 
den ansässigen gleichgestellt sein; sie seien Muhägirun^), wo sie 
sich auch befinden möchten. Geschrieben hat es alAIä b. alHadrami, 
der auch Zeuge ist'). 

30. Und M. schrieb dem Ausaga b. Harmala von Guhaina. 
Im^ Namen des barmherzigen erbarmenden Gottes. Dies ist es, 
was der Bote dem Ausaga b. Harmala alGuhaini gegeben hat von 
Dhu_^'lMarva. Er hat ihm gegeben, was zwischen Balkatha, 
alMa^na'a, alGafalät und alGudd (dem Berge der Qibla) liegt. 
Niemand soll darüber mit ihm rechten, wer aber mit ihm rechtet, 
der hat kein Recht, sondern sein Recht ist Recht. Und geschrieben 
hat es 'Uqba, der auch Zeuge ist. 

Und M. schrieb den Banu Schnch (?) von Guhaina. Im Namen 
des barmherzigen erbarmenden Gottes. Dies ist es, was Muhammad 
der Prophet den Banu Schnch von Guhaina gegeben hat. Er hat 
ihnen gegeben, was sie als Wohnungsplatz abgesteckt und was sie 
unter den Pflug genommen haben von Qufaina. Wer mit ihnen 
rechtet, der hat kein Recht, sondern ihr Recht ist Recht. Und 
geschrieben hat es alAlä b. Uqba, der auch Zeuge ist*). 



Sprenger III 361 sq. Von Verwandtschaft der Nägija bint Säma (BA. III 
306 sqq.), der Murra b. Auf (§ 81) und auch der 'üdhra (§116) mit den Quraisch 
isi öfters die Rede, aber über Beziehungen der Gu'ail zu den Quraisch erinnere 
ich mich nicht sonst. etwas gelesen zu haben. 

^ Das heisst Vollbürger der islamischen Gemeinde, wozu eigentlich das 
Wohnen in Medina, der Medinat allslam und der Dar alHigra, gehörte. Vgl. 
§ 32. 76. 79. BH. 833,4. Vaq. 3023). 320. Sprenger III 241. 

3) Sprenger III 102 gibt eine andere Urkunde. 

*) Sprenger III 152. Das hier geraeinte (^ufaina ist wol das (^ufaina in 

Wellhausen, Skizzeu und Vorarbeiten. IV. 8 



114 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Und M. schrieb den Banu 'IGurmuz b. Rabia von Guhaina, sie 
seien sicher in ihrem Lande und berechtigt auf ihren Besitzstand 
zur Zeit ihres Übertritts zum Islam. Geschrieben hat es alMughira. 

Und M. schrieb dem Anu* b. Ma'bad alGuhani und den Banu 
IHuraqa^) von Guhaina und den Banu 'IGurmuz: wer von ihaen 
dem Islam beitrete und das Gebet feiere und das Almosen ent- 
richte und Gotte und seinem Boten gehorche und von der Beute 
den Fünften und den Vorzugsanteü des Propheten gebe und für 
seinen Islam Zeugen stelle und sich von den Götzendienern scheide, 
der sei sicher durch die Sicherheitsgewähr Gottes und Muhammads; 
und wer von den Muslimen eine Schuld ausstehen habe, dem sei 
das Kapital zurückzuzahlen, aber die Zinsen niederzuschlagen in 
Rücksicht auf das Pfand*); und die Almosensteuer solle von den 
Früchten das Zehntel betragen; und wer sich ihnen anschliesse, 
solle ihnen gleichgestellt sein. 

31. Und M. schrieb dem Biläl b. alHarith alMuzani, es solle 
ihm gehören alNachl und Gazza'a und die Saatfelder und Palmen 
der Umgegend, und der von ihm urbar gemachte Teil von Quds, 
und alMadda und alGaz' und alGhaila, wenn er treu sei. Ge- 
schrieben hat es Muavija^). 

32. Und M. schrieb an Budail und Busr und an die Füraten 
der Banu 'Amr (Chuzä'a). Ich*) habe nicht gesündigt gegen das 
Bündnis mit euch und niemand gegen eure Flanke angestiftet^), 
und ihr seid mir die Liebsten und Nächstverwandten von allen 
Bewohnern der Tihäma, ihr und die Mutajjabün, die mit euch zu- 
sammenhalten. Ich gebe den Muhägirün von euch, auch wenn sie 



der Gemarkung von Medina; vgl. oben p. 41 n. 1. Viele Guhainiten kamen als 
Muhägira nach Medina. Auch § 34 kommt alAlä b. Uqba als Schreiber Mu- 
hammads vor, vgl. Tab. II 836,11. üqba im vorhergehenden Absätze ist wol 
in Ibn üqba zu verwandeln. 

Agh. XII 123 sq. 

*) dessen Genuss der Gläubiger hat, so lange die Schuld nicht zurückge- 
zahlt ist. So scheint fi Irahn verstanden werden zu müssen. 

3) Sprenger III 202. 

*) amma ba'du (= amma fi ithri dhalika § 49), eigentlich übrigens 
oder weiter, wird manchmal angewandt, wo gar kein Übergang stattfindet, 
und ist dann unübersetzbar. 

^) lam ätham biillikum valam ada* biganbikum. Zur Bedeutung 
anstiften s. BAthir III 371,12. V 444,7. 445,11. VI 65,10. Tabari III 329, 
18. 572,3. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 115 

in ihrem Lande bleiben, die gleichen Rechte, die ich selber habe, 
wenn sie nur nicht in Mekka sich aufhalten, ausgenommen bei der 
Umra oder beim Hagg. Ich habe euch fürwahr nicht hinterrücks 
geschädigt, seit ich mit euch in Vertrag stehe, ihr braucht von 
mir nichts zu fürchten und nicht bedrängt zu sein. Übrigens ist 
Alqama b. Ulätha dem Islam beigetreten, desgleichen die zwei 
Söhne Haudha's, die nach Medina übergesiedelt sind und für die- 
jenigen von Ikrima, welche ihnen folgen, die Huldigung geleistet 
haben. Wir gehören in Recht und Unrecht*) zu einander; bei 
Gott, ich belüge euch nicht, und euer Herr liebt euch*). 

Und M. schrieb dem Addä b. Chalid b. Haudha und denen 
von Amir b. Ikrima, die ihm folgten, er verliehe ihnen das Land 
zwischen alMi^bä'a und alZahh und Laväba. Geschrieben hat es 
Chalid b. Sa'id. 

33. Und M. schrieb an den Lügner Musailima, um ihn zum 
Islam aufzufordern, und gab den Brief dem Amr b. Umajja alDamri 
mit. Musailima schrieb ein Antwortschi*eiben, worin er sagt, er 
sei auch ein Prophet, und ihn auflFordert die Erde mit ihm zu 
teilen, und die Quraisch als Leute bezeichnet, die nicht gerecht 
verfahren. M. sagte: fluchet ihm, dem Gottverfluchten! und schrieb 
ihm zurück: dein lügnerisches Schreiben und deine Aufschneiderei 
ist an mich gelangt; die Erde ist Gottes und er gibt sie zum Erbe 
wem er will von seinen Knechten, das Ende aber gehört den 
Frommen; und der Gruss über die, welche der rechten Leitung 
folgen. Er schickte den Brief durch Säib b. al'Avväm, den Bruder 
alZubairs. 



^) fi 'Ihaläli va 'Iharämi. Bei Vaq. 307: fi 'Ihilli va 'Iharami. 

^ „Er hat das Saläm darin nicht geschrieben, weil das ihm erst später 
offenbart wurde. 'Alqama ist A. b. 'ülätha b. Auf b. alÄhva^ b. Ga'far b. Kiläb. 
Die zwei Söhne Haudha's sind alAddä und Amr, die Söhne Chälids b. Haudha, 
von den Banu Amr b. Rabia b. Amir b. Qa'^a'a (vgl. übrigens § 96). Ikrima 
ist I. b. Cha^afa b. Qais b. Ailan. Die Mutajjabun sind die Banu Haschim, 
Zuhra, alHarith b. Fihr, Taim b. Murra, Asad b. Abdaluzza.« Vgl. § 96. Bei 
Vaq. 320. Baladh. 35 sq. ist nicht von einem Bündnis aller Mutajjabun, sondern 
nur des Abdalmuttalib mit den Chuzäa die Rede. Vgl. Sprenger III 313 sq. 
404. Vaq. 306 sq. Unsere Urkunde setzt voraus, dass Muhammad schon vor- 
her einen Vertrag mit den Chuzä'a geschlossen hatte; sie soll das Mistrauen 
zerstreuen, welches die Chuzä'a gegen seine Bundestreue gefasst zu haben 
scheinen (Vaq. 307. Anm. 3). Über die Verleihung des Einigrantenrechts an 
Nichtemigranten s. p. 113 n. 2. 

8* 



116 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

34. und M. schrieb dem Salima b. Malik b. Abi Amir alSu- 
lami von den Banu Häritha, er verleihe ihm Madfu, niemand solle 
mit ihm darüber rechten, und wer mit ihm rechte, der habe kein 
Recht, sondern sein Recht sei Recht. 

Und M. schrieb dem Abbas b. Mirdas alSulami, er verleihe 
ihm Madfu, und wer mit ihm darüber rechte, der habe kein Recht. 
Geschrieben hat es alAlä b. 'üqba und als Zeuge unterzeichnet. 

Und M. schrieb dem Haudha b. Nubaischa alSulami, von 
den Banu Tpajja, er verleihe ihm alles was alGafr umfasst. 

Und M. schrieb dem Agabb, einem Manne von Sulaim, er 
verleihe ihm Falis. Geschrieben hat es alArqam. 

Und M. schrieb dem Raschid b. Abd alSulami, er verleihe 
ihm zwei Pfeilschuss O^-ng) und einen Steinwurf (breit) in Ruhät, 
niemand solle mit ihm darüber rechten, und wer mit ihm rechte, 
der habe kein Recht, sondern sein Recht sei Recht. Geschrieben 
hat es Chalid b. Said ^). 

Und M. schrieb dem Haräm b. Abdauf von den Banu Sulaim, 
er verleihe ihm Idhäm und den ihm gehörenden Teil von Schaväq ; 
keiner dürfe ihnen Unrecht zufügen und sie dürfen keinem Unrecht 
tun. Geschrieben hat es Chalid b. Sa'id^). 

35. Und M. schrieb. Im Namen des barmherzigen gütigen Gottes. 
Dies ist es worauf Nu'aim b. Massud b. Ruchaila alAschga*i einen 
Eidbund eingegangen ist. Er hat einen Eidbund mit ihm gemacht 
zu Beistand und Treue, so lange der Uhud auf seinem Fleck steht, 
so lange ein Meer eine Flocke befeuchtet. Geschrieben hat es AU'). 

36. Und M. schrieb. Im Namen des barmherzigen gütigen 
Gottes. Dies ist ein Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes 
für alZubair b. alAvvam. Ich habe ihm das obere und das untere 
Schaväq verliehen, niemand soll darüber mit ihm rechten. Ge- 
schrieben hat es Ali. 

37. Und M. schrieb dem Gamil b. Rizäm alAdavi, er verleihe 
ihm alRamdä, niemand solle mit ihm darüber rechten. Geschrieben 
hat es Ali. 



Sprenger III 287. Vgl. § 94, 

2) Sprenger III 287 sq. Madfu wird das eine mal dem Salima b. Malik, 
das andere mal dem Abbas b. Mirdas verbrieft. Ähnlich wird dem Haram b. 
Auf der ihm gehörige Teil von Schaväq bestätigt und dem Zubair (§ 36) das 
obere und das untere Schaväq verliehen. 

3) Vaq. 168. 205 sq. BH. 680 sqq. Sprenger III 216. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 117 

38. Und M. schrieb dem Hu^ain b. Nadla alAsadi, ihm gehöre 
Iräm und Kassa, niemand solle mit ihm darüber rechten. Ge- 
schrieben hat es alMughira b. Schu'ba. 

39. Und M. schrieb den Banu Ghifar, sie gehörten zu den 
Muslimen und hätten deren PjSichten und Rechte, und der Prophet 
gewähre ihnen den Schutz Gottes und den Schutz seines Boten für 
ihr Gut und für ihr Leben, und es solle ihnen gegen jeden, der 
ihnen ohne Grund Unrecht zufüge, Beistand geleistet werden; sie 
sollten aber auch dem Propheten, wenn er sie zur Hilfe aufbiete, 
zu willen sein und verpflichtet sein ihm zu helfen, es sei denn, 
dass man wegen der Religion zu kämpfen habe, so lange ein 
Meer einen Faden netzt; und dieses Schreiben soll keine Deckung 
für Trug sein ^). 

40. Und M. schrieb den Banu Damra b. Bakr b. Abdmanät 
von Kinäna: sie seien sicher für ihr Gut und Leben, und es solle 
ihnen Hilfe geleistet werden gegen jeden der sie mit Unrecht an- 
falle, und auf ihnen*) sei die Hilfe des Propheten, so lange ein 
Meer einen Faden netzt, es sei denn, dass sie Fehde führten in 
Sachen der Religion Gottes; und wenn der Prophet sie aufböte, 
sollten sie ihm zu willen sein. Dafür sei über ihnen*) der Schutz 
Gottes und seines Propheten, und ihnen sei Hilfe zu leisten, näm- 
lich den Reinen und Frommen. • 

41. Und M. schrieb an Hilal, den Herrn von alBahrain: du 
bist in Frieden, und ich preise dir Gott, ausser dem kein Gott ist 
und der keinen Teilhaber hat, und ich rufe dich zu dem einigen 
Gott, dass du an Gott glaubest und gehorchest und in die Gemeinde 
eintretest, denn das ist das beste für dich. Und der Grass sei über 
denen, die der rechten Leitung folgen. 

42. Und M. schrieb an SebocW) b. Abdallah den Herrn" von 
Hagar. AlAqra' hat mir dein Schreiben und deine Fürbitte für 
dein Volk überbracht, und ich habe deine Fürbitte angenommen 
und deinem Boten alAqra' Glauben geschenkt in betreff deines 



1) Sprenger III 102. 104 sq. 

2) Dass das zweite *alaihim hier nicht den gewöhnlichen Sinn (ihnen 
liegt ob § 57. 73) hat, ist klar. Aber auch das erste ist auflTällig; denn von 
der Pflicht der Damra, auch ihrerseits dem Propheten Beistand zu leisten, ist 
erst nachher die Rede. Vielleicht ist nach dem Muster von § 39 das *alaihim 
na^ruhu umzustellen. Vgl. § 37 und 119. 

3) Jaq. I 508, 17. Baladh. 78. 



118 'Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Volkes. Also gratulire ich dir zur Erfüllung deiner Wunsche in 
betreif dessen um was du mich gebeten und ersucht hast. Ich 
halte es aber für das beste, dass ich ihn zum Statthalter einsetze *) 
und dass du mit mir zusammentriffst. Wenn du kommst, werde 
ich dich ehren, und wenn du zu Hause bleibst, werde ich dich 
ehren. Übrigens veranlasse ich keinen zur Darbringung eines Ge- 
schenkes; wenn du mir aber etwas schenkst, so nehme ich deine 
Gabe an. Meine Beamten sind mit deiner Stellung sehr zufrieden, 
und ich lege dir ans Herz auf das beste fortzufahren im Gebete 
und im Almosen und in der Gastfreundschaft gegen die Gläubigen. 
Deinem Volke verleihe ich den Namen Banu Abdallah; befiehl ihnen 
das Gebet und die beste Handlungsweise. Und freu dich der guten 
Botschaft, und der Friede sei über dir und deinem gläubigen Volke. 

Und M. schrieb an die Bewohner von Hagar. Ich ermahne 
euch an Gott zu denken und an eure eigenen Seelen, dass ihr 
nicht wieder irret nachdem ihr auf den Weg geleitet seid, und 
nicht die Richtung verliert nachdem ihr sie gefunden habt. Eure 
Gesandtschaft ist zu mir gekommen und ich habe ihnen nur Freund- 
lichkeit erwiesen. Hätte ich meinen ganzen Eifer aufgewandt, so 
hätte ich euch aus Hagar ausgetrieben. Aber ich habe für die 
Abwesenden Fürbitte angenommen und den Anwesenden Woltaten 
erwieien, also gedenket der Güte Gottes gegen euch! Es ist mir 
zu Ohren gekommen, was ihr getan habt. Ich werde die Guten 
nicht die Schuld der Bösen büssen lassen. Wenn meine Befehls- 
haber zu euch kommen, so gehorchet ihnen und helft ihnen bei der 
Sache Gottes und in seinem Wege. Jede fromme Tat, die einer 
von euch tut, wird bei Gott und bei mir unvergessen sein. 

Und M. schrieb an alMundhir b. Sava. Meine Boten haben 
dich gelobt, und sofern du gut tust, will ich dir gut tun und dir 
dein Werk lohnen, und du sollst Gotte und seinem Boten treu sein. 
Und der Friede sei über dir. 

Und M. richtete an alMundhir b. Sava noch ein anderes 
Schreiben. Ich habe Qudäma und Abu Huraira zu dir geschickt, 
denen übergib was bei dir ist von der Kopfsteuer deines Landes. 
Und der Gruss! Geschrieben hat es Ubaij. 

Und M. schrieb an al'Alä b. alHadrami. Ich habe an alMun- 
dhir b. Sava (zwei Boten) geschickt, die das was von der Kopf- 



^) Der Zusammenhang ist mir unverständlich. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 119 

Steuer bei ihm eingelaufen ist einnehmen sollen, und treib ihn 
dabei zur Eile, und gib ihnen mit, was bei dir eingelaufen ist von 
der Almosensteuer und dem Zehnten. Und der Gruss! Geschrieben 
hat es übaij ^). 

43. Und M. schrieb an den Bischof Dughätir*). Der Friede 
sei über die welche gläubig sind. Im Übrigen ist Jesus, der Sohn 
der Maria, der Geist Gottes und das Wort Gottes, welches er in 
Maria, die reine, hineingesenkt hat; und ich glaube an Gott und 
an das, was uns offenbart ist, und an das, was Abraham und 
Ismael und Isaak und Jakob .und dessen Söhnen offenbart ist, und 
an das was Moses und Jesus und die Propheten von ihrem Herrn 
mitgeteilt bekommen haben; an Einen Gott dem wir uns ergeben. 
Und der Friede sei über die, welche der rechten Leitung folgen. 
Und er schickte den Brief durch Dihja b. Chalifa alKalbi. 

44. Und M. schrieb an die Banu Ganba — das sind Juden 
in Maqna — und an die Bewohner von Maqna — Maqna ist nahe 
bei AUa. Eure Gesandten^) sind bei mir eingetroffen auf ihrem 
Heimwege nach ihrer Stadt. Und wenn dieses mein Schreiben zu 
euch gelangt, so seid ihr sicher und habt den Schutz Gottes und 
seines Boten. Denn der Bote Gottes verzeiht euch eure Übeltaten 
und all eure Vergehen, und ihr habt den Schutz Gottes und seines 
Boten. Es soll euch kein Unrecht widerfahren und keine Befeh- 
dung, denn der Bote Gottes nimmt euch in Schutz gegen alles, 
wovor er sich selber wehrt. Und dem Boten Gottes gehören eure 
feinen Zeuge und alle Sklaven unter euch und die Pferde und 



Die Gizja und die Qadaqa sollen also beide nach Medina geschickt wer- 
den; vgl. dagegen § 8. Während aber die (Jadaqa von dem Legaten M.s ein- 
gesammelt wird, verbleibt die Einsammlung der von den Juden und Persern 
zu zahlenden (§ 9) Gizja dem Mundhir, der sie wahrscheinlich schon vor dem 
Islam besorgt hatte, damals freilich nicht zum besten anderer Leute. — Spren- 
ger III 376 sqq. 

^ Dughätir war der oberste Bischof der Römer zur Zeit des Heraklius; 
durch Dihja bekehrt, bekannte er seinen Glauben an Muhammad öffentlich in 
der Kirche von Emesa und wurde in folge davon umgebracht (BA. II 162). 
Was der Fabel zu gründe liegt, ist nicht zu ermitteln; an obstinaten Mono- 
physiten, die dem Heraklius entgegentraten, fehlte es nicht in den Ländern 
der syrischen Kirche. 

^) Freytag führt &j! (im Lond. mit Taschdid) unter ^^^\ auf, bezweifelt 
indes die Richtigkeit der Schreibung. Gewiss ohne Grund. Leider sagt er 
nicht, woher er die Vokabel hat; wahrscheinlich aus Reiske's Golius. 



120 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Rüstungen, ausser was er oder sein Abgesandter euch davon erlässt; 
und hernach habt ihr den vierten Teil des Ertrages eurer Palmen 
und eurer Fischerei und des Gespinnstes eurer Frauen zu zahlen: 
damit seid ihr frei jeder Kopfsteuer und Zwangsleistung. Wenn 
ihr hört und gehorsam seid, so verpflichtet sich der Bote Gottes, 
den der es verdient von euch zu ehren und dem der sich vergeht 
von euch zu verzeihen. Den Gläubigen und den Muslimen sei ge- 
sagt: wer den Leuten von Maqna mit Gutem entgegenkommt, wird 
guten Lohn haben, und wer ihnen mit Bösem entgegenkommt, wird 
bösen Lohn haben. Und Befehlshaber über euch soll kein anderer 
sein als ein Mann aus eurer Mitte oder ein Mann aus der Familie 
des Boten Gottes. Und der Gruss*)! 

45. Und M. schrieb an Mar Juhanna b. Ruba und an die 
Häupter der Einwohner von Aila. Ihr seid zu Frieden angenom- 
men ^). Ich preise euch Gott, ausser dem kein Gott ist. Ich wollte 
euch nicht bekriegen, ohne euch vorher zu schreiben. Also nimm 
den Islam an oder zahle die Kopfsteuer, und gehorche Gott und 
seinem Boten und dessen Abgesandten, und ehre die letzteren und 
gib ihnen einen schönen Anzug und keinen schäbigen'), und gib 
Zaid einen schönen Anzug. Was meine Boten gut heissen, heisse 
auch ich gut. Die Kopfsteuer ist bekannt. Wenn ihr wollt, dass 
Land und Meer sicher sei, so gehorcht Gott und seinem Boten, 
und alle Ansprüche der Araber und Nichtaraber sollen von euch 
abgewehrt werden, nur nicht der Anspruch Gottes und seines Boten. 
Wenn du meine Abgesandten zurückweist und sie nicht befriedigst, 
so werde ich nichts von euch nehmen (als Sühne), sondern euch 
bekriegen und die Kinder gefangen fortführen und die Alten töten. 
Denn ich bin der Bote Gottes mit der Wahrheit, ich glaube au 
Gott und an seine Bücher und an seine Boten und an den Messias 
den Sohn der Maria, dass er das W^ort Gottes ist, und ich glaube 
an ihn, dass er der Bote Gottes ist. Komm, ehe dich das Unglück 
berührt. Ich habe meinen Abgesandten über euch Befehl getan, gib 
dem Harmala 300 Last Gerste, denn er ist für euch eingetreten; 
und wäre das nicht der Fall und wäre nicht Gott, so hätte ich 

*) Vaq. 405. Baladh. 60. Sprenger III 419 sq. Was ist unter der Familie 
des Boten Gottes zu verstehen? Die Bestimmung ist sehr auffallend. 

2) Baladh. Gloss. p. 53. Agh. VII 12,17. BAthir II 219,11. III 223,17. 241, 
15. 305,1. Vgl. §56. 

3) Wörtlich; keinen Razzia-anzug. Vgl. Doughty I 131. II 134. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 121 

keine Gesandtschaft zu dir geschickt, sondern du hättest das Heer 
gesehen. Wenn ihr meinen Abgesandten gehorcht, so steht ihr 
unter dem Schutze Gottes und Muhammads und seiner Genossen. 
Meine Gesandten sind Schurahbil und XJbaij und Harmala und 
Huraith b. Zaid alTäi, und ich bin einverstanden mit allem was 
sie mit dir ausmachen. Ihr habt den Schutz Gottes und den 
Schutz Muhammads, des Boten Gottes, und der Friede sei über 
euch, wenn ihr gehorchet. Und röstet die Leute von Maqna aus 
zur Reise in ihre Heimat*). 

46. Zusammengelaufene Leute von Kinana und Muzaina und 
alHakam und alQara und wer sich ihnen angeschlossen hatte von 
den Sklaven, hausten im Gebirge der Tihama und übten Gewalt 
gegen die Vorüberziehenden. Als nun M. emporkam, erschien eine 
Gesandtschaft von ihnen bei ihm, und er schrieb ihnen darauf: 
Im Namen des gütigen barmherzigen Gottes. Dies ist ein Schreiben 
von Muhammad dem Nabi an die Knechte Gottes in alQiqä. Wenn 
sie glauben und das Gebet verrichten und das Almosen geben, so 
sind die Sklaven unter ihnen frei, und ihr Schutzherr ist Muham- 
mad; und wer unter ihnen einem Stamme angehört, soll nicht ge- 
zwungen werden zu demselben zurückzukehren, und das Blut, das 
sie vergossen, und das Gut, das sie genommen haben, soll ihnen 
geschenkt sein, aber die Schulden, welche die Menschen ihnen 
schulden, sollen ihnen bezahlt werden, und es soll ihnen kein Un- 
recht widerfahren und keine Befehdung: dafür haben sie den Schutz 
Gottes und den Schutz Muhammads. Und der Friede sei über 
euch! Geschrieben hat es Ubaij b. Ka*b^). 

47. Und M. schrieb. Kira! Im Namen des gütigen barm- 
herzigen Gottes. Dies ist ein Schreiben von Muhammad an die 
Banu Ghädija. Es wird ihnen der Schutz gewährt und sie haben 
die Kopfsteuer zu entrichten; und sie sollen nicht befehdet und 
nicht ausgetrieben werden (aus ihrem Lande). Jede Nacht verlän- 
gert und jeden Tag verstärkt (diesen Vertrag). Geschrieben hat 
es Chalid b. Sa'id. — Die Banu Ghädija sind Juden. 

Und M. schrieb. Im Namen des gütigen barmherzigen Gottes. 

Sprenger III 421 sq. Vgl. § 74. 

2) Dies scheint das von Vaqidi 262 erwähnte Schreiben zu sein, wodurch 
Muhammad die Räuberbande des Abu Ba^ir in die Staatsgemeinschaft des Islam 
aufnahm (BH. 751 sqq. Boch. II 101). In jedem Falle ist das Dokument sehr 
• lehrreich. 



122 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Dies ist ein Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes für die 
Banu 'üraid. Deputat von dem Boten Gottes 10 Last Mehl und 
10 Last Gerste bei jeder Ernte und 50 Last Datteln; es soll ihnen 
in jedem Jahre zu seiner Zeit voll gegeben und nichts unrecht- 
mässiger weise vorenthalten werden. Geschrieben hat es Challd 
b. Sa'id. — Die Banu *Uraid CArid) sind Juden 0- 

48. Ismail b. Ibrahim alAsadi, der Sohn der 'Ulajja, von al- 
Gariri von Abu TAlä. Ich war mit Mutarrif auf dem Kamel- 
markte ^), da kam ein Beduine mit einem Stück Leder oder Ranzen 
und sagte: wer kann lesen, oder: kann einer von euch lesen? Ich 
sprach: ja, ich kann lesen. Da sagte er: da, lies das, denn der 
Bote Gottes hat es mir geschrieben. Es stand darin: „Im Namen 
des gütigen barmherzigen Gottes! Von Muhammad dem Nabi an 
die Banu Zuhair b. Uqaisch, einem Lager von Tkl. Wenn sie 
bezeugen, dass es keinen Gott gibt ausser Gott und dass Muhammad 
der Bote Gottes ist, und wenn sie sich von den Götzendienern 
scheiden und sich dazu verstehen, von der Beute den Fünften und 
den Anteil des Propheten und sein Präcipuum^) zugeben, so sind 
sie sicher im Frieden Gottes und seines Boten". Darauf fragte 
man den Beduinen, ob er etwas von dem Boten Gottes gehört habe, 
was er erzählen könne. Er antwortete, er habe ihn sagen hören: 
wer gern will, dass ein gut Teil von dem inneren Hass des Her- 
zens schwindet, der faste den Monat der Enthaltsamkeit*) und drei 
Tage von jedem Monat. Als man darauf fragte, ob er das wirk- 
lich von dem Boten Gottes gehört habe, sprach er: ich sehe, ihr 
befürchtet, dass ich dem Boten Gottes etwas andichte, ich werde 
euch heute nichts weiter erzählen^). 

49. Ibn alEalbi von Lut b. Jahja alAzdi. Der Prophet schrieb 
an Abu Tzubjän alAzdi von Ghämid, um ihn und die Seinen zum 
Islam aufzufordern, und er entsprach der Aufforderung mit einer 
Anzahl der Seinen, in Mekka, darunter Michnaf und Abdallah und 

^) Sprenger III 421. Über Deputatsanweisungen M.s s. Vaq. 287. 296. Kira 
ist wol Kyrie; dass M. damit ein Schreiben an Juden beginnt, ist keineswegs 
unbegreiflich. 

2) zu Ba<?ra, Tab. III 22,9. — Agh. XIX 158,3: auf dem Mirbad. 

3) Meist heisst es „der Vorzugsanteil des Propheten", hier auch (Agh. XIX 
158,9) „sein Anteil und sein Vorzug", so dass die Gebühr verdoppelt wird. 

*) d. i. der Monat Ramadan. 

*) Agh. XIX 156. Sprenger III 238. Die üqaisch (Agh. XIX 157, 18) heissen 
nach dem Qarous auch Vuqaisch. Irrig Qais bei Wüstenfeld Tab, J. 16. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 123 

Zuhair. [Diese in Mekka, und in Medina erschienen bei ihm 
alHigan b. alMuraqqi' und Gundab b. Zuhair und Gundab b. Ka'b] ^). 
Dann erschien später unter den Vierzigen alHakam b. Mughaffal; 
denn es kamen zu ihm in Mekka vierzig Mann. Und der Prophet 
schrieb dem Abu Tzubjän ein Schreiben, und er gehörte zur Be- 
kanntschaft M.'s, und er erlebte noch das Chalifat Umars. 

50. Ibn alKalbi von Gamil b. Marthad. Ein Mann von Uga, 
namens Habib b. Amr, kam als Gesandter zu dem Propheten, und 
er schrieb ihm ein Schreiben: Dies ist ein Schreiben von Mu- 
hammad dem Boten Gottes für Habib b. Amr, einem der Banu 
üga, und für diejenigen unter seinem Volk, welche den Islam an- 
nehmen und das Gebet verrichten und das Almosen geben: sie 
sollen ihren Besitz und ihr Wasser behalten, so wie es jetzt ihre 
Ansässigen und ihre Beduinen inne haben; dafür haben sie die Zu- 
sage Gottes und den Schutz seines Boten ^), 

51. Ibn alKalbi von einem der zu Tajji gehörigen Banu Bohtbr. 
Es erschien als Gesandter bei dem Boten Gottes alValid b. Gabir 
b. Tzalim b. Haritha b. 'Attäb b. Abi Haritha b. Gudaij b. Tadul 
b. Buhtur, und nahm den Islam an. Und er schrieb ihm ein 
Schreiben, welches noch im Besitz der Seinen ist auf den beiden 
Gebirgen. 

52. ÄlMadäini von Abu Ma'schar von Jazid b. Ruman und 
Muhammad b. Ka'b und von Jazid b. Ijäd b. Gu'duba alLaithi von 
alZuhri und von anderen. M. richtete an Sim*än ^) b. Amr b. 
Qurait b. Abd b. Abi Bakr b. Kiläb ein Schreiben und gab es dem 
Abdallah b. Ausaga arUrani mit. Sim'än aber flickte mit dem 
Schreiben seinen Eimer, darum werden die Seinen die Flickers- 
söhue genannt. Später nahm er den Islam an, erschien vor dem 
Propheten und sprach: vergib mir, wie du auch dem Vard Pardon 
gegeben hast, denn ich habe keine schlimmere Schuld, da ich nun 



Der eingeklammerte Satz ist ein Nachtrag; denn hinterher ist auch noch 
Mekka, nicht Medina, der Ort, wohin die Vierzig sich zu M. begeben. 

2) Zu den Uga (so vokalisirt der Goth.) s. Agh. XIX 127,15. 28. 128,23. 
Sprenger (III 392) scheint ihren Namen von dem Berge Aga abzuleiten, aber 
das ist gewiss nicht richtig. 

^ Sim*än (Agh. X 70,4) d. i. Simeon, wahrscheinlich Verlängerung von 
sim' (ein fabelhaftes Tier Agh. III 27,8. V 171,20. X35,23; vgl. sama'ma' 
IV 187,2. IX 148,13sq. XIV 143, 18), wie Salamän (§117) d.i. SalomoVer- 
längening von saläm (eine Art Baum). 



124 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

ZU dir gekommen bin, als Vard*). — AlMadaini von Hammad 
b. Salima von alHaggag b. Artat von Abu Ishaq alHamdani. Als 
der üranit^) mit dem Schreiben des Boten Gottes seinen Eimer 
geflickt hatte, sagte seine Tochter zu ihm: ich glaube nicht anders 
als dass dich ein Unheil trefl'en wird, ein Schreiben des Fürsten 
der Araber gelangt an dich und du flickst damit deinen Eimer! 
Es marschirten aber Truppen des Boten Gottes vorüber, und sie 
behandelten alles was er hatte als gute Beute. Da nahm er den 
Islam an und kam zu dem Propheten und trug ihm seinen Fall 
vor. Der Bote Gottes sprach zu ihm: was du von (deinem) Hab 
und Gut, bevor es unter die Muslime geteilt war, noch abgefasst 
hast, darauf hast du das nächste Recht*). 

52. AlMadaini von Amr b. Abdalrahman alZuhri von Zamil 
b. Amr alGudhami. Parva b. Amr war Vogt der Romäer über 
Amman in der Balqä oder über Mu'än. Und er nahm den Islam 
an und schrieb das an den Boten Gottes. Er gab das Schreiben 
einem Manne seines Volkes mit, namens Mas'ud b. Sa'd, und über- 
sandte zugleich ein weisses Maultier und ein Pferd und einen 
Esel und weiche Kleider und einen mit Gold besetzten seidenen 
Rock. Und der Bote Gottes schrieb an ihn: „Von Muhammad dem 
Boten Gottes an Parva b. Amr. Dein Bote ist bei mir ange- 
kommen und hat deinen Auftrag ausgerichtet und erzählt wie es 
bei euch aussieht und uns deinen Übertritt zum Islam gemeldet. 
Gott hat dich durch seine Leitung auf den rechten Weg gebracht, 
wenn du gut tust und Gotte und seinem Boten gehorchst und das 
Gebet verrichtest und das Almosen darbringst." Und er liess dem 
Boten durch Bilal 12 Va Unzen geben. Als aber der König der 
Romäer den Übertritt Farva's zum Islam erfuhr, liess er ihn holen 
und sprach zu ihm; tritt zurück von deiner Religion, so wollen 
wir dich zum König machen. Er antwortete: ich verlasse die 
Religion Muhammads nicht, du selbst weisst, dass Jesus ihn an- 



^) Vard ist der § 60 erwähnte Udhrit dieses Namens, welcher in ähnlicher 
Weise ein Schreiben des Propheten respektlos behandelt hatte. Er konnte aber 
schwerlich dem Kilabiten Sim*än bekannt sein; der Vers ist also von den 
Überlieferern gemacht. 

2) Nach dem Voraufgegangenen war der Empfanger des Briefs ein Kilabit 
(Haväzin) und nur der Überbringer ein Mann von üraina. Die Uraina wohnten 
damals bei den Kiläb; s. Wüstenfelds Register unter Bagila. 

3) Vaq. 388. Sprenger III 238, 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 125 

gekündigt hat, aber du willst deiüc Herrschaft nicht fahren lassen. 
Da setzte er ihn fest, dann liess er ihn hinausführen, töten und 
kreuzigen ^). 

54. AlMadäini von Sa'id b. Abi 'Aruba. von Qatada von einem 
der Banu Sadus. M. schrieb an die Bakr b. Väil: nehmt den 
Islam an, so seid ihr sicher. Sie fanden aber keinen, der es lesen 
konnte, bis einer von den Banu Dubafa b. Rabia kam, welche die 
Schreiberssöhne genannt werden, der las es. Überbringer des 
Schreibens war Tzubjan b. Marthad alSadusi'). 

55. AlMadäini von Mu'tamir von einem seiner Genossen namens 
'Ata von Abdallah b. Jahja b. Salman. Ein Sohn des Su'air b. 
'Addä zeigte mir ein Schreiben des Boten Gottes. „Von Muham- 
mad dem Boten Gottes an alSu'air b. 'Addä: ich gebe dir das Ge- 
leitsrecht für alRuchaich und gewähre dir den Gewinn von den 
Reisenden" ^). 

56. AlMadäini von Jazid b. Ijäd von alZuhri. M. schrieb an 
alHarith und Masruh und Nu'aim b. Abdkuläl von Himjar. „Ihr 
seid zu Frieden angenommen, wenn ihr an Gott und seinen Boten 
glaubt. Gott ist ein einziger Gott, er hat keinen Teilhaber. Er 
hat Mose gesandt mit seinen Zeichen und er hat Jesus geschaffen 
mit seinen Worten. Die Juden sagen (Sur. 9, 30): Ezra ist der 
Sohn Gottes, und die Christen sagen: Gott ist einer von dreien, 
Jesus ist der Sohn Gottes". Er sandte das Schreiben durch 'Ajjasch 
b. Abi Rabi'a alMachzumi und sagte. Wenn du zu ihrer Stadt 
kommst, so gehe nicht nachts hinein, sondern warte bis zum Mor- 
gen; dann vollziehe sorgfältig die Reinigung und bete zwei Rak'a's 
und bitte Gott um Gelingen und um freundliche Aufnahme und 
nimm deine Zuflucht zu ihm. Dann nimm meinen Brief in deine 
Rechte und übergib ihn mit deiner Rechten in ihre Rechte, sie 
werden ihn annehmen. Und trag ihnen vor (Sur. 98): die Un- 
gläubigen, seien es Schriftbesitzer oder Heiden, werden nicht auf- 



Vgl. § 6. 2) Sprenger III 268. 

^ Vgl. Jaqut II 772, 1 ; die Schreibung des Ortsnamens ist ganz unsicher. 
Das Recht, den Reisenden auf einer bestimmten Strecke sicheres Geleit zu 
geben, ist eine bekannte Erwerbsquelle der Beduinenschaiche. Muhammad ab- 
rogirt es nicht, obwol es den Principien des Islams widerspricht. Der Name 
Su*air (so vokalisirt im Lond. und im Qamus) ist bemerkenswert, weil er über- 
einkommt mit dem Namen eines Götzen der Anaza. Leider erfahren wir nicht, 
welchem Stamme Su'air d. Addä angehört hat. 



126 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

hören u. s. w. bis zu Ende der Sure; dann sag: Muhammad glaubt 
und ich bin der erste zu glauben. Und jeder gegen dich vorge- 
brachte Einwand wird hinfallen und jedes mit glänzendem Schein 
ausgestattete Buch *) wird sein Licht verlieren, während sie es dir 
vortragen. Und wenn sie welschen, so sprich: übersetzt es! und 
sag: mein Genüge ist Gott, ich glaube an jede von ihm herabge- 
sandte Schrift, und ich habe Befehl, zwischen euch zu schlichten; 
Gott ist unser Herr und euer Herr, uns gehören unsre Werke und 
euch gehören eure Werke, wir wollen nicht mit einander streiten, 
Gott wird uns zusammenbringen, zu ihm müssen wir alle. Wenn 
sie nun den Islam annehmen, so fordere ihnen ihre drei Stecken 
ab, bei denen sie sich versammeln und anbeten, ein Stecken von 
Tamariske, der weiss und gelb gefleckt ist, und ein Stecken mit 
Knoten, wie von Chaizurän, und der schwarze ohne. Abzeichen, 
wie von Ebenholz. Dann bring die Stecken heraus und verbrenne 
sie auf ihrem Markte. Ich zog also aus, erzählte 'Ajjasch, zu tun 
wie er mich geheissen hatte. Als ich hinkam, hatten^ sich die 
Menschen zum Feste geputzt; ich ging durch sie hin um sie mir 
anzusehen und gelangte schliesslich zu grossen Vorhängen vor den 
Eingängen dreier Gebäude. Ich hob den Vorhang auf und ging in 
den mittleren Eingang und kam zu Leuten im Hofe des Gebäudes 
und stellte mich als Gesandter des Boten Gottes vor und tat wie 
er mich geheissen hatte, und sie willfahrten, und es kam so wie 
er gesagt hatte'). 

57. Und') M. schrieb an die Abdalqais. Von Muhammad 
dem Boten Gottes an alAkbar b. Abdalqais. Sie sollen sicher sein 
im Frieden Gottes und seines Boten vor den Folgen der Frevel 
die sie im Heidentum begangen haben. Sie sind verpflichtet zu 
halten was sie eingegangen sind, und ihnen wird gewährleistet, 
dass ihnen die Komstrasse nicht gesperrt und der Regenguss nicht 
gewehrt und die geheiligten Früchte nicht entzogen werden sollen, 
wenn sie reif sind *). Und alAlä b. alHadrami ist der Beamte des 



^) kitabun zuchrifo. 

2) In dieser fabelhaften Historie sind nur die drei Stecken von einigem 
Interesse. Rhabdolatrie ist vielleicht die Folge von Rhabdomantie; Ose. 4, 12. 

*) Nach der Unterbrechung von § 48—56 setzt hier wieder die Erzählung 
des Vaqidi ein. 

*) Regenguss = das nach dem Regen überall in der Wüste aufschiessende 
Grün (ghaith). Die geheiligten Früchte sind offenbar für die Abdalqais nicht 



Muhammads Schreiben^ und die Gesandtschaften an ihn. 127 

Boten Gottes über ihr Land und ihr Meer, über ihre Ansässigen 
und ihre streifenden Scharen und über das was von ihnen aus- 
gegangen ist(?). Und die Bewohner von alBahrain stehen dafür, 
dass ihm nichts angetan wird, und helfen ihm den Frevler zu bän- 
digen und stehen ihm bei in den Kriegen^). Dafür nehmen sie 
auf sich den Schwur und die feierliche Verpflichtung bei Gott'); 
sie dürfen kein Wort ändern und kein Tüttelchen ') zusetzen. Und 
sie haben bei dem Heere der Muslime die Teilhabe an der Beute 
zu beanspruchen und Unparteilichkeit im Urteilsspruch — bei dem 
es für beide Teile sein Bewenden hat — und Gradheit im Wan- 
del*). Und Gott und sein Bote werden Zeugen über sie sein. 

58. Und M. schrieb an die Fürsten und Grossen von Hadra- 
maut, und er schrieb an Zur'a und Qahd und alBsj und alBuhairi 
und Abdkuläl und Rabia und Hagar. Einige dieser Namen kom- 
men in einem Verse vor: „der beste der Menschen insgesamt ist 
Qahd und darijach Abdkuläl der beste der übrigen'', und in einem 
anderen Verse: „der beste der Menschen nach Muhammad ist Zur'a, 
wenn alBuhairi den Islam angenommen hat"^). 

59. Und M. schrieb an Nufätha b. Farva alDuili, den Fürsten 
der Samäva^). 

60. Und er schrieb an die 'Udhra auf einem Palmstengel und 
gab das Schreiben einem Manne von den Bann Udhra mit. Aber 
Vard b. Mirdas, einer der Banu Sa'd Hudhaim — richtiger, nach 



geheiligt, d. h. verboten, sondern nur für die anderen Menschen. Was ist der 
Gegensatz? Palmen, deren Früchte Gemeingut für jedermann sind? Die nahe- 
liegende Veränderung von harim in ^arim würde die Veränderung von bu- 
lüghihi in bulüghiha nach sich ziehen und ist deshalb nicht empfehlenswert. 

^) Malähim hier in ganz einfachem Sinne wie Agh. VI 94,19. Kamil 617, 
18. Meist wird das Wort bekanntlich im apokalyptischen Sinn von den Drang- 
salen und Umwälzungen der Zukunft gebraucht, die dem Erscheinen des Mahdi 
vorhergehen; es gibt eine ganze Literatur von Malahimbüchern. 

^ Dies wird hier wie § 73 der Sinn sein; nicht wie in § 40: über ihnen 
ist der feierlich gewährleistete Schutz Gottes. 

^ Ich vermute xijj für ä53. 

*) Sira wird vorzugsweise von Chalifen und Statthaltern gesagt. 

*) Zur'a und Abdkuläl sind sonst berühmte Namen unter den Himjar. 

^ Sprenger (III 233) nennt ihn »König der Kalbiten aus dem Herrscher- 
stamme Ghassan". Ober die Samäva vgl. Hamdani 48, 8. Agh. XIV 143, 9. 
Tab. 111796,7. Da die kinanitischen Duil dort nichts zu suchen haben, so 
wird man an die Duil von Hanifa denken müssen (BA. V 225,19. 226,6). 



128 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Ibn alKalbi, Vard b. Qatada b. Midäsch b. Abdallah b. Dajjan 
b. alHarith b. Sa'd Hudhaim — fiel ihn an und brach den Palm- 
stengel entzwei; hernach aber bekehrte er sich und fiel als Märtyrer 
unter Zaid^b. Haritha auf dem Zuge nach Vadi 'IQura oder nach 
alQarada ^). 

61. Und M. schrieb dem Mutarrif b. alKahin alBähili. Dies 
ist ein Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes für Mutarrif 
b. alKahin und für diejenigen Bahiliten, die in Bischa wohnen. 
Wenn jemand brachliegendes weisses Land, worin Lagerplatz und 
Nachtquartier der Kamele sich befindet, urbar macht, so ist es 
sein. Sie haben für je 30 Rinder eine voUwachsene Kuh und für 
je 40 Schafe einen Ziegenbock und für je 50 Kamele ein voll- 
wachsenes Schaf zu entrichten; der Steuereinnehmer darf das Vieh 
nur auf den Weideplätzen versteuern. Und sie sind sicher im 
Frieden Gottes^). 

Und M. schrieb an Nahschal b. Malik alVäili von Bähila. In 
deinem Namen *o Gott^)! Dies ist ein Schreiben von Muhammad 
dem Boten Gottes an Nahschal b. Malik und seinen Anhang von 
den Banu Väil. Wer den Islam annimmt und das Gebet ver- 
richtet und das Almosen gibt und Gotte und seinem Boten ge- 
horcht und von der Beute den Fünften Gottes und den Anteil des 
Propheten entrichtet und Zeugen bringt für seinen Islam und sich 
von den Götzendienern scheidet, der ist sicher im Frieden Gottes 
und Muhammad entsagt(?) ihm gegenüber auf jegliche Vergewal- 
tigung. Und sie brauchen ihr Vieh nicht zusammenzutreiben und 
nicht den Zehnten zu bezahlen, und ihr Vogt soll aus ihrer Mitte 
genommen werden. Geschrieben hat es üthman b. Aflfan. 

62. Und M. schrieb den Thaqif, es solle ihnen der Schutz 
Gottes und der Schutz Muhammads b. Abdallah gewährt werden 
auf grund dessen, was er ihnen geschrieben habe; Chalid b. Saad 
war der Schreiber und Hasan und Husain die Zeugen; und der 
Prophet übergab das Schreiben an Numair b. Charascha. — Und 
die Gesandten der Thaqif baten den Boten Gottes, er möge 



Vaq. 100. 236. 238. BH. 547 sq. 979 sq. 

2) Sprenger IIl 322. Was hier mit weissem Lande gemeint ist, weiss 
ich nicht. Vielleicht einfach gutes, anbaufähiges Land. 

3) Es verdient Beachtung, dass M. sich auch noch in späterer Zeit dieser 
alten Formel bedient hat (BH. 747 vgl; § 10). Sie ist ja auch gar nicht heid- 
nisch; es gibt keinen anderen Vokativ von Allah als Allahumma (vgl. halunoma). 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 129 

ihnen den Bezirk von Vagg zum Haram machen; das tat er in 
folgendem Schreiben. Dies ist ein Schreiben-- von dem Boten Gottes 
an die Gläubigen. Die Bäume und das Wild von Vagg dürfen 
nicht gefällt und nicht getötet werden, und wer dabei betroffen 
wird, soll festgenommen und zum Propheten gebracht werden; das 
ist der Befehl des Propheten Muhammad b. Abdallah des Boten 
Gottes, den auf sein Geheiss Chalid b. Abdallah niedergeschrieben 
hat, und niemand übertrete denselben zu seinem eigenen Schaden ^). 

63. Und M. schrieb an Said b. SuQan alRi'li. Dies ist es, 
was der Bote Gottes dem Sa'id b. SuQan alRi'li verleiht. Er ver- 
leiht ihm die Palmen und das feste Haus von Suväriqijja'), also 
soll niemand mit ihm darüber rechten, und wer mit ihm rechtet, 
der hat kein Recht, sondern sein Recht ist Recht. Geschrieben 
hat es ChaUd b. Said^). 

64. Und M. schrieb an ütba b. Farqad. Dies ist es, was 
der Prophet dem Utba b. Farqad verleiht. Er verleiht ihm einen 
Bauplatz in Mekka in der Nähe von alMarva, also soll niemand 
mit ihm darüber rechten, und wer mit ihm rechtet, der hat kein 
Recht, sondern sein Recht ist Recht. Geschrieben hat es Muävija^). 

65. Und M. schrieb an Salima b. Mälik alSulami. Dies ist 
es, was der Bote Gottes dem Salima b. Malik verleiht. Er verleiht 
ihm den Strich zwischen alHanätzi *) und Dhät alAsävid, niemand 
soll mit ihm darüber rechten, und wer mit ihm rechtet, der hat 
kein Recht, sondern sein Recht ist Recht. 

66. Und M. schrieb an die Banu Ganäb von Kalb. Dies ist 
ein Schreiben von Muhammad dem Propheten, dem Boten Gottes, 
für die Banu Ganäb und ihre Eidgenossen und Verbündeten, unter 
der Bedingung, dass sie das Gebet feiern und das Almosen bringen 
und festhalten am Glauben und an der Bundestreue. Für je fünf 
frei weidende Kamele sollen sie ein Schaf ohne Fehl steuern, die 
zum Proviantholen dienenden Lastkamele sind steuerfrei (?), das zur 



1) Sprenger III 486. Vaq. 385. In bezug auf Note 3 zu Vaq. 385 bemerke 
ich, dass es nach BAthir IV 381 sq. (III 212,14) doch scheint, dass das (von 
Ibn Sa'd hier ausgelassene) Ausziehen der Kleider keine Pföndung, sondern 
eine Verschärfung der Prügelstrafe ist. 

^ Sprenger III 460. Über Suväriqijja finden sich gute Nachrichten bei 
Jaqut III 180 sq. 

*) Sprenger III 288. V^ustenfeld Reg. 365. 

*) Vielleicht ist alHanätzi 1 zu lesen. 

Wellhauseu, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 9 



130 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Bewässerung brauchbare Wasser und das nicht künstlich bewässerte 
Land soll ein Vertrauensmann abschätzen, die Abgabe dafür soll 
nicht erhöht werden*. Zeugen waren Sa'd b. übäda und Abdallah 
b. Unais und Dihja b. Chalifa alKalbi. 

67. Und M. schrieb. Dies ist ein Schreiben von Muhammad 
dem Boten Gottes für Mahri b. alAbjad betreffend die Gläubigen 
von Mahra. Sie sollen nicht gßfressen und nicht durch Raubzüge 
gefährdet oder sonst gerieben^) werden; es liegt ihnen aber ob, 
die Gebote des Islam zu halten. Wer davon abweicht, der be- 
fehdet Gott; wer aber an Gott glaubt, der hat den Schutz Gottes 
und seines Boten. Aufgefundenes muss wieder erstattet und ver- 
laufenes Vieh ausgerufen werden. Schmutz und Unzucht ist Sünde 
und Frevel. Geschrieben hat es Muhammad b. Maslama alAn^ari^). 

68. Und M. schrieb an die Chath'am. Dies ist ein Schreiben 
von Muhammad dem Boten Gottes für die Chath'am, die in Bischa 
ansässig sind oder wandern. Alles Blut, welches ihr in der heid- 
nischen Zeit vergossen habt, soll niedergeschlagen sein. Wer von 
euch, freiwillig oder gezwungen, den Islam bekennt und eine Pflan- 
zung von Gurken oder Narzissen hat, die vom Regen getränkt oder 
durch Sickerwasser bewässert wird, und deren Anbau leicht mis- 
lingt, auch in nicht dürren Jahren, dem steht der Duft (der Nar- 
zissen) und das Essen (der Gurken) frei. Von allem durch fliessende 
Bäche bewässerten Lande muss der Zehnte und von künstlich 
durch Schöpfung bewässertem der Zwanzigste gegeben werden. 
Zeugen waren Garir b. Abdallah und die übrigen Anwesenden ^). 

69. Und M. schrieb der Gesandtschalt von Thumä-la und al- 
Huddän. Dies ist ein Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes 
für die Nomaden in den Sif- und für die Ansiedler in den Gauf- 
gegenden, in der Umgegend von (?uhär. Sie brauchen sich bei 



^) § 142. Sprenger III 385. Gefressen und gerieben werden sind 
leicht zu versteh endo Metaphern. Unter säriha kann hier nur verlaufenes 
Weidevieh (säriha dälla) gemeint sein; der gewiss schon heidnische Grund- 
satz von der Wiedererstattung des gefundenen und dem Ausrufen (t. t. ta'rif) 
des verlorenen Kamels wird öfters proklamirt. 

2) § 132. Sprenger III 469. Zu^Ui> vgl. Tab. III 1201,4, zu )js^ Agh. II 
111,9. Kamil 498,1. 15 sq. und noch einen Vers bei Gauhari und im Tag al- 
Arus. In der Übersetzung von -^ »jUji bin ich Sprenger gefolgt, zweifle 
aber sehr, ob mit Recht. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 131 

ihren Palmen keine Schätzung der Früchte auf dem Baume gefallen 
zu lassen noch genaues (?) Mass, sondern die Früchte sollen in 
Haufen gelegt werden und von je zehn Last müssen sie eine Last 
abgeben. Schreiber ist Thabit b. Qais b. Schammäs, Zeugen sind 
Sa'd b. Ubäda und Muhammad b. Maslama ^). 

70. Und M. schrieb an die Bäriq von alAzd. Dies ist ein 
Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes für Bäriq. Ihre 
Früchte sollen- nicht unreif abgerissen und ihre Länder weder im 
Herbst noch im Frühling') ohne ihre Erlaubnis abgeweidet werden. 
Wenn aber Muslime in Zeiten der Not oder der Dürre durchreisen, 
so müssen sie drei Tage lang gastlich verpflegt werden. Und wenn 
ihre Früchte reif sind, so darf der Wanderer davon auflesen so 
viel er essen mag, aber nichts einstecken. Zeugen sind Abu 
Ubaida b. alGarräh und Hudhaifa b. alJamäni, und geschrieben 
hat es übaij b. Ka'bO- 

71. Und M. schrieb dem Väil b. Hugr. Als derselbe in seine 
Heimat abreisen wollte, sagte er: o Bote Gottes, gib mir ein 
Schreiben mit an mein Volk. Da befahl M. dem Muävija ihm ein 
Schreiben zu verfassen an die durchlauchtigen Fürsten: sie sollten 
das Gebet verrichten und das Almosen geben und die Steuer, für 
vierzig Weideschafe sollte der Besitzer ein Hausschaf geben, die 
Herden sollten nicht gemischt, durch einander gesteckt, zer- 
streut, zusammen- oder beiseitgetrieben werden, und die Difl^erenz 
zwischen der niederen und der nächsthöheren Steuerstufe sollte 
frei sein; sie sollten den Muslimen bei ihren Expeditionen Beistand 
leisten, und für je zehn Füllen, die die Stuten tragen, . . . .*); wer 
die Saat auf dem Halme verkauft, treibt W^ucher. — Und Väil 
sagte: o Bote Gottes, verbrief mir mein Land, meinen Besitzstand 
in der heidnischen Zeit. Nachdem die Fürsten von Himjar und von 
Hadramaut darüber Zeugnis für ihn abgelegt hatten, stellte M. ihm 



^) § 139. Sprenger III 323. Gauf ist Oase, Sif vielleicht nicht Küste, 
sondern sandige Ebene. 

3) § 137. Sprenger III 469 sq. Sur. 21,59. 

«) Zu Rabi' und ^aif vgl. Skizzen III 93 und Jaqut III 907, 23 sq. Meine 
Vermutung, dass der Rabi in verschiedenen Gegenden eine verschiedene Jahres- 
zeit bezeichne, wird bestätigt durch ein Scholion zu Farazdaq bei Boucher 448 
n. 2, vironach der Rabi^ des Nagd und des Higäz in den Herbst, der des Iraq 
fci den Frühling fallt. Merkwürdig ist, dass der syrische Rabi* nach der Causa 
Causarum 3. 41 die drei Herbstmonate Tisri I, Tisri II, und Kanun umfasst. 

*) Der Nachsatz fehlt. Ob ich richtig verstanden habe, ist sehr zweifelhaft. 

9* • 



132 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

folgendes aus. „Dies ist ein Schreiben von Muhammad dem Pro- 
pheten für Väil b. Hugr, den Fürsten von Hadramaut und zwar: 
du hast den Islam angenommen und ich gewähre dir deinen Be- 
sitzstand an Landgütern und Schlössern, und du sollst von je zehn 
eins zahlen, unter Aufsicht zweier Schiedsmänner, und ich gewähre 
dir, dass dir kein Unrecht geschehen soll, so lange die Religion 
besteht. Und der Prophet und die Gläubigen helfen dazu." — 
Nämlich alAsch'ath und andere Kinditen machten dem Vail b. 
Hugr ein Vadi in Hadramaut streitig und nahmen es für sich in 
Anspruch vor dem Boten Gottes, darauf verbriefte es derselbe dem 

Väir). 

72. Und M. schrieb an die Bewohner von Nagrän. Dies ist 
ein Schreiben von Muhammad dem Propheten, dem Boten Gottes, 
für die Bewohner von Nagrän. Ihm steht gegen sie die freie Ver- 
fügung zu über alle ihre Früchte, gelbe, weisse oder schwarze, und 
über ihre Sklaven. Er ist indessen gnädig gegen sie und lässt 
ihnen dies alles gegen jährliche Entrichtung von 2000 Anzügen, 
wovon 1000 im Ragab und 1000 im (?afar fällig sind, jeder An- 
zug im Wert von einer Unze, und was die Anzüge darüber oder 
darunter wert sind, das soll berechnet werden, und was man an 
Panzern oder Pferden oder Reitkamelen oder Geräten von ihnen 
eingezogen hat, das soll auch berechnet werden. Und sie haben 
meine Beauftragten 20 Tage oder kürzere Zeit zu beherbergen, sie 
jedoch nicht über einen Monat aufzuhalten. Und wenn in Jaman 
Krieg ist, so haben sie 30 Panzer und 30 Pferde und 30 Kamele 
leihweise zu stellen, und was davon zu gründe geht, dafür haben 
meine Beauftragten zu bürgen, bis sie es ihnen erstatten. Und die 
Nagranier nebst ihrem Anhang geniessen das Patronat Gottes und 
den Schutz Muhammads für ihre Person und ihre Religion und 
ihr 'Land und ihren Besitz, für Anwesende und Abwesende, für 
ihre Kirchen und ihre Gottesdienste — man wird keinen Bischof 
und keinen Mönch und keinen Väqif zwingen seinen Stand aufzu- 
geben — und für alles was in ihrer Hand ist, es sei viel oder 
wenig, was nicht Zins und Blutforderung aus heidnischer Zeit ist. 
Wenn einer an den anderen eine Rechtsforderung hat, so soll 
zwischen ihnen ein billiger Ausgleich statt finden, so dass keiner 
Schaden tut und Schaden leidet. Wer von jetzt an^) Zinsen 

1) Sprenger III 461 sqq. Vgl. § HO. 134. 

2) min dhi qabal (qibal) Agh. IV 158,21. Die Redensart ist selten. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 133 

nimmt, dem entziehe ich meinen Schutz. Und niemand von ihnen 
soll für das Unrecht eines anderen haftbar gemacht werden. Und 
auf grund des Inhaltes dieser Schrift haben sie das Patronat Gottes 
und den Schutz des Propheten für immer, bis Gott mit seinem 
Befehle kommt ^), wenn sie treu sind und gut tun in ihren Ob- 
liegenheiten, und sie sollen nicht ungerecht beschwert werden. 
Zeugen sind Abu Sufjan b. Harb und Ghailan b. Amr und Malik 
b. Auf alNa^ri und alAqra* b. Habis und alMustaurid b. Amr von 
Bali und alMughira b. Schu'ba und Amir der Freigelassene des 
Abubakr ^). 

73. Von einem Schaich aus Duma, erzählt alVaqidi, bekam 
ich das Schreiben M.'s an Ukaidir zu lesen und nahm davon Ab- 
schrift. Im Namen des barmherzigen gütigen Gottes! Dies ist ein 
Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes für Ukaidir, nun er 
den Islam angenommen und den Abgöttern und Idolen entsagt 
hat, als Chalid b. alValid, das Schwert Gottes in Dumat alGandal 
und Umgegend war. Uns gehören die aussen liegenden Wasser- 
stellen und das unbebaute, nicht begrenzte und in Besitz genom- 
mene Land, und die Rüstungen und Waffen und Pferde und 
Schlösser; und euch gehören die bei den Ansiedlungen liegenden 
Palmen und das von fliessendem Wasser getränkte Kulturland, 
nachdem der fünfte Teil (als Kriegsbeute) davon abgenommen ist. 
Eure weidenden Kamele sollen nicht von der Weide weg getrieben, 
und die vereinzelten Tiere nicht zusammengezählt werden, und kein 
Kräuterwuchs soll euch durch Einfriedigung gesperrt werden, und 
nur von den alten Palmstämmen darf der Zehnte erhoben werden. 
Ihr müsst das Gebet zu seiner Zeit verrichten und das Almosen 
geben nach Gebühr. Dazu seid ihr durch Vertrag und festen Bund 
verpflichtet, und ihr habt dafür Aufrichtigkeit und Treue (von uns 
zu erwarten). Zeuge ist Gott und die anwesenden Muslime. — 
Duma und Aila und Taima, sagt alVaqidi, hatten Furcht vor dem 
Propheten, als sie sahen, dass die Araber dem Islam beigetreten 
waren *). 



^) Dieser Termin erweckt den Verdacht, zugesetzt zu sein, als der Chalif 
ümar die feierliche Zusage des Propheten brach. 

2) § 14. 144. Sprenger III 502 sqq. Baladh. 63 sqq. 

3) Sprenger III 418. Vaq. 404. Baladh. 61 sq. BH. 903, 15 scholion. Nach 
BH. 903 wurde dem ukaidir die Gizja d. h. die Christensteuer auferlegt, eine 
Angabe, die sich auch bei Vaqidi findet. An der Echtheit unserer Urkunde 



134 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

74. Und Juhanna b. Ruba, der König von Aila erschien vor 
dem Propheten, besorgt dass derselbe auch gegen ihn eine Expe- 
dition senden würde wie gegen Ukaidir, und mit ihm die Leute 
von Ganbä und Adhruh. Und er schloss mit ihnen einen Vertrag 
und bestimmte ihnen eine feste Kopfsteuer und gab ihnen ein 
Schreiben. „Im Namen des barmherzigen gütigen Gottes. Dies 
ist ein Sicherheitsbrief von Gott und Muhammad dem Propheten, 
dem Boten Gottes, für Juhanna b. Ruba und die Bewohner von 
Aila, für ihre Schiffe und ihre Karavanen'), zu Land und Meer. 
Sie und die bei ihnen befindlichen Syrer und Jamanier und über- 
seeischen Leute haben den Schutz Gottes und Muhammads des 
Propheten; wer aber von ihnen frevelt, dessen yermögen wird 
nicht schützend vor sein Leben treten, es ist gute Prise für jeden 
der es nimmt. Es darf ihnen ^) kein Wasser verwehrt werden, wo 
sie schöpfen wollen, und keine Strasse, welche sie ziehen wollen, 
zu Land oder zu Meer. Dies ist das Schreiben Guhaims b. alQalt 
und Schurahbils b. Hasana, auf grund der ihnen vom Boten Gottes 
erteilten Vollmacht"'). 

AlVaqidi von Ja'qub b. Muhammad alTzafari von A^im b. 
Umar b. Qatada von Abdalrahman b. Gabir von seinem Vater. Ich 
sah an Juhanna b. Ruba, als er zum Propheten kam, ein goldenes 
Kreuz, und er hatte die Stirnholle gebunden*), und als er den 
Boten Gottes erblickte, kreuzte er die Hände über der Brust und 
schüttelte mit dem gesenkten Kopfe. Der Prophet . bedeutete ihm, 
den Kopf zu erheben, und schloss einen Friedensvertrag mit ihm, 
schenkte ihm ein Gewand von gestreiftem jamanischen Zeuge und 



lässt sich aber nicht wol zweifeln, schon wegen der vielen seltenen Worte, 
die den Späteren nicht mehr geläufig waren und von ihnen recht verschieden 
gelesen und gedeutet wurden. Vgl. § 119, wo statt 'alaikum (bidhäka 
'lahdu) lakum steht und statt valakum (bidhalika 'l^idqu) valanä 
'alaikum. 

') Vgl. BH. 902,17. BAthir III 362,10. An beiden Stellen steht der Sin- 
gular, wo man den Plural erwarten sollte ; ich habe also vielleicht mit Unrecht 
hier den Plural korrigirt. Die ursprüngliche Aussprache ist gewiss sijära 
wie im Syrischen. Im eigentlichen Arabisch sagt man 'ir oder qäfila; für 
sijära BA. III 362,10 liest man bei Tabari II 48,7 'äbiru 'Isabil. 

2) d. h. ihren Karavanen in ganz Arabien. 

3) Vgl. § 45, aber unter ^en Boten Muhammads, denen dort Vollmacht er- 
teilt wird, wird Guhaim nicht genannt. 

*) um sich als Gefangenen des Propheten zu bekennen. Vaq. 405. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 135 

gab ihm Quartier bei Bilal. Und ich sah Ukaidir, als Chalid mit 
ihm ankam, er hatte ein goldenes Kreuz und trug Brokat als 
Aussengewand. 

75. Das Schreiben für die Bewohner von Adhruh habe ich 
abgeschrieben, sagt alVaqidi, und es lautet wie folgt. Im Namen 
des barmherzigen gütigen Gottes. Dies ist ein Schreiben von Mu- 
hammad dem Propheten für die Bewohner von Adhruh. Sie sind 
sicher im Frieden Gottes und Muhammads, und sie haben jährlich 
im Ragab 1000 vollwichtige gute Denare zu bezahlen, und Gott 
wacht über ihnen *), dass sie es treu meinen und gut handeln 
gegen die Muslime, besonders wenn solche aus Furcht zu ihnen 
flüchten, und wenn sie selber eine Gefahrdung für die Muslime be- 
sorgen. Und sie sind sicher, so dass wenn Muhammad eine Än- 
derung eintreten lassen will, er es ihnen erklärt, ehe er sie bekriegt. 

Und M. legte den Bewohnern von Aila eine jährliche Kopf- 
steuer von 300 Denaren auf, es waren ihrer nämlich dreihundert. 

Und M. schrieb an die Bewohner von Ganbä und Adhruh. 
Dies ist ein Schreiben von Muhammad dem Propheten an die Be- 
wohner von Ganba und Adhruh. Sie sind sicher im Frieden Mu- 
hammads und sie haben jährlich im Ragab 100 vollwichtige gute 
Denare zu bezahlen. Und Gott wacht über ihnen. 

Und M. schrieb an die Bewohner von Maqnä. Sie sind sicher 
im Frieden Gottes und im Frieden Muhammads, und sie haben 
den vierten Teil ihrer Garne und ihrer Früchte abzugeben. — 
AlVaqidi von Ibn Abi Dhib von (Jalih, dem Freigelassenen der 
Tauama: der Bote Gottes schloss mit den Bewohnern von Maqna 
einen Friedensvertrag unter der Bedingung, dass er den vierten 
Teil ihrer Früchte und ihrer Garne bekommen sollte'). 

Kap. 2. Die Gesandtschaften der Araber an den Boten Gottes. 

Die Gesandtschaften der Mndar. 

76. Muzaina. 
AlVaqidi von Kathir b. Abdallah alMuzani von seinem Vater 
von seinem Grossvater. Als die ersten von Mudar erschienen 



^) Kafil scheint hier nicht in dem gewohnlichen Sinne (Beschützer, Bürge, 
Vormund) gebraucht zu sein. Oder ist der Sinn: Gott ist ihr Beschützer unter 
der Bedingung, dass u. s. w.? 

2) BH. 902. Vaq. 405. Baladh. 59. Sprenger III 422 sqq. 



136 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

400 Mann von Muzaina bei dem Boten Gottes und zwar im Ragab 
des Jahres 5. Und er gewährte ihnen das Recht der Higra in 
ihrer Heimat, indem er sprach: ihr seid Muhägirun wo ihr euch 
auch aufhaltet, also kehrt nur zurück zu euren Besitztümern (Vieh- 
herden). Da kehrten sie heim. 

Ibn alEalbi von Abu Miskin und Abu Abdalrahman alAglani. 
Es kamen einige Muzaniten zu dem Boten Gottes, unter ihnen 
Chuzäi b. Abdnuhm : der huldigte ihm für sein Volk, die Muzaina. 
Mit ihm waren ihrer zehn gekommen, darunter Bilal b. alHarith 
und alNu'man b. Muqarrin und Abu Asmä und Abdallah b. Durra 
und Bischr b. alMuhtafir ^). Andere nennen Dukain b. Sa'id und 
Amr b. Auf. Darauf ging Chuzäi fort zu seinem Volke, fand sie 
aber nicht so (bereit zum Islam) wie er dachte, und blieb daheim 
(statt nach Medina zurückzukehren). Da rief M. den Hassan b. 
Thabit und sprach: sag etwas über Chuzäi, aber glimpflich! Da 
sagte er. „Bring dem Chuzäi eine Botschaft, dass das Worthalten 
den Tadel abwäscht. Du bist der beste von Uthman b. Amr und 
der edelste wenn Adel in Frage kommt, und du hast dem Boten 
gehuldigt — das war noch mehr des Guten — uod geleitet hat 
dich dein guter Grund'): also wenn dir etwas zu schwer ist und 
wenn du es nicht vermagst, 'Ada') ist nicht zu schwach dafür". 
Da ging Chuzäi und sprach: o mein Volk, der Dichter des Mannes 
hat euch mit Namen genannt und euch bei Gott beschworen. Sie 
sagten: wir wollen dir nicht widerstreben, und sie nahmen den 
Islam an und kamen an den Hof des Propheten. Und der Bote 
Gottes gab bei der Eroberung Mekkas die Fahne der Muzaina — 
sie waren damals 1000 Mann stark — dem Chuzäi; er ist der 
Bruder alMughaffals des Vaters von Abdallah b. alMughaffal und 
der Bruder des Abdallah Dhulbigadain *). 



') am Rande hinzugefügt: und Usama und Ubaidallah b. Burda. 

^ Tiefgründig = von altem Adel. Der Adel ist die Wurzel des Stamm- 
baumes , die in die Tiefe der Erde hinabreicht (Maralqais 5, 4. Tab. II 98, 10. 
Hamasa 51 y. 2. Agh. I 57,8. BAthir III 113,14 vgl. Agh. VI 127,10. Ham.427 
V. 1). umgekehrt ist der Adel auch der emporgetragene Wipfel des Stamm- 
baumes (Tab. II 98, 15). 

2) Was du als einzelner nicht vermagst, vermagst du in Gemeinschaft mit 
deinem Geschlecht. Statt 'Ada heisst das Geschlecht bei Jtfqut IV 251,21 un- 
richtig *Adi. 

*) Nach Ibn alKalbi bei Jaq. IV 851 war Chuzäi der Priester des Nuhm, 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 137 

77. Asad. 

AlVaqidi von Hischam b. Sa'd von Muhammad b. Ka'b alQu- 
ratzi, und Ibn alKalbi von seinem Vater. Zu Anfang des Jahres 9 
erschienen 10 Männer ^) von den Banu Asad b. Chuzaima vor dem 
Boten Gottes, unter ihnen Hadrami b. Amir und Dirar b. alAzvar 
und Vabi^a b. Ma'bad und Qatada b. alQäif und Salima b. Hubaisch 
und Talha b. Chuvailid und Nuqäda b. Abdallah b. Chalaf. Und 
Hadrami sagte: wir sind zu dir gereist, ohne dass du nach uns 
geschickt hast, im Dunkel der unterschiedslosen Nacht, in einem 
aschfarbenen Hungerjahr. Da wurde über sie Sur. 49, 17 offen- 
bart: sie halten es dir als eine dir erwiesene Woltat vor, dass sie 
den Islam angenommen haben. Mit ihnen waren Leute von den 
Banu IZinja, d. s. die Banu Malik b. Malik b. Dudan b. Asad, da, 
die wollte der Bote Gottes Banu Rischda nennen, aber sie sprachen: 
wir wollen nicht den Banu Muhavvala gleich werden'). 

Ibn alKalbi von Abu Sufjan alNachal von einem zu den 
Banu Malik b. Malik gehörigen Asaditen. Der Bote Gottes sagte 
zu Nuqäda b. Abdallah b. Chalaf b. Amira b. Mur'aij b. Sa*d b. 
Malik alAsadi : o Nuqäda, schaff mir eine reitbare milchende Kamel- 
stute, die du aber nicht von einem Füllen zu trennen brauchst. 
Er suchte eine solche Kamelstute vergeblich unter seiner Herde, 
fand aber eine bei seinem Vetter Sinan b. Tzufair und dieser ge- 
währte sie ihm. Er trieb sie nun zu dem Boten Gottes; der strich 
über ihr Euter und Hess sie dann von Nuqäda melken, bis auf 
einen Rest, den er im Euter lassen musste als Anreiz für fernere 
Milchbildung, und der Bote Gottes trank und tränkte seine Ge- 
nossen von der Milch dieser Kamelin und gab dem Nuqäda den 
Rest mit den Worten: o Gott, segne die schöne Kamelstute und 
segne ihren Geber! Nuqäda sagt: und den der sie hergebracht hat! 
Und den der sie hergebracht hat, setzte der Prophet hinzu. 

78. Tamim. 
AlVaqidi von Muhammad b. Abdallah von alZuhri, und Ab- 
dallah b. Jazid von Said b. Amr. M. schickte den Bischr b. Sufjän, 

eines Götzen der Muzaina. Zu Ibn alMughaffal vgl. Vaq. 392. 407. BA. IV 37, 
zu Abdaluzza Dhulbigadain Vaq. 399 sq. 

Nach Sprenger III 307 sq. beschmutzten sie die öffentlichen Plätze von 
Medina dermassen, dass es vor Gestank nicht auszuhalten war, und machten 
durch ihren Verzehr die Lebensmittel teuer. Für zehn Mann eine Leistung! 

2) Skizzen III 36. 



138 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

oder nach anderen alNahhäm arAdavi, als Steuereinnehmer zu den 
Banu Ka'b b. Chuzäa, in deren Revier sich damals gerade die Banu 
Amr b. Gundab von Tamim aufhielten. Die Chuzäiten trieben ihr 
Vieh zur Versteuerung zusammen, aber die Tamimiten wollten 
nichts davon wissen und griffen zu den Bogen und zogen die 
Schwerter. Darauf kam der Steuereinnehmer zu M. zurück und 
erzählte ihm die Sache. M. fragte, wer es mit den Tamimiten auf- 
nehmen wolle; da erbot sich üjaina b. Badr und M. sandte ihn 
aus mit 50 Reitern von den Arabern, unter denen jedoch kein 
Muhägiri und kein Anwarf sich befand. Er überfiel sie, nahm 
11 Männer, 11 Weiber und 30 Kinder gefangen, und trieb sie nach 
Medina. Ihretwegen erschien nun eine Anzahl tamimitischer Häupt- 
linge, Utarid b. Hagib und alZibriqan b. Badr und Qais b. A^im 
und Qais b. alHarith und Nuaim b. Sa'd und alAqra' b. Habis und 
Rijäh b. alHarith und Amr b. alAhtam — nach anderen waren 
es 80 oder 90 Mann. Und sie gingen in die Moschee, als die 
Leute zum Mittagsgebet versammelt waren und auf das Erscheinen 
M.'s warteten. Und sie drängten und waren ungeduldig, dass er 
so lange ausblieb, und riefen endlich: Muhammad, komm heraus 
zu uns! Da erschien M. und Bilal verkündete den Anfang des 
Gottesdienstes und M. verrichtete das Mittagsgebet. Daraufkamen 
sie zu ihm und alAqra' sagte: o Muhammad, gib mir das Wort, 
denn wenn ich mich anstrenge (einen zu loben), so ist es Schmuck 
(für ihn), und wenn ich (einen) tadle, so ist es Schande (für ihn). 
M. aber erwiderte: du lügst, ein solcher (bist nicht du, sondern) 
ist nur Gott. Damit ging er heraus und setzte sich. Ihr Redner 
hielt nun eine Rede, es war Utarid b. Hagib. Auf M.'s Geheiss 
erwiderte ihm Thabit b. Qais b. Schammäs. Dann erbaten und 
erhielten sie das Wort für ihren Dichter, alZibriqan b. Badr. Nach- 
dem der seine Verse vorgetragen hatte , erwiderte ihm auf M.'s 
Geheiss Hassan b. Thabit. Da gestanden sie: bei Gott, sein Redner 
ist beredter als unser Redner und sein Dichter versteht es besser 
als unserer und sie sind feiner als wir. Und über sie wurde 
Sure 49, 4 offenbart: diejenigen, welche dich aus den Zimmern 
heraus rufen, sind grösstenteils unverständig. Und M. tat über 
Qais b. A^im den Ausspruch, er sei der Fürst der Zeltbewohner. 
Und er gab ihnen die Gefangenen zurück und wies ihnen Gastge- 
schenke an, wie er es bei Gesandten zu tun pflegte^). 

1) Vaq. 385 sqq. Agh. IV 8 sqq. Sprenger III 382 sqq. Diese Redaktion 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 139 

AlVaqidi von Rabia b. Uthman von einem Schaich von einer 
Naggaritin. Ich sehe noch, wie die Gesandten damals ihre Ge- 
schenke bei Bilal in Empfang nahmen, jeder 12V, Unzen; aber 
dem jüngsten gab er nur 5 Unzen, nemlich dem Amr b. alAhtam. 

Ibn alKalbi von einem Abdalqaisiten von Muhammad b. 
Ganäh, einem der Banu Ka'b b. Amr b. Tamim. Sufjan b. 
rUdhail b. alHarith b. Ma^äd b. Mazin b. Dhuaib b. Ka'b b. Amr 
b. Tamim ging zum Propheten und nahm den Islam an; sein 
Sohn Qais sagte zu ihm: Vater nimm mich mit zum Propheten; er 
antwortete: wir kommen wieder*). 

Der selbe von Muhammad b. Ganäh von A^im b. alAhval 
von Ghunaim b. Qais b. Sufjan. Es erschien bei uns ein Reiter 
und verkündete uns den Tod des Boten Gottes. Da erhoben wir 
uns aus den Zelten und sagten: weh um unseren Vater und um 
unsere Mutter, den Boten Gottes! Und ich sprach: o wehe mir 
um Muhammad, so lange er lebte, sass ich^) geruhig, und in 
Sicherheit vor bösen Feinden. — Und Qais b. Sufjan b. arUdhail 
starb unter alAlä b. alHadrami in Bahrain, zur Zeit Abubakrs. 
Es heisst von ihm im Liede: und ist Qais jetzt dahin gegangen, 
so hat er einst den Boten Gottes umkreist und gegrüsst. 

79. Abs. 
Ibn alKalbi von Abu ISchaghab Ikrischa b. Arbad alAbsi und 
anderen Absiten. Neun Absiten gingen zu M. und gehörten zu 
den ersten Muhägirun, unter ihnen Maisara b. Masrur und alHarith 
b. alRab? alKamil und Qanän b. Darim und Bischr b. alHarith b. 
Ubäda und Hadim b. Mas'ada und Sibä' b. Zaid und Abu IHi^n 
b. Luqman und Abdallah b. Malik und Parva b. alHu^ain b. Fadäla. 
Und sie nahmen den Islam an, und M. erbat ihnen Segen und 
sprach: suchet mir noch einen Mann, der euch auf zehn bringt, 
dann will ich euch eine Fahne binden! Da trat Talha b. Ubaid- 
allah ein^) und M. band ihnen eine Fahne und gab ihnen das 
Feldgeschrei: o Zehn! 



scheint zusammengesetzt aus Elementen, die bei Ibn Ishaq noch unverbunden 
sind; vgl. BH. 730sq. (Vaq..387. Agh. IV 185,3—10). 983. 934 sqq. 

Mir unverständlich. Jedenfalls hat Qais den Propheten gesehen, wie 
aus dem folgenden Absätze hervorgeht. 

2) Ich = der Stamm, wie im Alten Testament? 

3) als zehnter Mann. Er war freilich kein Absit; aber in den gleich fol- 



140 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

AlVaqidi von Ammar b. Abdallah b. Abs alDuili von Urva 
b. üdhaina alLaithi. M. erfuhr, dass eine quraschitische Karavane 
von Syrien her käme, da sandte er die Bann Abs (in Medina) auf 
einen Streifzug und band ihnen ein Livä. Sie sprachen: o Bote 
Gottes, wenn wir Beute machen, wie sollen wir sie da verteilen, 
da wir neun sind? Er sagte: ich bin euer Zehnter. Und die Ee- 
genten') verliehen das Hauptlivä, das Livä der Gesamtheit und 
des Imam, den Banu Abs, sie hatten keine Räja'). 

AlVaqidi von Ali b. Muslim alLaithi von alMaqburi von Abu 
Huraira. Drei Absiten erschienen vor M. und sprachen: es sind 
Leser zu uns gekommen und haben uns gesagt, wer nicht nach 
Medina auswandere sei kein rechter Muslim; nun haben wir Be- 
sitz und Vieh, wovon wir leben, wenn es aber nicht anders ist, 
so verkaufen wir es und kommen nach Medina (als Muhägirun). 
M. antwortete; fürchtet Gott wo ihr seid, er wird euch für keines 
eurer guten Werke den Lohn vorenthalten, wäret ihr auch in ^ahd 
und in Gärän. Er fragte sie dann nach Chälid b. Sinän und sie 
berichteten, er sei ohne Nachkommenschaft. Er sprach: ein Pro- 
phet, den sein Volk gesteinigt hat. Darauf erzählte er den Seinen 
die Geschichte von Chälid b. Sinän '). 

80. Fazära. 
AlVaqidi von Abdallah b. Muhammad b. Umar alGumahi von 
Abu Vagza alSa'di. Als M. von Tabuk zurückgekommen war, im 
Jahre 9, erschien vor ihm eine Gesandtschaft der Banu Fazara, 
einige zehn Mann auf abgemagerten Reitkamelen, unter ihnen 
Chariga b. Hi^n und alHurr b. Qais b. Hi^n — das war der jüngste. 
Sie kamen um den Islam zu bekennen. M. fragte sie nach ihren 
Ländern, es antwortete einer von ihnen: o Bote Gottes, unsere 
Länder leiden unter dem dürren Jahre, unser Vieh ist zu gründe 
gegangen und unsere Palmgärten tragen nichts und unsere Familien 
hungern; bitte deinen Herrn für uns! Da stieg er auf die Kanzel 
und betete und sprach: o Gott, tränke dein Land und dein Vieh 
und breite deine Güte aus und belebe dein totes Land; o Gott 
gib uns einen erquickenden, fruchtbaren, bedeckenden, reichlichen 



genden Versen ist es auch kein Absit, sondern Muhammad selber, der die 
Zehn voll macht. 

1) Zum Plural vgK BA. III 358, 15. 

^ Sprenger III 203 sq. ^) Vgl. Ibn Qutaiba 30. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 141 

Regen, der schnell kommt und nicht zögert, nützt und nicht 
schadet; o Gott tränke uns mit Regen und hilf uns gegen die 
Feinde ^). Da regnete es und man sah sechs Tage lang den Himmel 
nicht. Darauf bestieg M. die Kanzel und betete und sprach: o Gott, 
nicht auf uns, sondern um uns herum auf die Berge und Hügel 
und Täler und die Stellen, wo Bäume wachsen! Da teilte sich 
der Himmel über Medina, wie ein Kleid sich teilt'). 

81. Murra. 
AlVaqidi von Abdalrahman b. Ibrahim alMurri von den 
Schaichen der Murra. Die Gesandten der Murra erschienen vor 
M. bei seiner Rückkunft von Tabuk im Jahre 9, ihrer dreizehn 
Mann, deren Haupt alHarith b. Auf war. Sie sagten: o Bote Gottes, 
wir sind dein Volk und deine Stammverwandten, denn wir gehören 
zu Luaij b. Ghalib. M. lächelte, darauf sagte er zu alHarith: wo 
hast du die Deinigen gelassen*)? Er antwortete: in Suläh und Um- 
gegend. Er sprach: und wie steht es mit dem Lande? Er antwortete: 
bei Gott, wir leiden dürre Zeit, bitte Gott für uns! Da sagte M.: o 
Gott, tränke sie mit Regen! Und er befahl Bilal und er gab ihnen 
ein Gastgeschenk, je 10 Unzen, nur alHarith b. Auf wurde bevor- 
zugt und bekam 12 Unzen. Und sie kehrten heim in ihr Land und 
fanden es beregnet an dem Tage, an dem M. für sie gebetet hatte ^). 

82. Tha'laba. 
AlVaqidi von Musa b. Muhammad b. Ibrahim von einem Tha'la- 
biten von seinem Vater. Als M. von alGi'rana heimkam, im 
Jahre 8, erschienen wir vor ihm, unser vier Mann, und sagten: 
wir sind die Abgesandten deren die hinter uns sind von unserem 
Volke, und wir und sie bekennen den Islam. Da befahl er uns 
als Gäste zu behandeln und w^ir blieben einige Tage da; als wir 
kamen uns zu verabschieden, sagte er zu Bilal: gib ihnen das 
Gastgeschenk, welches du den Abgesandten zu geben pflegst. Da 
kam er mit einigen Silberstücken an und gab jedem von uns 
5 Unzen und sprach: wir. haben kein Geld. Und wir kehrten in 
unser Land zurück*). 

Das sind immer die beiden Hauptgegenstände des Gebetes, bei Heiden 
und Muslimen, bei Hebräern und Arabern. 

2) Bochari I 122. 132 sq. Sprenger III 425 sq. 

3) Ober alHarith b. 'Auf s. Vaq. 204. 209. 270. 280. 299. 

*) Die hier gemeinten Tha'laba sind die Tha'laba b. Sa'd b. Dhubjän von 
Ghatafän. 



142 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

83. Muhärib. 
AlVaqidi von Muhammad b. Qalih voä Abu Vagza alSa'di. 
Die Gesandten der Muharib kamen im Jahre 10 bei der Abschieds- 
wallfahrt. Es waren zehn Mann, unter ihnen Savä b. alHarith und 
sein Sohn Chuzaima. Sie wurden im Quartier der Ramla bint 
alHarith untergebracht, und Bilal brachte ihnen Mittagsbrod und 
Abendbrod. Und sie traten dem Islam bei, zugleich im Namen 
ihres Volkes, und es war niemand auf den Haggstätten zudring- 
licher und rücksichtsloser gegen M. als sie. unter ihnen befand 
sich ein von früher her dem M. bekannter Mann, der sagte: Gott 
sei Lob, der mich so lange hat leben lassen, bis ich dich als Pro- 
pheten anerkannt habe. M. sprach: diese Herzen sind in Gottes 
Hand. Er strich über das Gesicht des Chuzaima b. Savä, da ent- 
stand ihm ein weisser Fleck. Und er beschenkte sie, wie er Ge- 
sandte zu beschenken pflegte, und sie kehrten heim*). 

84. Sa'd b. Bakr. 
AlVaqidi von Abubakr b. Abdallah b. Abi Sabra von Scharik 
b. Abdallah b. Abi Namir von Kuraib von Ibn Abbäs. Die Banu 
Sa'd b. Bakr sandten im Ragab des Jahres 5 den Dimäm b. Tha'- 
laba, einen kräftigen Mann mit starkem Haar, der zwei Seiten- 
locken trag, als Gesandten zu M. und er kam und stellte sich 
vor M. und fragte ihn höchst dreist, wer ihn gesandt habe, und 
mit was für einem Auftrage, und was die Grandgesetze des Islams 
seien. M. antwortete ihm auf alles, und er kehrte heim als Muslim, 
indem er sich von den Abgöttern losgesagt hatte. Und er teilte 
den Seinen mit, was M. ihnen geböte und verböte, und am Abend 
dieses Tages war in seiner Niederlassung weder Mann noch Frau, 
die nicht den Islam angenommen hätten, und sie errichteten 
Moscheen und riefen das Gebet aus'). 

85. Kiläb. 
AlVaqidi von Musa b. Schaiba b. Amr b. Abdallah b. Ka'b b. 
Malik von Chariga b. Abdallah b. Ka'b. Die Gesandten der Banu 
Ka'b kamen im Jahre 9 zu M., ihrer dreizehn Mann, darunter 



Die Muhärib b. Cha^afa werden Vaq. 99 zusammen mit den ThaHaba 
b. SaM (§ 83) genannt; nach Agh. XII 124,26 wohnten sie zum teil bei den 
ThaMaba. Sie scheinen mit Ghatafän und Asad zusammen gehalten zu haben, 
vgl. Agh. X 24, 29 sqq. Vgl. Sprenger III 515 n. 

2) BH. 943 sq. Tab. I 1722 sqq. Sprenger III 202 sq. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 143 

Labid b. Rabi'a und Gabbär b. Sulma, und wurden im Quartier 
der Ramla untergebracht. Als Ka'b b. Malik, der mit Gabbär be- 
freundet war, ihre Ankunft erfuhr, bewillkommnete er sie und 
brachte dem Gabbar ein Geschenk und ehrte ihn. und sie gingen 
mit ihm zu M. und begrüssten ihn mit dem Grusse des Islam und 
sagten: alDahhak b. Sufjan ist unter uns hergegangen mit dem 
Buche Gottes und mit deiner Sunna, die du ihm befohlen hast, 
und er hat uns zu Gott gerufen, und wir sind dem Rufe Gottes und 
seines Boten gefolgt, und er hat die Steuer von unseren Reichen 
genommen und sie unseren Armen gegeben. 

86. Ruäs b. Kiläb. 
Ibn alKalbi von Vakf alRuäsi von seinem Vater Abu Nafi' 
Tariq b. Alqama alRuasi. Ein Mann von uns, namens Amr b. 
Malik b. Qais b. Nugaid b. Ruas b. Kilab b. Rabia b. Amir b. 
Qa'ca'a erschien bei M. und nahm den Islam an. Dann kam er 
zu den Seinen und forderte sie zum Islam auf. Sie sagten: aber 
erst wollen wir den Bann 'üqail b. Ka'b die selben Verluste bei- 
bringen die sie uns beigebracht haben ^). So zogen sie aus gegen 
sie und Amr b. Malik mit ihnen, und machten Beute unter ihnen 
und zogen ab mit den geraubten Kamelen. Es ereilte sie aber 
ein Reiter zu Ross von den Banu 'üqail namens Rabia b. alMun- 
tafiq b. Amir b. üqail, indem er sprach: ich schwöre, ich will keinen 
anderen stechen als einen Reiter zu Ross, wenn die Gerüsteten die 
Helme aufgesetzt haben. Da sagte Abu Nafi': dann seid ihr von 
nun an in Sicherheit, ihr Fussgänger! Der üqailit aber ereilte 
einen Mann von den Banu übaid b. Ruas, namens alMuhris b. 
Abdallah b. Amr b. übaid und stach ihm in den Arm und durch- 
bohrte den Arm. Darauf umarmte alMuhris den Hals seines 
Pferdes und rief: zu Hilfe, ihr Ruas! Und Rabi'a ergänzte: zu 
HUfe, ihr Ruäs, Reiter oder Mannen! Da wandte sich Amr gegen 
Rabi*a und stach ihn fot. Nun zogen wir ab, erzählte Abu Nafi', 
mit den geraubten Kamelen, und die Banu üqail verfolgten uns, 
bis wir nach Turba kamen; da trennte uns der Vadi von ihnen, 
und die Banu üqail sahen zu uns herüber, konnten aber nicht 
zu uns um uns etwas anzuhaben, und wir gingen unserer Wege. 



^) Voraussetzung ist, dass sie das nicht dürfen, nachdem sie zum Islam 
übergetreten sind. Da der Islam nur Friede zwischen Muslim und Muslim 
gebietet, so erhellt daraus, dass die Banu üqail bereits Muslime waren. 



144 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Mir aber, sagte Amr b. Halik, entfiel das Herz, da ich einen Mann^) 
getötet hatte, nachdem ich den Islam angenommen und dem Pro- 
pheten gehuldigt hatte. Ich band meine Hand in einem Joche auf 
meinen Nacken and machte mich auf zum Propheten. Der hatte 
gesagt: wenn er zu mir kommt, werde ich seine Hand abhauen, 
soweit sie aus dem Joche hervorsteht. Da löste ich meine Hand 
und kam zu ihm u^d grüsste ihn; er aber wandte sich ab. Ich 
kam von rechts, er wandte sich ab, ich kam Ton links, er wandte 
sich ab. Da stellte ich mich gerade vor sein Gesicht und sagte: 
Bote Gottes, der Herr lässt sich begütigen, so dass er wieder 
gut ist, so sei auch du mir wieder gut; möge Gott dir gut sein! 

87. üqail b. Ka'b. 
Ibn alEalbi von einem Uqailiten von den Schaichen seines 
Volkes. Es gingen von uns, von den Banu üqail, zu M. Rabi b. 
Muävija b. Chafaga b. Amr b. üqail und Mutarrif b. Abdallah b. 
alA'lam b. Amr b. Rabia b. üqail und Anas b. Qais b. alMuntafiq 
b. Amir b. üqail. und sie huldigten und nahmen den Islam an 
und huldigten für ihr Volk, und M. gab ihnen alAqiq, das Aqiq 
der Banu üqail, einen Landstrich mit Quellen und Palmen, und 
schrieb ihnen darüber einen Brief auf rotem Leder. „Im Namen 
des barmherzigen, gütigen Gottes! Dies ist es, was Muhammad, der 
Bote Gottes, Rabi Mutarrif und Anas gegeben hat. Er hat ihnen 
alAqiq gegeben, so lange sie das Gebet verrichten und das Almosen 
geben und hören und gehorchen. Er hat ihnen aber nichts gegeben, 
worauf einem Muslim ein Recht zusteht." Der Brief war in Mu- 
tarrifs Hand. — und weiter kam zu ihm Abu Razin Laqit b. Amir 
b. alMuntafiq b. Amir b. üqail, und er gab ihm ein Wasser 
namens alNatzim, und er huldigte ihm för sein Volk. — und es 
erschien bei ihm Abu Harb b. Chuvailid b. Amir b. üqail, und M. 
trug ihm den Quran vor und trug ihm den Islam an. Er sagte: 
wahrhaftig in Gott, du bist mit Gott selber zusammengetroffen oder 
mit einem, der mit ihm zusammengetroffen ist, du redest so schön 
wie wir nicht reden können, aber ich will doch erst mit meinen 
Pfeilen losen über das, wozu du mich aufforderst, und über meine 
alte Religion. Er loste also mit seinen Pfeilen und es kam der 
Pfeil des Unglaubens heraus; er wiederholte es, und er kam drei 



*) Die Tötung eines Heiden verbietet der Islam nicht; die Sache ist nur 
verständlich; wenn „der Manu*' ein Muslim war. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 145 

mal heraus. Da sagte er zu M.: du siehst, er will nun einmal 
nicht anders. Darauf kehrte er zu seinem Bruder *Iqal b. Chuvailid 
zurück und sprach zu ihm: hast du Lust zu^) Muhammad b. Ab- 
dallah, der zur Religion des Islam auffordert und den Quran vor- 
trägt und der mir alAqiq versprochen hat, wenn ich den Islam an- 
nehme? Iqal sagte zu ihm: ich weise dir bei Gott mehr Land an 
als Muhammad dir anweisen wird. Damit stieg er zu Pferd und 
liess seine Lanze über den unteren Teil von alAqiq herschleifen ^); 
und er (üqail) empfing den unteren Teil von alAqiq und die Quellen 
darin. Dann erschien Iqäl bei M., der legte ihm den Islam dar 
und forderte ihn auf zu bezeugen, Muhammad sei der Bote Gottes. 
Er aber sagte: ich bezeuge, dass Hubaira b. alNufäda ein wackrer 
Reiter*) war am Tage von Qarnai Laban. M. forderte ihn aber- 
mals auf, da sagte er: ich bezeuge, dass unter dem Schaum die reine 
Milch ist. Darauf sagte ihm M. zum dritten mal: willst du be- 
zeugen! Da tat er es und ward Muslim. — Und es erschienen 
bei M. alHu^ain b. alMu'alla b. Rabia b. Uqail und Dhu IGauschan 
alDibäbi und nahmen den Islam an^). 

88. Ga'da. 
Ibn alKalbi von einem üqailiten. Es kam zu M. alRaqqad 
b. Amr b. Rabia b. Ga'da b. Ka'b-und M. gab ihm Landbesitz in al- 
Falg und schrieb ihm einen Brief, der noch in ihrem Besitze ist. 

89. Quschair b. Ka'b. 
Ibn alKalbi von einem üqailiten, und Ali b. Muhammad al- 
Quraschi. Eine Anzahl von den Quschair kamen zu M., vor der 
Abschiedswallfahrt und nach der Schlacht bei Ilunain. Darunter 
war Thaur b. Urva b. Abdallah b. Salima b. Quschair. Der nahm 
den Islam an und M. gab ihm ein Stück Land und stellte ihm 
darüber einen Brief aus. Darunter war ferner Haida b. Muavija 
b. Quschair, und Qurra b. Hubaira b. Salima alChair b. Quschair. 
Den beschenkte M., als er den Islam annahm, und gab ihm ein 



^) Qalla chaisuka (für chairuka) ist ein nicht böse gemeinter Anruf, 
wie ihn die Araber liebem 

^ zur Bezeichnung der Grenze. M. verspricht dem jüngeren (deminutiven) 
Bruder, wenn er übertritt, den Landbesitz des älteren. Aber Iqäl parirt geschickt. 

^) Ibn alNufäda ist Hubaira b. Muävija b. *übäda b. Uqail; Muävija war der 
Reiter des Ro|ses alHarrär. 

*) Sprenger III 512 sqq. 

Wellhausen, Skizzeu uud Vorarbeiten. IV. 10 



146 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

gestreiftes Gewand und setzte ihn zum Steuereinnehmer bei seinem 
Volke ein. Und Qurra sprach als er heimkehrte: „der Bote Gottes 
hat sie^) beschenkt als sie bei ihm einkehrte, und sie ist jetzt 
auf grünen Wiesen, im flinken Lauf, nachdem sie ihre Anliegen 
bei Muhammad erreicht hat; auf ihr reitet ein Mann, der nicht 
die Schande mit sich reiten lässt .... absteigend ^) für die Sache 
des Schwachen, hin und her Geworfenen')." 

90. Banu IBakkä. 
AlVaqidi von Abdallah b. Amir von Abdallah b. Amir alBakkäi, 
und Muhriz b. Ga'far von alGa d b. Abdallah b. Amir alBakkäi von sei- 
nem Vater. Von den zu Amir b. ^Ja^^a'a gehörigen Banu IBakkä kamen 
im Jahr 9 drei Männer zu M., Muavija b. Thaur b. Ubada b. alBakka, 
der damals 100 Jahre alt war und seinen Sohn Bischr bei sich 
hatte, und alFugai' b. Abdallah b. Gunda' b. alBakka, und Abdamr 
alBakkäi, genannt alA^amm. M. befahl sie unterzubringen und 
zu verpflegen und gab ihnen Gastgeschenke, und sie kehrten heim. 
Muavija sagte zu M.: ich möchte Segen gewinnen durch deine Be- 
rührung, aber ich bin alt, indessen streiche über das Gesicht dieses 
meines Sohnes, der ein gutes Kind gegen mich gewesen ist. Da 
strich M. über das Gesicht Bischrs und gab ihm rötlich weisse 
Ziegen und segnete dieselben. So oft nun ein dürres Jahr die 
Banu IBakkä traf, sagte alGa'd, traf es doch die Banu Muavija 
nicht. Und Bischr*) sprach; „mein Vater ist der, dessen Haupt 
der Bote Gottes gestreichelt und für den er Heil und Segen erfleht 
hat; er gab ihm Ziegen, als er zu ihm kam, rötliche, zierliche, die 
keinen Lärm machen, die alle Abend die Besucher des Lagers 
füllen, und alle Morgen kehrt diese Fülle wieder — seien sie ge- 
segnet als Gabe und sei er gesegnet als Geber, und mein Gebet ist 
über ihm solange ich lebe". 



^) Die Kamelstute, die den Dichter zu M. gebracht hat. Es kommt sehr 
oft vor, dass der Dichter das Kamel anredet, wenn er eigentlich sich selber 
meint (z. B. BAthir III 433, 4 sqq.). 

'^) Es scheint ein Vers ausgefallen zu sein, denn nuzülum wird nur für 
den Plural gebraucht und der Plural hat keine Beziehung im Vorhergehenden. 
Absteigen =^ kämpfen. 

3) Sprenger III 515. 

*) Nach dem Vorhergehenden ist nicht Bischr's Vater, sondern er selber 
der gesegnete. Die Verse setzen also entweder etwas anderes voraus, als was 
vorhin erzählt ist, oder der Sohn Bischr's ist der Dichter. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 147 

Ibn alKalbi. Und M. stellte dem Fugai' ein Schreiben aus. 
„Von Muhammad dem Propheten für alFugai' und für die welche 
ihm folgen und den Islam annehmen und das Gebet feiern und 
das Almosen bringen und Gotte und seinem Boten gehorchen und 
von der Beute den Fünften Gottes abgeben und dem Propheten 
und den Seinen beistehen und Zeugen stellen für ihren Islam und 
sich von den Götzendienern scheiden: die sind sicher im Frieden 
Gottes und im Frieden Muhammads." Und M. gab dem Abdamr 
alA^amm den Namen Abdalrahman und stellte ihm einen Brief 
aus über sein Wasser Dhu IQa^^a, in dessen Besitz er war als er 
Muslim wurde. Abdalrahman gehörte zu den Genossen der Tzulla^), 
d. h. der Quffa, der Quffa der Moschee^). 

91. Kinäna. 
AlMadäini von Abu Ma'schar von Jazid b. Ruman und Mu- 
hammad b. Ka'b, und von Abubakr alHudhali von alSchu'bi, und von 
Ali b. Mugahid von Muhammad b. Ishaq von alZuhri und Ikrima 
b. Chalid und A^im b. Umar b. Qatada, und von Jazid b. Jjäd b. 
Gu'duba von Abdallah b. Abibakr b. Hazm, und von Maslama b. 
Alqama von Chalid alHazzä von Abu Qiläba, und von anderen 
Gelehrten, die einer den anderen in ihren Mitteilungen über die 
Gesandtschaften der Araber zu M. vervollständigen. Väthila b. 
alAsqa' alLaithi ging zu M. und kam in Medina an, als M. sich 
gerade für den Feldzug nach Tabuk vorbereitete. Er betete das 
Frühgebet mit, darauf fragte ihn M., wer er sei und weshalb er 
komme. Er stellte sich ihm, nach seiner Abkunft, vor und sagte; 
ich komme zu dir um an Gott und seinen Boten zu glauben, ver- 
pflichte du mich auf das was ich mag und das was ich nicht mag. 
Darauf huldigte er ihm und kehrte heim und gab den Seinigen 
Bericht. Sein Vater sagte zu ihm: bei Gott ich werde nie wieder 
ein Wort mit dir sprechen; aber seine Schwester wurde gläubig, 
nachdem sie seine Rede gehört hatte, und sie stattete ihn aus, 
und er ging fort um zu M. zurückzukehren, fand ihn aber schon 
ausgerückt nach Tabuk. Und er sagte: wer mich wechselsweise 
auf seinem Kamele reiten lässt, dem soll mein Beuteanteil gehören ! 
Da gab ihm Ka'b b. ügra ein Kamel, bis er zu M. stiess und den 



1) Agh. IV 133,7. BAthir II 412,8. Die Genossen der (?uffa wechselten 
und bildeten keine ständige Gesellschaft (Boch. I 63. IV 143). 

2) Sprenger III 405. 

10* 



148 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Zug nach Tabuk mitmachte. M. sandte ihn mit Chalid b. alValid 
gegen ükaidir aus, und er machte Beute und kam mit seinein 
Anteil zu Ka*b b. Ugra; der nahm es aber nicht an, sondern über- 
liess es ihm selber und^agte: ich habe dich nur um Gottes willen 
reiten lassen. 

Und eine Gesandtschaft der Banu Abd b. Adi erschien bei M., 
darunter alHarith b. Uhbän ^) und Uvaimir b. alAchram, und Hubait 
und Rabia die beiden Söhne MuUa's; und mit ihnen eine Anzahl 
der Ihrigen. Und sie sagten: o Muhammad, wir sind die Leute 
des Haram und seine Bewohner und die wehrhaftesten Männer 
darin; wir wollen nicht wider dich streiten, und wenn du andere 
als die Quraisch bekämpftest, so würden wir für dich streiten, aber 
wir kämpfen nicht gegen die Quraisch. Und wir lieben dich und 
die, zu denen du gehörst, imd wenn du einen von uns tötest, so 
hast du das Sühngeld für ihn zu bezahlen, und wenn wir einen von 
deinen Leuten töten, so haben wir das Sühngeld zu bezahlen. Er 
willigte ein, und sie nahmen den Islam an^). 

92. Aschga'. 

Im Jahre des Grabenkrieges^) kamen die Aschga' zu M., ihrer 
hundert, unter der Führung von Mas'ud b. Ruchaila*), und Hessen 
sich im Schi'b Sal' nieder. Und M. ging zu ihnen heraus und 
Hess ihnen einige Last Datteln geben. Und sie sagten : o Muham- 
mad, wir sind die wenigst zahlreichen unsers Volks und die dir 
zunächst benachbarten, und wir sind durch den Krieg mit dir und 
deinem Volk in die Enge getrieben und kommen um uns mit dir 
zu vertragen. Da schloss er mit ihnen einen Vertrag, später nahmen 
sie den Islam an^). 

93. Bähila. 

Nach der Eroberung von Mekka kam Mutarrif b. alKähin al- 
Bähili zu M. als Gesandter für sein Volk, und er nahm den Islam 
an und erwirkte seinem Volke Sicherheit. Und M. gab ihm ein 
Schreiben, worin die Steuersätze standen. Dann kam Nahschal b. 
Malik alVäili von Bahila zu M. als Gesandter für sein Volk. Und 
er nahm den Islam an und erhielt von M. für sich und für die 



1) = Vahbän. ^) Vaq. 404. Sprenger III 414 sq. 258. 

^) nach einigen erst nachdem M. mit den Quraitza fertig war. 
*) Alias : Mis'ar b. Ruchaila b. Nuvaira b. Tarif b. Schahma b. Abdallah b. 
Chaläva b. Subai* b. Bakr b. Aschga*. 
^) Sprenger 111 216. Vgl. § 35. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 149 

Gläubigen seines Volkes ein Schreiben, worin die Gesetze des 
Islams standen. Uthman b. Affan war der Schreiber ^). 

94. Sulaim. 

Ein Mann von den Banu Sulaim, Qais b. Nusaiba, kam zu 
M., hörte seine Rede, stellte Fragen an ihn die er beantwortete, 
und fasste das alles gut auf und behielt es. M. forderte ihn zum 
Islam auf und er nahm den Islam an. Heimgekehrt zu den Banu 
Sulaim sprach er: ich habe die (Schrift) -auslegung der Romäer 
gehört und das leise Murmeln der Perser und die Lieder der 
Araber und das Weissagen des Sehers und die Rede der Fürsten^) 
von Himjar, aber alle dem gleicht Muhammads Rede nicht; ge- 
horcht mir und greift zu nach eurem Anteil an ihm! Als nun 
das Jahr der Eroberung von Mekka war, zogen die Banu Sulaim 
aus um zu M. zu stossen und trafen ihn in Qudaid. Es waren 
700, nach anderen 1000 Mann; darunter alAbbas b. Mirdas und 
Anas b. Abbas b. Ri'l und Raschid b. Abdrabbih. Sie traten dem 
Islam bei und sagten: stell uns in deinen Vortrab und gib uns 
eine rote Fahne und das Feldgeschrei: voran! Er tat es und sie 
machten unter ihm die Eroberung von Mekka mit und die Be- 
lagerung von Täif und die Schlacht von Hunain. — und er gab 
dem Raschid b. Abdrabbih (den Ort) Ruhät, wo eine Quelle ist, 
welche die Quelle des Boten Gottes heisst. Raschid war der Hüter 
eines Götzen der Banu Sulaim, bis er einst zwei Füchse darauf 
pissen sah. Da sprach er: ist das ein Herr, auf dessen Haupt die 
Füchse pissen? verächtlich ist geworden wer von den Füchsen be- 
pisst ist.. Dann stürzte er auf den Götzen los und zertrümmerte 
ihn. Darauf kam er zu M., der seinen Namen Ghävi b. Abdaluzza 
umänderte in Raschid b. Abdrabbihi. Er nahm den Islam an und 
machte die Eroberung von Mekka mit. Und M. sagte: das beste 
arabische Dorf ist Chaibar und der beste Mann der Banu Sulaim 
ist Raschid; und er verlieh ihm die Fahne über sein Volk'). 

Ibn alKalbi von einem zu den Banu IScharid gehörigen Sula- 



') Sprenger III 322 sq. Vgl. § 61. 

^ Qail, maqävil scheint hier vom Reden, qaul, abgeleitet zu werden. 

3) In dieser Erzählung scheint Raschid oder Ghavi b. Abdaluzza als Priester 
(der üzza? auch bei der üzza von Suqäm besass eine Familie von Sulaim das 
Priestertum) in Ruhät zu gelten. Das Ruhät der Sulaim ist natürlich zu 
unterscheiden von dem Ruhät der Hudhail, wo Suva* verehrt wurde. Nach 
Sprenger III 287 war vielmehr *Adi b. Tzälim der Priester und Foläh das Heilig- 



150 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

miten. Ein Mann von uns, namens Qidr b. 'Ammär, ging zu M. 
nach Medina und verpflichtete sich mit 1000 Reitern seines Volkes 
zu ihm zu stossen. Und er dichtete: ich habe meine Hand ver- 
bunden, als ich zu Muhammad kam, mit der besten Hand (irgend 
eines Mannes), um dessen Lenden je ein Gurt gebunden ist; das 
ist ein Mann, mit dessen Religion ich halb Part gemacht und dem 
ich 1000 nicht linkische Männer gegeben habe. Als er nun heim- 
kam und Bericht erstattete, zogen 900 mit ihm aus und 100 blieben 
im Lager. Unterwegs aber trat ihn der Tod an, und er hinterliess 
in seinem letzten Willen drei Männern seines Volks den Befehl 
dem Abbas b. Mirdas und dem Gabbar b. alHakam — das ist al- 
Farrar alScharidi — und dem Achnas b. Jazid, je über 300 Mann, 
und sagte; gehet zu diesem Manne und erfüllt die eidliche Ver- 
pflichtung, die auf meinen Schultern liegt. Darauf starb er und 
sie gingen weiter und kamen zu M. Er fragte: wo ist der schön- 
gesichtige, langzüngige, eidtreue Mann? Sie sprachen: o Bote 
Gottes, Gott hat ihn gerufen und er ist dem Rufe gefolgt — und 
erzählten ihm seine Geschichte. Dann sagte er: wo ist aber der 
Rest der iOOO, die er mir feierlich versprochen hat? Sie ant- 
worteten: er hat 100 im Lager zurückgelassen, aus Furcht vor 
einer Fehde zwischen uns und den Banu Kinana. Er sagte: holt 
sie her, denn in diesem Jahr wird euch nichts Übles widerfahren. 
Da wurden sie geholt und stiessen in alHada zu ihm, 100 Mann, 
unter der Führung von alMuuaqqa' b. Malik b. Umajja b. Abdalazza 
b. Mallan b. 'Amal b. Ka'b b. alHarith b. Buhtha b. Sulaim. Als 
die Muslimen den Lärm hörten, sagten sie: o Bote Gottes, wir 
werden überfallen! Er aber sagte: nein, es bedeutet Gutes, nicht 
Böses; es sind die Sulaim b. Man^ur, die gekommen sind. Und 
sie waren mit dem Propheten bei der Eroberung von Mekka und 
bei der Schlacht von Hunain. In Beziehung auf alMunaqqa' sagt 
Abbas b. Mirdas: er hat die hundert geführt, womit er die neun- 
hundert ergänzte, so dass ein glattes Tausend voll wurde ^). 

95. Hiläl b. Amir. 
Und es erschienen vor M. einige Hilaliten, darunter Abdauf 
b. A^ram b. Amr b. Schu'aitha b. alHuzam b. Ruaiba, dessen Namen 



tum des Gottes, auf den die Füchse pissten. Es kann nicht Wunder nehmen, 
dass der erbauliche Vers auf verschiedene Götzen bezogen wurde. — Vgl. § 34. 
Sprenger III 288 sq. BH. 810. Vaq. 330. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 151 

M. in Abdallah verwandelte und von dem einer seiner Nachkom- 
men sagt: mein Grossvater ist Abdauf, den ganz Havazin zum 
Gesandten an den Propheten erwählte; ferner Qabi^a b. alMuchäriq, 
der M. bat ihn bei der Bezahlung einer Schuld, die er für sein 
Volk auf sich genommen hatte, zu unterstützen, worauf M. ihm die 
Steuererträge anwies, wenn sie einkämen. 

Ibn Hischam von Ga'far b. Kilab alGa'fari von einigen Schaichen 
der Banu Amir. Zijad b. Abdallah b. Malik b. Bugair b. alHuzam 
b. Ruaiba b. Abdallah b. Hilal b. Amir ging zu M., und in Medina 
angekommen wandte er sich zu der Wohnung der Gattin M.'s, 
Maimuna bint alHarith, der Schwester seiner Mutter, Ghurra bint 
alHarith; er war damals noch ein Jüngling. M^ kam herein und 
als er ihn bei ihr sah, wurde er zornig und kehrte um, sie aber 
sagte: o Bote Gottes, er ist meiner Schwester Sohn. Da kam er 
herein, dann ging er fort zur Moschee in Begleitung Zijads und 
betete das Mittagsgebet, dann nahm er Zijad zu sich und betete 
für ihn und legte seine Hand auf sein Haupt und Hess sie herab- 
gleiten auf seine Nasenspitze. Die Banu Hiläl aber pflegten her- 
nach zu sagen: wir haben immer den Segen auf dem Gesichte 
Zijads bemerkt. Auf Ali den Sohn Zijads beziehen sich die Verse: 
du Sohn dessen, dem der Prophet das Haupt gestreichelt und 
Heil erfleht hat bei der Moschee, ich meine Zijad, keinen anderen 
unter den Bewohnern des Ghaur, der Tihama, oder des Nagd, 
und von dessen Nasenspitze jenes Licht nie geschwunden ist, bis 
er einging zu seinem Hause in der Grabesnische ^). 

96. Amir b. Qa'^a'a. 
Amir b. Tufail b. Malik b. Ga'far b. Kiläb und Arbad b. Rabia 
b. Malik b. Ga'far erschienen bei M., und Amir fragte: o Muham- 
mad, was bekomme ich, wenn ich den Islam annehme? Er ant- 
wortete: du bekommst was die anderen Muslime bekommen, und 
du hast zu leisten was sie zu leisten haben. Er sprach: willst 
du mir die Herrschaft nach deinem Tode verleihen? Er ant- 
wortete: die gebührt weder dir noch deinem Volke. Er sprach: 
willst du mir denn die Zeltbewohner überlassen und die Lehm- 
hüttenbewohner für dich behalten? Er antwortete: nein, sondern 
ich will dir die Zügel der Rosse bewilligen, denn du bist ein 



^) Sprenger III 406. Ghaur und Tihama wird in diesen Versen unter- 
schieden imd Tihama wie es scheint ungefähr im Sinne von Iligaz gebraucht. 



152 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Reitersmann. Er sprach: habe ich die nicht schon! fürwahr ich 
werde im Kampfe gegen dich dein Land anfüllen mit Reitern und 
Fussvolk. Darauf gingen sie ab, M. aber betete: o Gott, sei mir 
gut für die beiden;- o Gott, führ die Banu Amir auf den rechten 
Weg und schaff den Amir b. Tufail dem Islam vom Halse. Da 
liess Gott über Amir in seinem Lederzelte eine Krankheit kommen, 
so dass seine Zunge in seiner Kehle anschwoll wie ein Schafeuter, 
und er kehrte ein in das Haus einer Frau von den Banu Salul 
und sprach: ein Geschwulst wie das Geschwulst eines Rindes und 
Sterben im Hause einer Salulitin! und auf Arbad sandte Gott 
einen Blitz der ihn tötete, und sein Bruder Labid beweinte ihn '). 
— Und in dieser Gesandtschaft befand sich auch Abu Mutarrif 
Abdallah b. alSchichhir, der sprach: o Bote Gottes, du bist unser 
Fürst und hast Gewalt über uns. Es sagte: der Fürst ist Gott, 
lasst euch nicht von Herrschgier verführen! — Und es erschienen 
bei M. Alqama b. Ulatha b. Auf b. alAhva^ b. Ga'far b. Kiläb und 
Haudha b. Chalid b. Rabia und dessen Sohn, während Umar eben 
neben M. sass. M. gebot ihm Platz zu machen für Alqama, liess 
diesen neben sich sitzen und teilte ihm die Gesetze des Islams mit 
und trug ihm einen Quran vor. Und er sagte: o Muhammad, dein 
Herr ist edel und ich glaube an dich und leiste dir Huldigung für 
Ikrima b. Cha^afa. Und Haudha nebst seinem Sohne und Bruders- 
sohne nahm auch den Islam an und leistete auch seinerseits die 
Huldigung für Ikrima*). 

Ibn alKalbi von Ibrahim b. Ishaq alAbdi von alHaggäg b. 
Artät von Aun b. Abi Hugaifa alSuväi von seinem Vater. Es kam 
eine Gesandtschaft der Banu Amir, bei der auch ich mich befand, 
zu M. und wir fanden ihn in alAbtah in einem roten Lederzelte. 
Nachdem wir ihn gegrüsst und uns auf seine Frage als Banu Amir 
b, Qa'^a'a vorgestellt hatten, sagte er: willkommen! ihr gehört zu 
mir und ich zu euch. Als die Sturide des Gebets eintrat, stand 
Bilal auf und erhob den Ruf und drehte sich dabei rings herum. 
Dann bekam M. ein Gefäss mit Wasser um die Waschung zu ver- 
richten; dabei blieb etwas Wasser übrig und wir nicht faul ver- 
richteten unsere Waschung mit dem Reste seines Wassers. Darauf 
sagte Bilal den Anfang des Gebetes an und M. betete mit uns 
zwei Rak'as. Als der Nachmittag kam, stand Bilal wiederum auf 

i)BH. 339sqq. Tab. I 1745 sqq. Agb. XV 138,21 sqq. Sprenger III 401. 
2) Sprenger III 401 sqq. Vgl. § 32. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 153 

und erhob (ten Ruf und drehte sich dabei rings herum, und M. 
betete mit uns zwei Rak'as. 

97. Thaqif. 

AlVaqidi von Abdallah b. Abi Jahja alAslami von dessen 
Autoritäten. Bei der Belagerung von alTäif waren Urva b. Mas'ud 
und Ghailan b. Salima nicht in der Stadt zugegen, sie waren in 
Gurasch um die Kunst Geschütze und Kriegszeug zu machen zu 
lernen. Sie kamen heim, als M. schon von alTäif umgekehrt war, 
und sie stellten die Geschütze und den Kriegszeug auf und rüsteten 
zum Kampfe. Aber Gott warf den Islam in Urva's Herz und 
brachte ihn von seinem früheren Wesen ab, und er ging zu M. 
und trat zum Islam über. Darauf bat er M. um Erlaubnis fort- 
zugehen zu den Seinen, um sie zum Islam aufzufordern. M. sagte; 
in dem Falle töten sie dich. Er sagte: ich bin ihnen lieber als 
ihre erstgeborenen Kinder. Dann bat er ihn ein zweites und ein 
drittes mal, da sagte er : wenn du willst, so geh ! Da ging er und 
reiste fünf Tage nach alTäif und kam abends an und ging in 
seine Wohnung. Als die Seinen kamen und ihn mit dem heid- 
nischen Grusse grüssten, sagte er: eignet euch den Gruss der Para- 
diesbewohner an, alSaläm! und forderte sie zum Islam auf. Sie 
gingen fort und beredeten sich über ihn. Als aber die Sonne auf- 
ging und er von einem Obergemach seines Hauses den Gebetsruf 
erhob, kamen die Thaqif von allen Seiten heraus, und ein Mann 
von den Banu Malik, namens Aus b. Auf, schoss auf ihn und traf 
seine Pulsader, und das Blut wollte sich nicht stillen lassen. Da 
erhoben sich Ghailan b. Salima und Kinana b. Abdjalil und alHa- 
kam b. Amr b. Vahb und die angesehensten Ahläf und wappneten 
sich und sammelten sich. Als Urva das sah, sagte er: ich schenke 
mein Blut dem der es vergossen hat, um den Streit zwischen euch 
zu schlichten, es ist eine Ehre, die mir Gott erwiesen hat, und ein 
Martyrium, das er mir hat zukommen lassen. Weiter sprach er: 
begrabt mich bei den Blutzeugen, welche im Heere des Boten 
Gottes gefallen sind. Und er starb und wurde bei ihnen begraben. 
Als M. es erfuhr, sagte er: es ist ihm gegangen wie dem Genossen 
Jasins, der die Seinen zu Gott rief und dafür von ihnen getötet 
wurde (Sur. 37, 130). Urva's Sohn, Abu IMalih, und seines Bru- 
ders Sohn, Qarib b. alAsvad, gelangten zu M. und nahmen den 
Islam an. M. fragte sie nach Malik b. Auf, sie antworteten, er sei 



154 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

bei ihrem Weggange in alTäif gewesen. Er sagte: meldet ihm, 
dass wenn er als Muslim zu mir kommt, ich ihm seine Familie 
und sein Gut wieder geben werde und 100 Kamele dazu. Er er- 
schien darauf bei M. und bekam was ihm versprochen war. Und 
er sagte: o Bote Gottes, ich will dir gut sein tür die Thaqif, ich 
will über ihr Weide vieh herfallen, bis sie als Muslime zu dir 
kommen. Da setzte M. ihn über die Muslime seines Volks und 
über die Qabilen, und er machte Raubzüge gegen das Weidevieh 
der Thaqif und bekämpfte sie. Als sie das sahen, gingen sie zu 
Abdjalil nnd beschlossen unter einander, eine Gesandtschaft an M. 
zu schicken. Und Abdjalil und seine beiden Söhne Kinana und 
Rabia und Schurahtil b. Salima und alHakam b. Amr b. Vahb b. 
Mu'attib und Amr b. Abi IA9 und Aus b. Auf und Numair b. 
Charascha b. Rabia machten sich auf und reisten mit 700 Mann, 
deren Häupter sie waren. Andere sagen jedoch, es waren zusam- 
men einige zehn Mann und das ist zuverlässiger. „Ich war, er- 
zählte alMughira b. Schu'ba, bei den Reitkameion der Muslime in 
Dhu Hurad, als Amr b. Abi IA9 mir entgegen kam um mich zu 
befragen. Als ich sie sah, lief ich fort, um ihre Ankunft M. za 
melden. Dabei traf ich Abubakr und machte ihm Mitteilung, da 
sagte er: ich beschwöre dich mir nicht mit der Nachricht bei dem 
Boten Gottes zuvorzukommen. So ging er hinein und erzählte ihm 
ihre Ankunft". Die Ahläf von ihnen nahmen Wohnung bei al- 
Mughira b. Schu'ba, der ihnen alle Ehre antat; für die BanuMalik 
schlug M. ein Lederzelt in der Moschee auf. M. besuchte sie 
jeden Abend nach dem letzten Gebet und stand lehrend vor ihnen, 
bis er mit den Füssen abwechseln musste, und beklagte sich über 
die Quraisch und erwähnte seinen Krieg mit ihnen. Darauf schloss 
er mit den Thaqif einen Vertrag, und sie mussten den Quran lernen, 
und er setzte Amr b. Abi 1 A9 über sie. Und sie baten , dass sie 
nicht selber die Lat und die üzza zu zerstören brauchten, und er 
dispensirte sie. Ich habe sie dann zerstört, sagte alMughira. Und 
sie traten dem Islam bei, und ich kenne kein arabisches Volk, 
Söhne eines Vaters, und keine Qabile^), die gesunder im Islam 
gewesen wären und weiter von Falschheit gegen Gott und sein 
Buch entfernt^). 



1) Die Koordination von Bann Ab und Qabila ist merkwürdig. 

2) BH. 914 sqq. Vaq. 381 sqq. Tab. I 1687 sqq. Sprenger III 482 sqq. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 155 

Die Gesandtschaften der Rabia. 

98. Abdalqais. 
AlVaqidi von Qudama b. Musa von Abdalaziz b. Rummana 
von Urva b. alZubair, und von Abdalhamid b. Ga*far von seinem 
Vater. M. schrieb den Bewohnern von Bahrain, es sollten zwanzig 
von iknen zu ihm kommen. Da kamen ihrer zwanzig Mann, im 
Jahre 8, ihr Haupt war Abdallah b. Auf alAschagg und unter 
ihnen war alGarud und Munqidh b. Hajjan, der Schwestersohn 
alAschaggs. Als dem Boten Gottes ihre Ankunft gemeldet wurde, 
bewillkommnete er sie freundlich und lobte die Abdalqais als treff- 
liche Leute. — Am Tage vor ihrer Ankunft blickte M. gegen den 
Horizont und sprach: es werden Reisende vom Osten ankommen, 
die nicht gezwungen dem Islam beitreten, sie haben ihre Kamele 
mager getrieben und ihre Zehrung erschöpft, ihr Führer ist ge- 
zeichnet'); Gott vergib den Abdalqais, sie kommen zu mir, nicht 
um Geld und Gut von mir zu erbitten '), sie sind die besten Leute 
des Ostens. Darauf kamen sie in ihren Reisekleidern, während M. 
in der Moschee war, und grüssten ihn, und er fragte, wer von ihnen 
Abdallah alAschagg wäre. Abdallah stellte sich vor, es war ein 
hässlicher Mann. M. sah ihn sich an, er aber sagte: man holt 
kein Wasser in der Haut der Männer^), bei dem Manne kommt 
es nur auf die zwei kleinsten (Organe) an, auf seine Zunge und 
auf sein Herz. M. sprach: du hast zwei Eigenschaften, welche 
Gott liebt. Was für welche, fragte Abdallah. Er antwortete: Ver- - 
ständigkeit und Langmut. Er fragte: ist das etwas Erworbenes 
oder Angeborenes*)? Er sprach: nein etwas Angeborenes. Und 
Garud war ein Christ, auf M.'s Aufforderung nahm er aber den 
Islam an und wurde ein echter Muslim. Und M. quartierte sie 
im Gehöft der Ramla ein und Hess sie als Gäste verpflegen, und 
sie blieben zehn Tage, und alAschagg befragte M. nach dem Recht 

^) Das ist die Bedeutung des Namens Aschagg = mit einer Narbe an 
der Stirn. 

^ wie die Tamim Boch. II 168. 

^ Die Haut, die zu einem Schlauche erfordert wird, darf keine Risse 
haben; für Männer ist es eine Ehre, in einer zernarbten Haut zu stecken. 

*) So die Vokalisation des Londinensis. Vielleicht fasst man aber besser 
Muhammad als den Frager und bezieht die Frage auf das „Zeichen'' an der 
Stirn des Aschagg: ist das etwas angeborenes oder erst später, durch Ver- 
wundung oder einen Unglücksfall, hinzugekommenes? 



156 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

und dem Quran. Und M. liess ihnen Geschenke geben und zeich- 
nete dabei alAschagg vor den anderen aus, indem er ihm 12 Vj Un- 
zen gab. Und er strich dem Munqidh b. Hajjan über das Gesicht'). 

99. Bakrb. Vail. 
AlMadäini. Als die Gesandtschaft der Bakr bei M. erechien- 
fragte ihn einer, ob er Quss b. Säida kennte. Er antwortete: der 
gehört nicht zu euch, sondern zu Ijäd; er war Hanif in der heid- 
nischen Zeit und kam nach Ukatz, als die Menschen dort ver- 
sammelt waren und redete zu ihnen das Wort, welches von ihm 
in der Erinnerung aufbewahrt wird. Unter den Gesandten waren 
Baschir b. alCha^a^ijja und Abdallah b. Marthad und Hassan b. 
Haut. Einer der Nachkommen Hassans hat gesagt: ich bin der 
Sohn Hassans b. Haut und mein Vater ist der (weiland) Bote von 
ganz Bakr an den Propheten*). Und mit ihnen kam zu M. Ab- 
dallah b. Asvad b. Schuhär ^) b. Auf b. Amr b. alHarith b. Sadus; 
er hatte in Jamama gewohnt, verkaufte aber seinen dortigen Be- 
sitz, wanderte nach Medina aus und brachte dem M. einen Sack 
Datteln dar, wofür ihm M. den Segen erflehte*). 

100. Taghlib. 

AlVaqidi von Abubakr b. Abdallah b. Abi Sabra von Ja'qub 
b. Zaid b. Talha. Es kam zu M. die Gesandtschaft der Bann 
Taghlib, bestehend aus sechzehn Mann, teils Muslimen, teils Christen, 
welche (letzteren) goldene Kreuze trugen. Sie stiegen ab im Quar- 
. tier der Ramla. M. schloss mit den Christen einen Vertrag, dass 
sie selber zwar ihre Religion behalten, aber ihre Kinder nicht 
taufen sollten. Den Muslimen gab er Gastgeschenke^). 

101. Hanifa. 

AlVaqidi von alDahhak b. Uthman von Jazid b. Ruman, und 
alMadäini von den Autoritäten, die er auffährt. Die Gesandten der 



1) Sprenger III 372 sqq. Vgl. BH. 944 sq. Tab. I 1736 sq. 

2) Es war sein Intisäb in der Kamelschlacht BAthir III 207, 22. 

^) Die Vokalisation ist meine Vermutung. *) Sprenger III 375. 

^) Sprenger III 433 sq. Die Bedingung, dass sie selber Christen bleiben, 
aber ihre Kinder nicht taufen lassen wollten, werden die betreffenden Tagh- 
libiten wol selber angeboten haben, um der Zahlung der Gizja zu entgehen; 
M. zwang keinen Christen, zum Islam überzutreten. Die Masse der Taghlibiten 
blieb bekanntlich christlich im Islam, vgl. den Bischof der Taghlib Barhebr. 
Chron. Eccl. I 295. Agh. VII 183,9—12 und die über alAchtal verhängte Kir- 
chenzucht VII 181,25 — 182,6, auch das Kreuz als Feldzeichen BA. IV 256,3. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 157 

Banu Hanifa erschieoen bei M., einige zehn Mann, unter ihnen 
Rahhäl b. Unfuva und Salima b. Hantzala alSuhaimi und Talq b. 
Ali b. Qais und Humran b. Gabir von den Banu Schamir und Ali 
b. Sinan und alAq'as b. Maslama und Zaid b. Abdamr und Mu- 
sailima b. Chajjib ^), und das Haupt der Gesandtschaft war Salima 
b. Hantzala. Sie wurden im Hause der Ramla untergebracht und 
regelmässig verpflegt; sie bekamen mittags und abends manchmal 
Brot und Butter, und manchmal Datteln, die ihnen gestreut'^) wur- 
den. Und sie kamen zu M. in der Moschee und grüssten ihn und 
legten das Zeugnis der Wahrheit ab, den Musailima aber Hessen 
sie bei ihrem Gepäck zurück. Und sie blieben einige Tage und 
gingen ab und zu bei M., und Rahhai b. Unfuva lernte den Qoran 
von übaij b. Ka'b. Als sie heimkehren wollten, wies M. jedem 
von ihnen 5 Unzen als Gastgeschenk an; da sagten sie: o Bote 
Gottes, wir haben einen von uns bei unserem Gepäck zurückge- 
lassen, dass er uns darnach sehe, und bei unseren Kamelen, dass 
er uns Acht darauf gebe^). M. liess ihm ebensoviel wie den an- 
deren geben und sagte: deshalb weil er auf eure Kamele und euer 
Gepäck Acht gibt, ist er nicht der schlechteste von euch. Als das 
Musailima erfuhr, sagte er: er weiss, dass die Herrschaft nach 
seinem Tode mir zufällt. Und sie kehrten nach alJamäma zurück, 
und M. gab ihnen ein Gefäss mit, worin Reste seines Reinigungs- 
wassers waren, und sagte: wenn ihr zu Hause kommt, so zerstört 
eure Kirche und besprengt den Platz mit diesem Wasser und er- 
richtet darauf eine Moschee! Das taten sie denn auch. Das Ge- 
fäfjs kam in den Besitz von alAq'as b." Maslama, der Gebetsausrufer 
wurde Talq b. Ali. Als der den Gebetsruf erhob und der Mönch 
der Kirche^) ihn hörte, sprach er: alles ist bestimmt (in Gottes 
Rat), also lasst ihn, es ist bestimmt ^). Und er floh und verschwand 
auf Nimmerwiedersehen. Und Musailima beanspruchte Prophet zu 

') Er heisst sonst Musailima b. Habib (Tab. I 1737, 17). 

^ d. h. ausgeschüttet auf die Lederdecke (^cbüY die den Arabern Tisch, 
Tischdecke und Fressbeutel zusammen war. ^ 

^) Der Zug kommt öfters in diesen Erzählungen vor, dass der Jüngste 
und am wenigsten Angesehene, der eben deshalb bei dem Gepäck zurückbleiben 
muss, sich als der beste entpuppt. Ähnlich schon Saul 1. Sam. 10,22. 

*) Rähib im Sinne von qajjim oder väqih s. § 72 vgl. mit § 144. 

*) Ich möchte fada*ühu lesen. Die handschriftliche Lesart müsste wol 
vada*auhu ausgesprochen und übersetzt werden: und man nannte ihn Huqqa. 



158 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

sein und alRahhäl b. ünfuva bezeugte ihm, dass M. ihn zum Teil- 
haber der Herrschaft gemacht habe, und die Leute gerieten dadurch 
in Versuchung (= Bürgerkrieg)*). 

102. Schaibän. 
Affan b. Muslim') von Abdallah b. Hassan, einem der Banu 
Ka*b von BalAnbar, von seinen beiden Grossmüttern, Qafijja bint 
Ulaiba und Duhaiba bint Ulaiba, welche es von der Qaila bint 
Machrama hatten, der Grossmutter, nemlich Muttersmutter ihres 
Vaters, bei der sie aufgezogen worden waren. Diese Qaila war mit 
Habib b. Azhar, einem der Banu Ganäb^) verheiratet und gebar 
ihm Mädchen. Als er nun im Anfange des Islams starb, entriss 
sein Bruder Ath'ub b. Azhar ihr ihre Töchter. Da machte sie sich 
auf um Gesellschaft für die Reise zu M. zu suchen, in der ersten 
Zeit des Islam. Aber ein kleines verwachsenes Mädchen unter 
ihren Töchtern begann zu weinen, sie hatte von eiüer Krankheit 
einen Buckel und trug ein wollenes Kamisol, und sie nahm sie 
ihit sich. Während sie nun ihren Kamelhengst in kurzem Trab 
hielten, sprang ein Hase auf, da sagte die kleine Bucklige: ein 
Glückshase; bei Gott, du wirst in dieser Geschichte immer die Ober- 
hand haben über Ath'ub. Dann lief ein Fuchs über den Weg, 
dem gab sie einen Namen, den Abdallah b. Hassan vergessen hatte, 
und tat einen ähnlichen Ausspruch wie bei dem Hasen. Während 
sie nun in kurzem Schritt weiter ritten, sank das Kamel auf die 
Knie und begann zu zittern; da sagte die kleine Bucklige: meiner 
Treu, in kurzem hat dich Ath'ubs Griif ereilt. Ich*) sagte — denn 
ich musste zu ihr meine Zuflucht nehmen: weh dir, was soll ich 
anfangen? Sie sprach: wende deine Kleider um, das Äussere nach 
innen, und drehe dich von hinten nach vorn, und kehre die Sattel- 
decke deines Kameles um. Darauf zog sie selber ihr Kamisol aus 
und wandte es um und drehte sich von hinten nach vorn; und 
als ich getan hatte wie sie mich geheissen, schüttelte sich das 
Kamel und stand auf und 'spreizte die Beine und stallte. Als wir 
nun im kurzen Trab weiter ritten, siehe da kam Ath'ub hinter 



BH. 945 sq. Tab. I 1737 sq. 1748 sqq. 

2) Diese sonderbare und nicht überall verstandliche Erzählung ist also von 
keiner der drei Hauptautoritäten (Vaqidi, Ihn alEalbi, Madäini) überliefert 

3) von Tamim (Wüstenfeld Tab. K 17), nicht von Kalb. 
*) Qaila erzählt von hier an in erster Person. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 159 

uns hergeeilt mit gezogenem Schwerte, und wir flüchteten zu einer 
grossen Zeltwohnung*), während ich sah, wie er schon das Kamel, 
ein zugerittenes Tier, nach dem ofi'enen Eingangsraume des mitt- 
leren Zeltes zu geworfen hatte ^). Und ich stürzte in das Innere, 
aber er erreichte mich noch zuvor mit dem Schwerte, dessen Spitze 
ein Stück von meinen Seitenlocken traf. Darauf sagte er: übergib 
mir meines Bruders Tochter. Ich gab sie ihm hin, er setzte sie 
auf seine Schulter und ging mit ihr weg, sie wusste besser mit 
ihm Bescheid als seine eigenen Frauen. Ich ging darauf zu einer 
Schwester von mir, die unter den Banu Schaiban*'') verheiratet war, 
um Gesellschaft für die ReLse zu M. zu finden. Während ich nun 
eines nachts bei ihr war und sie glaubte ich schliefe, kam ihr 
Mann von der Abendgesellschaft und sagte: bei deinem Vater, ich 
habe für Qaila einen zuverlässigen Begleiter gefunden, den Huraith 
b. Hassan, der morgen früh als Gesandter der Bakr b. Vail zu M. 
reist. Da nahm ich am anderen Morgen mein Kamel — denn ich 
hatte die Worte gehört — , sattelte und bepackte es und suchte 
dann den Huraith. Ich fand ihn in der Nähe und erhielt auf 
meine Bitte Erlaubnis mich dem Zuge anzuschliessen, dessen Kamele 
zum Aufsteigen bereit lagen. Ich reiste mit ihm und er bewährte 
sich als Begleiter, bis wir zu M. kamen, während er gerade das 
bereits angesagte Morgengebet mit den Leuten betete, in einer Zeit 
als die Dämmerung eben durchbrach, aber die Sterne noch in ihren 
Gruppen*) am Himmel standen und die Männer sich bei der 
Dunkelheit kaum erkannten. Ich stellte mich mit in die Reihen 
der Männer, ich war kaum vom Heidentum entwöhnt. Da sagte 
mir mein Nebenmann in der Reihe: du hättest mich fast gestört, 
geh bete mit den Weibern hinten. Da war dort eine Reihe Weiber 
aufgetaucht bei den Hütten, die ich vorhin beim Eintreten nicht 
gesehen hatte, und ich begab mich unter sie, bis als die Sonne 
aufging, ich herzutrat und jeden hübschen und wolgekleideten Mann, 
den ich erblickte, in das Auge fasste, um über die Menschenmasse 
hin den Boten Gottes zu sehen. Endlich als die Sonne sich schon 



^) Der Singular s^J^»' (verwandt mit -5> und damit wechselnd p. 62, 9 
arab.) wird nicht selten von einer Zeltgruppe gebraucht, s. § 120 p. 62, 1. 
6 arab. 

^ Ich verbürge weder die Richtigkeit der Übersetzung noch des Textes. 

^} also ausserhalb ihres Stammes, der Tamimiten. 

*) Man sah nicht nur noch einzelne Sterne, sondern alle. 



160 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

erhoben hatte, kam ein Mann und sagte: Friede über dir, o Bote 
Gottes. Der Bote Gottes erwiderte: und Friede über dir und 
Gottes Barmherzigkeit und sein Segen! Er hatte einen abgetragenen 
Anzug von zwei Gewändern, die mit Saffran gefärbt aber abgeblichen 
waren, und einen jungen Palmschoss, der abgeschält war bis auf 
die zwei obersten Wedel^), und sass zusammengehockt. Als ich 
ihn so demütig sitzen sah, fing ich vor Schrecken an zu zittern, 
so dass sein Sitznachbar sagte: o Bote Gottes, die arme Frau hat 
das Zittern bekommen. Ohne mich anzusehen — ich stand hin- 
ter ihm — sagte er darauf zu mir: arme Frau, sei nur ruhig; 
alsbald entfernte Gott die Angst aus meinem Herzen. Als erster 
trat nun mein Reisegefährte vor und huldigte auf grund des 
Islams für sich und sein Volk. Darauf sagte er: o Bote Gottes, 
gib mir ein Schreiben, welches die Dahna zur Grenze zwischen 
uns und den Banu Tamim macht, so dass keiner von ihnen durch 
sie zu uns herüber darf, es sei denn dass er reise oder sich mit 
unserer Erlaubnis zeitweilig bei uns aufhalte. M. gab schon Be- 
fehl, ihm den Besitz der Dahna zu verbriefen, als ich erschreckt 
aufsprang — denn die Dahna war meine Heimat und Wohnstätte 
— und sagte: er hat dir keine billige Landforderung gasteilt, ^iese 
Dahna, über die du entscheiden sollst, dient als Station für die 
Kamelhengste und als Weide für die Kamelherden, und die Wei- 
ber von Tamin und ihre Kinder hüten sie*). Da sagte er: halt 
an mit Schreiben, Bursch, die arme Frau hat Recht, der Muslim 
ist der Bruder des Muslims, Wasser Bäume und Sträucher stehen 
ihnen frei, und sie leisten einander Hilfe gegen den Störenfried. 
Als nun Huraith sah, dass ihm zwischen seinen Brief etwas da- 
zwischen getreten war, schlug er in die Hände und sagte: es geht 
mir mit dir wie dem Schaf im Sprichwort mit seinen Pfoten, 
in denen es sein Verhängnis mit sich trug ^). Ich sagte : bei Gott, 
du warst ein guter Führer in der dunklen Nacht, freigebig gegen 

») BH. 94G,1. 

^ Sie ist eine Tamimitiii und protestirt dagegen, dass die Dahna zum 
Eigentum der Schaiban (von Bakr) wird. In die Dahna hatten sich die Tamim 
vor den Persern geflüchtet, und dort wurden sie von den Madhhig überfallen 
am zweiten Kuläbtage. Die Dahna scheint hifer jedoch nicht als Besitz der 
Tamim, sondern als Weide für jedermann charakterisirt zu werden. 

3) Es grub mit seinen Pfoten ein Messer aus, und wurde dann mit diesem 
Messer geschlachtet. Hudh. 225, 2. 3 (52, 2. 3). BH. 303, 3. Agh. VI 63, 23. 
Hamasa 648 v. 2—4. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 161 

den Quartiergenossen, züchtig gegen die mitreisende Frau bis zu 
Ende des Weges; aber tadle mich nicht, dass ich für mein Interesse 
eingetreten bin, da du nach deinem trachtetest. Er sagte: und was 
ist dein Interesse an der Dahna, zum Henker! Ich sagte: es ist 
die Station meines Kamelhengstes, die du haben willst für den 
Kamelhengst deiner Frau. Er sagte: fürwahr, ich rufe den Boten 
Gottes zum Zeugen an, dass ich dir Bruder bin, so langÖ ich lebe, 
da du mir solches Lob vor ihm gespendet hast. Ich sagte: da du 
(die Bruderschaft) angefangen hast, werde ich sie treu wahren. Und 
M. sprach: wie tüchtig muss dieser Frau Sohn sein^), er wird das 
schwierige Geschäft entscheiden und siegreich kämpfen zum Schutze 
der Niederlassung. Da weinte ich und sagte: ich habe einen 
solchen Sohn gehabt, o Bote Gottes, der wusste was er wollte, 
und er hat unter dir gekämpft bei Rabadha; dann ist er gegan- 
gen um mir von Chaibar Proviant zu holen, da hat ihn das Fieber 
getroffen und er hat mir die Sorge für die Töchter hinterlassen*). 
Er sprach: bei dem in dessen Hand die Seele Muhammads ist, 
wärest du nicht eine arme Frau, so würde ich dich heute auf 
deinem Gesichte hinaus schleifen lassen; wird einer von euch ge- 
zwungen, mit dem andern hienieden zusammen zu leben? also 
wenn einer durch Gott, der das nächste Anrecht an ihn hat, vom 
anderen getrennt wird, so sage der Überlebende: wir sind Gottes 
und müssen zu ihm zurück! o Herr, lass mich vergessen was du 
genommen hast und erhalte mir was du gelassen hast! aber bei 
dem in dessen Hand die Seele Muhammads ist, der eine von euch 
weint und der andere weint ihm entgegen — o ihr Knechte Got- 
tes, bringt eure Brüder nicht in Pein ^)! Darauf stellte er ihr und 
den Weibern, den Töchtern Qailas, auf einem Stück roten Leders 
ein Schreiben aus, sie sollten in keinem Recht gekränkt und nicht 
zu einer Heirat gezwungen werden, und jeder muslimische Gläubige 
sei ihnen Bruder, sie sollten aber gut und nicht übel handeln*). 



yailummiBH. 752,17.18. Tab. II 849, 12 sq. III 243,8. Agh.XX137,4. 

*) Die Situation ist hier anders als zu anfang; dort wird die Qaila von 
ihrem Schwager ihrer Töchter gewaltsam beraubt, hier beklagt sie sich über die 
Sorge für ihre Töchter. Töchter sind Geldes wert, aber auch eine schwere Sorge. 

') Der Verstorbene hat im Grabe zu leiden unter der Klage der Über- 
lebenden — nach dem Glauben der Muslime. 

*) Die Banät Qaila scheinen ein selbständiges Geschlecht zu sein, mit 
iletriarchie. 

W^ellhauseu, Skizzeu und Vormrbeiten. IV. 11 



162 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

*Affan b. Muslim von Abdallah b. Hassan von seinem müt- 
terlichen Grossvater, Habban b. Amir, von dessen mütterlichem 
Grossvater, Harmala b. Abdallah, einem der Ka*b BalAnbar; und 
(Affan b. Muslim von Abdallah b. Hassan) von Qafijja bint *ülaiba 
und Duhaiba bint 'ülaiba, deren Grossvater Harmala war. Har- 
mala machte sich auf und kam zu M. und hielt sich bei ihm auf, 
bis er ihn (den Islam) gelehrt hatte; dann reiste er ab. Unter- 
wegs aber, erzählte er, machte ich mir Vorwürfe und sprach: ich 
will nicht eher weggehen, als bis ich noch mehr bei dem Boten Got- 
tes gelernt habe. Ich kam wieder an und trat vor ihn und sprach: 
Bote Gottes, was befiehlst du mir, dass ich tun soll? Er ant- 
wortete: Harmala, tu das Gute und meide das Böse. Darauf 
entfernte ich mich, bis ich zu meinem Kamele kam, da kehrte 
ich um an die selbe Stelle, wo ich vbr ihm gestanden hatte oder 
nahe dabei und sprach: o Bote Gottes, was befiehlst du mir, dass 
ich tun soll. Er antwortete: o Harmala, tu das Gute und meide 
das Böse und denke nach, was du gern hören möchtest, dass es 
die Leute sagten, wenn du von ihnen weggehst, und tu das; und 
was du nicht gern möchtest, dass sie es dir sagten, wenn du von 
ihnen weggehst, das meide. 

Gesandtschaften der Jamanier. 

103. Tajji. 
AlVaqidi von Abubakr b. Abdallah b. Abi Sabra von Abu 
ümair alTäi, dem Pflegesohn (?) alZuhri's, und Ibn alKaJbi von 
Ubäda alTäi von den Schaichen der Tajji. Es erschien die Ge- 
sandtschaft der Tajji bei M., an ihrer Spitze ihr Fürst Zaid alChail 
b. Muhalhil von den Banu Nabhän, ferner Vazar b. Gabir b. Sadus 
b. A^ma* alNabhani und Qabi^a b. alAsvad b. Amir von Garm Tajji 
und Malik b. Abdallah b. Chaibara von den Banu Ma'n und Qu'ain 
b. Chulaif von Gadila und ein Mann von den Banu Baulan. Sie 
kamen nach Medina, als M. in der Moschee war, sie bauden ihre 
Kamele im Hofe der Moschee an und traten dann vor M. Er 
trug ihnen den Islam vor und sie nahmen ihn an und bekamen 
ein jeder 5 Unzen Silber als Gastgeschenk, nur Zaid alChail be- 
kam 1273 Unzen. M. sagte: ich habe nie von einem Araber er- 
zählen hören, der nicht wenn ich ihn sah unter seinem Rufe ge- 
wesen wäre, ausgenommen Zaid alChail, dessen Eigenschaften 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 163 

seinen Ruf übertreffen. Und er nannte ihn Zaid alChair und ver- 
lieh ihm Faid und zwei Landgüter und stellte ihm darüber ein 
Schreiben aus. Auf dem Heimwege starb Zaid in einem Orte 
namens alFarda, seine Frau nahm darauf alles was ihm M. schrift- 
lich gegeben hatte und verbrannte esO- 

Und M. hatte Ali b. Abi Talib — Ibn alKalbi nennt Chalid 
b. alValid statt Ali's — ausgesandt, um alFulus, den Götzen der 
Tajji, zu zerstören und nach allen Seiten Überfälle zu machen. 
Er machte nun unter anderem mit 200 Reitern einen Überfall auf 
die Angesiedelten des Geschlechtes Hatim, fing die Tochter Hatims 
und brachte sie mit anderen gefangenen Weibern von Tajji zu M. 
Der Sohn Hatims aber, Adi, floh vor den Reitern M.s nach Syrien, 
er war Christ und erhob von seinem Volke den vierten Teil der 
Beute. Hatims Tochter wurde nun in einer Umzäunung vor der 
Moschee untergebracht, sie war ein schönes stattliches Weib. M. 
kam an ihr vorbei, da trat sie zu ihm hin und sprach: mein Va- 
ter ist tot und mein Anwalt*) ist verschwunden. Er fragte: wer 
ist denn dein Anwalt? Sie sprach: Adi b. Hatim. Er sagte: der 
Ausreisser vor Gott und seinem Boten! Als aber eine Gesandt- 
schaft von Qudäa aus dem Nordlande erschien, erzählte die Toch- 
ter Hatims, gab mir der Prophet einen Anzug und Reisegeld und 
ein Kamel und ich reiste mit ihnen, bis ich nach Syrien zu Adi 
kam. Da begann ich ihn zu schelten: du Frevler gegen die Ver- 
wandtschaftspflicht, du hast dich mit Weib und Kind davon ge- 
macht und die Hinterlassenen deines Vaters in stich gelassen. Sie 
blieb einige Tage bei ihm und auf ihren Rat begab sich Adi zum 
Propheten und grüsste ihn mit dem Salam in der Moschee. Als 
M. erfuhr, wer er wäre, ging er mit ihm in sein Haus und nötigte 
ihn sich auf ein mit Palmfasern gestopftes Kissen zu setzen, wäh- 
rend er selber auf der Erde sass. Und er trug ihm den Islam 
vor und Adi bekehrte sich dazu und bekam von M. das Amt der 
Steuererhebung über sein Volk®). 

Ibn alKalbi von Gamil b. Marthad alTäi von den Banu Ma'n 
von deren Schaichen. Amr b. alMusabbih b. Ka'b b. Amr b. 'A^ar 
b. Ghanm b. Haritha b. Thaub b. Ma*n alTäi erschien vor M., da- 



Agh. XVl 48 sq. BH. 946 sq. Tabari I 1747 sq. 
*) väfidi = der meinetwegen kommt um mich zu losen. 
»)BH. 947sqq. Vaq. 390sqq. Tab. I 1607 sqq. 1740, 5. Agh. XVI 97. 
Sprenger III 387 sqq. 

11* 



164 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

mals im Alter von 150 Jahren. Er fragte nach dem Wildpret 
und M. antwortete: iss, was durch den Schuss sofort gefallen ist, 
und meide, was erst nach einiger Zeit an der Verwundung ver- 
endet ist. Amr war der beste Schütze der Araber und auf ihn 
bezieht sich das Lied des Mar'alqais: mancher Schütze von den 
Banu Thu'ar). 

104. Tugib. 
AlVaqidi von Abdallah b. Amr b. Zuhair von Abu IHavärith. 
Die Gesandtschaft der Tugib erschien vor M. im Jahre 9, ihrer 
dreizehn Mann und sie brachten die Steuer ihres Viehs mit, welche 
Gott ihnen festgesetzt hatte. Und M. freute sich über sie und 
hiess sie willkommen und wies ihnen ein ehrenvolles Quartier an 
und beschenkte sie und befahl Bilal sie gut zu verpflegen und 
Hess ihnen ein reicheres Gastgeschenk geben als gewöhnlich. Und 
er fragte sie, ob noch einer von ihnen übrig sei, worauf sie ant- 
worteten, sie hätten den jüngsten von ihnen bei ihrem Gepäck 
als Wächter zurückgelassen. Auf M.s Befehl herbeigeholt sagte 
der Jüngling: ich bin einer von den Banu Abnä'), den Leuten, 
die jüngst zu dir gekommen sind und denen du ihre Wünsche 
erfüllt hast; so erfüll nun auch meinen Wunsch. „Was ist denn 
dein Wunsch?" Dass du Gott bittest, er möge mir vergeben und 
gütig sein gegen mich und mir Zufriedenheit in das Herz legen. 
M. erfüllte ihm den Wunsch und betete für ihn, darauf befahl er 
ihm ebenso viel zu geben wie jedem anderen. So kehrten sie 
heim, darauf trafen sie bei dem Feste des Jahres 10 in Mina mit 
M. zusammen und auf seine Frage nach dem Jünglinge sagten 
sie: wir haben seinesgleichen nie gesehen, der zufriedener gewesen 
wäre mit dem, was ihm Gott beschieden. Da sagte M.: ich hoffe, 
dass wir zusammen sterben'). 

105. Chaulän. 

AlVaqidi von mehr als einem der Gelehrten. Die Gesandten 

der Chaulan, ihrer zehn Mann, kamen im SchaT)än des Jahres 10 

und sagten: o Bote Gottes, wir glauben an Gott und erkennen 

seinen Boten an, und wir sind die Vertreter unseres Volkes und 



1) 29,1 Ahlwardt. Agh. VIII 73,2. 

") Die hier gemeinten Banu Abnä (ohne Artikel) können weder die per- 
sischen alAbnä (Tab. I 1763) noch die tamimischen sein. 
^ Sprenger 111 464 sq. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 165 

haben unsere Kamele zu dir getrieben. M. fragte: wie befindet 
sich Amm Anas (ein Götze, den sie hatten)? Sie antwortete: in 
Übel und Schande, Gott hat uns statt seiner das gegeben, was du 
gebracht hast, und wären wir schon zu ihm zurück, so hätten wir 
ihn zerstört. Sie richteten dann an M. allerlei Fragen in betreff 
der Religion, und er gab ihnen Bescheid und bestellte einen, der 
sie den Quran und die Sunna lehren sollte. Sie wurden im Hause 
der Ramla untergebracht und regelmässig verpflegt. Nach einigen 
Tagen kamen sie sich zu verabschieden und erhielten auf M.'s 
Befehl als Gastgeschenk 12 Vj Unzen. Heimgekehrt lösten sie keinen 
Knoten, ehe sie den Amm Anas zerstört hatten. Und sie hielten 
verboten und erlaubt, was M. ihnen verboten und erlaubt hatte ^). 

106. Gu'fi. 
Ibn alKalbi von seinem Vater und von Abubakr b. Qais al- 
Gu'fi. Die Gu*fi hielten in der heidnischen Zeit das Herz für zu 
essen verboten. Nun kamen zwei Männer von ihnen, Qais b. Salima 
b. Scharahil von den Banu Murran b. Gu*fi und Salima b. Jazid 
b. Maschga*a b. alMugammi', Söhne der selben Mutter, der Mulaika 
bint alHulv b. Malik von den Banu Harim b. Gu*fi, zu M. und 
bekannten den Islam. M. sagte zu ihnen: ich habe gehört, dass 
ihr das Herz nicht esst? Sie sagten: das ist so. Er sagte: euer 
Islam wird nur dadurch vollkommen, dass ihr es esst. Und er 
Hess ihnen ein Herz braten und reichte es dem Salima b. Jazid, 
und als er es nahm, geriet seine Hand in Zittern, aber auf M.'s 
Geheiss ass er es. Er erwähnt das in einem Verse: obwol ich 
das Herz gegessen habe, mit Widerwillen und so dass meine Fin- 
ger zitterten als sie es berührten. Und M. stellte dem Qais 
b. Salima ein Schreiben aus, folgenden Wortlautes. „Schreiben 
von Muhammad dem Boten Gottes für Qais b. Salima b. Scharahil. 
Ich habe dich über die Murran und ihre Klienten gesetzt und über 
die Harim und ihre Klienten und über die Kuläb und ihre Klien- 
ten, über die welche das Gebet verrichten und das Almosen ge- 
ben und die Steuern von ihrem Besitze". Die Kulab sind die 
Aud und Zubaid und Gaz' b. Sa*d alAschira und Zaidallah b. Sa'd 
und 'Aidhallah b. Sa'd und die Banu ^aläa von den Banu IHarith 
b. Ka'b. — Darauf sagten die Beiden zu M. : o Bote Gottes, unsere 
Mutter Mulaika bint alHulv löste die Gefangenen und gab den 

^) Sprenger III 457 sq. 



166 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Unglücklichen zu essen und erbarmte sich der Armen, aber sie 
hat eins ihrer Töchterchen lebendig begraben, in welchem Zu- 
stande befindet sie sich nun nach ihrem Tode? Er antwortete: 
sie und ihr Töchterchen sind in der Hölle. Da standen sie voll 
Zorn auf, er rief sie zurück und sagte, seine eigene Mutter wäre 
auch in der Hölle; aber sie wollten nicht, sondern gingen fort in- 
dem sie sagten: bei Gott, ein Mann, der uns das Herz zu essen 
gibt und behauptet unsere Mutter sei in der Hölle, verdient, dass 
man ihm nicht folgt. Unterwegs trafen sie einen Genossen M.'s, 
welcher Kamele von den Steuerkamelen bei sich hatte, den ban- 
den sie und trieben die Kamele fort. Als M. das erfuhr, nahm 
er sie auf in den allgemeinen Fluch den er täglich aussprach: 
fluche Gott den Ril und Dhakvän und 'U^ajja und L^ijan und den 
beiden Söhnen der Mulaika von Harim und Murrän. 

Ibn alKalbi von alValid b. Abdallah alGu'fi von seinem Va- 
ter von den Schaichen der Gu*fi. Abu Sabra Jazid b. Malik 
b. Abdallah b. alDhuaib b. Salima b. Amr b. Dhuhl b. MaiTan 
b. Gu*fi ging zu M., mit seinen beiden Söhnen Sabra und Aziz. 
Und M. fragte den Aziz nach seinem Namen, und da er ihn er- 
fuhr sagte er: es giebt keinen Aziz ausser Gott, du heisst Abdal- 
rahman. Und sie nahmen den Islam an und Abu Sabra sagte zu 
ihm: o Bote Gottes, auf dem Rücken meiner Hand ist eine Ge- 
schwulst, die mich verhindert das Kamel zu zäumen. Da liess 
M. sich einen Pfeil geben und schlug damit auf die Geschwulst 
und strich darüber, worauf sie schwand. Und er betete für ihn 
und seine zwei Söhne. Und Abu Sabra bat ihn, ihm den Vadi 
seines Volkes in Jaman, Hurdan genannt, zum Besitz zu geben, 
und er tat es. Abdalrahman aber ist der Vater des Chaithama 
b. Abdalrahman ^). 

107. gudä. 

AlVaqidi von einem Schaich der BalMu^taliq von seinem 
Vater. Bei der Rückkehr von alGiVana im Jahre 8 sandte M. 
den Qais b. Sa*d b. Ubada in die Gegend von Jaman und befahl 
ihm, die ^udä heimzusuchen. Er lagerte in der Gegend des Vadi 
Qanät mit 400 Muslimen, als ein Mann von ^udä herkam und 
nach dem Ziel der Expedition sich erkundigte. Nachdem er es 
erfahren hatte, begab er sich schnell zu M. und sagte: ich komme 



1) Sprenger III 459—461. 



Muhammads Schreiben, und die GesandtschafteD an ihn. 167 

ZU dir als Gesandter für die, die ich hinter mir habe, ruf das 
Heer zurück, denn ich stehe dir für mein Volk. Da rief M. das 
Heer zurück. Hernach erschienen 15 Mann von ihnen vor M., 
nahmen den Islam an und huldigten ihm für ihr Volk. Und sie 
gingen heim und der Islam breitete sich unter ihnen aus und 
100 Mann von ihnen kamen zu M. bei der Abschiedswallfahrt *). 

AlVaqidi von alThauri von Abdalrahman b. Zijäd b. An'um 
von Zijäd b. An'um von Zijäd b. alHarith dem Qudäiten. Ich kam 
zu M. und sagte: o Bote Gottes, ich habe erfahren, dass du ein 
Heer gegen mein Volk schicken willst; ruf es zurück, denn ich 
stehe dir für mein Volk. Da rief er das Heer zurück. Als die 
Gesandten der ^uda vor ihm erschienen, sagte er zu mir: du fin- 
dest in der Tat Gehorsam bei deinem Volke. Ich antwortete: es 
ist vielmehr die Wirkung Gottes und seines Boten (dass sie ge- 
kommen sind). — Diesem Zijäd gebot einst M. auf dem Marsche 
das Gebet auszurufen, und als dann Bilal kam um den Anfang 
des Gebetes anzusagen, sagte er: der Qudäit hat ausgerufen, und 
wer ausgerufen hat, der soll auch ansagen. 

108. Muräd. 

AlVaqidi von Abdallah b. Amr b. Zuhair von Muhammad 
b. Umära b. Chuzaima b. Thabit. Farva b. Musaik alMuradi sagte 
sich los von den Königen der Kinda und begab sich zu M. um 
sich ihm anzuschliessen '). Und er kehrte bei Sa'd b. übada ein 
und lernte den Quran und die Bestimmungen und Gesetze des 
Islam. Beim Abschied gab ihm M. 12 Unzen als Gastgeschenk 
und ein edles Kamel und ein Festkleid von umanischem Gewebe. 
Und er setzte ihn über Muräd und Zubaid und Madhhig und 
schickte Chalid b. Said mit 'als Steuereinnehmer. Und er gab dem 
Chalid ein Schreiben, worin die Steuersätze standen, und er blieb 
Vorgesetzter der Steuer bis zum Tode M.s^). 



>) Sprenger III 337. 

^ Vielleicht haben sich die Murad nach der Schlacht von Razm (gleich- 
zeitig mit der Schlacht von Badr A. 2 der Higra, Jaqut IV 1028, 6) in den 
Schutz der Kinda begeben, um sich vor den Harith b. Ka*b und den Hamdan 
zu retten. In den Versen BH. 951, 4 sq. scheint Farva zu sagen, er habe sich 
um Hilfe gegen die Hamdan zuerst an die Könige von Kinda gewandt, da er 
aber von ihnen im stich gelassen sei, sei er zu M. übergegangen. 

3) BH. 950 sq. Tab. I 1734 sqq. Agh. XIV 26. Sprenger III 470 sqq. 



168 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

109. Zubaid. 

AlVaqidi von Abdallah b. Amr b. Zuhair von Muhammad 
b. Umara b. Chuzaima b. Thäbit. Amr b. Ma'dikarib alZubaidi 
erschien mit 10 Mann von Zubaid in Medina und fragte: wer ist 
der Fürst der Bewohner dieser Oase von den Bann Amr b. Amir? 
Man sagte ihm, es sei Sa*d b. übada, worauf er sein Reitkamel 
vor dessen Tür sich lagern liess. Sa'd ging zu ihm heraus, hiess 
ihn willkommen, liess sein Gepäck abnehmen und ehrte und be- 
schenkte ihn. Dann führte er ihn zu M., und Amr nahm den 
Islam an samt seinen Begleitern. Nach einigem Aufenthalt wurde 
er mit einem Gastgeschenk entlassen und kehrte heim. Er be- 
harrte mit seinem Volke im Islam bis zu M.s Tode, da fiel er ab. 
Er kehrte dann aber zum Islam zurück und erwies seine Tüch- 
tigkeit in der Schlacht von Qadisijja und in anderen Schlachten ^). 

110. Kinda. 

AlVaqidi von Muhammad b. Abdallah von alZuhri. Es kam 
alAsch'ath b. Qais zu M. mit einigen zehn Kamelreitern von Kinda, 
und sie traten zu ihm ein in die Moschee, mit gekämmten Locken, 
schwarz geschminkt, in gestreiften jamanischen Röcken mit sei- 
denem Besatz, darüber ein Überwurf von Brokat mit Goldblätt- 
chen. M. sagte: habt ihr nicht den Islam angenommen? was be- 
deutet denn dieser Anzug? Da warfen sie ihn ab. Als sie wie- 
der heim wollten, gab er ihnen je 10 Unzen und dem Asch'ath 
12 Unzen Gastgeschenk '). 

111. Aigadif. 
AlVaqidi von Muhammad b. Jahja b. Sahl b. Abi Hathma 
von Schurahbil b. Abdalaziz alQadifi von seinen Vätern. Unsere 
Gesandtschaft erschien bei M., einige zehn Mann, auf schnellen 
Kamelen, in Röcke und Überwürfen, und sie trafen M. an einem 
Orte zwischen seinem Hause und der Kanzel. Sie setzten sich 
ohne mit dem Salam zu grüssen, M. fragte sie deswegen, ob sie 
keine Muslimen wären. Da standen sie auf und sagten: Friede 
über dir, o Prophet, und Gottes Barmherzigkeit! worauf M. den 
Gruss erwiderte und sie sich setzen hiess. Sie fragten ihn nach 
den Zeiten des Gebetes und er gab ihnen darüber Bescheid^). 

BH. 951 sqq. Tab. I 1732 sqq. 

2) BH. 953. Tab. I 1739. Sprenger III 463. 

^) Sprenger III 465 sq. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 169 

112. Chuschain. 

AlVaqidi von Abdalrahman b. ^alih von Mahgar(?) b. Vahb. 
Abu Thalaba alChuschani erschien bei M. als er sich für den Zug 
nach Chaibar rüstete, und er nahm den Islam an und machte den 
Zug mit. Hernach kamen 7 Mann von Chuschain, die bei Abu 
Tha'laba abstiegen, und nahmen den Islam an und huldigten und 
kehrten heim^). 

113. Sa'd Hudhaim. 

AlVaqidi von Muhammad b. Abdallah, dem Bruderssohn al- 
Zuhri's, von Abu ümair alTäi von Abu Nu'man von seinem Va- 
ter. Ich kam als Gesandter mit einigen anderen Männern meines 
Volks zu M. und wir lagerten in der Nähe von Medina. Darauf 
machten wir uns auf nach der Moschee und fanden M. beten über 
einer Leiche in der Moschee. Als er fertig war, fragte er uns 
wer wir wären, und wir sagten, wir gehörten zu den Sa'd Hud- 
haim. Und wir bekannten uns zum Islam und huldigten, darauf 
kehrten wir zu unserem Lager zurück. Er wies uns dann Quar- 
tier und Verpflegung an und wir blieben drei Tage. Dann kamen 
wir uns zu verabschieden, er befahl uns einen von uns zum Be- 
fehlshaber zu machen und Hess uns durch Bilal einige Unzen 
Silber als Gastgeschenk reichen, und wir gingen heim. So be- 
scherte ihnen Gott den Islam*). 

114 Bali. 
AlVaqidi von Abdallah b. Abi Sabra von Musa b. Sa'd b. Zam'a, 
einem Freigelassenen der Bann Machzum, von Ruvaifi' b. Thabit 
alBalavi. Die Gesandten meines Volkes kamen an im Monat 
Rabi I des Jahres 9 und ich nahm sie auf in meiner Wohnung 
im Quartier der Bann Gadila, dann führte ich sie zu M., der noch 
am Vormittag bei seinen Genossen sass. Der Älteste der Gesandt- 
schaft, Abu IDubäb.trat herzu, nahm Platz vor M. und besprach 
sich mit ihm. Und die Leute nahmen den Islam an und fragten 
M. nach Pflicht und Recht der Gastlichkeit und nach allerlei Din- 
gen in betreft' der Religion, und er antwortete ihnen. Als ich sie 
dann wieder mit in meine Wohnung genommen hatte, erschien 
auf einmal M. mit einer Last Datteln, um mich damit zu unter- 
stützen. Und sie assen Datteln und anderes, und nach einem 
Aufenthalte von drei Tagen kamen sie zu M. um sich zu verab- 

1) Sprenger III 254. 2) Sprenger III 429 sq. 



170 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

schieden und er liess ihnen Gastgeschente geben, wie er es sonst 
tat. Dann kehrten sie heim ^). 

115. Bahrä. 

AlVaqidi von Musa b. Ja'qub alZam'i von seiner Vaters- 
schwester von ihrer Mutter Karima bint alMiqdäd von deren Mutter 
Dubäa bint alZubair b. Abdalmuttalib. Die Gesandten der Bahrä, 
Jamaniten, erschienen dreizehn Mann hoch, und führten ihre Reit- 
tiere am Zügel, bis sie vor die Tür alMiqdäds b. Amr kamen, der 
im Quartier der Banu Gadila wohnte. Und er ging zu ihnen heraas, 
hiess sie willkommen und wies ihnen Wohnung an. Und sie kamen 
zu M., nahmen den Islam an und lernten die Gebote. Nach einigen 
Tagen verabschiedeten sie sich von M. und er liess ihnen ihr Gast- 
geschenk geben und sie kehrten heim'). 

116. 'Udhra. 

AlVaqidi von Ishaq b. Abdallah b. Nastas von Abu Amr 
b. Huraith alüdhri, der die Geschichte in dem Buch seiner Väter') 
gefunden hatte. Unsere Gesandten kamen im Qafar des Jahres 9 
zu M., ihrer zwölf Mann, darunter Gamma b. alNu'man und Sulaim 
und Sa'd, die beiden Söhne Maliks, und Malik b. Abi Rijäh. Und 
sie stiegen ab im Hause der Ramla, dann kamen sie zu M. und 
begrüssten ihn mit dem heidnischen Grusse und sagten: wir sind 
die Brüder Qu^^ai's von Mutters seite, wir sind die, welche die 
Chuzäa und die Banu Bakr aus Mekka vertrieben haben, und wir 
haben nahe Beziehungen und gemeinschaftlichen Ursprung. M. 
sagte : seid mir willkommen, ich kenne euch sehr gut; aber warum 
gebraucht ihr nicht den Gruss des Islams? Sie sagten: wir kom- 
men als Vorverhändler unseres Volkes. Und sie stellten ihm aller- 
hand Fragen in betreff der Religion, die er beantwortete. Und 
sie blieben ein paar Tage und kehrten dann heim und er liess 
ihnen die üblichen Gastgeschenke geben und gab einem jeden 
eine Burda. 

Ibn alKalbi von Scharqi b. alQutami von Mudlig b. alMiqdad 
b. Zamil alUdhri, und zum teil von Abu Zufar alKalbi. Zamil 
b. Amr alUdhri begab sich zu M. und erzählte ihm, was (für eine 



^) Sprenger lU 431. Für Dubab heisst es bei Spr. Dubai b. 
3) Sprenger III 433. 

^ § 117 heisst es »in den Büchern meines Vaters* — das klingt weit 
weniger auffallend. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 171 

Stimme) aus ihrem Götzen*) er gehört hätte. Da sagte er: das 
ist ein gläubiger Dämon. Und Zamil nahm den Islam an und M. 
band ihm eine Fahne über sein Volk und er nahm mit der Fahne 
teil an der Schlacht von Qiffin auf Seiten Muavijas , dann an der 
Schlacht von alMarg, wo er fiel. Und er dichtete in bezug auf 
seine Reise zu M.: zu dir, o Bote Gottes, habe ich mein Tier 
getrieben, über Steinland und Sandhügel hinweg, um dem besten 
der Menschen helfenden Beistand zu leisten, und um ein Seil von 
deinen Seilen in mein Seil zu verflechten, und um zu bekennen, 
dass es ausser Gott nichts gibt, dem ich denen will, so lange mein 
Fuss meinen Schuh belastet'). 

117. Salämän. 

AlVaqidi von Muhammad b. Jahja b. Sahl b. Abi Hathma 
von seinem Vater, in dessen Schriften Muhammad folgende Erzäh- 
lung von Habib b. Amr alSalamani gefunden hatte. Wir begaben 
uns unser sieben zu M. und trafen ihn wie er aus der Moschee 
zu einer Leiche ging, zu der er gerufen war. Wir grüssten ihn 
mit demSalam und er grösste wieder und fragte, wer wir wären. 
Wir sagten: wir sind von Salaman, wir kommen um dir auf grund 
des Islam zu huldigen, und wir sind die Vertreter unseres Volkes. 
Da wandte er sich zu seinem Burschen Thaubän und befahl ihm 
uns in der üblichen Herberge unterzubringen. Nachdem er das 
Mittagsgebet verrichtet hatte, sass er') zwischen der Kanzel und 
seinem Hause. Da traten wir heran und fragten ihn nach diesem 
und jenem in betreff des Gebetes und der Gesetze des Islams und 
nach den Heilzaubern. Und wir nahmen den Islam an und er- 
hielten je fünf Unzen und kehrten heim. Das war im Schavval 
des Jahres 10*). 

118. Guhaina. 

Ibn alKalbi von Abu Abdalrahman alMadini. Als M. nach 
Medina gekommen war, begab sich zu ihm Abdaluzza b. Badr 
b. Zaid b. Muavija alGuhani von den Banu alRab'a b. Raschdan 
b. Qais b. Guhaina, und mit ihm Abu Rau'a, sein Bruder von Mut- 
ters- und sein Vetter von Vaters seite. M. sagte zu Abdaluzza: 

*) Jaq. II 329, 5 sq. : alHnmäm (= der Herr, eigentlich = alflamim). 

^ Sprenger III 426 sqq. Vgl. BH. 75 sq. 

^ nämlich den Leuten, d. i. er erteilte A.udienz. 

*) Sprenger UI 428. 



172 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

du bist Abdallah, und zn Abu Rau'a: du bist der Schrecken des 
Feindes, so Gott will. *Er fragte nach ihrer Herkunft; als sie ant- 
worteten, sie seien Banu Ghajjan, sagte er; ihr seid Banu Raschdän. 
Den Namen ihres Tales Ghavä wandelte er um in Ruschd, und in 
bezug auf die beiden Berge der Guhaina, alAsch'ar und alAgrad, 
sagte er: sie gehören zu den Bergen des Paradises, kein Bürger- 
krieg wird sie berühren*). Bei dem Zuge zur Eroberung Mekkas 
gab. er die Fahne dem Abdallah b. Badr, und er steckte ihnen 
ihre Moschee ab. Es ist die erste Moschee, die in Medina abge- 
steckt wurde. 

Ibn alKalbi von Chalid b. Said von einem zu den Banu 
Duhman gehörigen Guhainiten von seinem Vater, der zu dem Be- 
kanntenkreise M.s gehört hatte, von Amr b. Murra alGuhani. Wir 
hatten einen Götzen, den wir verehrten, und ich war der Hüter 
seines Heiligtums. Als ich von dem Propheten hörte, zertrüm- 
merte ich ihn und machte mich auf zu M. nach Mekka und trat 
dem Islam bei und legte das Zeugnis der Wahrheit ab und glaubte 
an das, was M. als erlaubt und verboten einführte. Und darauf 
beziehen sich meine Verse: „ich bezeuge, dass Gott die Wahrheit 
ist und dass ich der erste bin, die Steingötter') zu verlassen, 
und ich habe meinen Rock aufgeschürzt bis über meine Beine um 
zu dir auszuwandern, hinüber über weiche und harte Strecken, 
um mich zuzugesellen dem, der hinsichtlich seiner eigenen Person 
und seiner Ahnen der beste der Menschen ist, dem Boten des 
Herrschers der Menschen, der über den Wolkenschichten thront". 
M. sandte ihn zu seinem Volk, um es zum Islam aufzufordern, 
und nur ein einziger willfahrt ihm nicht, über diesen sprach 
Amr b. Murra einen Fluch, da versagte ihm der Mund, dass er 
nicht sprechen konnte, und er wurde blind nnd geriet in Not und 
Armut '). 

119. Kalb. 

Ibn alKalbi von alHarith b. Amr alKalbi von dessen Ohm 
Umära b. Gaz' von einem der zu Kalb gehörigen Banu Muavija, 



Der Schafhirt auf den Bergen von Guhaina wird öfters glücklich ge- 
priesen, weil unberührt von der Aufregung der politischen Wirren. In Ghajjan, 
Ghava liegt der Begriff des Irrens, in Raschdan, Ruschd der des Rechtgehens; 
alAsch'ar ist der haarige, alAgrad der kahle Berg. 

*0 Also alle arabischen Gotter sind Steingötter* 

*) Sprenger III 151. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. I73 

und von Abu Laila b. Atijja alKalbi von dessen Ohm. Es sagte 
Abdamr b. Gabala b. Väil b. alGulah. Ich und A^im *), einer der 
Banu Raqqasch von den Banu Amir, wir machten uns auf und 
kamen zu M., und er legte uns den Islam dar und wir nahmen 
ihn an. Er sagte; ich bin der nichtjüdische Prophet, der wahrhafte 
und reine, und Weh, alles Weh denen, die mich für einen Lügner 
halten und sich von mir abwenden und wider mich kämpfen, 
und Heil, alles Heil denen, die mir Wohnung und Beistand ge- 
währen und an mich glauben und die Wahrheit meiner Rede an- 
erkennen und für mich kämpfen. Sie sagten: wir glauben an 
dich und erkennen die Wahrheit deiner Rede an. Und Abdamr 
dichtete: „Ich bin dem Ruf des Boten Gottes gefolgt, als er kam 
mit der rechten Leitung, und während ich einst Gott verleugnete, 
bin ich jetzt in Furcht und Zittern (vor ihm), und ich habe den 
Vergnügungen des Pfeilspiels Valet gesagt, während ich früher darin 
aufging und ganz dem Tand ergeben war, und ich bin gläubig ge- 
worden an Gott, den Allerhöchsten, und hasse jetzt die Götzen, so 
lange ich lebe." 

Ibn alKalbi von Ibn Abi Qalih, einem der Banu Kinäna, von 
Rabia b. Ibrahim alDimischqi. Haritha b. Qatan b. Zäir b. Hi^n b. 
Ka'b b. Ulaim alKalbi und Hamal b. Sa'dana b. Haritha b. Mu- 
ghaifal b. Ka'b b. Ulaim begaben sich zu M. und traten dem Islam 
bei. Und er band dem Hamal b. Sa'dana eine Fahne, und er 
machte mit dieser Fahne die Schlacht von ^iffin mit auf selten 
Muavijas. Und er stellte dem Haritha b. Qatan ein Schreiben aus, 
folgenden Inhalts. Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes 
für die Bewohner von Dumat alGandal und die benachbarten Teile 
von Kalb, mitgegeben dem Haritha b. Qatan. Unser ist. das aussen 
liegende Baalsland und euer die bei den Ansiedlungen liegenden 
Palmen^ für Land mit fliessendem Wasser ist der Zehnte zu ent- 
richten und für Land mit unterirdischem Wasser^) der Zwanzigste. 
Euer Weidevieh soll nicht auf einen Haufen gebracht und das ver- 
einzelte Stück nicht von der Weide weg getrieben werden. Das 
Gebet müsst ihr zu seiner Zeit verrichten und das Almosen geben 
wie es sich gehört. Es soll euch kein Kräuterwuchs durch Um- 
zäunung gesperrt und kein Zehnten vom Hausgerät erhoben wer- 

Bei Sprenger III 234 'I^äm, durch den Reim (Islam, A9näm) gesichert. 
Er soll Priester eines Götzen 'Amara gewesen sein. 

^ das nur durch Brunnen zu tage gefordert werden kann. 



174 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

den. Dazu seid ihr durch Vertrag und festen Bund verpflichtet, 
und wir schulden euch Aufrichtigkeit und Treue und den Schutz 
Gottes und seines Boten. Zeuge ist Gott und die anwesenden 
Muslimen ^). 

120. Garm. 

Ihn alKalbi von Said b. Murra alGarmi von seinem Vater 
Zwei Männer von uns begaben sich zu M., der eine war alA^qa' b. 
Schuraih b. Quraim b. Amr b. Rijäh b. Auf b. 'Amira b. alHun b. 
A'gab b. Qudama b. Garm b. Rabban b. Hulvan b. Imrän b. alHaf 
b. Qudäa, der andere Haudha b. Amr b. Jazid b. Amr b. Rijäh; und 
sie nahmen den Islam an und M. stellte ihnen ein Schreiben aus. 
Amir b. 'A^ama hat auf seinen Oheim alA^qa folgende Verse ge- 
macht. Abu Schuraich war mein Oheim, der Mann der Männer, 
der die Zahlung der Schuld auf sich nahm, die Stütze des Garm- 
stammes, wenn die Gewaltherren uns Unrecht zu leiden zwingen 
wollten, und er eilte den Seinen voran, als sie Ahmad von der 
Tihama her zum Islam rief, und er stellte sich ihm zu dienst und 
stand ihm bei, und jener machte ihn zum Herrn über die bei- 
den Zweige von Qudama'). 

Jazid b. Harun von Mis'ar b. Habib von Amr b. Salima al- 
Garmi. Mein Vater und einige andere von uns begaben sich zu 
M., als die Menschen dem Islam beitraten, und lernten den Quran 
und brachten ihre Angelegenheiten zu einem guten Ende. Und sie 
fragten M.: wer soll unser Vorbeter sein? M. antwortete: wer unter 
euch am meisten vom Quran auswendig weiss. Sie fanden nun 
keinen, der mehr davon wusste als ich, ich war aber damals noch 
ein junger Bursch und hatte nur ein ümschlagetuch als einziges 
Kleidungsstück. Sie Hessen mich also vortreten und ich betete mit 
ihnen, und ich habe keiner gottesdienstlichen Versammlung der 
Garm beigewohnt, wo ich nicht ihr Vorbeter gewesen wäre. — Er 
hielt das Gebet über ihren Leichen und betete in ihrer Moschee 
vor, bis zu seinem Tode. 

'Ärif b. alFadl von Hammäd b. Zaid von Ajjub von Amr b. 
Salima Abu Jazid alGarmi. Wir waren Anwohner eines Wassers 
an einer vielbesuchten Strasse, und wir pflegten die Vorüberkom- 
menden zu fragen: wie ist es mit dieser Sache (in Medina), und 
sie sagten: es ist ein Mann da, der behauptet, er sei ein Prophet 

^) § 73. Sprenger III 234. ^ Tarüd und A'gab. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 175 

und Gott habe ihn gesandt und habe ihm das und das offenbart. 
Ich behielt alle diese oifenbarten Worte und sie hafteten in meinem 
Herzen wie angeklebt, bis dass ich einen grossen Teil Quran aus- 
wendig wusste. Die Araber aber warteten den Ausgang des Zuges 
gegen Mekka ab um sich in bezug des Islams zu entscheiden, in- 
dem sie sagten: gebt Acht, und wenn er über sie siegt, so hat er 
Recht und ist ein Prophet. Als wir nun den Ausgang erfuhren, 
da beeilten sich alle dem Islam beizutreten, und mein Vater machte 
sich auf um den Beitritt unserer Niederlassung zu überbringen. Er 
blieb bei M. so lange Gott wollte, dann kam er an und wir gingen 
ihm entgegen, als er uns nahte. Als wir ihn sahen, sagte er: ich 
komme zu euch, bei Gott, von einem, der in Wahrheit der Bote 
Gottes ist; er gebietet euch das und das und verbietet euch das 
und das, unter anderem dass ihr dies Gebet in dieser Zeit und 
jenes in jener Zeit verrichtet, und dass einer von euch das Gebet, 
wenn seine Stunde eintritt, ausruft und dass derjenige es leitet, 
der am meisten Quran kann. Als nun die Bewohner unserer Nie- 
derlassung zusahen, fanden sie keinen, welcher mehr Quran konnte 
als ich, von wegen dessen was ich von den Reisenden behalten 
hatte, also Hessen sie mich vortreten und ich betete mit ihnen, 
damals sechs Jahre alt. Die Burda*) aber, die ich trug, zog sich 
in die Höhe, wenn ich niederkniete, so dass eine Frau von uns 
sagte: deckt vor uns doch den Hinteren eures Quranrecitators zu! 
Da zogen sie mir ein Qami^ von bahrainischer Art an, und ich 
habe mich nie so über etwas gefreut wie über diese Jacke. 

Ahmad b. Abdallah b. Junas von Abu Schihäb von Chalid al- 
Hazzä von Abu Qilaba von Amr b. Salima alGarmi. Ich passte 
den Reisenden auf und sie lehrten mich den oder jenen Quranvers 
und ich wurde schon zu Lebzeiten M.s Vorbeter. 

Hischam b. Abdalmalik Abu IValid alTajälisi von Schu'ba von 
Ajjub von Amr b. Salima. Mein Vater brachte die Meldung, dass 
sein Volk zum Islam übergetreten sei, an M., und M. sagte ihm 
unter anderem: wer von euch am meisten Quran weiss, sei euer 
Vorbeter. Ich war ihr jüngster und ich wurde Vorbeter. Eine Frau 
aber sagte: bedeckt vor uns doch den Hinteren eures Quranbeters! 
Da schnitten sie mir ein Qamip zu und ich habe mich nie über 
etwas so gefreut wie über dies Qami^. 

*) Ein kurzes Gewand. Der Ausdruck, obwol äusserst häufig vorkommend, 
war doch früh unverständlich geworden, s. Bocb. II 8. 



176 )fahammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Jazid b. Hanm Ton A^im von Amr b. Salima. Als meine An- 
gehörigen von M. heimkamen, sagten sie: er hat gesagt, wer am 
meisten Qnran recitiren kann, solle ans vorbeten. Darauf riefen 
sie mich und zeigten mir, wie man sich beugen and niederfallen 
mnss. Und ich betete mit ihnen, mit einer geschlitzten Barda an- 
getan, and sie sagten zu meinem Vater: bedeck doch den Hinteren 
deines Sohnes vor uns')! 

121. AlAzd. 
AlVaqidi von Abdallah b. Amr b. Zuhair alEalbi von Munir 
b. Abdallah alAzdi. ^*urad b. Abdallah alAzdi und einige zehn 
Mann seines Volkes erschienen als Gesandte bei M., und sie stiegen 
bei Parva b. Amr ab, der begrusste sie und ehrte sie und sie blie- 
ben zehn Tage bei ihm. Qurad war ihr bester, und M. machte 
ihn zum Befehlshaber über die Muslime seines Volkes mit dem Auf- 
trage, die ihm benachbarten heidnischen Stamme von Jaman zu 
bekämpfen. Und er zog aus und lagerte sich vor Gurasch, einer 
festen verschlossenen Stadt, in der sich jamanische Stämme ver- 
schanzt hatten. Er forderte sie zum Islam auf, und da sie nicht 
wollten, belagerte er sie einen Monat, währenddem er über ihre 
Herden herfiel und sie wegnahm. Darauf entfernte er sich von 
ihnen und schlug sich in ein Gebirge namens Schakar, sie aber, 
im Glauben er sei geflohen, zogen heraus um ihn zu verfolgen. Da 
ordnete er seine Reihen und griff sie an, und die Muslime richteten 
ein Blutbad unter ihnen an, sie erbeuteten zwanzig Pferde von 
ihnen und auf diesen Pferden reitend bekämpften sie sie. Die Be- 
wohner von Gurasch aber hatten zwei Männer zu M. geschickt, um 
vorzufühlen und zuzusehen, denen erzählte M. von dem TrefiFen 
und von dem Siege ^urads. Als nun die beiden zu den Ihrigen 
zurückkamen und ihnen die Geschichte erzählten, da gingen sofort 
ihre Gesandten ab, kamen zu M. und erklärten sich für den Islam. 
M. sagte: seid willkommen als schönste, tapferste, beredteste und 
zuverlässigste Leute; ihr gehört zu mir und ich gehöre zu euch. 
Er gab ihnen das Feldgeschrei Mabrür und gewährte ihnen ein 
durch kenntliche Zeichen begrenztes Hima um ihre Stadt'). 



Boch. III 53 sq. Sprenger III 429. 

*) BH. 954 sq. Tab. I 1729 sqq. Sprenger III 467 sq. Bei BH. heisst es über 
das Hima ^on Gurasch: er gab ihnen ein Hima um ihre Stadt, mit kenntlichen 
Steinmalen, für die Pferde und die Earavanenkamele und die Pflugrinder (also 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 177 

122. Ghassan. 

AlVaqidi von Jahja b. Abdallah b. Abi Qatäda von Muhammad 
b. Bukair alGhassani von seinen ghassanischen Angehörigen. Wir 
erschienen, unser drei Mann, bei M. in Medina im Ramadan des 
Jahres 10 und wohnten im Hause der Ramla; und siehe da die 
Gesandten von sämtlichen Arabern erkannten M. an. Wir sagten 
unter uns: sollen wir ihm als die schlechtesten der Araber er- 
scheinen? Dann kamen wir zu ihm und traten dem Islam bei und 
erkannten ihn als Boten Gottes an und bezeugten, dass seine Bot- 
schaft Wahrheit sei, ohne indessen zu wissen, ob unser Volk uns 
folgen würde oder nicht. M. entliess sie mit einem Abschiedsgelde 
und sie kehrten zurück. Die Ihrigen aber waren ihnen nicht zu 
willen, so verheimlichten sie ihren Islam. Zwei von ihnen starben 
als Muslime, der dritte erlebte das Chalifat Umars, traf mit Abu 
Ubaida zusammen im Jahre der Schlacht von Jarmuk und erzählte 
ihm, dass er Muslim wäre, worauf ihm jener Ehre erwies^). 

123. AlHarith b. Ka'b. 

AlVaqidi von Ibrahim b. Musa alMachzumi von Abdallah b. 
Ikrima b. Abdalrahman b. alHarith von seinem Vater. Im Rabi' I 
des Jahres 10 sandte M. den Chalid b. alValid mit 400 Muslimen 
zu den Banu IHarith b. Ka'b in Nagran, mit dem Befehl, sie erst 
drei mal zum Islam aufzufordern, ehe er sie bekämpfte. Chalid 
tat das und die dortigen Banu IHarith willfahrten ihm und traten 
dem bei wozu er sie aufforderte. Und er nahm unter ihnen Wohnung 
und lehrte sie den Islam und seine Grundartikel und das Buch 
Gottes und die Sunna seines Propheten. Und er teilte das M. mit 
in einem Briefe, den er durch Bilal b. alHarith alMuzani besorgen 
Hess. Bilal erzählte M., was sie betreten (?) hätten, und wie schnell 
die Banu IHarith sich dem Islam zugewandt hätten. Und M. schrieb 
an Chalid: verheisse ihnen und warne sie und komm mit ihrer Ge- 
sandtschaft hierher! Da kam Chalid und mit ihm ihre Gesandt- 



nicht für das Weidevieh), und wenn andere Menschen ihr Vieh dort weiden 
Hessen, so sollte es verfallen sein. Vgl. § 21. Über das Feldgeschrei Mabrür 
der Azd s. Tab. II 374 = BA. IV 71, 18. 

^) Sprenger III 433. Die namenlose Geschichte erweckt den Verdacht, er- 
funden zu sein, damit doch auch die Ghassan ihren Vafd hätten und nicht 
hinter anderen Stämmen zurückstünden. 

Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 12 



178 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Schaft, darunter Qais b. alHu^ain Dhu IGhu^^a *) und Jazid b. Abd- 
almadän und Abdallah ^) b. Abdalmadan und Jazid b. alMuhaggal 
und Abdallah b. Quräd und Schaddäd b. Abdallah alQanäni und 
Amr b. Abdallah. Chalid Hess sie bei sich absteigen, dann führte 
er sie zu M. M. fragte: wer sind diese, die da aussehen wie Indier? 
man antwortete: es sind die Banu IHarith b. Ka'b. Sie begrüssten 
ihn mit dem Saläm und legten das Zeugnis ab, dass kein Gott 
ausser Gott und dass Muhammad der Bote Gottes. Er gab ihnen 
zum Abschied je 10 Unzen, dem Qais b. alHu^ain aber, den er zum 
Befehlshaber über die Banu IHarith b. Ka'b setzte, I2V3 Unzen. In 
den letzten Tagen des Schavval kehrten sie heim, nur vier Monate 
später starb M.*) 

AlMadäini von Abubakr alHudhali von alSchu'bi. Abda b. 
Mushir alHarithi erschien bei M. und fragte ihn nach Dingen, die 
er hinter sich gelassen und gesehen hatte auf seiner Reise ^), und 
M. erzählte ihm davon. Darauf sagte er zu ihm: nimm den Islam 
an, Ibn Mushir, lass dir das Irdische nicht mehr wert sein als die 
Religion! Da bekehrte er sich. 

124». Hamdän. 
Ibn alKalbi von Habban b. Hani b. Muslim b. Qais b. Amr b. 
Malik b. Läi alHamdani alArhabi von ihren Schaichen. Qais b. 
Malik b. Sa'd b. Malik b. Läi alArhabi kam zu M. als er noch in 
Mekka war, und sagte: Bote Gottes, ich komme zu dir um an dich zu 
glauben und dir beizustehen. Er sprach: sei willkommen, wollt ihr 
mich aufnehmen mit dem, was in und mit mir ist, ihr Hamdaniten? 
Er sagte: ja mit Freuden; da sprach er: so gehe zu deinem Volke, 
und wenn sie bereit sind, so kehre wieder, dass ich mit dir gehe. 
Qais ging also fort zu seinen Leuten, und sie nahmen den Islam 
an und wuschen sich im Tal von alMahura*) und richteten sich 



Richtiger Dhi IGhu^^ja (§ 22 und BH. 960,2), denn es ist der Beiname 
des Hu^ain b. Jazid b. Schaddäd b. Qanän, nicht des Qais. — Abdallah b. Abd- 
almadan heisst eigentlich Abdalhagar (Agh. XIV 76, 29). 

2) BH. 958 sqq. Tab. I 1724 sqq. Sprenger III 508 sqq. Vgl. § 22. 

^ um M. als Seher auf die Probe zu stellen. Mushir ist der Mann, der 
bei Faif alRih dem Amir b. Tufail das Auge ausgestochen hatte. Agh. XV 73. 
BA. I 475. Jaqut III 932. 

*) Der Lond. vokalisirt Mahvara, aber Mahüra wird erfordert durch das 
Metrum eines Verses bei Jaqut IV 432,17: alGauf und alMahüra sind beide 
yerödet in folge von Fliegen ^^ da sie auf uns hernieder regneten (turasschu). 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 179 

nach der Qibla. Dann überbrachte er die Nachricht an M. und 
sagte: meine Leute haben den Islam angenommen und mich ge- 
heissen dich zu holen. M. sagte: Qais gefällt mir als Volksabge- 
ordneter; du hast Wort gehalten, möge Gott dir Wort halten. Und 
er strich ihm über die Stirnholle und schrieb ihm ein Patent über 
sein. Volk Hamdan, die Ahmur und die Gharb und die Mischlinge 
und Schutzgenossen, dass sie auf ihn hören und ihm Untertan sein, 
und dass sie den Schutz Gottes und seines Boten gemessen sollten, 
solange sie das Gebet verrichteten und das Almosen gäben. Und 
er wies ihm 300 Faraq an, auf Chaivän 200 Faraq, zur Hälfte 
Rabib ^) und zur Hälfte Dhurra, und auf 'ümrän alGauf 100 Faraq 
Weizen, auf immer auszuzahlen aus dem Schatze Gottes. Faraq, 
sagt Ibn alKalbi, ist ein jamanisches^) Mass; Ahmur besteht aus 
Qudam, AI Dhi Murrän, AI Dhi La'va und den (übrigen) Dhu') 
von Hamdan; Gharb besteht aus Arhab, Nihm, Schäkir, Vädi'a, 
Jäm, Murhiba, Dälän, Chärif, 'üdhar und Hagür. 

Ibn alKalbi von Ismail b. Ibrahim von Israil b. Junas von 
Abu Ishaq von den Schaichen seines Volks. M. stellte sich auf 
den Messen den Stämmen der Araber vor, da kam ein Mann von 
Arhab, Abdallah b. Qais b. ümm Ghazäl an ihm vorbei, den fragte 
er, ob bei seinem Volke Schutz zu finden sei. Als er die Frage 
bejahte, trug er ihm den Islam an und er bekannte sich dazu. 
Hernach fürchtete er aber, dass die Seinen sein Schutzversprechen 
(für M.) nicht anerkennen würden, und verabredete eine zweite 
Zusammenkunft am Feste des nächsten Jahres. Dann wollte er 
sich zu seinem Volke begeben, wurde jedoch unterwegs von einem 
Zubaiditen namens Dhubäb getötet, der seinerseits wieder durch 
die Hand einiger Männer von Arhab fiel, zur Rache für Abdallah 
b. Qais. 

AlMadäini von seinen Autoritäten. Die Abgeordneten der 
Hamdan erschienen vor M. in zugeschnittenen Kleidern aus Hibara- 
stoff, die mit Brokat eingefasst waren, unter ihnen Chamra b. Malik 



^) Ich weiss nicht, was Rabib ist, glaube aber, dass es nicht in Zabib 
(Rosinen) korrigirt werden darf. 

2) weil Medina jamanisch ist. Vgl. Vaq. ed. Kremer 247,11. Agh. XIV 25, 
26. Boch. I 48. II 22. 

^ Der Plural A d h v ä (Pococke Specimen p. 104 sq.) ist merkwürdig. Den 
Namen der Dynastie trägt, wie in Schottland, auch der Clan; gewohnlich mit 
dem Vorsatz AI. 

12* 



IgO Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

aus Dhu Mischbar ^). Und M. sagte: der Stamm Hamdan gefällt 
mir, wie schnell eilen sie zu hilfe, wie dauern sie aus bei der An- 
strengung, unter ihnen sind Männer die vor den Riss treten und 
unter ihnen sind die Stützen des Islam. Und sie traten dem Islam 
bei und M. stellte für sie ein Schreiben aus über den Gau von 
Charif und Jam und Schakir und die Bewohner des Hadb und 
der Hiqäf alRaml, für die Muslime von Hamdan'). 

124^ Sa'd aPAschira. 
Ibn alKalbi von Abu Kibran alMuradi von Jahja b. Hani b. 
ürva von Abdalrahman b. Abi Sabra alGu'fi. Bei der Kunde vom 
Auszuge M.s stürmte Dhubab, ein Mann von den Banu Anasallah') 
b. Sa'd arAschira zu einem Götzen der Sa'd namens Farrädh*) und 
zerstörte ihn. Darauf begab er sich zu M., nahm den Islam an, 
und sprach folgende Verse. „Ich bin dem Boten Gottes gefolgt, 
als er kam mit der Weisung, und habe den Farrädh in der Stätte 
der Schande verlassen. Ich griff ihn an und dann Hess ich ihn 
liegen, als wäre er nie gewesen — die Zeit ist ja wechselvoll. Als 
ich hörte, Gott habe seiner Religion zum Durchbruch verhelfen, war 
ich dem Boten Gottes zu willen als er mich rief; und jetzt bin ich 
dem Islam ein Helfer so lange ich lebe, er ist der Grund, worauf 
ich ankere^). Wer bringt also die Nachricht an Sa'd alAschira, 
dass ich das Bleibende eingetauscht habe für Vergängliches." — 
Abdallah b. Dhubab alAnasi focht bei Qiffin auf seiten Ali's und 
leistete ihm gute Dienste — erzählt Ibn alKalbi von seinem Vater 
von Muslim b. Abdallah b. Scharik alNacha'i von seinem Vater*). 

125. 'Ans. 
Ibn alKalbi von Abu Zufar alKalbi von einem Manne, der zu 
'Ans b. Malik b. Madhhig gehörte. Ein Mann von uns begab sich 
zu M., traf ihn beim Abendessen und wurde eingeladen mitzuessen. 

*) Anders und offenbar richtiger BH. 963, 6. 

2) BH. 963 sq. Sprenger III 456 sq. 

') eigentlich Anas alLät (Wüstenfeld, Tab. 7,13). Der Name Anas gehört 
also auch zu denen, die eigentlich einen Gottesnamen im Genitiv hinter sich 
haben. 

*) d. i. Entscheider. 

^) Wortlich: worauf ich (als lagerndes Kamel) meine Brustschwiele und 
meinen Hals gestreckt habe. 

«) Sprenger III 459. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 181 

Er setzte sich, und als er fertig war, wandte sich M. zu ihm und 
sagte: bezeugst du, dass kein Gott ausser Gott und dass M. sein 
Knecht und sein Bote? Er antwortete: ich bezeuge, dass kein Gott 
ausser Gott und dass M. sein Knecht und sein Bote. Er sagte: 
kommst du aus Gier oder aus Furcht? Er antwortete: nicht aus 
Gier, denn du hast bei Gott keine Schätze, und nicht aus Furcht, 
denn ich wohne bei Gott in einem Lande, wohin deine Heere nicht 
dringen; vielmehr bin ich durch unbekannte Einwirkung in Furcht 
geraten und man sagte mir: glaube an Gott, da bin ich gläubig 
geworden. Da wandte sich M. an die anderen und sagte: es gibt 
Redner in 'Ans! Er blieb nun eine Weile und besuchte M.; dann 
kam er sich zu verabschieden. M. entliess ihn, nachdem er ihn 
zur Reise ausgerüstet hatte, und sagte zu ihm: wenn du etwas ver- 
spürst, so flüchte in das nächste Dorf. Unterwegs bekam er hef- 
tiges Fieber, flüchtete in das nächste Dorf und starb. Sein Name 
war Rabi'a^). 

126. Die Däriten. 
AlVaqidi von Muhammad b. Abdallah von alZuhri von übaid- 
allah b. Abdallah b. Utba, und Ibn alKalbi von Abdallah b. Jazid 
b. Rauh b. Zinba' alGudhämi von seinem Vater. Die Gesandten 
der Däriten kamen zu M. nach seiner Rückkehr von Tabuk, ihrer 
zehn Mann, darunter Tamim und Nu'aim, die Söhne des Aus 
b. Chariga b. Saväd b. Gadhima b. Darrä' b. Adi b. alDär b. Hani 
b. Habib b. Numara b. Lachm, und alFakih b. alNu'man b. Gabala 
b. ^affära — oder ^affär, nach Ibn alKalbi — b. Rabi'a b. Darrä', 
und Gabala b. Malik b. ^affära, und Abu Hind und alTajjib, die Söhne 
des Dharr d. i. Abdallah b. Razin b. 'Ammit b. Rabi'a b. Darrä, 
und Hani b. Habib, und Aziz und Murra, die Söhne Maliks b. Saväd 
b. Gadhima. Und sie traten zum Islam über, und M. nannte den 
Tajjib Abdallah und den Aziz Abdalrahman. Hani b. Habib 
brachte M. einen Schlauch Wein mit und einige Pferde und ein 
mit Gold besetztes Kleid. Er nahm die Pferde und das Kleid an, 
das Kleid gab er dem Abbas und sagte ihm: trenn das Gold ab 
und gib es den Weibern zum Schmuck oder verwende es anders, 
die Seide verkauf und behalt den Erlös. Er verkaufte es an einen 
Juden für 8000 Dirham. Und Tamim sagte: wir haben Nachbaren 
im romäischen Reich, welche zwei Dörfer besitzen, Hibra und Bait 



1) Sprenger III 471. 



182 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

Ainun; wenn nun Gott Syrien in deine Gewalt gibt, so schenk 
sie mir. Er sprach: sie sollen dein sein. Und der Chalif Abubakr 
schenkte sie ihm und stellte ihm einen Brief darüber aus. Die 
daritischen Gesandten blieben bis zum Tode M.s und er bestimmte 
ihnen letztwillig eine jährliche Lieferung von 100 Vasq Datteln '). 

127. Die Ruhäviten. 

AlVaqidi von Usama b. Zaid von Zaid b. Talha alTaimi. Im 
Jahre 10 erschienen bei M. fünfzehn Mann von den Ruhäviten, 
einem Stamme der Madhhig. Sie stiegen ab im Hause der Ramla, 
und M. besuchte sie und hatte ein langes Gespräch mit ihnen. 
Sie brachten ihm Geschenke mit, darunter ein Pferd namens 
alMirvah, welches ihm vorgeritten wurde und ihm sehr gefiel. Und 
sie nahmen den Islam an und lernten den Quran und die gesetz- 
lichen Bestimmungen und er verehrte ihnen das übliche Abschieds- 
geld, im höchsten Betrage von I2V3 Unzen ^^^ ™ niedrigsten 
von 5 Unzen. Dann gingen sie nach Hause, es erschienen aber 
bald einige von ihnen wieder und machten mit M. von Medina 
aus die Wallfahrt, und sie blieben bei ihm bis er starb. Er be- 
stimmte ihnen letztwillig eine jährliche Lieferung von 100 Vasq 
Datteln in dem zu Chaibar gehörigen alKatiba und stellte ihnen 
darüber einen Brief aus. Sie verkauften ihi* Recht in der Zeit 
Muavija's *). 

Ibn alKalbi von Amr b. Hizzan b. Said alRuhavi von seinem 
Vater. Ein Mann von uns, namens Amr b. Subai' begab sich zu 
M. und nahm den Islam an und der Prophet band ihm eine Fahne 
und er focht mit dieser Fahne bei Q'iffin auf selten Muavijas. Er 
sagte folgende Verse, als er zu M. kam. ;„Zu dir habe ich mein 
Kamel angestrengt, die Wüsten zu durchqueren, eine nach der 
anderen. Ich bin geritten auf einem starkknochigen Tiere, dem 
ich die Nachtreise zumuten kann, das mit meinem Gepäck manch- 
mal trabt, manchmal gestreckten Laufes rennt. Du (Kamel) hast 

^) Vgl. § 19. Während dort M. selber den Schenkimgsbrief ausstellt, tut 
das hier erst Abubakr, allerdings in Ausführung eines schon von M. gegebenen 
Versprechens. Dies ist aber eine spätere Korrektur, deren Motive aus dem, 
was Wüstenfeld in seinem genealogischen Register p. 442 mitteilt, deutlich er- 
hellen: Abu Hamid alHaravi, der Qadi von Jerusalem, erklärte die Schenkung 
für ungiltig, weil M. verschenkt habe, was er nicht besessen. 

2) Vaq. 287. Jaqut II 876 sqq. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 1S3 

von mir keine Ruhe zu erwarten, bis du umsinkst an der Tür 
des gottgesegneten haschimitischen Propheten; dann hast du viel- 
leicht einen Schauder bekommen vor den nicht endenden Mär- 
schen und dem Durcheilen der Einöden und der schlafraubenden 
Anstrengung." Der Ausdruck talaglug bedeutet nach Ibn alKalbi: 
hinknien und nicht wieder aufstehen, wie in dem Verse: wer 
meldet der Hasna, dass ihr Gatte Ma^äd b. Madh'ur verräterisch 
zu Boden gefallen ist. 

128. Ghamid. 
AlVaqidi von mehr als einem der /Gelehrten. Im Ramadan 
erschienen die Gesandten der Ghamid bei M., ihrer zehn Mann, 
und sie lagerten s^Dh in Baqi' alGharqad. Dann zogen sie gute 
Kleider an, machten sich auf zu M. und grüssten ihn mit dem 
Saläm und bekannten den Islam. Und M. schrieb ihnen ein 
Schreiben, welches die Artikel des Islams enthielt, und Ubai 
b. Ka'b, den sie besuchten, lehrte sie Quran. Und sie bekamen 
das übliche Geldgeschenk und kehrten wieder um. 

129. AlNacha'. 

Ibn alKalbi von seinem Vater von den Schaichen der Nacha'. 
Die Nacha' schickten um über ihren Beitritt zum Islam zu ver- 
handeln zwei Deputirte zu M., Artat b. Scharahil b. Ka'b von den 
Banu Haritha b. Sa*d b. Malik b. alNacha', und alGuhsch d. i. 
alArqam von den Banu Bakr b. Auf b. Nacha'. M. trug ihnen 
den Islam vor und sie nahmen ihn an und huldigten für ihr Volk. 
M. hatte Gefallen an ihrer Art und ihrem schönen Äusseren und 
fragte, ob es ausser ihnen noch mehr solche Männer in ihrem 
Volke gebe. Sie antworteten: o Bote Gottes, es gibt darunter 
noch siebzig Männer, alle vorzüglicher als wir, deren jeder die 
Sache- entscheidet und die Dinge durchsetzt ohne uns teilnehmen 
zu lassen bei einer Sache, wenn sie eintritt. M. betete um Heil 
für sie und ihr Volk und sprach: o Gott, segne die Nacha*. Dem 
Artat band er eine Fahne über sein Volk, sie war in seiner Hand 
bei der Eroberung von Mekka und er war damit in der Schlacht 
von Qadisijja, und fiel, und sein Bruder Duraid nahm sie und 
fiel, und Saif b. alHarith von den Banu Gadhima (b. Sa'd b. Malik) 
nahm sie und zog damit in Kufa ein. 

AlVaqidi. Die letzte Deputation, die bei M. erschien, war 
die der Nacha. Sie kamen 200 Mann hoch von Jaman an am 



134 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

15. Muharram des Jahres 11 und bezogen Quartier im Hause der 
Ramla. Dann besuchten sie M. um den Islam zu bekennen ; schon 
vorher hatten sie dem Muadh b. Gabal in Jaman die Huldigung 
geleistet. Zurära b. Amr befand sich unter ihnen. Ibn alKalbi 
nennt ihn Zurära b. Qais b. alHarith b. Äddä und sagt« er sei 
Christ gewesen. 

130. Bagila. 

AlVaqidi von Abdalhamid b. Ga'far von seinem Vater. Garir 
b. Abdallah alBagali kam im Jahre 10 nach Medina mit 150 Män- 
nern seines Volkes. M. sagte: aus diesem Hohlweg wird euch 
einer der besten von Dhu Jaman *) erscheinen, auf dessen Gesichte 
ein königlicher Zug liegt. Da tauchte Garir auf seinem Kamel 
auf und mit ihm die Seinigen, und sie traten dem Islam bei und 
huldigten. M. streckte seine Hand aus und nahm ihm die Huldi- 
gung ab und sagte: mit der Verpflichtung, dass du bezeugest, dass 
kein Gott ausser Gott und dass ich der Bote Gottes, und dass du das 
Gebet verrichtest und das Almosen gibst und den Monat Ramadan 
fastest und den Muslimen treu gesonnen bist und dem Beamten 
gehorchst, und sei er auch ein abessinischer Knecht. Er sagte ja, 
da nahm er seine Huldigung an. Und es kam Qais b. *Azra 
alAhmasi mit 250 Mann von Ahmas. M. fragte sie, wer sie seien, 
sie sagten: wir sind die Ahmasallah — so wurden sie nämlich 
in der heidnischen Zeit genannt. Da sagte M.: und heute gehört 
ihr Gott an^), und er befahl Bilal: beschenke die Kamelreiter von 
Bagila und fang tn mit den Ahmasiten, und Bilal tat so. Garir 
b. Abdallah wohnte bei Farva b. Amr alBajädi, M. fragte ihn 
nach dem Zustande in seiner Heimat, er sagte: Gott hat bewirkt, 
dass der Islam oben auf ist und der Gebetsruf offen erschallt in 
ihren Moscheen und Höfen, und die Qabilen haben ihre Götzen 
zerstört denen sie ehedem dienten. M. fragte: was macht denn 

1) Dhu Jaman heissen die Jamanier öfter, BA. IV 256,18. V 280,15. 

2) M. scheint damit den Namen Ahmas -x (x = irgend ein Götzenname, 
vielleicht Ahmasallät) in Ahmas-allah umzuwandeln. Sprenger übersetzt: 
„jetzt gehört ihr wirklich (bisher nur dem Namen nach) Allah an" — aber 
das wichtige wirklich ist eingetragen. Jedenfalls ersieht man, dass auch 
Ahmas Abkürzung eines theophoren Namens ist. — Übrigens steht Qais b. 
'Azra dem vorher und nachher die erste Geige spielenden Garir einigermassen 
im Wege, und es ist wahrscheinlich, dass hier ein fremdes Fragment in den 
Zusammenhang eingeschoben ist. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 185 

Dhulchala^a? Er antwortete: wie soost; er steht noch, aber Gott 
wird uns von ihm befreien, wenn er will. Da sandte ihn M., den 
Dhulchala^a zu zerstören und band ihm eine Fahne. Da er sagte, er 
sässe nicht fest auf dem Pferde, strich M. ihm über die Brust und 
sprach: o Gott mach ihn zu einem recht geleiteten Anführer! Er 
zog nun aus mit seinen Leuten, ungefähr 200 Mann, und es 
dauerte nicht lange, da kam er wieder und meldete auf M.'s Frage: 
ich habe ihn zerstört und seine Kleinodien abgenommen und ihn 
mit Feuer verbrannt und ihn in einem Zustand liegen lassen, der 
den betrüben wird, der es mit ihm hält, und niemand hat uns 
von ihm abgehalten. Jenes Tages segnete M. die Reiter und die 
Männer von Ahmas 0- 

131. Chath'am. 
AlMadäini von Abu Ma'schar von Jazid b. Ruman und Mu- 
hammad b. Ka'b ; und Ali b. Mugahid von Muhammad b. Ishaq 
von alZuhri und Ikrima b. Chalid und A^im b. ümar b. Qatada; 
und Jazid b. Ijäd b. Gu'duba von Abdallah b. Abibakr b. Hazm 
und von anderen Gelehrten, deren Mitteilungen sich ergänzen. 
'Ath'ath b. Vahschi und Anas b. Mudrik mit einigen anderen 
Chath'amiten gingen als Deputirte zu M., nachdem Garir den 
Dhulchala^a zerstört und eine Anzahl Chath'amiten getötet hatte. 
Und sie sagten: wir glauben an Gott und seinen Boten und an 
die göttliche Botschaft, also schreib uns ein Schreiben, damit wir 
befolgen was darin steht. Da schrieb er ein Schreiben, bei dem 
Garir b. Abdallah und wer sonst anwesend war Zeugen waren ^). 

132. Die Asch'ariten. 
Die Asch'ariten erschienen vor M., 50 Mann stark, unter ihnen 
Abu Musa mit einigen Brüdern, und auch zwei Männern von Akk. 
Sie kamen in Schiffen zu See und stiegen in Gudda aus, und als 
sie nahe bei Medina kamen, hüben sie an: „morgen kommen wir 
zusammen mit unseren Lieben, mit Muhammad und seiner Schar". 
Sie fanden indes den Propheten abwesend in Chaibar, trafen dort 
mit ihm zusammen und huldigten. M. tat den Ausspruch: die 
Asch*ariten sind unter den Menschen wie ein Beutel mit Moschus *). 



1) Jaqut II 461 sqq. Boch. III 62sq. Sprenger III 466 sq.. 

2) § 68. Sprenger III 469. Über 'Ath'ath s. Skizzen III 42. 

^) Die Asch'ariten (Asch'amn, erst später Asch'arijjun) kamen gleichzeitig 
mit den abessinischen Flüchtlingen nach Medina, ebenfalls zur See. 



186 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

133. Hadramaut. 

Die Deputirten der Hadramaut kamen zusammen mit denen 
der Kinda zu M., es waren die Banu Vali*a, die Könige der 
Hadramaut, Hamda und Michvas und Mischrah und Abda'a; und 
sie nahmen den Islam an. Michvas sagte: o Bote Gottes, bitte 
Gott, dass er dieses Stottern von meiner Zunge entferne; und er 
betete für ihn, und verlieh ihm eine Pension von den Steuerein- 
künften von Hadramaut. 

Und Väil b. Hugr alHadrami kam als Unterhändler zu M. 
und sprach: ich komme aus Sehnsucht nach dem Islam und dem 
Aufenthalt in Medina. Da betete M. für ihn und strich über sein 
Haupt und liess aus Freude eine allgemeine gottesdienstliche Ver- 
sammlung ansagen. Er befahl dem Muavija ihn zu beherbergen, 
dieser ging zu Fuss neben ihm, während Väil zu Kamel ritt. 
Muavija bat ihn, ihm seine Schuh herabzuwerfen; er aber sagte: 
nein, ich würde sie nicht wieder anziehen, nachdem du sie getra- 
gen. Darauf bat er ihn, ihn hinter sich aufsitzen zu lassen; er 
antwortete aber: du gehörst nicht zu denen, die hinter Königen 
aufsitzen. Muavija sagte: der heisse Sand hat meine Füsse ver- 
brannt; er versetzte: so geh im Schatten meines Kameles, das ist 
dir Ehre genug. Als er dann aufbrechen wollte in sein Land, 
stellte ihm M. ein Schreiben aus. Dies ist ein Schreiben von 
Muhammad dem Propheten für Väil b. Hugr, den Fürsten von 
Hadramaut: du hast den Islam angenommen und ich gewährleiste 
dir deinen Besitzstand an Ländereien und Schlössern; und es soll 
der Zehnte von dir genommen werden unter Aufsicht eines unpar- 
teiischen Mannes, und ich gewähre dir, dass dir kein Unrecht da- 
bei geschehen soll, so lange die Religion besteht; und der Prophet 
und die Gläubigen helfen dazu. 

Ibn alKalbi von einem Freigelassenen der Banu Haschim von 
Ibn Abi Ubaida, einem Nachkommen des Ammar b. Jasir. Mich- 
vas b. Mädikarib b. Vali'a begab sich mit anderen zu M. als Un- 
terhändler. Auf dem Rückwege befiel ihn ein Mundkrampf, da 
kehrten einige seiner Begleiter zu M. zurück und sagten: o Bote 
Gottes, den Fürsten der Araber hat der Mundkrampf befallen, gib 
uns ein Heilmittel dafür an. Er sagte: nehmt eine Nadel und 
macht sie im Feuer heiss, dann wendet den Rand seines Augen- 
lides um, darin liegt die Heilung, dazu muss man schreiten (?); und 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 187 

Gott weiss am besten, was ihr geredet habt als ihr von mir weg- 
ginget. Sie taten es und er genas. 

Ibn alKalbi von Amr b. Muhagir alKindi. Eine Frau von 
Hadramaut und zwar von Tin'a^), namens Tahnät bint Kulaib, 
machte M. ein Kleid und liess es ihm durch ihren Sohn Kulaib 
b. Asad b. Kulaib überbringen. Er brachte es ihm, wurde Muslim 
und empfing seinen Segenswunsch. Einer seiner Nachkommen hat 
folgende Verse gemacht, worin er auf einige seiner Volksgenossen 
stichelt. „Der Bote ist mit der Hand über unsers Vaters Vater 
gefahren, aber über die Gesichter der Banu Bahir ist er nicht ge- 
fahren, sie sind einer wie der andere, wie Eselszähne *) sich gleich 
in Schändlichkeit.'' Und Kulaib hat gedichtet, als er zu M. kam, 
ohne dass ihm etwas zugestossen war. Von der Höhe über Barhut 
hat mich schnellen Laufs eine starke Kamelin zu dir getragen, o 
du bester aller Barfüssigen und Beschuhten, durch eine Wüste 
hindurch, deren Wasserstellen staubig sind, (eine Kamelin) deren 
Hingebung erst recht gross wird, wenn sonst die Kamele erschöpft 
sind; zwei Monate lange habe ich sie angestrengt laufen lassen 
trotz ihrer Angst, dafür Gottes Lohn erhoffend, o Mann! Du bist 
der Prophet, von dem uns erzählt worden ist, und dich haben die 
Thora und die Boten angekündigt. 

Ibn alKalbi von Said und Hugr, den Söhnen Abdalgabbars 
b. Väil b. Hugr alHadrami , von Alqama b. Väil. Väil b. Hugr 
b. Sa'd alHadrami begab sich zu M., und M. strich über sein Ge- 
sicht und betete für ihn und machte ihn zum Herren über sein 
Volk. Dann hielt er eine Predigt und sagte: o ihr Leute, dieser 
Väil b. Hugr ist von Hadramaut — das Wort sprach er besonders 
gedehnt — gekommen, aus Verlangen nach dem Islam. Darauf 
befahl er Muavija mit ihm zu gehen und der gab ihm Quartier 
in der Harra. Ich ging mit ihm, erzählte Muavija, und der heisse 
Sand verbrannte mir die Füsse. Ich bat ihn hinten aufsitzen zu 
dürfen, er aber sprach: du gehörst nicht zu denen, die hinter 
den Königen aufsitzen. Ich sagte: so gib mir deine Schuhe, dass 
ch mich damit gegen die Hitze schütze. Er antwortete: die Ja- 
manier sollen nicht hören, dass ein gewöhnlicher Mensch den 
Schuh eines Königs getragen hat — doch wenn du willst, will ich 



Tab. II 1701,13. 

2) im Gegensatz zu den ungleichen Zähnen d^r Fleischfresser, 



188 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

mein Kamel im Schritt halten und du kannst in seinem Schatten 
gehen. Hernach erzählte ich das dem Propheten, der sagte: es 
steckt noch etwas von der Hoffahrt des Heidentums in ihm. Als 
er fort wollte, stellte er ihm ein Schreiben aus^). 

134. Azd *Umän. 
AlMadäini. Die *ümänier nahmen den Islam an und M. 
sandte alAlä b. Hadrami zu ihnen, damit er die Grundzüge des 
Islam ihnen beibringe und die Steuer von ihnen einnehme. Und 
ihre Deputirten gingen zu M., darunter Asad b. Jabruh alTahi, 
und trafen ihn und baten ihn, er möchte ihnen einen Mann mit- 
geben, der Ordnung bei ihnen hielte. Da sagte Machraba alAbdi 
d. i. Mudrik b. Chut: sende mich zu ihnen, denn ich bin ihnen 
Dank schuldig, sie haben mich gebunden am Tage von Ganüb, 
aber mir dann das Leben geschenkt. Da schickte er ihn mit nach 
Uman. — Später erschien Salima b. Ajjädh alAzdi mit einigen 
seiner Leute und fragte M., was er verehre und wozu er auffordere. 
Als M. es ihm mitgeteilt hatte, sagte er: bitte Gott, dass er unsere 
Rede und unsere Gemeinschaft vereinige. Er tat es, und Salima 
trat dem Islam hei mit seinen Begleitern. 

135. Ghäfiq. 

Gulaiha b. Schaggär b. (^uhar alGhafiqi und einige andere 
Männer seines Volkes erechienen bei M. und sagten: wir sind die 
Ältesten unseres Volkes, und wir sind dem Islam beigetreten und 
unsere Steuerkamele stehen angebunden in unseren Höfen. Er 
sprach: ihr habt die Rechte und die Pflichten der Muslime. Und 
'Audh b. Surair alGhäfiqi sagte: wir glauben an Gott und folgen 
dem Boten*). 

136. Bäriq. 

Die Deputirten der Bäriq kamen zu M. und er forderte sie 
zum Islam auf und sie nahmen ihn an und huldigten. Und M. 
stellte ihnen ein Schreiben aus. Dies ist ein Schreiben von Muham- 
mad dem Boten Gottes für Bariq. Ihre Früchte sollen nicht ab- 
geschnitten und ihr Land nicht beweidet werden im Frühling und 
Frühsommer, ausser mit ihrer Erlaubnis. Wenn aber Muslime in 
Zeiten der Not oder der Dürre durchreisen, so müssen sie drei 
Tage lang gastlich verpflegt werden. Und wenn ihre Früchte reif 



§ 71. Sprenger III 461 sqq. ^ Sprenger III 461. 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 189 

sind, so darf der Wanderer dann auflesen so viel er essen mag, 
aber nichts in die Tasche stecken. Zeugen sind Abu Ubaida 
b. alGarrah und Hudhaifa b. alJamäni, und geschrieben hat es 
Ubai b. Ka^O- 

137. Daus. 

Nachdem alTufail b. Amr alDausi sich bekehrt hatte, verbrei- 
tete er den Islam unter seinem Volke, und es kamen mit ihm 
70 oder 80 Familien nach Medina, darunter Abu Huraira und 
Abdallah b. üzaihir, als M. grade in Chaibar war. Und sie zogen 
ihm nach und trafen ihn dort. Wie erzählt wird, gab M. ihnen 
Anteil an der Beute von Chaibar. Darauf kamen sie mit nach 
Medina, alTufail bat M., ihn nicht von den Seinigen zu scheiden; 
und M. siedelte sie zusammen in der Harrat alDaggag an. Ein 
Vers des Abu Huraira, als er aus seiner Heimat auswanderte, 
lautet: o die lange und beschwerliche Nacht — aber sie brachte 
Befreiung von dem Lande des Unglaubens. Abdallah b. üzaihir 
sagte: o Bote Gottes, ich habe unter den Meinigen Mitte (d. i. 
Adel) und Rang, setze mich über sie. M. erwiderte: o Mann 
von Daus, der Islam hat ungewöhnlich angefangen und wird un- 
gewöhnlich enden, und wer Gott anerkennt, ist gerettet, und wer 
zu anderem Ziel kommt, ist verloren; den grössten Lohn bekommt 
der Aufrichtigste, und die Wahrheit wird in kurzem das Eitle 
überwinden ^). 

138. Thumäla und alHuddan. 

Abdallah b. Alas alThumali und Muslija b. Hizzan alHuddani 
mit einigen anderen Männern ihres Volks kamen zu M. nach der 
Eroberung Mekkas und traten dem Islam bei und huldigten M. 
für ihr Volk. Und M. gab ihnen ein Schreiben, worin er die 
Steuersätze für ihr Vieh bestimmte. Thabit b. Qais b. Schammas 
war der Schreiber und Sa'd b. übada und Muhammad b. Maslama 
die Zeugen^). 

139. Aslam. 

'Amira b. Af^a und mit ihm eine Schar Aslamiten kamen und 
sagten: wir glauben an Gott und seinen Boten und folgen deiner 
Strasse, gib uns eine Stellung bei dir, deren Vorrang die Araber 



§70. Sprenger III 469 sq. 

2) Sprenger III .256 sq. 

3) § 69. Sprenger III 323. 



190 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

merken; denn wir sind die Brüder der An9ar und verpflichten 
uns dir zu Treue und zu Hilfe in schwerer und leichter Zeit. Da 
sagte M.: Aslam — Gott ist mit ihnen in Frieden; und Ghifär — 
Gott hat ihnen vergeben ^). Und M. gab den Aslam und den zum 
Islam übergetretenen Stammen an der Küste und in der Ebene 
ein Schreiben, worin er die Steuersätze für das Vieh bestimmte. 
Schreiber war Thabit b. Qais, Zeugen Abu übaida und Umar*). 

140. Gudhäm. 

Rifä'a b. Zaid b. ümair b. Ma'bad alGudhämi, von den Banu 
IDubaib, kam zu M. während des Waffenstillstandes, vor dem Zuge 
nach Chaibar, und brachte ihm einen Sklaven mit und nahm den 
Islam an. Und M. stellte ihm ein Schreiben aus. Dies ist ein 
Schreiben von Muhammad dem Boten Gottes für Rifä'a b. Zaid an 
sein Volk und wer sich dazu hält, dass er sie zum Islam auffor- 
dern soll; und wer dem Rufe folgt, der tritt ein in die Gemein- 
schaft Gottes, und wer nicht will, der hat eine Sicherheitsfrist von 
zwei Monaten. Sein Volk folgte ihm und nahm den Islam an'). 

Ibn alKalbi von Abdallah b. Jazid b. Rauh b. Zinbä' von 
einem Sohne des Qais b. Nätil alGudhami. Ein Gudhamit von 
den Banu Nufätha, Parva b. Amr b. alNafira, Hess M. seinen Über- 
tritt zum Islam melden und übersandte ihm ein weisses Maultier. 
Er war aber Statthalter der Romäer über die ihnen benachbarten 
Araber und wohnte in Mu'än und in der Umgegend. Als die 
Romäer erfuhren, er wäre zum Islam übergetreten, verfolgten und 
fassten sie ihn und setzten ihn bei sich gefangen; darnach führten 
sie ihn hinaus um ihn zu köpfen. Er sagte: melde den Häup- 
tern der Gläubigen, dass ich mit Leib und Seele meinem Herrn 
ergeben bin. Dann schlugen sie ihm den Kopf ab und kreuzig- 
ten ihn*). 

141. Mahra. 

Wieder AlMadaini. Die Deputirten der Mahra kamen, an 
ihrer Spitze Mahri b. alAbjad, und M. trug ihnen den Islam vor, 
den sie auch annahmen, und er beschenkte sie und stellte ihnen 
ein Schreiben aus. Dies ist ein Schreiben von Muhammad dem 



^) Schmeichelhafte Etymologie der betreffenden Stammnamen. 
^ Sprenger III 259. 

3) BH. 962 sq. 975. Vaq. 235 sq. Tab. 1740 sqq. Sprenger III 279 sq. 
*) § 6. 53. 



Muhammads Schreiben, nnd die Gesandtschaften an ihn. 191 

Boten Gottes für Mahri b. alAbjad in betreff der Mahnten, die 
gläubig geworden sind: sie sollen nicht gefressen und nicht be- 
drückt werden, sie müssen aber die Gesetze des Islams aufrecht 
halten, und wer abfällt, der verfeindet sich mit Gott, und wer an 
ihn glaubt, geniesst den Schutz Gottes und seines Boten. Gefun- 
denes muss herausgegeben und verlaufenes Vieh ausgerufen wer- 
den. Schmutz und Unzucht ist Sünde und Frevel. Geschrieben 
hat es Muhammad b. Maslama alAn^ari. 

Ibn alKalbi von Ma*mar b. Imrän alMahri von seinem Vater. 
Es kam zu M. als Deputirter ein Mann von Mahra, Zuhair b. Qir- 
dirn b. arUgail b. Qabäth b. Qamümä b. Tufäl b. alAbdi b. alAmiri 
b. Mahra b. Haidän b. Amr b. alHäf b. Qudäa von alSchihr, und 
M. zog ihn zu sich heran und ehrte ihn, weil er so weit herge- 
kommen war. Als er wieder weg wollte, beschenkte er ihn und 
gab ihm ein Reittier und stellte ihm ein Schreiben aus. Das 
Schreiben ist noch jetzt im Besitz der Familie *). 

142. Himj ar. 
AlVaqidi von Umar b. Muhammad b. Quhbän von Zamil b. Amr 
von Schihäb b. Abdallah alChauläni von einem Himjariten, der 
den Boten Gottes noch erlebt und sich zu ihm begeben hatte. Im 
Ramadan des Jahres 9 erschien bei M. Malik b. Murara alRuhavi, 
der Bote der Könige von Himjar, und überbrachte ihm ein Schrei- 
ben und die Meldung ihres Übertritts zum Islam. M. befahl Bilal 
ihm Quartier zu geben und ihn zu ehren und gastlich zu verpfle- 
gen. Und er schrieb an alHarith b. Abdkulal und an Nu'aim 
b. Abdkulal und an alNu'man, den Fürsten von Dhu Ru'ain und 
Maafir und Hamdan. „Ich preise euch Gott, ausser dem kein 
Gott ist. Euer Bote hat uns getroffen bei unserer Rückkehr vom 
Lande der Romäer und er hat eure Botschaft ausgerichtet und er- 
zählt wie es bei euch steht und uns gemeldet, dass ihr den Islam 
bekennt und die Götzendiener tötet. Gott hat euch durch seine 
Leitung auf den rechten Weg gebracht, wenn ihr euch gut haltet 
und Gott und seinem Boten gehorcht und das Gebet verrichtet 
und das Almosen gebt und von der Beute den Fünften Gottes und 
den Fünften des Propheten und seinen Voranteil abgebt und die 
vorgeschriebene Steuer der Gläubigen entrichtet^). 

1) § 67. Sprenger III 385. 

2) § 11. BH. 955 sqq. Tab. 1717 sqq. 



192 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 

143. Nagrän. 

Wieder alMadäini. M. schrieb an die Bewohner von Nagran, 
da begaben sich 14 Mann von ihren Edelsten, Christen, als Unter- 
händler zu ihm, darunter der Aqib, Abdalmasih, ein Kindit, und 
Abu IHarith b. Alqama, ein Mann von Rabia, und sein Bruder 
Kurz, und alSajjid und Aus die Söhne des Harith, und Zaid 
b. Qais und Schaiba und Chuvailid und Chalid und Amr und 
Ubaidallah. Drei Männer verwalteten ihre Angelegenheiten, der 
Aqib, ihr Befehlshaber und der Vorsitzende im Rat, von dessen 
Meinung sie ausgingen; und Abu IHarith, ihr Bischof, Rabbiner, 
Imam, Schulvorsteher; und der Sajjid, ihr Reisemarschall. Kurz, 
der Bruder des Abu IHarith, ging den anderen vorauf, indem er 
sang: zu dir läuft sie, während ihr Sattelgurt hin- und herrutscht 
und das Junge in ihrem Bauch sich quer schiebt, indem ihre Re- 
ligion sich der Religion der Christen widersetzt. Und er kam zu- 
erst bei M. an, dann die übrigen Deputirten nach ihm. Und sie 
gingen in die Moschee mit Kleidern aus Habirastoff und mit seide- 
besetzten Überwürfen und beteten stehend gegen Osten, indem M. 
befahl sie zufrieden zu lassen. Dann kamen sie zu M., er aber 
wendete sich ab und redete nicht mit ihnen, üthman sagte ihnen: 
das kommt von eurem Aufzuge. Da gingen sie für den Tag wie- 
der weg und erschienen am anderen Morgen wieder in Mönchs- 
tracht und grüssten ihn mit dem Salam, und er erwiderte ihren 
Gruss und forderte sie auf den Islam anzunehmen. Sie wollten 
aber nicht und es erfolgte ein grosses Gerede und Gestreite zwischen 
ihnen und er trug ihnen den Quran fort. Endlich sagte M.: wenn 
ihr das nicht wollt', was ich euch sage, wolan, so lasst uns ein- 
ander gegenseitig verfluchen! Sie gingen ab indem sie das an- 
nahmen; am anderen Morgen aber kamen Abdalmasih und zwei 
andere einsichtsvolle Männer zu M. und er sagte: wir haben be- 
schlossen, uns nicht auf gegenseitiges Verfluchen einzulassen, son- 
dern lege du uns auf, was du willst, so wollen wir es dir geben 
und mit dir einen Friedensvertrag machen. Und er nahm sie zu 
Frieden an gegen Entrichtung von 2000 Anzügen im Wert von je 
einer Unze, 1000 im Ragab und 1000 im Qafar, und gegen leih- 
weise Hergabe von 30 Panzern und 30 Lanzen und 30 Kamelen 
und 30 Pferden, bei Kriegsläuften in Jaman; dafür gemessen die 
Nagranier samt ihrem Anhang das Patronat Gottes und den Schutz 



Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an ihn. 193 

Muhammads für ihre Person und ihre Religion und ihr Land und 
ihren Besitz, für Anwesende und Abwesende, und für ihre Kir- 
chen; es soll kein Bischof und kein Mönch und kein Väqif^) ge- 
zwungen werden seinen Stand aufzugeben, und M. stellte dafür 
Zeugen, darunter Abu Sui^an b. alHarb und alAqra' b. Habis und 
alMughira b. Schu'ba. Und sie kehrten heim, es dauerte aber 
nicht lange, so kamen der Säjjid und der Aqib wieder zn M. und 
bekannten sich zum Islam, und M. gab ihnen Wohnung bei Abu 
Ajjub alAn^ari. 

Die Nagranier blieben nun bis zum Tode M.s bei den Bedin- 
gungen, die M. ihnen geschrieben hatte; darauf kam Abubakr zur 
Regierung und bei seinem Tode schrieb er ein sie sicher stellendes 
Testament. Darnach aber begingen sie Wucher, und ümar ver- 
trieb sie aus ihrem Lande und stellte ihnen folgendes Schreiben 
aus. Dies ist, das Schreiben, welches ümar, der Befehlshaber der 
Gläubigen, den Nagraniern, die aus ihrem Lande fortgezogen si^id, 
ausgestellt hat. Sie sind sicher im Frieden Gottes, kein Muslim 
soll ihnen Schaden antun, damit ihnen gehalten werde, was der 
Bote Gottes und Abubakr ihnen schriftlich gegeben haben. Weiter 
sollen die Befehlshaber in Syrien und im Iraq, bei denen sie ein- 
fallen, ihnen bis zu einem Garib Land gewähren, und was sie da- 
von bearbeiten, das soll ihnen ein Almosen und ein Ersatz sein für 
das verlorene Land, kein Besitzanspruch und keine Schuldforderung 
hinsichtlich des Landes soll gegen sie geltend gemacht werden. 
Weiter sollen ihre muslimischen Nachbaren ihnen beistehen gegen 
jeden, der ihnen Unrecht tut; denn es sind Leute, welche ein Recht 
auf Schutz haben. Und ihre Kopfsteuer soll ihnen 24 Monate, 
nachdem sie angekommen sind, erlassen bleiben; und sie sollen 
nur mit dem Grund und Boden, den sie bearbeiten, (zu Steuern) 
herangezogen werden, ohne dass ihnen Unrecht oder schlechte Be- 
handlung widerfährt. Zeugen sind Uthman b.'Affan und Mu'aiqib 
b. Abi Fatima. — Einige von ihnen Hessen sich im Iraq nieder 
und siedelten sich in alNagranijja an, in der Umgegend von Kufa*). 



^) Varianten dazu in de Goejes Glossar zu Baladhuri unter »Ji^, Mir 
scheint ÄJit^ das richtige, vgl. den himjaritischen Eigennamen ^xnpl. 

2) §14. 72. BH. 401 sqq. BA. II 223. Baladh. 63 sqq. Agh.X143sqq. Ja- 
qut IV 757 sqq. Man muss, wie bei Scham und Mi^r, unterscheiden zwischen 
der Stadt Nagrän, die rein christlich war, und zwischen der Landschaft Nagrän, 

Wellhausen, Skizzen und Vorarbeiten. IV. 13 



194 Muhammads Schreiben, und die Gesandtschaften an Ihn. 

• 144. Gaischän. 

AlVaqidi von Amr b. Schu'aib. Abu Vahb und einige andere 
Gaischaniten kamen zu M. und fragten ihn nach gewissen in Jaman 
üblichen Getränken, namentlich Hanigbier und Gerstenbier*). M. 
fragte: werdet ihr betrunken davon? Sie antworteten: wenn wir 
zu viel trinken, werden wir betrunken. Da sagte er: verboten ist 
auch das Wenige von dem, wds in grosser Menge genossen berauscht. 
Sie fragten ihn nach dem Manne, der sich Getränk anschafft und 
es dann seinen Arbeitern gibt. Er erwiderte: alles Berauschende 
ist verboten. 

145. Die wilden Tiere. 
AlVaqidi von Schu'aib b. Ubäda von alMuttalib b. Abdallah 
b. Hantab. Während M. mit seinen Genossen sass, in Medina, kam 
ein Wolf, stellte sich vor ihn hin und heulte vor ihm. M. sagte: 
dies ist der Deputirte der wilden Tiere an euch, und wenn ihr 
ihm etwas Bestimmtes (zur Nahrung) aussetzen wollt, worüber er 
nicht hinausgreifen soll, so tut es; wenn ihr aber wollt, so lasst 
ihn in der alten Weise und schützt euch vor ihm, und was er 
dennoch erfasst, das ist sein angewiesener Unterhalt. Sie sprachen: 
Bote Gottes, wir können ihm nichts freiwillig zugestehen. Da 
gab ihm M. einen Wink mit den Fingern, der bedeuten sollte: setz 
dein heimliches Rauben fort, und der Wolf trottete von dannen '). 



die noch grossenteils heidnisch war, obwol § 14 ein Bischof der Harith b. Ka'b 
erwähnt wird. Unter den Harith b. Ka'b werden fast immer die Bewohner der 
Landschaft verstanden; die Bewohner der Stadt, die freilich auch zu diesem 
Stamme gehören, heissen doch gewöhnlich Nagranier. 

I) Boch. III60,29sq. 

*) Statt des VITolfes erscheint Vaq. 421 der Löwe. Dass die Gottheit für 
die Menschen einen Bund mit den wilden Tieren macht, ist eine auch den 
alten Israeliten nicht fremde Vorstellung (Osee 2,20; vgl. 2. Reg. 17, 25 sqq. 
und Nöldekes Tabari 250). 



VA 



^yti aJLlI iy^j ^^^vArf Q.j^ wä3^ v^3 Jm5| iuL^Uöt ^5 äjLjlXJÜ 
l*ÄxA>l qI3 ^*-X^{ cLa^mJ! cXd^ )Ä^ xJüt ,3^jM^ ^Lüs &jlXj qjo 

V.,» A h i Lo ^JÜt v^^^ Lj t^Lie ^ojj j^ i\i>t L*^ xJL^ j^\jS^^ 

Varianten und Berichtigungen. 

6,18 Q*J^ Gothanus. 7,10. 8,16. 25,16 Lücke von mir angedeutet, 
g, 5 ^»^w») Q^ im Londinensis yerstellt und mit 3 präfigirt. 8, 5 J[y>^ Godd. 
10,11 iU^ unsicher. 13,24 j\ß. wt^ ^^ju L. 14,16 Out — L. 14,26 
J^ G. 15,18 vc>^^W« G vgl. Nöldekes Tab. 263. 396. 16,20 \^ Godd. 17,6 
qaJLmm-H G. 18, 4 ^UiJ G. 19, 19. 20 »^ U kAc.^ äJ U äJ G., der am 
Scbluss ein subjektsloses vuC^^ zufügt. 22, 5 JjS^\ G. 23, 2 ioJlt Godd. 
25,4 das erste "Jf — Codd. 26,16 vl;*^' G. 26,11 ^y» drei mal G. 27,1 
VLÜf G für o'uJÜt, und oUJt L am Rande für oLÜt. 27,4 j^tit^äSI sie. 
27,15 ^,^J^^ Codd. 29,7 ^'j^ zu korr. 29, 15 j-JÜ höchst unsicher. 
33,24 ^^^3 — G. 34,24 ^Ls> G. 35, 15 vjÄ;äJI L. 35,27 ,^^^ für 
OL. 36,18 »Olc! L. 37,11 8^^ G. 37,13 SJO:?^ G. 38,4 ^3 Codd. 38,23 
i^tJJ.? 39,12 am Schluss Lku> -+- L. 39, 19 sqq. von vJLäj — G. 41,11 
Uxa£>5 zu korr.; Lj-v^^ Codd. 41,16 xjjuuä L. 41,26 »^ G. 44,22 ^w^ 
(vor ^».^/OJUJ) -h G. 46, 26 qLjuÄ G. 46, 27 vul-iJ> und ^^^JL. G. 47, 3 
jiÄj G. 47, 20 i^APO G. 48, 19 iiuic cOvXJi^ — G. 53, 21 ^y> G. 
54, 21 qJ«3^ G. 58, 4 «^4^ G. 60, 16 Qtya> G. 61, 2 yi G. 66, 9 
v-^j G. 65,13 QjÄ> G. 65,24 H^ L. 67, 6. 7 ä^U/to und jU/to G. 
71, 1 gjL*j5^ G. 73,17y>jtG. 74,21 v^LSG. 75, 6 w — G. 75,7 äJÜI 
(hinter ^}j>) -h G. 75, 13 ^tAiü (für ^y vJUj) L. 76, 16 ^«JÜ^üj Codd. 
76,17 ^3 G. 



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JLmI ^ ÄjLofi ^ 15^' O^ B^-A 4. .r |mAä t^li ta)^ ^JLwt cXi^ 139. 

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JUA^ qJ j.^.,4>.r, ^ vXj; ^ mLs^ «JÜ»^ t^lÄ ^ (»ttAs»- cXd^ 140. 

J-ö ÄijL^t ^5 aUt tS^j lT^ v^*.-a a *yi Jt -jü lX^-J ^ ^^IlXäH 

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ÜL^3 äJüu« ^j3 j ^^ ^t *JJ( ^5^-^ L ^j5 ^ »JJJ cXxc vJbj 
Uj^ ttXj j.^-ww'^t ^t y-^^o L>J L »JÜt J^^ ,3Ui3 ^ g aIc ^^^jJLjL>li 
(jj^LJLp i;i5üi ^y--v^ ^J! vit ^27^3 bpJ iJÜt oAaö Q^i L*-^ '^ysv»*'^ 

10 IV 



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Jo^ L &JLit v>->!^ krf^ScXj y>'J Jc>.3 ^^^ Loj L^JUfit cr^v^ 

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«S^^JUit uitv^l ^yA \i>».viKJ ,3^.3 ^yA^t vi>JLiti iLa^Jt ^JL:>; u^ö^l 

»J^ »JLJli ^..AJÜt v^^uold >Ljj.jl^ ^Ü> l.,^.JL^ ^ o^.mo (^^i^ 

^ bU^9 x! 
^ j^^JLß v3h^>^ j^5 eouV^Jt jj?-, ^ ^ ^^Uc Ojt cXij, 134. 

^ ft^Ljui^ xUt (3^ i» g * Jt VL>> a. ^,s> qUc: J^t ^JLmI \ji\3 kXi<\A 
^•ÄAs^ ry^ (H^lr^^ ^-2)wXa3J3 j^tA^M^t Jj'yi |i g ♦ I » » i ^yxu:f\l\ 

^■4>.jy»|^ ^vX.A.jtJt /ü..^U (3^ /*^^^ i» * ft ,1 ^L>j .» ^ w ^ v3otAj ^t 



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^■♦■'>'t J*Ai> ,<-iL-£ v\-A,><^-j ^! v3^^ **^^j-^ <3ld lA^I «ULc LxXa^ 

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HiXJLy cXJ)3 ^ y^^ya^ (X93 (BcKJ»^ t^li ^ o^^yü> (A93 133. 



11 

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^ v,^ft,A-^ sO<c>Ld Jj:ä3 O^j^ 8^t si>3-l3 lA-^-^-j JJCÄs ÄJUML>Lftil 
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x^U*«wa h:>3 ^J^ q^ ^^O ^jAi> ^ g^' '"^ O^ /»-^äJ^ tf^ 

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129. 



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127. 



*I1 

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1ö 

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uipLi> ot^LÄij bU^ ^^^t ^ v^-i^3 I^JL-b j.^KI d:i^\ ^3 
9 IV 



1f 



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^ vi^Lut v;i*^t Lac ,r^J ^' j<^^ O-?^^*^ 
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6 IV 



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83. 



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5 IV 



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4 . IV 



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3 IV 



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2 IV 



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1 IV 



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manichäische Eeligion. 

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schichte des Indischen in der ersten Hälfte des XL Jahr- 
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DUt NOV 8 1938 




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